Schwarze Punkte

1871-1945/48

Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Numis-Student » Mi 09.08.17 10:05

Hallo,
EDTA ist meines Wissens eher für Bronzelegierungen geeignet.

Wenn die Münze alle zaponiert wurden, ist klar, dass alle Bäder wenig ausrichten, da ja der Lack wie eine Schutzschicht funktioniert.

Also bitte erstmal versuchen, mit einem kurzen Acetonbad (10 Minuten / 30 Minuten / 60 Minuten) den Lack herunterzulösen. Danach nochmal ein Bad in Zitronensäure (maximal 2-3 Std.) oder Tauchbad (10 Minuten).

Aceton bekommst Du deutlich billiger im Baumarkt in Literflaschen... Da kostet vermutlich der Liter das gleiche wie ein kl. Fläschchen Nagellack-Entferner ;-) (Und bei DER Sammlung wirst du auch einen entsprechenden Bedarf haben).

Schöne Grüße,
MR
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon chillout » Mi 09.08.17 11:02

margretuerhard hat geschrieben:MOIN, @ cillout,
Du vermutest evtl. Holzwurm im Boden(?)


Ja, hatte ich gedacht (wobei der Holzwurm kein Holzwurm ist - Besserwissermodus aus). Ich hätte dann an Exkremente gedacht und dann überlegen wollen, welche chemische Verbindung da tätig geworden ist.
Aber das Zaponthema erklärt auch, weshalb die unedlen Münzen nix haben. Es sei denn, die wurden auch gelackt?

C.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Mi 09.08.17 11:12

Es wurden alle Münzen zaponiert. Auch die unedlen.
Wenn der Lack so lange hält und die Münzen geschützt hat, wieso sind sie dann trotzdem so korrodiert?
Eventuell war da etwas unter dem Lack?

Ich versuche das jetzt noch einmal mit Aceton wie du geschrieben hast Numis-Student.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon margretuerhard » Mi 09.08.17 14:33

chillout hat geschrieben: (wobei der Holzwurm kein Holzwurm ist - Besserwissermodus aus). .


MOIN, habe als Jugendlicher diese "Mistkäfer" erlebt, sind wohl dessen Larven, die sich in´s Holz fressen
Habe denen aber gründlich eingeheizt :evil: tausend Tote (geschätzt), war ein großer Wäschekorb befallen,
der sah aus als hätte jemand mit "Spatzenschrot" drauf geschossen 8O
[b][u][i][size=150]BESTE GRÜSSE AN ALLE ![/size][/i][/u][/b]
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Mi 09.08.17 18:49

Ich hab jetzt mal gezählt um mir einen groben Überblick zu verschaffen wieviele Münzen es sind.

10 20 RM G
4 10 RM G
1 5 RM G
65 5 RM S
44 3 RM S
34 2 RM S
152 1 RM S
81 1/2 RM S
1 50 Pf
2 20 Pf
208 10 Pf
183 5 Pf
121 2 Pf
103 1 Pf

Das sind die vom Kaiserreich (ohne die Zinkpfennige... hatte keine Lust mehr zu zählen)

Dazu kommt noch etliches vor 1871. Holländische, Belgische, Österreichische Münzen aus dem 18./19. Jahrhundert. Dann einen Haufen aus der Zwischenkriegszeit und Weimarer Republik. Nochmal mindestens soviel 3. Reich. DDR. BRD.

Ich hab noch nicht wirklich alles durchsehen können aber schon einige seltene Stücke dabei gefunden.

Morgen probiere ich das mit dem Aceton dann aus.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Numis-Student » Mi 09.08.17 19:10

Adalrich hat geschrieben:Es wurden alle Münzen zaponiert. Auch die unedlen.
Wenn der Lack so lange hält und die Münzen geschützt hat, wieso sind sie dann trotzdem so korrodiert?
Eventuell war da etwas unter dem Lack?

Ich versuche das jetzt noch einmal mit Aceton wie du geschrieben hast Numis-Student.


Die Lack-Problemtik: Die Lack-Schichten sind nie zu 100% luftdicht, chemisch beständig etc... D.h., durch kleine Poren können schädliche Einflüsse hindurch wirken, und die Reinigungsbäder kommen nicht richtig durch, evtl. löst sich die Schicht sogar leicht an, quillt auf und verhindert damit endgültig, dass Reinigung funktionieren kann. Zusätzlich kann es natürlich auch noch sein, dass die Münzen nicht komplett "sauber" und chemisch neutral waren, als sie lackiert wurden...

Interessant finde ich, dass das unedle Metall deutlich besser aussieht. Vermutlich, weil die Oberfläche bereits gleichmäßig gedunkelt und angelaufen war... Dadurch gab es an den Poren keine stärkeren Veränderungen mehr.

Schöne Grüße,
MR
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Mynter » Mi 09.08.17 21:39

Adalrich hat geschrieben:Ich hab jetzt mal gezählt um mir einen groben Überblick zu verschaffen wieviele Münzen es sind.

10 20 RM G
4 10 RM G
1 5 RM G

Wie haben die Goldmünzen die Aufbewahrung verkraftet ? Wurden die auch zaponiert ?
Grüsse, Mynter
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Mi 09.08.17 22:19

Die sehen gut aus, ob sie zaponiert wurden kann ich nicht sagen.
Allgemein erkennt man mit bloßem Auge auch keinen Lack, wurde quasi perfekt in filigraner Einzelarbeit aufgetragen.
Er war von Beruf Maler und hatte dafür Jahrzehnte lang Zeit.

Das die Münzen zaponiert wurden habe ich nur deswegen herausgefunden, da unter den Münzen in jedem Kasten ein kleiner Zettel lag mit dem Datum an dem es gemacht wurde. ("Zaponiert am ...")
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Mi 09.08.17 22:23

Bei der 5 RM G könnte es sich sogar um ein Original handeln und nicht um eine Fälschung wie in den meisten Fällen. Er hat mit dem sammeln begonnen als das Kaiserreich noch existierte, - es ist also gut möglich, das er sie bereits hatte bevor es welche von Schmidt Hausmann gab.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Purzel » Do 10.08.17 14:06

ohjeh das sieht übel aus.
Ich wäre etwas vorsichtiger mit den Tauchbädern, die Flecken gehen zwar weg, aber die Oberfläche der Münzen wird bei so langer Nutzung (1 Stunde ????) definitiv auch beschädigt.
Dann lieber öfter kurze Tauchfahrten und danach wieder schön neutralisieren.
Vor und nach der Behandlung in Aceton einweichen hat auch noch nie einer Münze geschadet.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Do 10.08.17 18:57

Ich habe heute alle 5 RM Silbermünzen reinigen können.
Nachdem sie eine Weile in Aceton eingelegt waren ist die Lackschicht weg gewesen.

Allerdings hat weder ein Bad in Zitronensäure noch das Silberbad einen großen Unterschied zu vorher gemacht.

Ich habe dann mal ein anderes Silberbad an einer Testmünze probiert. Es war keins speziell für Münzen (wie mein erstes) sondern eins für Besteck und andere Silberwaren.

1 Minute tauchen und fast alles an schwarzen Punkten und Flecken war verschwunden.
Die Münzen sind auch nicht matt geworden.

Man kann bei manchen Münzen aber noch ein paar gelbe Punkte sehen wo vorher die schwarzen waren. Die würde ich auch noch gerne weg bekommen.

Aber immerhin sehen sie jetzt "halbwegs normal" aus.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Numis-Student » Do 10.08.17 19:11

Bei Silberbädern für Besteck etc wäre ich vorsichtiger: Da gibt es manchmal Bäder, die galvanisch nachversilbern... D. h., du hast auf der Münze (und auf den Flecken) eine neu aufgetragene Silberschicht.

Steht auf der Packung irgendetwas zur Wirkungsweise oder zu den enthaltenen Bestandteilen ?

Schöne Grüße,
MR
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Do 10.08.17 21:16

Ich schau morgen nach. Dem Geruch beim tauchen nach zu urteilen gehe ich davon aus das es auf Reduktion basiert. Es sieht auch nicht nach einer neuen Silberschicht aus, wie gesagt sieht man an manchen Stellen, wo vorher noch schwarze Punkte waren leichte gelbe Flecken.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Sa 12.08.17 14:42

Es steht weder etwas zu den Inhaltsstoffen noch zur Wirkungsweise auf der Verpackung.
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Re: Schwarze Punkte

Beitragvon Adalrich » Di 15.08.17 20:58

Ich habe mal Bilder von den 5 Markstücken gemacht, wie sie jetzt aussehen.

Könntet ihr mir eine Einschätzung zu den jeweiligen Münzen geben?
(Erhaltungsgrad / Wert)

Meiner Meinung nach sehen sie jetzt immerhin besser aus wie vor ein paar Wochen.

gesamt.JPG
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