Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

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Moderator: Lutz12

Beitragvon Lutz12 » Sa 25.07.09 11:43

Wieder einmal eine Neuentdeckung in meiner Sammlung. Strasbourg mit dem Münster auf der einen Seite und die Industrie- und Hafenanlagen auf der anderen Seite. R. B. Baron zeichnet nicht allein verantwortlich für die Medaille. Sie ist signiert: JAPRES (?), R. B. BARON, wobei ersterer kaum zu entziffern ist.
Stilistisch wohl eher eine Massen-Medaille und nicht zu vergleichen mit den oben gezeigten schönen Darstellungen auf den großformatigen Bronzemedaillen.
Lutz

PS: 35 mm, versilbert, 17,0 g
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Beitragvon Gerhard Schön » Sa 25.07.09 14:14

Lutz12 hat geschrieben:R. B. Baron zeichnet nicht allein verantwortlich für die Medaille. Sie ist signiert: JAPRES (?), R. B. BARON, wobei ersterer kaum zu entziffern ist.

D'APRÈS R. B. BARON meint "in Anlehnung an" eine Medaille von Roger Bertrand Baron, es ist daher nicht verwunderlich, dass die Qualität der Nachahmung hinter dem Original zurückbleibt.
Gruß,
gs
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Beitragvon chinamul » Sa 25.07.09 14:24

Hallo Lutz,

Könnte vor "R. B. BARON" nicht stehen "D'APRÈS"? Dann würde das bedeuten, daß dem Medaillenbild ein Entwurf Barons zugrundeliegt ("Nach R. B. BARON").
Im übrigen bin ich Dir dankbar, daß Du diesen etwas abgerutschten Thread wieder einmal aktualisiert hast. Das werde ich in aller Kürze zum Anlaß nehmen, ihn meinerseits fortzusetzen. Material habe ich genug!
Gerade muß ich sehen, daß Gerhard Schön sich vorgedrängelt und sich den Umstand zunutze gemacht hat, daß ich die Abfassung meiner Antwort wegen eines Telefonanrufs unterbrechen mußte :wink: .

Gruß

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Beitragvon Lutz12 » Sa 25.07.09 14:36

Ihr habt Recht!
Lutz
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Beitragvon chinamul » Sa 25.07.09 17:23

Neue Medaille folgt, sobald es wieder möglich ist, Bilder einzustellen.

Gruß

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Beitragvon chinamul » So 26.07.09 13:33

Medaille R. B. BARON (Bronze; 67 mm / 172 g)

Diese Medaille erinnert an die Eröffnung der Großschiffahrt auf der Mosel, nachdem aufgrund des 1956 zwischen den Anliegerstaaten Frankreich, Luxemburg und Deutschland geschlossenen Moselvertrages die Mosel kanalisiert und durch Staustufen und Schleusen auch für größere Binnenschiffe befahrbar gemacht worden war. 1964 war dann schließlich nach sechsjähriger Bauzeit das Projekt vollendet.

Av.: ERÖFFNUNGSJAHR DER GROßSCHIFFAHRT AUF DER MOSEL • 1964 • - Eine freie Nachgestaltung des sogenannten Weinschiffes von Neumagen-Dhron an der Mosel. 1884 wurde das als Grabmal für einen vermögenden Weinhändler geschaffene Schiff bei archäologischen Grabungen als Spolie im Fundament des Kastells Noviomagus (aus dem dann Neumagen wurde) entdeckt, geborgen und schließlich ins Rheinische Landesmuseum Trier gebracht. Dort bildet es heute – neben der jedem Lateinschüler aus seinem Anfangslehrbuch vertrauten Schulszene - eines der weltbekannten Glanzstücke der Ausstellung.
Baron hätte zu dem zu feiernden Anlaß kaum ein passenderes Sinnbild für 2.000 Jahre friedlichen Schiffsverkehrs auf der Mosel wählen können als dieses römische Relikt.
Unter dem Schiff signiert mit R. B. BARON.

Rv.: OUVERTURE DE LA MOSELLE A LA GRANDE NAVIGATION • 1964 • - Darstellung einer nicht genauer lokalisierbaren Staustufe (flußaufwärts gesehen) mit Stauwehr in der Mitte, Durchlauf für das Wasser links und Schleuse rechts
Rechts unten monogrammiert mit R. B. B.
Randpunzen: Füllhorn (Monnaie de Paris) und BRONZE

Gruß

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Beitragvon chinamul » Mi 02.09.09 11:44

Medaille R. B. Baron (Ø 72 mm / 222 g)

Av.: HAUTEFORT EN PERIGORD – Schloss Hautefort im Périgord
Links am Rand signiert mit R. B. BARON

Rv.: Oben das von einer „couronne vicomtale“ gekrönte Wappen von Hautefort mit drei Schafscheren.
Unten Bertran de Born in Turnierrüstung nach links reitend; in der Linken seine aufgerichtete Lanze, an deren Spitze ein langer Wimpel nach einer weiteren Schafschere die Worte ALTUS ET FORTIS („hoch und stark“ = Hautefort) zeigt.
Dazwischen ein längerer Text.
Links am Rand wieder signiert mit R. B. BARON
Auf dem Rand die drei Punzen Füllhorn – BRONZE – 1975

Bertran de Born (geb. ca. 1140 auf der Burg Born in Périgord; gest. ca. 1215) wurde nach dem Tode seines Vaters 1178 Baron von Hautefort. Er war ein bedeutender Troubadour, der zwar auch Liebeslieder schrieb, mit seiner Dichtung aber vor allem auch den Krieg verherrlichte. Das wurde zu seiner Zeit, anders als bei uns heute, vermutlich nicht einmal als Widerspruch empfunden.

Der Text auf der Rückseite unserer Medaille stammt vom Anfang seiner „Éloge de la guerre“. Die auf der Medaille leicht veränderte Passage daraus ist hierunter durch Fettung hervorgehoben.

Bien me plait le gai temps de Paques qui fait naître feuilles et fleurs;
j'aime à entendre le ramage des oiseaux, quand ils font retentir leurs
chants par le bocage; il me plait de voir dressés
sur les prés tentes et pavillons et j'ai grande allégresse
quand je vois rangés par la plaine chevaliers et chevaux armés.


(Gar wohl gefällt mir die fröhliche Osterzeit, die Laub und Blumen hervorbringt;
Ich liebe es, den Gesang der Vögel zu hören, wenn sie ihre Lieder
durch die Büsche erschallen lassen; Es gefällt mir, über die Wiesen hin
die Zelte und Pavillons aufgestellt zu sehen, und mich erfaßt große Freude,
wenn ich im Tal die Ritter und Pferde aufgereiht in Waffen sehe.
)

Dieser Text auf unserer Medaille ist allerdings eine in modernes Französisch übertragene Wiedergabe der ursprünglichen provenzalischen Fassung, die so lautet:
E platz mi quan vei per lo pratz
Tendas e pabalhos fermatz,
E ai grant alegratge
Quen vei per champanha renjatz
Chavaliers e chavaus armatz.

Gruß

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Mo 12.07.10 17:54

Medaille R. B. Baron (Bronze, Ø 61 mm / 90 g)

Av.: AIDE AUX ARTISTES = „Hilfe für Künstler“ - auf einer Wellenlinie der kannelierte Stumpf einer ionischen Säule; daneben Palette mit Pinseln, Theatermaske und Schriftrolle
Rv.: ΠYΓMAΛIΩN KAI ΓAΛATEIA = "Pygmalion und Galate(i)a" - die nach rechts gewandte Büste des Pygmalion mit Schlegel in der Linken; rechts die von ihm geschaffene nackte Skulptur der Galatea
Rechts am Rand signiert mit R. B. BARON
Auf dem Rand zwei Punzen: Dreieck und BRONZE

Pygmalion und Galatea
In seinen Metamorphosen (Verwandlungen) erzählt Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.) die Geschichte von Pygmalion und Galatea, wie sie uns heute geläufig ist. Danach ist der auf Zypern lebende Bildhauer von den Frauen enttäuscht, weil sie seinen Erwartungen bezüglich eines moralischen Lebenswandels nicht entsprechen, und lebt nun einsam ohne Partnerin. Aus Elfenbein formt er daraufhin seine ideale Frauengestalt und verliebt sich in sie. An ihrem Ehrentag ruft er Venus an und bittet sie, die Skulptur zum Leben zu erwecken, was sie – schließlich ist sie die Göttin der Liebe - ihm auch gewährt.
Es kann angesichts des hocherotischen Stoffes nicht verwundern, daß er immer wieder Künstler zu allerlei Werken inspiriert hat: zu Gemälden, Graphiken und Skulpturen aber auch zu etlichen literarischen Umsetzungen. Zu ihnen zählt vor allem das Theaterstück Pygmalion von George Bernard Shaw. Allgemein bekannt wurde der Stoff durch das Musical My Fair Lady, zu dem Alan Jay Lerner den Text und Frederik Loewe die Musik geschrieben hat. Schließlich gibt es auch noch von Franz von Suppé die Operette Die schöne Galathee, die allerdings ein weniger erfreuliches Ende hat.

Gruß

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Do 12.08.10 14:11

Medaille R. B. Baron (Bronze, Ø 69 mm / 94 g)

Diese Medaille wurde anläßlich des 100jährigen Bestehens der Nordfranzösischen Dampfschiffsgesellschaft herausgegeben.

Av.: COMPAGNIE DES BATEAUX A VAPEUR DU NORD = „Dampfschiffsgesellschaft des Nordens“ – Links der Turm des Rathauses von Dünkirchen (Dunkerque), oben ein noch besegeltes Dampfschiff, wie es in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Gründungszeit der Compagnie ausgesehen hatte, darunter ein modernes Frachtschiff 100 Jahre später.
Unter dem unteren Schiff Signatur R. B. BARON
Rv.: Vor einer vierflügeligen Schiffsschraube ein Dreizack, um den sich ein delphinähnlicher Fisch herumwindet, dazu einige Wellenlinien
Links und rechts 1853 – 1953
Am rechten unteren Rand wieder Signatur R. B. BARON
Auf dem Rand Dreieckpunze und BRONZE

Gruß

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » So 29.05.11 14:04

Medaille R. B. Baron (Bronze, Ø 69 mm / 156 g)

Baron griff immer mal wieder auf Themen und Gestalten aus der klassischen Antike zurück, wie es auch schon bei der Medaille zu Pygmalion (s. o.) der Fall war.
Bei der heute vorzustellenden Medaille ist es der Titan Prometheus, der Helios das Feuer stahl, um es den Menschen, seinen eigenen Geschöpfen, zu bringen. Für diesen Frevel wurde er von Zeus hart bestraft, indem er ihn von Hephaistos an einen Felsen schmieden ließ. Dort kam jeden Tag ein Adler herbei und fraß von seiner Leber, die aber immer wieder nachwuchs, so daß seine Qual endlos schien. Schließlich jedoch wurde er vom zufällig vorbeikommenden Herakles erlöst.
Mit dem Feuer bekamen die Menschen ein Geschenk mit positiven, aber auch negativen Wirkungen. Schiller beschreibt diese Ambivalenz in seinem „Lied von der Glocke“ so:

Wohltätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft,
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur.
Wehe, wenn sie losgelassen
Wachsend ohne Widerstand
Durch die volkbelebten Gassen
Wälzt den ungeheuren Brand!
Denn die Elemente hassen
Das Gebild der Menschenhand.


Offenbar wurde Prometheus also von Zeus zu Recht bestraft, weil, wie die jüngsten Ereignisse in Japan zeigen, der Mensch nicht verantwortungsvoll den rechten Gebrauch von dem Geschenk macht.
Die Aussage der Medaille ist da allerdings weniger skeptisch, indem auf ihrer Rückseite vier Industriezweige gezeigt werden, die ohne Feuer nicht denkbar wären.

Av.: Prometheus mit hoch erhobener brennender Fackel vor der Sonne (Helios) nach rechts schreitend. Am rechten unteren Rand PROMETHEE
Unten links in Randnähe signiert mit R. B. BARON

Rv.: CERAMIQUE (Keramikindustrie), METALLURGIE (Metallverarbeitung), FONDERIE (Metallguß), VERRERIE (Glasindustrie), jeweils mit Darstellungen von Arbeitern bei den jeweiligen Tätigkeiten. In der Mitte eine große Schale, aus der Flammen und Rauch aufsteigen.
Unten signiert mit R. B. BARON
Randpunzen: Füllhorn und BRONZE

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Di 14.06.11 13:37

Große Bronzemedaille in Bicolorausführung von R. B. Baron (Ø 80 mm / 248 g)

Av.: Das Frauenporträt im Rechtsprofil zeigt wahrscheinlich die Göttin der Gesundheit Hygieia, die Tochter des Asklepios, des Gottes der Heilkunst.
In der Mitte befindet sich ein Bündel Zweige des Heidelbeerstrauches (vaccinium myrtillus), dessen Beeren eine Heilwirkung gegen eine Vielzahl an gesundheitlichen Beeinträchtigungen zugeschrieben wird.
Links unten steht eine Schale auf hohem Fuß, um den sich eine Schlange, sicher die Asklepiosnatter, windet. Links der gallische Hahn auf einem stilisierten Destillationskolben, einem der Embleme der Apothekerzunft.
Rechts unten in Randnähe signiert mit R. B. BARON
Rv.: . LABORATOIRE MAUCHANT – S. P. R. E. T. 1918 – 1968 (Die Auflösung der vorstehenden Abkürzung ist mir leider nicht gelungen!)
Über den Daten signiert mit R. B. BARON
Im Mittelalter wurde wie schon in der griechischen Antike das Pentagramm als Abbild eines mit ausgebreiteten Armen und Beinen stehenden Menschen aufgefaßt. Das abgebildete Pentakel des Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim (1486-1535) fügt dem in das Pentagramm eingezeichneten Mann noch die Zeichen der fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn und des Mondes hinzu. Agrippa von Nettesheim war ein bedeutender Kabbalist, Magier, Alchemist, Astrologe, Philosoph und Mystiker.
Die Darstellung der Rückseite unserer Medaille erinnert stark an den von Leonardo da Vinci gezeichneten Mann, der in ähnlicher Pose in einen Kreis und ein Quadrat einbeschrieben ist. Bei dieser Zeichnung handelt es sich jedoch um eine Proportionsstudie des menschlichen Körpers, die auf Untersuchungen des römischen Ingenieurs und Architekten Marcus Vitruvius Pollio zurückgeht, der im ersten vorchristlichen Jahrhundert lebte.
Die ohnehin weltberühmte Zeichnung da Vincis wurde zum Rückseitenmotiv des italienischen Eineurostückes und ist dadurch jetzt zumindest allen Italienern geläufig.
Am Rand gepunzt mit 1967 - Füllhorn – Bronze

Gruß

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Sa 30.07.11 20:00

Wie schon bei etlichen in diesem Thread vorgestellten Medaillen bezieht sich Baron auch bei diesem Stück wieder auf die Antike. Offenbar handelt es sich, wie die Rückseite nahelegt, hier um eine Auftragsarbeit, die Baron aber künstlerisch souverän erledigt.

baron asklepios.jpg


Bronzemedaille R. B. BARON (Ø 68 mm / 174 g)
Av.: Asklepios (lat. Aesculapius), mit der Rechten eine Schale zum Munde führend, während er in der Linken den Aesculapstab mit der sich darum ringelnden Aesculapnatter hält. Dieser Schlangenstab ist bis heute das Symbol für die Heilberufe.
Bemerkenswert scheint mir hier die archaisierende Gestaltung, die Barons große stilistische Wandlungsfähigkeit zeigt.
Oben links am Rand: AΣKLHΠIOΣ (ASKLEPIOS)
Unten links am Rand Signatur R. B. BARON
Rv.: Fünfzeiliger Text:
ASSOCIATION MUTUELLE AGRICOLE DE / MEDICINE PREVENTIVE DU TRAVAIL / DE L'ÎLE DE FRANCE / 20EME ANNIVERSAIRE / 1960 - 1980 (Landwirtschaftliche Gesellschaft auf Gegenseitigkeit für die vorbeugende Arbeitsmedizin der Île de France, zwanzigjähriges Jubiläum 1960 - 1980); darunter die gravierte Widmung M. MARTEAU
Randpunzen 1980 - Füllhorn - BRONZE

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Do 25.08.11 14:08

Medaille R. B. BARON aus vergoldeter Bronze (Ø 80 mm / 280 g)

Wie schon die beiden vorigen Medaillen ist auch diese eine Auftragsarbeit, und wieder ist es eine Thematik aus der Pharmazie, die unter Verwendung eines Motivs aus der klassischen Mythologie behandelt wird.
Avers:
Diesmal ist die Göttin der Gesundheit Hygieia (lat. Salus) durch die Aufschrift ΨΓIEIA auf der Vorderseite ausdrücklich genannt, und wieder sind ihr die typischen Attribute beigegeben: In der Rechten hält sie die schon von der vorletzten Medaille bekannte flache Schale mit dem hohen Fuß, aus der sie auch die Aeskulapnatter in ihrer Linken zu füttern pflegt. Hier rinnt aus ihr eine Flüssigkeit und benetzt einen Baum, dem dadurch offenbar Heilwirkung verliehen wird. Die hohe Flamme rechts könnte möglicherweise als Symbol der reinigenden Kräfte des Feuers gedeutet werden, während der Hahn als Wappentier Frankreichs verstanden werden kann, aber auch als das dem Asklepios, dem Vater der Hygieia, heilige Tier.
Rechts unten in Randnähe ist das Stück in vertieften Lettern signiert mit R. B. BARON.
Revers:
Die Rückseite zeigt die allgemein bekannten Insignien der moderneren Arzneikunde, wie Destillierkolben und Mörser mit Pistill, und links wieder die Heilpflanze Vaccinium myrtillus, die Heidelbeere.
Auf dem Mörser findet sich ein Firmenlogo und die Abkürzung MSD für die international tätige Pharmaziefirma Merck, Sharp & Dohme. Die Aufschrift 30 ANS dürfte sich auf die 1953 erfolgte Fusion von Merck einerseits und Sharp & Dohme andererseits beziehen. Damit könnte die Medaille auf das Jahr 1983 oder bald danach datiert werden.
Signatur R. B. B. am unteren Rand des Destillierkolbens.
Keine Randpunzen, dafür ganz unten erhaben (s. Detailfoto!): Blüte - Umriß des Gebäudes der Monnaie de Paris, darin MdP - zwei Füllhörner

baron hygieia merck.jpg

baron hygieia merck detail.jpg

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » Fr 20.01.12 15:41

R. B. Baron hat über viele Jahre hin die Medaillen für den alljährlich stattfindenden Concours Général Agricole gestaltet und konnte dabei seine Meisterschaft in der Gestaltung der landwirtschaftlichen Nutztiere ausspielen. Dennoch kann man sich nicht immer des Eindrucks erwehren, daß nicht alle Entwürfe von derselben künstlerischen Qualität sind. Einige Exemplare wirken nämlich bei aller festzustellenden Virtuosität merkwürdig uninspiriert und vermitteln dem kritischen Betrachter mitunter ein gewisses Déjà-vu-Gefühl. Das trifft allerdings auf die hier vorgestellte Medaille eher nicht zu.

Medaille R. B. BARON (Bronze, Ø 58 mm / 112 g)

baron concours 1967.jpg

Av.: SALON INTERNATIONAL DE L’AGRICULTURE – Rinderprotome in Flammenkreis; zwischen Protome und Flammenkreis signiert mit R. B. BARON
Rv.: • CONCOURS GENERAL AGRICOLE • PARIS • 1967
Die Arche Noah, über deren Schanzkleid diverse landwirtschaftliche Nutztiere hinwegblicken; das mit Weintrauben an der Rah verzierte Segel ist an einem Mast geriggt, der aus einem überdimensionierten Getreidehalm besteht; rundum im Feld verteilt acht Blumensträußchen, die an die Bourbonenlilien erinnern
In den Wellen vor dem Schiffsbug signiert mit R. B. BARON
Auf dem Rand gepunzt mit 1967 Füllhorn (= Monnaie de Paris) BRONZE

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Re: Französische Medailleure: 1. R. B. Baron

Beitragvon chinamul » So 11.03.12 18:39

Eine weitere Medaille Barons auf den Hafen von Dünkirchen (Bronze, Ø 68 mm / 192 g)

dunkerque autonom.jpg

Av.: PORT AUTONOME DE DUNKERQUE – Das Bild faßt sinnfällig die Aspekte zusmmen, die die Beutung des Hafens ausmachen: Vor einer Hand ein Zahnrad (Industrie), ein Globus mit dem Petasus des Merkur (weltweiter Handel); eine Kornähre (Getreideexport) und schließlich ein Frachtschiff
Unten rechts in Randnähe signiert mit R. B. BARON
Rv.: Der Turm des Rathauses von Dünkirchen vor dem Stadtwappen (s. unten!)
In Randnähe rechts signiert mit R. B. B.
Am Rand gepunzt mit 1967 – Füllhorn - BRONZE

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