Falsche Form 2 Euro BRD 2002 G

Alles über Varianten, Fehlprägungen und Fälschungen

Falsche Form 2 Euro BRD 2002 G

Beitragvon Gast » Do 19.01.06 23:54


Hallo liebe Formumgemeinde,

ich habe hier ein sehr interessantes 2 Euro Stück BRD 2002 G, eine Fehlprägung, bei der die Form von der normalen abweicht .

Damit meine ich nicht die Gesamtform des 2 Euro Stückes, sonder den Kern .

Dazu könnt ihr euch meine Skizze ansehen .

blau = großflächige Löcher, die aber nicht so tief sind, dass man hindurchsehen kann - etwa 1 mm tief .

rot = umgrenzt die Fläche, an der Material ausgelaufen scheint

grün = oberhalb ausgelaufenes Metall wie Außenring, etwas matter,
unterhalb ausgelaufenes Material wie Kern, identische Farbe

Es scheint, als ob auf der Wertseite zu viel material aufgetragen ist und auf der Rückseite zu wenig, denn da ist an der selben Stelle ein riesen Loch !

Es handelt sich definitiv um keine Fälschung, denn nach den letzten Debatten bin ich zum Schluss gekommen, dass dies eine echte Fehlprägung ist !

Was ist da passiert ?
Gibt es noch ähnliche Fälle ?
Welchen Wert hat dieses gute Stück ?

Ach ja Erhaltung ist leicht zirkuliert .

Gruß

vatican-coin

Gast
 

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Beitragvon Gast » Do 19.01.06 23:58

Fehlprägung 2 Euro BRD 2002 G
Dateianhänge
BRD-2 Euro 2002 G-Fehlprägung.JPG
Gast
 

Beitragvon sir0815(-; » Fr 20.01.06 10:14

Also ich glaub nicht, dass es eine besondere Fehlprägung ist. Ich hab schon öfter beobachtet, dass die Rückseite bei einigen Stücken etwas vertieft ist und die "Löcher", die meist einfach eine art Lücke zwischen Außenring und Pille bilden sind leider auch nicht selten.
Wie meinst du das mit "Materialauftragung"?
Die werden doch nicht erst vor dem Prägen beschichtet...oder? Soweit ich weiß werden Pille und Ring seperat hergestellt und dann zusammengeführt zu einem Rohling. Vielleicht wurde die Pille demnach einfach nicht genau eingesetzt, so dass sie auf der späteren Wertseite etwas herausragte.
Gruß
sir0815(-;
 
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Beitragvon Thiesauger » Fr 20.01.06 14:09

Das Stück was Du da beschreibst, hört sich ganz an wie ein sogenanntes Spiegelei!

(Ich merke schon es muss wieder ein längerer Beitrag her)

Fangen wir doch ersteinmal mit ein paar Grundlagen der Prägetechnik an, ehe wir dann gleich zur Entstehung kommen:
Die Herstellung von Bimetallmünzen unterscheidet sich enorm zu Monometallmünzen und sir0815 hat in seinem Beitrag nur teilweise recht :lol:

In Deutschland ist es so, dass die Rohlingsteile nicht vorgepresst werden (obwohl es da auch eine Ausnahme gibt, auf die ich nicht weiter eingehen möchte). D. h. Ring und Pille werden durch einen speziellen Zufuhrmechanismus separat in den Prägering geführt und anschließend direkt mit dem Stempelschlag geprägt. Der Stempelschlag sorgt dafür, dass sich beide Teile miteinander verbinden und nicht mehr auseinanderfallen (Kaltverfluss in die Nut der Pille). Was passiert denn, wenn der Zufuhrmechanismus der Pille einen Defekt hat?
Es kann passieren, dass die Pille nicht in die Mitte zwischen den (Münz-)Ring fällt, sondern leicht versetzt auf dem Rand dieses Ringes liegenbleibt. Kommt nun der Stempelschlag, so verfließt die Pille nicht gleichmäßig. Zur Folge hat dies einen enormen Kaltverfluss an der Stelle, wo die Pille auf dem Ring lag (da ist ungefähr doppelt soviel Material wie eigentlich gedacht zum Prägen). Dadurch fehlt es natürlich an der Gegenseite (der kleine Spalt in der Münze).
Auf der anderen Seite kann dass "Silber" schön unter die Pille fließen. Deswegen erscheint der Ring dort auch etwas dicker (je nach Ausmaß des Spiegeleis). Worauf Du wahrscheinlich noch nicht geachtet hast ist, dass die Randschrift an der Stelle fehlt, in der die Pille in den Ring eingeprägt wurde. Dies hängt im wesentlichen aber von der Stärke der Dezentrierung ab, ob dies der Fall ist oder nicht. Bei schwachen Spiegeleiern ist das nur sehr wenig bis gar nicht zu sehen! Bei starken hingegen ist die Randschrift nichtmal mehr im Ansatz zu erkennen.

Hast Du das Stück aus dem Umlauf gefischt?
private Mails an:
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Beitragvon sir0815(-; » Fr 20.01.06 14:29

@Thiesauger: Ich hab doch gar nicht gesagt, dass die Rohlinge vorgepresst werden...ich meinte doch auch, das die beiden Einzelteile (Pille und Ring) beim Prägevorgang zusammengeführt werden. Und das der Fehler hierbei passiert sei. Ich geb aber zu, dass der Begriff Rohling in dem Zusammenhang mißverständlich war.
Diese "Spiegeleier" hab ich auch schon öfter beobachtet, wusste aber bis zu deinem Beitrag nicht, dass die so heißen. Danke!
Ich glaub daher auch nicht, dass sie besonders was Wert sind. Mehr als 2 € sowieso nicht!
sir0815(-;
 
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Beitragvon Gast » Fr 20.01.06 15:51

Ja, die ist aus dem Umlauf vor ein paar Jahren bei PLUS, die ist mir sofort aufgefallen, als ich sie in die Hände bekam ! Selten sind diese Stücke anscheinend schon, denn ich hatte so etwas noch nie . Normale Dezentrierungen hatte ich häufig, aber sowas wie das hier nur einmal !
Ich bin mir auch sicher, dass die was Wert hat, denn unter allen 2 Euro Münzen die ich je bekommen habe, ist dies die einzigste Münze solcher Art !
( ích weis nicht wieviele 2 Euro Stücke ich bisher hatte aber bisher mindestens 2500 werden es schon gewesen sein )

Der Rand weist keine Fehler auf, ist erkennbar, bloß eben etwas schwächer .

Gruß, Danke
Gast
 

Beitragvon Gast » Mo 23.01.06 15:35

Trotz alledem ist es keine Fehlprägung, sondern eine herstellungsbedingte Zufälligkeit, die aus irgendeinem Grund, den wir nicht kennen durch die Endkontrolle geschlüpft ist.

Wie in einem anderen Thread bereits gesagt: so etwas ist immer nur das wert, was andere (und zwar auf lange Sicht gesehen) bereit sind, dafür zu bezahlen. Wenn dir heute jemand z.B. 10 EUR dafür gibt heisst das noch lange nicht, daß derjenige das Stück irgendwann für 10 EUR oder mehr weiterverhökern kann.

Schau doch mal, wie sich die im vor ca. 10 Jahren erschienenen EPA-Katalog aufgeführten BRD-Varianten (und das waren KEINE Fehlprägungen, sondern beabsichtigte Stempelkopplungen oder Neugravuren) preislich entwickelt haben. Wer spricht denn heute noch von seltenen Stempelkopplungen oder dicken und dünnen Münzstättenzeichen oder gar schlanken oder dicken Ähren auf den Pfennigstücken, geschweige denn von nachgravierten Randinschriften oder, oder, oder ?????

Eine Fehlprägung liegt in der Münzprägung dann vor, wenn unbeabsichtigt und unerkannt falsche Stempelkopplungen oder ein falsches Metall oder ein falscher Schrötling verwendet wurden. Das typische Beispiel hierfür ist die 5DM Mercator-Münze von 1969F mit der Randinschrift des Umlauf-5DM Stückes oder 10DM Olympiade München mit Arabesken statt Punkten im Rand.

Leider ist immer wieder zu beobachten, daß Sammelgebiete (besser gesagt deren frustrierte Sammler), die "langweilig" zu werden drohen, krampfhaft versuchen, Raritäten aus Prägezufällen zu küren, die in Wirklichkeit nur Ausschussware sind und beim Auftauchen im Umlauf von der nächsten Bank mit einiger Wahrscheinlichkeit eingezogen und dem Schmelztiegel zugeführt werden.

Ungeachtet dessen macht es Spaß, solche "Freakteile", egal ob Münze oder Briefmarke zu sammeln. Nur gezielt reich werden kann man damit auf keinen Fall.

Gruß
petzlaff
Gast
 

Beitragvon mfr » Mo 23.01.06 21:00

Hallo,

petzlaff hat geschrieben:Schau doch mal, wie sich die im vor ca. 10 Jahren erschienenen EPA-Katalog aufgeführten BRD-Varianten (und das waren KEINE Fehlprägungen, sondern beabsichtigte Stempelkopplungen oder Neugravuren) preislich entwickelt haben. Wer spricht denn heute noch von seltenen Stempelkopplungen oder dicken und dünnen Münzstättenzeichen oder gar schlanken oder dicken Ähren auf den Pfennigstücken, geschweige denn von nachgravierten Randinschriften oder, oder, oder ?????


da kenne ich sehr viele Leute. Der EPA-Katalog heißt auch inzwischen Neugebauer und ist letztes Jahr bereits in der 3. Auflage erschienen.
mfr
 
Registriert: Fr 26.04.02 13:22

Beitragvon Gast » Di 24.01.06 17:42

Verfasst am: Mo 23.01.06 15:35 Titel:



Trotz alledem ist es keine Fehlprägung, sondern eine herstellungsbedingte Zufälligkeit, die aus irgendeinem Grund, den wir nicht kennen durch die Endkontrolle geschlüpft ist.

Wie in einem anderen Thread bereits gesagt: so etwas ist immer nur das wert, was andere (und zwar auf lange Sicht gesehen) bereit sind, dafür zu bezahlen. Wenn dir heute jemand z.B. 10 EUR dafür gibt heisst das noch lange nicht, daß derjenige das Stück irgendwann für 10 EUR oder mehr weiterverhökern kann.

Schau doch mal, wie sich die im vor ca. 10 Jahren erschienenen EPA-Katalog aufgeführten BRD-Varianten (und das waren KEINE Fehlprägungen, sondern beabsichtigte Stempelkopplungen oder Neugravuren) preislich entwickelt haben. Wer spricht denn heute noch von seltenen Stempelkopplungen oder dicken und dünnen Münzstättenzeichen oder gar schlanken oder dicken Ähren auf den Pfennigstücken, geschweige denn von nachgravierten Randinschriften oder, oder, oder ?????

Eine Fehlprägung liegt in der Münzprägung dann vor, wenn unbeabsichtigt und unerkannt falsche Stempelkopplungen oder ein falsches Metall oder ein falscher Schrötling verwendet wurden. Das typische Beispiel hierfür ist die 5DM Mercator-Münze von 1969F mit der Randinschrift des Umlauf-5DM Stückes oder 10DM Olympiade München mit Arabesken statt Punkten im Rand.

Leider ist immer wieder zu beobachten, daß Sammelgebiete (besser gesagt deren frustrierte Sammler), die "langweilig" zu werden drohen, krampfhaft versuchen, Raritäten aus Prägezufällen zu küren, die in Wirklichkeit nur Ausschussware sind und beim Auftauchen im Umlauf von der nächsten Bank mit einiger Wahrscheinlichkeit eingezogen und dem Schmelztiegel zugeführt werden.

Ungeachtet dessen macht es Spaß, solche "Freakteile", egal ob Münze oder Briefmarke zu sammeln. Nur gezielt reich werden kann man damit auf keinen Fall.

Gruß
petzlaff
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'Ániid naasháádáá' béeso bee ´'ák'isisdla' -
Navajo (sinngemäß): Als ich noch jung war, hatte ich mehr Geld übrig.

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Man lernt immer was Neues, ich dachte das is ne Fehlprägung, da sie falsch geprägt wurde, bzw. sie Fehler aufweist .
Aber die Banken interessiert so etwas nicht, die werden nicht aussortiert, die haben ja selbst keine Ahnung !

Danke für die Hinweise .

Gruß
Gast
 

Beitragvon Gast » Di 24.01.06 17:48

Das macht halt eben de Unterschied zwischen Realität und Fiktion aus :lol:

petzi
Gast
 


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