chillout hat geschrieben:Mynter hat geschrieben:.... Die Ronden werden ausgeglüht, je nachdem wie stark dies der Fall ist, werden sie gelblicher ( schwach geglüht ) oder rötlicher. ...einzige dokumentierte Abweichung sind die sog. " Messingdoppelkronen " ( 1905 A ), denen ein Teil Silber beigemischt ist.
...
Hallo Mynter, zu Deibnem Beitrag habe ich gleich zwei Fragen:
1. Warum wurden die Ronden ausgeglüht?
2. Was war der Hintergrund der "Messingdoppelkronen"?
Dank im voraus.
C.
1. Zum Ausglühen:
Zweimal wurde das Material geglüht:
"Die gegossenen Zaine sind durch Strecken mittels Walzen auf die genaue Dicke der Münzplatten zu bringen, zu welchem Zwecke sie der Reihe nach das Streck- oder Vorwalzwerk und darauf das Schlicht- oder Justierwalzwerk passieren. Das Strecken erfolgt meistens kalt; nur sehr dicke Platten werden anfangs glühend gestreckt. Da die Zaine durch das Walzen eine bedeutende Härte und Sprödigkeit annehmen, so glüht man sie in der Regel nach jedem zweimaligen Durchgang in besonderen Muffelöfen unter möglichstem Luftabschluss aus. Goldzaine bedürfen vielfach des Ausglühens nicht. In manchen Münzen zieht man die gestreckten Zaine mittels Zangen auf einem Zainzug durch zwei stählerne Backen, um alle Ungleichheiten in der Dicke zu beseitigen."
...
"Vor oder gewöhnlich nach dem Rändeln werden die Münzen geglüht, um anhaftenden Schmutz (Öl etc.) zu verbrennen und das Metall weich zu machen, und dann zur Bildung einer metallreinen Oberfläche gebeizt. Das Glühen findet in offenen Pfannen bei Luftzutritt oder in kupfernen oder eisernen Zylindern unter Luftabschluss und Zusatz von Kohlenpulver statt. Als Beizflüssigkeit benutzt man verdünnte Schwefelsäure (auf 14 Liter Wasser 150 g Schwefelsäure), selten eine Lösung von Weinstein. Zum Beizen dienen hölzerne Beizfässer, die, mit Platten und der kochenden Beizflüssigkeit versehen, etwa 3-4 Minuten gedreht und darauf in ein Siebbecken entleert werden. Nachdem die Beize abgelaufen, spült man die Platten mit Wasser gehörig ab und trocknet sie auf heißen Tischplatten durch Abreiben mit Tüchern. Da die Beize von den Gold- und Silbermünzen das auf der Oberfläche oxydierte Kupfer löst, so besitzen sie neu ganz die Farbe des reinen Goldes und Silbers, nach Abnutzung der zarten Gold- und Silberhaut aber die Farbe der Legierung. Der Beizverlust beträgt bei Silbermünzen 0,12 bis 2,5 Proz., bei Goldmünzen 0,07 Proz. im Durchschnitt. " ( Quelle : Meyer, 1908 )
2. Laut Jaeger lieferte die Reichsbank 1905 zufälligerweise Giessgut, dass einen hohen Silberanteil enthielt. Daraus wurden ca 70000 Zwanzigmarkstücke geprägt, die , bedingt durch den Silberanteil ein messingfarbenes Aussehen haben. Würde zu gern mal eine sehen, bzw haben. Eigentlich ist es merkwürdig, dass diese Legierung nicht abgewiesen wurde, aber das illustriert wohl mal wieder, dass Gesetz und Wirklichkeit zwei unterschiedliche Dinge sind.