Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

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Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Fr 19.01.07 17:15

Der Medailleur Roger B. Baron (1907 – 1994) ist einer der vielen französischen Künstler, die eine große Anzahl zum Teil künstlerisch hervorragender Medaillen geschaffen haben. Allen Stücken gemeinsam ist das wertvolle Metall, nämlich Bronze, und das eindrucksvolle hohe Relief.
In der Folge möchte ich in diesem Thread einige der Medaillen Barons vorstellen. Ein erstes Stück habe ich ja bereits vor einiger Zeit gezeigt:
http://www.numismatikforum.de/ftopic13851.html
Hier nun ein weiteres – und das vielleicht schönste - seiner Meisterwerke. Es zeigt das berühmte Schloss Chantilly in der französischen Kleinstadt Chantilly im Département Oise, ca. 50 Kilometer nordöstlich von Paris. Es wurde um 1560 für Anne de Montmorency erbaut und im 19. Jahrhundert vom Herzog von Aumale, dem Sohn des Bürgerkönigs Louis-Philippe bewohnt, der es dem Institut de France vermachte.
Es ist vor allem durch seinen Park, seine Gemäldesammlung und sein Reitgestüt berühmt. Das Schloss und der Park sind für Besucher geöffnet. (diese Angaben aus Wikipedia)
Durchmesser 80 mm; Gewicht 300 g
Av.: Das an mehreren Seiten von einem See umgebene große Schloß. Unten CHÂTEAU DE CHANTILLY; rechts Signatur R. B. BARON
Rv.: Nach rechts schwimmender Schwan, darunter drei Wappenschilde
Am Rand: « CHANTILLY EST UN CYGNE QUI GLISSE SUR UN LAC » („Chantilly ist ein Schwan, der auf einem See (dahin)gleitet.“)
Unten signiert mit R.B.B.
Randpunzen: 1973 - Füllhorn - BRONZE

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Beitragvon chinamul » Di 23.01.07 14:57

Auch diese Medaille von R. B. Baron ist von hohem künstlerischem Rang. Neben der feinen Architekturdarstellung von Schloß Clos Lucé d’Amboise, in dem Leonardo da Vinci seine letzten Lebensjahre verbrachte, ist es vor allem das Porträt Leonardos, mit dem Baron hier eine Zeichnung – es ist nicht gesichert, ob es sich dabei tatsächlich um ein Selbstporträt handelt – kongenial in ein Relief umsetzte.
Medaille 72 mm
Av.: Ansicht von Schloß Clos Lucé d’Amboise, das Leonardo neben einer Pension vom französischen König geschenkt bekommen hatte. Oben: CLOS LUCÉ d‘ AMBOISE; links unten am Rand signiert mit R. B. BARON
Rv.: + + + DEMEURE DE LEONARD DE VINCI + + + CONSERVATOIRE DE SES DECOUVERTES + + + („Wohnstatt Leonardos da Vinci, Bewahrerin seiner Entdeckungen“ – Das Schloß beherbergt eine umfangreiche Ausstellung von Erfindungen Leonardos, auch Modellen.)
Das Porträt Leonardos, darunter das Modell einer seiner Flugmaschinen.
Links und rechts im Feld: „ . . . toutes les preuves de sa prodigieuse existence sont à la disposition de quiconque les exige et ses hauts faits sous les yeux de qui veut les voir." („ . . . alle Belege seines herausragenden Lebens stehen jedem, der es wünscht, zur Verfügung und seine bedeutenden Schöpfungen liegen dem vor Augen, der sie sehen will.“) Paul Valéry (bedeutender französischer Lyriker; 1871 – 1945); darunter signiert mit R. B. B.
Auf dem Rand gepunzt mit 1980 - Füllhorn - BRONZE
Leonardo wurde am 15.April 1452 in Anchiano bei Vinci geboren und starb am 2. Mai 1519 auf Schloß Clos Lucé d’Amboise. Er gilt als Universalgenie, das in nahezu allen Künsten seiner Zeit Hervorragendes leistete. Seine weltberühmten Bilder der Mona Lisa und des letzten Abendmahls sind nur zwei Beispiele seines unglaublich reichen Schaffens.
Weitere Informationen zu Leben und Werk Leonardos bietet folgender Link:
http://www.jadu.de/jadukids/personen/pers/leonardo.html

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Beitragvon Lutz12 » Di 23.01.07 22:19

In meiner Sammlung habe ich nur 1 Exemplar von Baron gefunden, dass ich hier natürlich vorstellen will:
Auf die Zollunion Bordeaux, AUX MARINS DE SAINT-MALO, Brustbild nach rechts, 2 Fahnen / Stadtansicht von Bordeaux
1980, Bronze, 67,5 mm, 149,4 g, Randpunze: 1980 (Füllhorn) BRONZE
Signatur: VS: DAN LAILLER Del. R. B. BARON Sculp. RS: R.B. BARON
An Dein zuerst vorgestelltes Stück reicht diese Medaille sicher nicht heran, aber insgesamt auch ein schönes Stück.
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Beitragvon chinamul » Mi 24.01.07 11:13

Hallo Lutz!

Baron hat ja, wie wir im weiteren Verlaufe dieses Threads noch feststellen werden, zu allen möglichen Anlässen Medaillen geschaffen. Und stets hat er dabei ein hohes Maß an Kreativität gezeigt, was seine Medaillen immer wieder interessant macht. Dazu kommt noch, daß er ein hervorragender Graveur war, der sein Handwerk perfekt beherrschte. Auch Deine Malo-Medaille ist dafür ein schönes Beispiel. (Mir gefallen übrigens besonders die Pistolen im Gurt.)
Wer von den Besuchern dieses Unterforums noch andere Baron-Medaillen besitzt, sei hiermit herzlich eingeladen, diese hier ebenfalls vorzustellen.

Gruß

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Beitragvon chinamul » So 28.01.07 14:42

Medaille Schloß Saumur (Ø 68 mm; 193 g) von R. B. Baron

Av.: Oben SAUMUR EN ANJOU
Schloß Saumur; am oberen Rand die Loire; links am Rand signiert mit R. B. BARON
Rv.: Das Wappen der Stadt (s. u.), darüber Mauerkrone; unten am Rand signiert mit R. B. B.

Saumur, im Westen Frankreichs an der Loire gelegen, ist berühmt für seine Weine, aber auch für den Cadre Noir, eine Reitschule von internationaler Bedeutung. Das Stadtbild wird beherrscht von dem aus dem 14.Jahrhundert stammenden Schloß.
Das Stadtwappen zeigt oben ein blaues Feld mit drei goldenen Lilien, und, durch eine zinnenbewehrte Mauer davon getrennt, unten ein rotes Feld mit einem ebenfalls goldenen S. Flankiert wird das Wappen durch zwei Reiter des Cadre Noir, die ihre Pferde in der sogenannten Pesade gegen das Wappen aufgerichtet haben.
Der Cadre Noir ist die berühmteste französische Reitschule. Gegründet wurde er 1814 als reiterliches Ausbildungs- und Elitekorps des französischen Militärs. Daher kommt auch der Name, da die Rittmeister zur Unterscheidung von anderen Ausbildern schwarze Uniformen trugen. Heute ist der Cadre Noir ein ziviles Reiter- und Ausbildungskorps, dessen Aufgabe die Pflege und der Erhalt der französischen Reitkunst ist. Im Rahmen dieser Aufgabe bildet das Corps sowohl Reitlehrer als auch hervorragende Reiter aus. (nach Wikipedia)
In Saumur bestand zudem von 1603 bis zur Aufhebung des Edikts von Nantes, das Ludwig XIV am 18.Oktober 1685 mit dem Edikt von Fontainebleau widerrief, eine theologische Akademie der Hugenotten.

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Beitragvon chinamul » Di 06.03.07 18:31

Schloss Rambouillet

Der Ritter Jean Bernier wurde 1368 von König Karl V zum Aufseher für die königlichen Ländereien ernannt und war somit auch für das Jagdwesen zuständig. Für diese Aufgabe war das inmitten großer Wälder gelegene Rambouillet als Dienstsitz besonders geeignet.
Später wurde das Anwesen dann 1783 von Ludwig XVI als Jagdsitz erworben. Im Laufe der Zeit wurde es ständig erweitert und erneuert, bis Präsident Félix Faure es 1896 zu seiner Sommerresidenz machte, wo er und seine Nachfolger Gäste aus aller Welt zu Gesprächen und zur Jagd empfingen.
1975 fand dort der erste Weltwirtschaftsgipfel statt, also ein Vorgänger der für Juni 2007 geplanten Veranstaltung in Heiligendamm. 1999 folgte dann die Konferenz, in der man sich mit wenig Erfolg um die Lösung des Kosovokonflikts bemühte.

Medaille Rambouillet (Ø 72 mm / 187 g) von R. B. Baron
Av.: Unten: RAMBOUILLET– Das Schloß; rechts signiert mit R. B. BARON
Rv.: Hirsch und Fasan in einem Wald; links am Rand signiert mit R. B. BARON
Fotonachweis für das Schloß: Aus „Structurae“, fotografiert von Bernard Evrard

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Beitragvon chinamul » Sa 24.03.07 14:49

Ferdinand de Lesseps

Ferdinand Marie Vicomte de Lesseps wurde am 19. November 1805 in Versailles geboren und starb am 7. Dezember 1894 in La Chênaie. Es ist sein Verdienst, daß der schon lange geplante Suezkanal schließlich gebaut wurde. Die Arbeiten an diesem gewaltigen Vorhaben begannen nach langen Vorbereitungen im Februar 1859. Nach gut zehnjähriger Bauzeit war der Kanal dann am 15. August 1869 fertiggestellt.
Weniger erfolgreich war de Lesseps beim Bau des Panamakanals. Zum einen waren die Schwierigkeiten beim Durchstich des mittelamerikanischen Isthmus ungleich größer, zum anderen aber war de Lesseps nicht der geniale Ingenieur, den diese Aufgabe erfordert hätte.
So kann das folgende hübsche Palindrom wohl nicht auf de Lesseps bezogen werden: A MAN, A PLAN, A CANAL: PANAMA
Ebenso wenig stichhaltig ist die hartnäckig verbreitete Ansicht, Giuseppe Verdi habe seine in Ägypten spielende Oper Aida für die Eröffnung des Kanals geschrieben. Vielmehr wurde zu diesem Anlaß sein Rigoletto gespielt.

Medaille (Ø 57 mm / 125 g) wohl 1994 zum hundertsten Todestag
Av.: FERDINAND DE LESSEPS – CENTENAIRE 1805 – 1894 - Kopf links
Unter dem Halsabschnitt signiert mit R. B. BARON
Rv.: APERIRE TERRAM GENTIBUS („Die Erde für die Völker öffnen“) – Zwei Hände öffnen einen Kanal für ein großes Schiff
Unten am Rand signiert mit R. B. BARON

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Beitragvon chinamul » So 13.05.07 16:52

Carcassonne, im Süden Frankreichs gelegen, bietet aus der Entfernung mit seinen Ringmauern und Wehrtürmen das Urbild einer befestigten mittelalterlichen Stadt. Die Altstadt wurde im 19. Jahrhundert durch den Architekten Eugène Viollet-le-Duc umfangreich restauriert, wobei er allerdings seiner Phantasie mitunter sehr viel Raum ließ.
Dennoch gilt sie insgesamt als eine der am besten erhaltenen Festungsstädte Europas und wurde 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt

Die folgenden kursiv gedruckten Ausführungen wurden weitgehend wörtlich aus der WIKIPEDIA entnommen:
Die populäre Legende besagt, Friedrich II. (Karl der Große; ein beliebiger anderer Fürst) habe Carcassonne einst belagert, als Mme. Carcas Herrin der Burg war. Die Belagerung hielt so lange an, daß der Hunger bald die ersten Opfer in der Stadt forderte. Mme. Carcas beschloß daraufhin, ein Schwein zu mästen, und als es fett genug war, ließ sie es von der Schloßmauer werfen. Die Belagerer, selbst schon erschöpft, dachten beim Anblick des kräftigen Tieres, daß es davon wohl noch eine ganze Menge in der Burg geben mußte, wenn man sie jetzt schon von der Burgmauer warf. Niedergeschlagen gaben sie auf und kehrten nach Hause zurück. Als zum Jubel über das Ende der Belagerung die Burgglocken läuteten, soll einer von Friedrichs II. Näherstehenden gesagt haben Madame Carcas sonne, was soviel bedeutet wie Madame Carcas läutet. . . .
Ab 1247 entsteht am linken Flußufer die Unterstadt. In der Folgezeit bis etwa 1285 läßt der König einen Zwinger errichten und verstärkt den inneren Ring in dessen Schutz. Der äußere Ring mit Zinnen ist niedriger als der innere und liegt in dessen Schußbereich. Niedrige nach innen offene Türme wechseln sich mit hohen kreisrunden geschlossenen ab, die zu eigenständigen Bollwerken umfunktioniert werden konnten. Der mächtigste von ihnen ist mit 25 m Höhe der an der Südostecke stehende Vade-Turm (auf der Medaille ganz links). Durch diese Konstruktion wird die innere Mauer vor Wurfgeschossen und Untergrabung geschützt. Der künstlich erzeugte Engpaß zwischen den Mauern setzte die Belagerer nach Einnahme der äußeren Mauer dem Beschuß sowohl von der inneren Mauer wie von den noch nicht eingenommenen Türmen der äußeren aus. Verwinkelte Zufahrten, Zugbrücken und mächtige Türme behinderten den Einsatz von Belagerungswaffen gegen die Tore. Nach diesen Umbauten galt die Stadt als uneinnehmbar, verlor jedoch gleichermaßen auch an strategischer Bedeutung.


Die Medaille (68 mm / 165 g); Bronze, von der Monnaie de Paris
Av.: CARCASSONNE LA CITÉ - die befestigte Altstadt von Norden gesehen; links unten signiert mit R. B. BARON
Rv.: Links oben am Rand RAYMOND SIX + Rechts: SIMON DE MONTFORT; unten in vier Zeilen EURIC I . CLOVIS / LES TRENCAVEL / . SAINT LOUIS . / PHILIPPE III LE HARDI
Oben das Wappen der Stadt, links und rechts Banner mit SUM – CARCAS („Ich bin Carcas.“): Blauer Schild mit goldenen Lilien; darauf von zwei silbernen Türmen flankiertes Tor; zwischen den Türmen roter Schild mit dem Agnus Dei – Zwei Ritter zu Pferde im Kampf mit Schwertern; links Raimund VI von Toulouse (1156 - 1222), rechts Simon IV de Montfort(1160 - 1218)
Auf dem Rand Punze BRONZE

Zu den auf dem Rv. unten genannten Personen:
Euric I (ca. 415 – 484) war der jüngere Bruder Theoderichs II und König der Visigoten.
Clovis I (c. 466 - 511, auch Chlodowech or Chlodwig, französisch Louis und deutsch Ludwig) war der erste König der Franken.
Die Trencavel waren ein bedeutendes südfranzösisches Adelsgeschlecht.
Saint Louis (Ludwig IX der Heilige) war von 1226 bis 1270 König von Frankreich.
Philippe III le Hardi war von 1270 bis 1285 König von Frankreich.

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Beitragvon chinamul » Sa 02.06.07 16:01

Schwere Medaille auf Jules Verne (Ø 67 mm / 248 g)

Jules Verne gilt als der Begründer des Zukunfts- oder Science-fiction-Romans. Viele seiner unzähligen Werke sind verfilmt worden und wurden so einem breiten Publikum bekannt. Am populärsten sind dabei wohl 20.000 Meilen unter dem Meer und Reise um die Erde in 80 Tagen. Die Medaille nennt außerdem noch die Romane Fünf Wochen im Ballon und Von der Erde zum Mond und illustriert diese vier Werke mit dem Rückseitenbild.

Av.: JULES VERNE 1828 – 1905 --- SCIENCE – GEOGRAPHIE – FICTION
Kopf im Halbprofil nach links
Im rechten Feld signiert mit R. B. BARON
Rv.: LE TOUR DU MONDE EN 80 JOURS . 5 SEMAINES EN BALLON . VOYAGE DE LA TERRE A LA LUNE . 20MILLE LIEUES SOUS LES MERS
Links Ausschnitt aus Erdglobus mit Westeuropa und Westafrika, rechts Ausschnitt aus Mondglobus mit Kratern; in der Mitte Ballon mit daranhängender Kapsel; unten das Unterseeboot Nautilus, das von einem Riesenkraken umschlungen wird; in Randnähe unten links signiert mit R. B. B. – Randpunzen Füllhorn und BRONZE

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Beitragvon chinamul » Mo 02.07.07 15:02

Dünkirchen – Dunkerque – Duinkerke

Diese Medaille Barons hätte ebensogut in den Thread „Historisch interessante französische Medaillen“ gepaßt, und es wird daher dort mit einem Link auf diesen Beitrag verwiesen.

Dunkerque liegt im äußersten Norden Frankreichs im Département Nord an der Kanalküste und damit im ursprünglich flämischen Sprachgebiet. Erstmals urkundlich erwähnt im 7. Jahrhundert, hatte die wegen ihrer strategisch günstigen Lage jahrhundertelang umkämpfte Stadt immer wieder neue Herren, bis sie schließlich im Jahr 1662 durch Kauf an Frankreich fiel. Auf diesen Erwerb bezieht sich unsere Medaille.

Im Jahr 1940 war Dünkirchen dann Schauplatz der spektakulären Flucht der von der deutschen Wehrmacht eingekesselten britischen Truppen über den Kanal zurück nach England. In einer beispiellosen Aktion errichteten die Briten im Watt eine Mole aus Lastwagen, über die sich die Soldaten fast vollzählig auf die vielen über den Kanal herbeigeeilten unterschiedlichsten Boote retten konnten. Noch heute scheint nicht restlos geklärt zu sein, warum die deutsche Führung seinerzeit nichts unternahm, um diesen Rückzug zu verhindern.

Medaille Dunkerque (Ø 67 mm / 168 g)
Av.: VILLE DE DUNKERQUE - Bild von Dunkerque, wie es im 17. Jahrhundert ausgesehen hat, vermutlich nachdem es von Louis XIV mit Befestigungsbauwerken versehen worden war. In der Mitte der Belfried (Beffroid – Belfort), ein für flämische Städte charakteristischer Glockenturm, der noch heute das Stadtbild beherrscht. Unten links in Randnähe signiert mit R. B. BARON
Rv.: TRICENTENAIRE DU RATTACHEMENT DE DUNKERQUE À LA FRANCE 1662 – 1962 – „Dreihundertjähriges Jubiläum der Wiederangliederung Dünkirchens an Frankreich“ – Auf einem quadratischen Kissen zwei gekreuzte Schlüssel jeweils mit dem Stadtwappen als Handhabe und einer Krone als Bart. Das waagerecht zweigeteilte Wappen zeigt in der oberen Hälfte einen schwarzen Löwen auf goldenem Grund, in der unteren einen blauen Delphin mit roten Flossen auf silbernem Grund. In den Ecken des Kissens je eine Bourbonenlilie. Unten links in Randnähe wieder signiert mit R. B. BARON
Randpunzen Füllhorn und BRONZE

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Beitragvon chinamul » Di 17.07.07 13:25

Medaille für eine Agrargenossenschaft (Ø 90 mm; 320 g)

Es handelt sich hier offenbar um eine Auftragsarbeit, die Baron mit der für ihn charakteristischen Virtuosität erledigt. Seine Umsetzung des eher drögen Themas auf dieser riesigen Medaille zeugt von Phantasie und der Fähigkeit, ausgetretene Pfade zu verlassen.

Av.: COOPERATIVE AGRICOLE „LA BRIE“ 1931 – 1956 = „Agrargenossenschaft ,la Brie‘ “ – Die Brie ist eine Landschaft unweit von Paris, die etwa das Département Seine-et-Marne umfaßt. Bekannt ist sie vor allem durch den dort hergestellten Brie-Käse. Hier aber geht es um Getreide, offenbar Weizen für die Baguettes zum Käse.
Vier mächtige Getreidesilos der Cooperative; im Hintergrund die schematische Darstellung der Standorte der vier Silos mit den sie verbindenden Transportwegen. Ein Binnenschiff und eine Eisenbahnlokomotive weisen auf die zum Abtransport des Getreides verwendeten Fahrzeuge hin.
Signatur unten links: R. B. BARON
Rv.: In der Mitte das Emblem der Cooperative, links und rechts Getreidegarben, die sich oben zueinander neigen. Zwischen zwei Händen rieseln die Getreidekörner nach dem Drusch als Ernteergebnis der Cooperative herab.
Unten ein Widmungsschild mit CHARLES OLLIER
Signatur unten rechts am Rand: R. B. BARON
Randpunzen: Füllhorn und BRONZE

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Beitragvon chinamul » So 29.07.07 16:19

Die "presse clandestine" ("verborgene Presse" oder besser "Untergrundpresse") war das Verständigungs- und Propagandamittel der französischen Résistance während der deutschen Besatzungszeit. Die einzelnen Redaktionen schlossen sich 1943 zur "Fédération Nationale de la Presse Clandestine" zusammen.

Medaille (Ø 80 mm / 300 g)
Av.: Rundum: • FEDERATION NATIONALE DE LA PRESSE CLANDESTINE • 1943 - 1968
Im Feld ein Lothringer Kreuz als französisches Gegensymbol zum deutschen Hakenkreuz, darunter ein V, wohl für "victoire" oder "vengeance".
In sieben Zeilen dann:
VINGT-CINQUIEME / ANNIVERSAIRE / DE LA FONDATION EN 1943 / DE SON BUREAU PERMANENT / D'OÙ NAQUIT EN 1944 / LA FEDERATION NATIONALE / DE LA / PRESSE FRANÇAISE = "Fünfundzwanzigjähriges Jubiläum der 1943 erfolgten Gründung ihres ständigen Büros, aus dem 1944 der Nationale Verband der französischen Presse entstand"
Unten am Rand signiert mit R. B. B.
Rv.: Vor dem Hintergrund eines Papierblattes, aus dem sich links die Umrisse Frankreichs entwickeln, hält eine rechte Hand dem Betrachter eine brennende Fackel entgegen.
Inschrift: ILS ETAIENT / DE CEUX / DONT ON - ETAIT SÛR / QUE LE JOUR / VENU ILS / SAISIRAIENT / D'UNE / MAIN / FERME / LE FLAM - BEAU / DE - LA / LIBERTÉ = "Sie waren welche von denjenigen, von denen man sicher war, daß sie, wenn der Tag gekommen sein würde, mit fester Hand die Fackel der Freiheit ergreifen würden."
Rechts unten signiert mit R. B. BARON
Randpunzen 1970 - Füllhorn - BRONZE

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Zuletzt geändert von chinamul am Sa 25.07.09 14:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon chinamul » Fr 17.08.07 12:53

Der folgende Link führt zu einer Medaille Barons, die in einem anderen Thread gezeigt wird:

http://www.numismatikforum.de/ftopic21349.html#166439

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Beitragvon chinamul » Di 13.11.07 18:23

Medaille Ainay-le-Vieil (81 mm / 280 g) von Baron

Diese interessante Medaille zeigt die ziemlich genau in der geographischen Mitte Frankreichs im Loiretal liegende Burg Ainay-le-Vieil aus dem 14. Jahrhundert.
Umschrift: AINAY-LE-VIEIL EN BERRY, Signatur rechts am Rand R. B. BARON
Beim Anblick dieser so dauerhaft wirkenden Festung wurde sich König Louis XII (geb. 1462, gest. 1515) seiner eigenen Vergänglichkeit schmerzlich bewußt, und er faßte seine Gedanken in die folgenden Worte:
REMPARTS DRUS ET MASSIFS QUI SURPLOMBEZ L’ESPACE; ET QUI MALGRÉ NOUS COUPS RESTEZ JEUNES ET VIFS PARMI TOUT CE QUI PASSE; PRENEZ PITIÉ DE NOUS; PRENEZ PITIÉ DE NOUS QUI PASSONS ÉPHÉMÈRES; ET QUI DE FROID PERCLUS; APRÈS QUELQUES REMOUS REJOINDRONS LES CHIMÈRES DONT NUL NE PARLE PLUS. Louis XII
„Ihr starken und massiven Bollwerke, die ihr die Zeiten überdauert und die trotz der Schicksalsschläge, die uns treffen, jung und vital bleibt inmitten all dessen, was geschieht; habt Mitleid mit uns, habt Mitleid mit uns, die wir vergänglich sind; und die, in Kälte erstarrt, nach einigem Wirbel uns wieder zu den Geistern gesellen, von denen niemand mehr spricht.“
Louis war, wie die beiden Porträts zeigen, kein ausgesprochen schöner Mann, wurde aber nach einer ziemlich wilden Jugend doch noch ein recht guter und, wie man hier sieht, nachdenklicher König. Das Stachelschwein war sein Wappentier.
Über dem Text der behelmte und von zwei Sirenen als Schildhaltern flankierte Wappenschild der Familie Chevenon de Bigny, die das Schloß 1467 erwarb, mit einem Löwen als Sinnbild des Burgherrn, um den Löwen herum fünf Fische (chevaines = Döbel, wodurch der Schild zu einem „sprechenden Wappen“ wird). Die beiden Sirenen verweisen auf die Fee Melusine und damit auf die Notwendigkeit, seine Versprechen zu halten. Ihr Gatte hatte seines gebrochen, indem er sie gegen seine Zusicherung beim Baden beobachtete und so Zeuge ihrer zeitweiligen Verwandlung in ein Fabelwesen wurde.
Die Bögen am Rand wiederholen die Gestaltung des Wappenfeldes über der Eingangstür. Die drei in Randnähe verteilten Lilien schließlich sind diejenigen des Herzogtums Berry, in dem Ainay lag.
Rechts und links der unteren Lilie R – B.
Auf dem Rand gepunzt mit 1979, Füllhorn und BRONZE

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Beitragvon Lutz12 » Do 01.05.08 20:02

Nach längerer Zeit mal wieder eine Baron-Neuentdeckung in meiner Sammlung. Wohl eine Preismedaille zur 8. Briefmarkenausstellung in Asnieres-sur-Seine (Stadtteil von Paris?). Die schönen Stadt- oder Gebäudedarstellungen der bisher gezeigten Medaillen fehlt hier, aber ein Medailleur lebt halt nicht von der Kunst allein :D .
Ein paar Angaben zur Medaille:
Bronze, 59 mm, 95 g, Randpunze: Dreieck BRONZE
Ville D`Asnieres Seine, Wappen, RF / Lorbeer- und Eichenkranz mit 5 Zeilen Gravur: 8 EME EXPOSITION PHILATELIQUE „92“ 1977
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