Rundamulett (Ø 60 mm) mit quadratischem Mittelloch
Bei diesem Stück geht es mal nicht um eine zahlreiche Nachkommenschaft, um Reichtum oder auch um ein langes Leben, sondern um eine romantische Liebesgeschichte. Der Topos der voneinander getrennten Liebenden spielt auch in der europäischen Literatur immer wieder eine Rolle.
Av.:
鵲橋相會 „que qiao xiang hui“ = „Man begegnet sich auf der Elsternbrücke.“
Rv.: Links ein sich umarmendes Liebespaar, rechts unten Elstern, die u. a. für die Freuden der Liebe stehen
Das Amulett bezieht sich auf ein ganz bestimmtes Liebespaar, nämlich eine Weberin und einen Kuhhirten, die durch eine Nachlässigkeit einer Elster voneinander getrennt wurden und nur noch einmal im Jahr zueinander kommen können. In der Nacht des siebten Tages im siebten Monat bilden die Elstern eine auf dem Amulett zu erkennende Brücke über den Himmelsfluß (die Milchstraße), auf der die Liebenden sich dann treffen können. Da es jedoch in dieser Jahreszeit in China meist regnet, bleiben die beiden den Blicken der Erdbewohner bei ihrem Liebesspiel diskret verborgen.
Diese Mythe ist in China weithin bekannt.
Die Information dazu verdanke ich
Eberhard, Wolfram,
Lexikon chinesischer Symbole: Die Bildsprache der Chinesen, Diederichs Gelbe Reihe, München, 2. Auflage 1989 [1 1983],
einem dringend zu empfehlenden, auch antiquarisch erhältlichen und deshalb durchaus erschwinglichen Werk für denjenigen, der etwas tiefer in die Materie eindringen möchte!
Gruß
chinamul