Canada Colonial Jeton 1753

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Moderator: Lutz12

Canada Colonial Jeton 1753

Beitragvon klaupo » Mo 06.03.06 22:31

Hallo mal wieder,

das abgebildete Stück ist ein Börsenfund aus einer Replikenkiste, scheint mir aber interessant genug, um es hier mal vorzustellen. Es ist nämlich einer der wenigen Kolonial-Jetons, die die Franko-Kanadier zu ihren zählen, und katalogisiert ist er auch.

http://www.cam.org/~anfc/jet_nf.htm

Mit seiner etwas großspurigen Devise Satis Unus Utrique steht dieser Jeton im Vorfeld des französisch-englischen Kriegs um die amerikanischen Kolonien (und ihre Pelze), der zeitgleich mit dem 7-jährigen Krieg in Europa ausgetragen wurde. Die Verteilung der Seiten und ihre jeweiligen indianischen Verbündeten sind aus J.F.Cooper’s 'Lederstrumpf' hinlänglich bekannt, und nach französischen Anfangserfolgen prägte man schließlich nur noch in England Medaillen auf diesen Krieg.

Interessant an diesem Stück erscheint mir u.a. die zeitgenössische Weltkarte im Revers mit ihren beiden Hemisphären. Ich habe noch nicht alle Abkürzungen auflösen können. Vielleicht kann mir jemand auf die Sprünge helfen, was PA AM(erica) oder OC(éan) SE bedeuten? Auch wenn’s nur eine NP ist ... die übrigens ziemlich teuer gehandelt wird, wie ich feststellen konnte / mußte / durfte ...

Gruß klaupo
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Beitragvon Canadian Coins » Di 07.03.06 00:56

Hallo klaupo,

leider gibt das Internet nicht viel her, was gut lesbares Kartenmaterial angeht.
Anhand diverser kleinen Kartenausschnitte habe ich mir folgendes zusammen gereimt :

OC.SE = OCÉAN SEPTENTRIONALE
AM.S = AMERIQUE SEPTENTRIONALE
AM.M = AMERIQUE MERIDIONALE
PA = PÔLE ARCTIQUE

Hübsches Stück übrigens - ich hätte auch zugegriffen.

Schöne Grüße.
CC
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Beitragvon KarlAntonMartini » Di 07.03.06 11:09

Das Original steht bei Breton als Nr. 513. Er verweist darauf, daß schon damals Nachprägungen erfolgt waren (1894). Die Inschrift deutet er so: Eine Sonne reicht für beide Hemisphären. Es gibt insgesamt 10 dieser Token. Breton kennt von diesem Stück 6 Varianten. Die Abbildung zeigt einen Token ohne Mmz M. Grüße, KAM
Tokens forever!
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Beitragvon chinamul » Di 07.03.06 11:59

Könnte P A nicht auch als PART ARCTIQUE (mit dem hinzuzudenkenden Genitiv d'AMERIQUE) gelesen werden? Immerhin steht diese Buchstabenkombination innerhalb des Umrisses des arktischen Nordamerika und das auch nicht so weit nördlich, wie es möglich gewesen wäre.

Gruß

chinamul
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Beitragvon klaupo » Di 07.03.06 12:48

Ich hatte auch schon an PAYS ARCTIQUES, arktische Gebiete, gedacht. Das würde als Pendant zu T(erres) ANTA(rctiques) passen. Verbindlichen Aufschluß würde aber am besten eine Karte mit ausgeschriebenen Bezichnungen geben.

Die übrigen Abkürzungen der Karte habe ich so aufgelöst:

M(er) D(u) SUD
M(er) D(u) N(ord)
T(erres) ANTA(rctiques) (linke Hemisphäre)

E(u)R(ope)
ASI(e)
M(er) D(u) S(ud)
M(er) D(es) IND(es) (rechte Hemisphäre)

Im Exergue des Revers dann COL(onies) FRANC(aises) DE L'AM(erique) 1753.

Der Stempelschneider hat übrigens mit Mmz. M im Halsabschnitt auf 7h gezeichnet. Lt. Schlickeysen / Pallmann käme Franz Marteau in Frage, der auch mit F.M. zeichnete und von 1720 - 1749 in Paris tätig war. Das Stück trägt auf dem Rand die Punzen Füllhorn und Argent. Ein amerikanischer Händler bietet den gleichen Typ als Restrike in Bronze an, beschränkt sich aber auf den Hinweis, es könne sich um ein altes Stück handeln.

Gruß klaupo
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