1 Dollar Gedenkmünze 2006

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1 Dollar Gedenkmünze 2006

Beitragvon ebeell » Di 20.12.05 00:22

Tach zusammen im Forum,

nachdem ich für ein paar Monate ausser Gefecht gesetzt war, packt mich das Münzfieber so langsam wieder. Ob das was mit der Jahreszeit zu tun hat? Kann mir jemand von euch sagen, wie der neue Kanada Silberdollar für das Jahr 2006 heißt? Welche Motive für dieses Jahr von der RCM geplant sind?

Dank für die Infos und mat et jot

Gruß vom Ebeell
Es gibt immer wieder Zeichen und Wunder. Dann wundert man sich immer wieder über die Zeichen.
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Beitragvon Canadian Coins » Sa 21.01.06 11:41

Hallo Ebeell,

ich befürchte, die RCM plant wieder einmal eine Ausgabeflut für 2006 - zumindest was den Bereich "Special Limited Edition Products" angeht.
:wink:

Aber zunächst einmal zu den jährlichen Standardausgaben in Silber und Gold und zudem einige Münzen aus laufenden Serien:

1 Silberdollar 2006 = Motiv : Victoria Cross. Die 1 Dollar Münzen erscheinen wie üblich in den Prägequalitäten Proof und BU.
Zudem ist er in den Proof-Sets (KMS) 2006 enthalten - allerdings teilvergoldet . Näheres zum Motiv: http://de.wikipedia.org/wiki/Viktoria-Kreuz

Die 5 Dollar Maple Leaf Silberunze erscheint als Standardausgabe und zudem in der Lunarserie mit Privy mark Jahr des Hundes.

Eine 5 Dollar Silbermünze aus einem "Coin & Stamps Set" zeigt einen Wanderfalken mit Nachwuchs im Nest.

Eine 5 Dollar Silbermünze aus einem "Coin & Stamps Set" zeigt einen Sable Island Pferd mit Fohlen.

Die 15 Dollar Silbermünze mit Goldapplikation aus der Lunarserie widmet sich, wie die u.a. 150 $ Goldmünze, dem Jahr des Hundes.

Eine 20 Dollar Silbermünze aus der Serie "Nationalparks" bezieht sich auf den Georgian Bay Islands Nationalpark im südlichen Ontario.

Eine 20 Dollar Silbermünze aus der Hologramm-Serie zeigt die Notre Dame Basilica in Montreal.

Die 100 Dollar Goldmünze zeigt 2006 ein sportliches Motiv - Eishockey.
Genauer geht es um die Eishockey-Serie zwischen zweier Militärakademien. Das "Royal Military College of Canada" spielt im 75. Spiel gegen die US-Einrichtung "West Point". Das erste Spiel fand im Jahre 1923 statt.

Die 150 Dollar Goldmünze mit Hologramm aus der Lunar-Serie widmet sich dem Jahr des Hundes und zeigt einen holographischen Hund.

Die 200 Dollar Goldmünze widmet sich dem historischen Handel - in diesem Jahr dem "Timber tade" (Holzhandel) der "Lumbermen" (Holzfäller oder Waldarbeiter). Das Motiv zeigt zwei Holzfäller bei der Arbeit.

Die 300 Dollar Goldmünze zeigt wieder ein "Shinplaster" Motiv - mit Shinplaster wurde eine kanadische 25- Cent Banknote bezeichnet, die im Jahre 1870 kurzfristig eingeführt wurde, weil das Dominion auf eine verspätete Lieferung von Silbermünzen aus London wartete.
Tatsächlich waren diese Banknoten dann aber über 65 Jahre im Geldumlauf zu finden. Die 2006er Goldmünze zeigt ein Shinplaster-Motiv aus dem Jahre 1900.
Den Namen verdanken die kanadischen Banknoten offenbar amerikanischen Soldaten, die während der amerikanischen Revolution angeblich mit amerikanischen Geldscheinen ihre Schuhe und und Hosenbeine fütterten - grob übersetzt heißt es Schienenbeinpflaster.

Schöne Grüße.
CC
Zuletzt geändert von Canadian Coins am Fr 03.02.06 17:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Mitsuki » Do 02.02.06 01:44

der Dollar den ich habe ist in eine Kette gemacht worden der Dollar ist in sehr gutem zustand is auch ein Silber dollar hatte ihn ja schon mal angesprochen kann bei gelegenheit mal ein bild beifügen
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Beitragvon Wuppi » Fr 03.02.06 09:46

Hi

@CC: haste dich da verschrieben: Shinplaster => eingeführt 1870 ... benannt nach amerikanischen Soldaten während der Revolution (die aber 1776 begann und sich bis 1783 durchzog)?

Gruß
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Beitragvon Canadian Coins » Fr 03.02.06 10:57

@Wuppi: Danke für Deine Aufmerksamkeit.
Es betrifft die Zeit des Sezessionskrieges 1861 - 1865.
Habe es schon korrigiert.
Schöne Grüße.
CC
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Beitragvon Wuppi » Fr 03.02.06 16:06

Hi

aber wenn die erst ab 1870 in den Umlauf kamen, passt das mit 1865 als Namensgeber auch nicht?

Aber im Sezessionskrieg wurde ja viel Papier gedruckt (vorallem von den Südstaaten) - da passt das mit "Pflastern" ja vielleicht schon hin - und da die Kanadischen Scheine 5 Jahre später ähnlichkeiten aufwiesen, wurden die so genannt?

Gruß
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Beitragvon Canadian Coins » Fr 03.02.06 17:08

Och Mann , Wuppi - Du nimmst es aber sehr genau :wink:
Und Du liegst richtig - dass paßt schon wieder nicht.

Ich habe mich nochmal in die Materie eingelesen und kriege es jetzt hoffentlich auf die Reihe.

Gehen wir also wieder zurück zur amerikanischen Revolution.
In dieser Zeit beschloß der Kontinentale Kongress die Ausgabe von Banknoten. Diese Banknoten wurden allerdings nur zu einem Bruchteil des Nennwertes wieder eingelöst, sodaß sich Soldaten eher damit die Schuhe polsterten oder es als Schienenbeinschutz in der Hose nutzten.
Daher wurden alle amerikanischen Banknoten mit Nennwerten unter einem Dollar mit "Shinplaster" bezeichnet.

Während dem amerikanischen Bürgerkrieg wurden US Silbermünzen im Verhältnis zu Gold um 20 % abgewertet - und hier seien insbesondere die 25 Cent Silbermünzen genannt.
Da diese Nominale auch im kanadischen Zahlungsverkehr eine Rolle spielten, beschloß die kanadische Regierung sie anzukaufen und in die Staaten zurückzuschicken.
Während man also im Jahre 1870 in Kanada auf neue Münzen aus Großbritannien wartete, entschied die Regierung 25 Cent Banknoten auszugeben.

Und eben diese kanadischen 25 Cent Banknoten werden auch "Shinplaster" genannt.
So wurden in den Jahren 1870, 1900 und 1923 ingesamt über 5 Millionen von diesen Banknoten gedruckt.
Im Jahre 1935 wurden sie dann durch die Bank of Canada aus dem Zahlungsverkehr genommen.
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Beitragvon Wuppi » Fr 03.02.06 21:00

Hi

ok ;) jetzt wird das ganze schon klarer ;) Hab jetzt aber nichts mehr zu mosern ;) Aber eine Frage noch *G*

"Da diese Nominale auch im kanadischen Zahlungsverkehr eine Rolle spielten, beschloß die kanadische Regierung sie anzukaufen und in die Staaten zurückzuschicken. " <- US-25cts in Kanada im Umlauf? Aber warum wieder zurück in die Staaten? Billig eingekauft und teuer an den Verkäufer zurück?

Gruß
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Beitragvon Canadian Coins » Sa 04.02.06 00:53

Hallo Wuppi,

unter anderem waren US-Münzen bis zu dieser Zeit auch auf kanadischem Gebiet als offizielles Zahlungsmittel im Geldumlauf.
Sie gelangten also beispielsweise durch Handelstransaktionen dort in den Zahlungsverkehr.
Der Beschluß, die US-Münzen einzuziehen und in die Staaten zurückzuschicken dürfte auf die Entwicklung des Landes zurückzuführen sein.
Um der wachsenden wirtschaftlichen und politischen Anziehungskraft der USA zu begegnen und eine zukünftige Annexion zu verhindern , stimmte Großbritannien 1864 Förderationsverhandlungen seiner nordamerikanischen Provinzen zu.
Diese Verhandlungen brachten am 1. Juli 1867 den British North America Act hervor, der Ost- und Westkanada, Nova Scotia und New Brunswick zu einem einzigen unabhängigen Land zusammenschloss - dem Dominion of Canada.

In einer offiziellen Proklamationen vom 12. Februar 1870 wurde also bekannt gegeben, dass mit einer Frist zum 15. April 1870 US-Silbermünzen im kanadischen Zahlungsverkehr nicht mehr akzeptiert werden.
Im gleichen Jahr wurden die ersten 5, 10, 25, and 50 Cent Münzen des Dominion of Canada ausgegeben.
Im folgendem Jahr 1871 wurden im Zuge des Uniform Currency Act beschlossen, dass ab dem 1. Juli 1871 ausländische Kupfer- und Silbermünzen in Kanada nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel gelten.
Was ausländische Goldmünzen angeht, wurden die 10 US-Dollar Gold-Eagle und die britischen Sovereign zu einem Wert von 5 Dollar weiterhin akzeptiert.
Mit dem Uniform Currency Act wurde in Kanada eine einheitliche Dezimalwährung eingeführt.
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Beitragvon Wuppi » Sa 04.02.06 01:28

Hi

interessant - danke für die Schilderung ...

Das US-Geld in Kanada im Umlauf war, find ich wirklich interessant - wenn man bedenkt das der Englisch-Amerikanische-Krieg damals noch net so lang her war (1812 ?) und die USA damals sehr an Kanadischen (Englischen) Territorien interessiert waren und sich in Kanada sehr unbeliebt gemacht haben (auch bei US-Bürgern die schon länger auf Kanadischen Gebiet die gesiedelt hatten). Da isses doch verwunderlich das man beim Geld die "Feindschaft" vergessen hat ...

Gruß
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