Materialfrage

Diskussionen rund um Medaillen, Medailleure, Jetons, Rechenpfennige

Moderator: Lutz12

Materialfrage

Beitragvon Numis-Student » Mi 23.05.12 23:39

Hallo,
letztens habe ich eine Medaille aus einer Wühlkiste gefischt. Der Farbe nach war ich mir recht sicher, dass es Silber sein müsste: typische Silberfarbe, braun-schwarze Patina. Zuhause fand ich dann den Feingehaltsstempel: 986 8O Gut, von versilbertem Gold gehe ich nun ebenso wenig aus wie von künstlich patiniertem Weissgold :lol:
Also, Werkzeuge gezückt: 10,85g, 26,1 mm (2,3 mm stark). Demnach komme ich auf ein Gewicht von 8,82 g/cm3. Das ist für Silber zu wenig und liegt gut im Bereich von Messing. Also müsste es demnach Me versilbert sein. Das glaube ich aber nicht ganz, da ein Teil des Motivs schon recht abgewetzt ist, darunter aber kein Messing durchkommt...

Hat Jemand noch brauchbare Vorschläge ?

Ach so:
Av: Wappen, darüber BAYERN, unten MARKT PYRBAUM
Rv: Dorfansicht (2 Kirchen, 1 Fachwerkhaus), unten MARKT PYRBAUM

Schöne Grüße,
MR
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Re: Materialfrage

Beitragvon Lutz12 » Do 24.05.12 08:07

Eine Zeitlang waren Städtemedaillen in 986er Silber sehr typisch, oft genau diese 26 mm-Medaillen. Ich halte das Stück also für eine ganz normale Silbermedaille. Die Dichtedifferenz bei Deiner Rechnung kommt durch die ungenaue Messung der Medaillen-Dicke zustande, da man normalerweise nur am Rand messen kann, das Medaillenfeld aber "dünner" ist. Damit sind die ermittelten Dichten bei dieser Methode immer zu klein.
Ein andere Möglichkeit, die sich aber in nennenswertem Umfang erst später bei 999er Medaillen findet, ist ein Abschlag von den Stempeln der Gold/Silbermedaille in unedlem Material (z.b. Messing oder Bronze). Diese Variante würde ich bei Deinem Stück aber hier wahrscheinlich nicht vermuten.
Gruß Lutz
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Re: Materialfrage

Beitragvon Numis-Student » Do 24.05.12 21:16

Hallo Lutz,
danke für deine sehr erfreuliche Antwort :) Du schreibst: "Eine Zeitlang waren Städtemedaillen in 986er Silber sehr typisch", lässt sich diese Zeit genauer eingrenzen ?

MR
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Re: Materialfrage

Beitragvon Lutz12 » Do 24.05.12 21:30

Die Stücke sind immer (?) ohne Jahresangabe geprägt und im Typ sehr monoton und ähnlich: Gebäudeansicht/Gemeindeansicht + Wappen. Die Stücke sind scheinbar von einem Hersteller/Anbieter und wurden wahrscheinlich als allgemeines Andenken besonders für kleine Ortschaften gefertigt. Damit konnte das Ego befriedigt werden, dass auch kleine Orte eine eigene "Münze" hatten. Wie die Verwendung stattfand ist mir z.Z. auch nicht klar - Verkauf als Andenken oder Repräsentationsgeschenk der Gemeinde??? - Selten sind sie aber scheinbar nicht - man hat (ohne Jahreszahl!) für einen zeitlosen Gebrauch produziert.
Aus dem Bauch heraus sehe ich die Entstehungszeit in den 60/70igern. Ich habe eine ganze Menge davon, habe aber noch nicht versucht mal systematisch zu forschen. Es müßten sich durchaus Ankündigungen finden lassen, aber die Stücke finde ich nicht so interessant, als das ich dort bisher Zeit investiert habe.
Vielleicht bringen wir gemeinsam ja etwas Dunkel in die Geschichte..
Gruß Lutz
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Re: Materialfrage

Beitragvon Numis-Student » Do 24.05.12 21:46

Ja, bei solchen Ähnlichkeiten (Motiv, Gestaltung, technische Gemeinsamkeiten) kann man wirklich an einen Hersteller und eine Serie denken.
Wenn ich etwas neues finde, melde ich mich ;)
MR
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