1 Pfennig (Fehlprägung?!)

Alles über Varianten, Fehlprägungen und Fälschungen

1 Pfennig (Fehlprägung?!)

Beitragvon MacMuenz » Di 28.02.06 16:38

Hallo alle miteinander!

Ich bin ganz neu hier, hab mit Münzen nicht so wirklich viel zu tun, obwohl ich das Gebiet hochinteressant finde...

Aber mal zu meiner Frage:
Meine Tante hat ein sehr seltsames 1 Pfennigstück:

Es zeigt auf beiden Seiten den Aufdruck "1 Pfennig", hat also keine Rückseite - zudem sind die Seiten "verkehrt" geprägt, man muß also die Münze nicht nach rechts oder links kippen, sondern nach oben oder unten, damit die andere Seite "richtig herum" steht (tut mir leid, kann das gerade nicht besser in Worte kleiden :( ).

Weiß zufällig jemand etwas über solcherlei Münzen?! Aus welchem Jahr stammt sie? Ist sie wohlmöglich eine Fälschung?! Und ist sie evtl. sogar etwas wert? (Abgeben würde meine Tante sie sowieso nicht, aber es wär mal interessant, das zu erfahren.)

Vielen Dank für eure Hilfe,
beste Grüße

MacMünz
MacMuenz
 
Registriert: Di 28.02.06 16:31

Beitragvon mfr » Di 28.02.06 16:41

Es kann sich nur um eine Manipulation handeln. Prägetechnisch ist ein solcher Zwitter nicht möglich. Ein Spaßvogel hat 2 Münzen zersägt und falschrum wieder zusammengesetzt.
mfr
 
Registriert: Fr 26.04.02 13:22

Beitragvon MacMuenz » Di 28.02.06 16:46

Muenzenfreund hat geschrieben:Es kann sich nur um eine Manipulation handeln. Prägetechnisch ist ein solcher Zwitter nicht möglich. Ein Spaßvogel hat 2 Münzen zersägt und falschrum wieder zusammengesetzt.



Ich hab schon gedacht, mein Beitrag wäre verschwunden ;) - Die Rubrik "Fehlprägungen" ist mir gar nicht aufgefallen, sorry....

Danke für die flinke Antwort - da wird meine Tante aber enttäuscht sein. :cry:

Aber auch wenn's eine Fälschung ist, als "Glückspfennig" taugt er allemal.

Danke nochmals,
beste Grüße
-Mac;ünz
MacMuenz
 
Registriert: Di 28.02.06 16:31

Beitragvon Canadian Coins » Di 28.02.06 17:19

Ich habe gerade einige Preislisten von einem Händler vor mir liegen.

Der bietet darin eine "numismatische Euro Rarität von ganz besonderem Wert" an.
Eine 1 Cent Münze mit zwei Wertseiten.
"Sie entspricht in allen Einzelheiten, vom Rand über das Gewicht bis hin zur Prägung, den Original-1-Cent-Münzen."

Preis : 795,-- €

Ein Spaßvogel hat 2 Münzen zersägt und falschrum wieder zusammengesetzt.

Dabei sollte es möglich sein eine Schnittstelle auszumachen.

Was ist mit einer "Stempelkopplung" ?
Die Prägestätten werden sicher nicht nur einen Prägestempel je Seite zur Verfügung haben.
Was wäre, wenn beispielsweise beim Austausch ein Fehler unterlaufen ist.
Eventuell hat auch der Lehrling an der Prägemaschine gefummelt. :wink:

Schwer zu glauben - aber möglich. :?:

Noch schwerer fällt mir allerdings die Vorstellung, dass ein namhafter Händler
ohne "Rückversicherung" eine solche Münze vorbehaltlos anbietet. :!:

Schöne Grüße.
CC
Benutzeravatar
Canadian Coins
 
Registriert: Sa 20.04.02 00:37
Wohnort: NRW

Beitragvon mfr » Di 28.02.06 17:25

Meine Aussage bezieht sich auf die deutsche 1 Pfennig-Münze. Bei der deutschen Prägetechnik ist eine solche Kopplung nicht möglich. Ober- und Unterstempel kann man nicht so einfach vertauschen, sie würden garnicht in die Haltevorrichtung passen.

Die Euromünzen werden aber in 11 weiteren Ländern hergestellt. ;)
Deren Technik kenne ich nicht.
mfr
 
Registriert: Fr 26.04.02 13:22

Beitragvon mfr » Di 28.02.06 17:39

Canadian Coins hat geschrieben:Der bietet darin eine "numismatische Euro Rarität von ganz besonderem Wert" an.
Eine 1 Cent Münze mit zwei Wertseiten.
"Sie entspricht in allen Einzelheiten, vom Rand über das Gewicht bis hin zur Prägung, den Original-1-Cent-Münzen."

Preis : 795,-- €


Interessante Preisentwicklung. ;)

Auf ebay.com bietet Mike Byers (der größte Händler für Fehlprägungen) seit Jahren (!) einen ganzen Satz, 1 Cent, 5 Cent, 10 Cent, 20 Cent und als Highlight eine Stempelkopplung vorne 20, hinten 50 Cent, für 60.000 $ an. Falls du das nötige Kleingeld hast: http://cgi.ebay.com/Unique-Two-Tailed-E ... dZViewItem

Im Mint Error Magazine, Ausgabe 2: Sommer 2003 (Die Zeitschrift gehört ihm ;) ) gab es einen mehrseitigen Bericht darüber. Bei Interesse kannst du dir die Zeitschrift hier runterladen: http://minterrornews.com/issue2.pdf

P.S.: Trotzdem hat er es nach 3 Jahren noch nicht geschafft den Auktionstext zu überarbeiten. :lol:

On January 1, 2001 the Euro officially became the first common European Currency
mfr
 
Registriert: Fr 26.04.02 13:22

Beitragvon Canadian Coins » Di 28.02.06 17:49

Danke für die Aufklärung - jetzt bin ich im Bilde. :D
Benutzeravatar
Canadian Coins
 
Registriert: Sa 20.04.02 00:37
Wohnort: NRW

Beitragvon MacMuenz » Mi 01.03.06 00:33

Canadian Coins hat geschrieben:
Ein Spaßvogel hat 2 Münzen zersägt und falschrum wieder zusammengesetzt.

Dabei sollte es möglich sein eine Schnittstelle auszumachen.




Ich werde meine Tante nochmal befragen ;)
Vielen Dank für eure Mühe!

Gruß
-MacMünz
MacMuenz
 
Registriert: Di 28.02.06 16:31

Beitragvon mfr » So 05.03.06 16:43

@CC: Wenn dir die 795 zu teuer sind, kannst du ja bei ebay zuschlagen:
http://cgi.ebay.de/1-cent-der-Euro-Waeh ... dZViewItem
Startpreis 194 €.

Zuvor kannst du ja deinen Händler fragen, was er im Ankauf zahlt. :mrgreen:

Ich bin aber nach wie vor sehr skeptisch bei diesen Stücken, die Echtheit bezweifle ich mittlerweile nicht mehr. Ich glaube eher, daß sich hier der ein oder andere Prägestättenmitarbeiter ein Zubrot verdient.
Warum tauchen denn solche Stücke immer nur mit neutraler Wertseite auf, die keine Rückschlüsse auf die genaue Herkunft zuläßt ?
Warum tauchen auch 2 €-Ronden und Rohlinge nur mit der in fast allen Ländern verwendeten Randschrift 2 * 2 * (usw.) auf ?
Vermutlich weil es dann zu Untersuchungen und verschärften Kontrollen in der betreffenden Prägestätte käme, und der Nebenverdienst in Gefahr wäre... :wink:
mfr
 
Registriert: Fr 26.04.02 13:22

Beitragvon Canadian Coins » So 05.03.06 17:08

Muenzenfreund hat geschrieben:@CC: Wenn dir die 795 zu teuer sind, kannst du ja bei ebay zuschlagen:
http://cgi.ebay.de/1-cent-der-Euro-Waeh ... dZViewItem
Startpreis 194 €.

Zuvor kannst du ja deinen Händler fragen, was er im Ankauf zahlt. :mrgreen:



Nee danke - das ist mir dann zuviel des Guten - für das Geld hole ich mir ein paar hübsche Token. :wink:

Schöne Grüße.
CC
Benutzeravatar
Canadian Coins
 
Registriert: Sa 20.04.02 00:37
Wohnort: NRW

Beitragvon Thiesauger » Mo 06.03.06 02:34

@Muenzenfreund: Ich kann Dir sagen, dass diese Stücke echt sind und aus Frankreich kommen! :roll:
Da man mittlerweile die Herkunft feststellen konnte und auch 2c, 5c, 20c, 50c 1€ und 2€ (jeweils 2x Wertseite) und 50c mit 20c Wertseitenstempel auf der RS darfst Du Dir den Rest denken :lol: :roll:

Fazit: Finger weg!

PS: Es gibt auch Stücke mit 2x Rückseitenstempel!
private Mails an:
thiesauger@gmx.de
Thiesauger
 
Registriert: Do 13.03.03 20:22
Wohnort: Aachen


Zurück zu Fehlprägungen / Varianten / Fälschungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Mnzen Top 50
.
WEBCounter by GOWEB
Sie lesen gerade: 1 Pfennig (Fehlprägung?!)