Die Kupfermünzen wurden nach 1860 von den kleineren Bronzemünzen abgelöst. Die älteren Kupfermünzen wurden dann häufig durch Punzierungen gekennzeichnet und als private Token oder Marken weiterverwendet. Solche anonymen Punzen lassen sich selten zuordnen. Es gibt einen Katalog, der aber nur punzierte Namen und Initialen erfaßt. Jedenfalls führt die Punze nach heutiger Mode zu einer Werterhöhung, sonst wäre die Münze wegen der schlechten Erhaltung wertlos. Grüße, KarlAntonMartini
Nachtrag: Im August 1853 wurde ein Gesetz erlassen, das es ausdrücklich verbot "current coin of the realm" mit Namen oder anderen Wörtern zu punzieren. Die darin enthaltene Gesetzeslücke wurde schnell entdeckt, ein Ladeninhaber schrieb an den Schatzkanzler:
"May I therefore humbly beg your Lordships to favor me with a reply to this communication stating [...]if the Act is meant to affect monies bearing any other mark thereon than
words and
letters." Der Münzmeister persönlich, Sir John Herschel (1792-1871), befand, daß es sich um ein Strafgesetz handele, das eng auszulegen sei. Also war das Aufbringen anderer Zeichen als Namen oder Buchstaben nicht verboten. - Die vor 1860 geprägten Kupfermünzen wurden zwar schon bald außer Kurs gesetzt und konnten bis 1869 mit 2% Aufgeld bei der Münze umgewechselt werden, bis 30.7.1873 wurden sie dort noch 1:1 getauscht. In den Kolonien dauerte der Umtausch bis 1877. Trotzdem kam nur etwa die Hälfte aller seit 1797 geprägten Kupfermünzen zurück. (alles nach: J. Gavin Scott, British Countermarks on Copper and Bronze Coins, London 1975, 8-10.)
Der Münzmeister ist der Sohn des Uranus-Entdeckers und heute noch als Wissenschaftler, Entdecker und Photo-Pionier bekannt, seine Zeit als Münzmeister 1850-55 ist nur ein kleines Nebenspiel seiner Biographie:
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Herschel