Reinigungs-Rookie stellt sich vor

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Reinigungs-Rookie stellt sich vor

Beitragvon Oettlalb » Mo 22.08.05 23:44

Hallo Leute,
ich habe vor etwa 2 Wochen damit angefangen, mich mit der Reinigung
von antiken Münzen zu beschäftigen.
Dafür habe ich mir ein Lot ungereinigte Münzen besorgt. Da ist zwar nur
ziemlicher Schrott dabei, aber zum Üben ist das gut genug.

Ich will meine ersten Resultate hier präsentieren und bitte um Anregungen
und konstruktive Kritik.

LG
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Beitragvon peterf » Di 23.08.05 14:40

Hallo,
wenn du, als Anfänger, in nur zwei Wochen, aus einem Lot ungereinigter (Schrott, wie du selber schreibst) SOWAS machen kannst, dann kann ich nur sagen Respekt.Mach das Beruflich und du wirst reich. :angel:

Grüße
peterf.
Nichts tun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen.
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Beitragvon FBI » Mi 24.08.05 15:27

Hmm.. das nächste mal wär es gut, wenn du auch ein Bild postest, wie die Münzen vorher aussahen...
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Beitragvon Oettlalb » Mi 24.08.05 17:56

Servus FBI,

ok, ich häng mal ein Bild von drei originalen an, aber man kann wirklich
nicht viel erkennen.

LG
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Beitragvon Merowech » Do 25.08.05 09:23

Hmmm....

wie hast du das innerhalb von 2 Wochen geschafft?
Wasser und Seife? Olivenöl? NaOH? Dremel? Ultraschall?

Ich habe ein paar Münzen schon seit Monaten im Olivenöl liegen und es tut sich nichts. :(
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Beitragvon Oettlalb » Do 25.08.05 09:58

Olivenöl hab ich ursprünglich auch probiert, aber ich bin davon aus mehreren
Gründen abgekommen:
- riesige Sauerei
- es tut sich nix
- unbekannte chemische Zusammensetzung

Meine derzeitige Methode (ich bin ja noch am Experimentieren) schaut so aus:

- Einlegen in destiliiertes Wasser mit etwas Na-hexametaphosphat als Netzmittel
- einmal täglich die Münzen abbürsten und die Lösung wechseln
- was nach einer Woche nicht sauber ist, wirds auch in einem Jahr nicht und fliegt gnadenlos in die Elektrolyse
- Endreinigung mit destilliertem Wasser
- Konservierung mit Antikwachs

LG
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Beitragvon Merowech » Do 25.08.05 11:13

bringt denn Elektrolyse überhaupt was?
Hier im Forum ließt man nur Gegenteiliges.

Ich habe mittleweile einige hartnäckige Münzen in hochkonzentrierte NaOH gelegt, bei einigen ist das Ergebnis zufriedenstellend andere sind total angegriffen.

Habe noch 'ne Frage zu deinem Lot: Hast du es bei ebay erworben? Wieviel Prozent der Münzen waren Schrott?
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Beitragvon Oettlalb » Do 25.08.05 12:20

Meiner Erfahrung nach ist die Elektrolyse bei hartnäckigen Verkrustungen sehr
wirksam.

Das Lot stammt von ebay und der Schrottanteil ist etwa 40%.

LG
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Beitragvon tournois » So 26.02.06 23:14

Oettlalb hat geschrieben:
- Einlegen in destiliiertes Wasser mit etwas Na-hexametaphosphat als Netzmittel


Hallo Oettlalb,
verrätst Du mir was das ist?? Gibt es auch eine umgangssprachliche Bezeichnung für den "Chemoshake"?
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Beitragvon Oettlalb » Mo 27.02.06 01:59

Servus tournois,
Na-hexametaphosphat wird sowohl in der Lebensmittelindustrie als Antihaft- und
Verdickungsmittel, als auch in Waschmitteln verwendet.
Im englischsprachlichen Raum heißt es auch "Calgon S", korrrekterweise aber
"sodium hexametaphosphate" oder auch SHMP.

Die chemische Formel ist (NAPO3)6, im Handel ist es aber eine Mischung aus
polymeren Metaphosphaten.

Eine deutsche umgangssprachliche Bezeichnung ist mir leider nicht bekannt.

LG
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Beitragvon Pflock » Mo 27.02.06 17:13

Na-hexametaphosphat


Wie kommt ein Normalsterblicher, der alles im Laden kaufen muß, an sowas ran? Oder wie mixt man sich das?

Ich bin absoluter Laie, in Sachen Chemie und Münzreinigung. Habe mir aber auch mal vor Jahren so ein Lot bei eBay gekauft. Das liegt bei mir immer noch rum, da ich nicht zu Potte gekommen bin. :oops:

Gibt es eigentlich ein Buch, wo die verschiedenen Reinigungsmethoden für Nicht-Chemiker beschrieben sind?
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Beitragvon Oettlalb » Mo 27.02.06 17:40

Servus KW,
ich kauf das auch im Laden, genauer gesagt in einer Großdrogerie in Wien.
Daneben gibt es auch Online-Shops, mal nach "natriumhexametaphosphat" googeln und staunen, in welchen Sachen das verwendet wird (Hundefutter,
Waschmittel, Kuchen, Gummibärchen, ...).

Zum Selbermixen hätte ich auch was: Natriumsesquikarbonat. Das kommt zwar
auch in der Natur ("Trona") vor, man kann es aber leicht selbst herstellen: einfach
gleiche Teile von Natriumkarbonat (Na2CO3, Waschsoda) und Natriumbikarbonat (NaHCO3, Speisesoda)
mischen und mit destilliertem Wasser auf etwa 5% einstellen.

LG
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Beitragvon Pflock » Mi 15.03.06 18:28

Hallo Oettlalb
Ich habe mal Dein Rezept zum Selbermixen ausprobiert. Leider hat sich an meinen 7 Münzen (welche in etwa so wie Deine aussahen) rein gar nichts getan. Nach über 10 Tage in dem Sud, sehen sie immer noch so aus wie vorher. :? Was mache ich falsch? Wie gesagt: ich bin auf dem Gebiet absoluter Laie. :oops:

Nochmal zum Vergleich, was ich gemacht habe:
-Natriumbikarbonat (NaHCO3) in reiner Form in "Kaiser Natron" zu finden (wird eigentlich in jedem Supermarkt bei Backzutaten geführt)
-Natriumkarbonat (Na2CO3) habe ich mir in meiner Apotheke abfüllen lassen
-von beidem habe ich ca. 10g abgewogen =20g und in 400ml Wasser gelöst, dies sollte die 5%ige Lösung sein
-die Lösung habe ich täglich erneuert
-wie gesagt - nichts :cry:

Naja, vielleicht frage ich mal in meiner Apotheke nach diesem Na-hexametaphosphat.
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Beitragvon Oettlalb » Do 16.03.06 00:26

Servus KW,
alle diese Mittel sind keine Allheilmittel, die blitzartig wirken, etwas Zeit
(und das kann Monate dauern!) muß man schon verstreichen lassen. Zusätzlich
sollte man ab und zu den aufgeweichten Belag mit einer Kunststoffbürste
(alte Zahnbürsten eignen sich hervorragend) abschrubben.

Wenn der Belag zu dick und zu hartnäckig ist, dann hilft nur mehr schweres
Geschütz: entweder chemisch abbeizen oder Elektrolyse. Das geht dann wirklich
innerhalb von Minuten, allerdings ist alles bis auf das blanke Metall weg.

LG
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