Japan, 10.000 YEN Silber Meijin-Ära

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Japan, 10.000 YEN Silber Meijin-Ära

Beitragvon croydon_de » Di 03.01.06 12:45

Hallo,

kennt jemand von euch die o.g. Münze und kann mir etwas darüber sagen?

So weit ich weiß, ist diese wohl aus Silber 900/1000, 167g schwer und stammt aus der Meijin-Ära, soweit sich das entziffern lässt - ich kann aber nirgends Informationen über eine derartig große/schwere Silbermünze aus Japan finden - auch galt meines Wissens damals doch die Silberparität 1 Yen = 29,62g - das würde zum Nominal ja nu gar nicht passen...

"Fälschung" oder Phantasieprägung? Oder gab/gibt es diese Münzen wirklich - falls ja, gibt es eine grobe Vorstellung über den Wert?

So weit ich weiß sind die 1Yen-Münzen aus dieser Zeit begehrte "Fälschungsopfer"... diese 10.000 YEN hab ich aber bislang noch nicht bewusst an den einschlägigen Verbreitungsstellen entdecken können ...

Gruß,
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Beitragvon Afrasi » Mi 04.01.06 19:31

Hallo! Aus der Meiji-Ära kommt das Ding wohl kaum ... Das Gewicht lässt an einen Oban (-1860!) aus Weißgold denken, das Nominal gibt es nur 1986, der Feingehalt ist typisch für japanische Goldmünzen ...

Hast du mal ein Bild?
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Beitragvon croydon_de » Do 05.01.06 00:30

Hallo und danke für die rasche Antwort.

Bild kann ich versuchen, ob das mit dem Scanner klappt...

Material ist recht sicher Silber, da teilweise schwarz angelaufen. Es ist in "westlicher" Schrift aufgedruckt : 370 TENTHOUSAND YEN 900, dann folgen die Schriftzeichen, von denen ich ausmachen konnte : Dai Nippon als Landesbezeichnung und die darauffolgenden sehen eben am ähnlichsten den Schriftzeichen für die Ära MeiJi...

Bei den Scans stimmt die Farbe durch die leichte Schwärzung nicht genau, real betrachtet hat die Münze eindeutig Silberfarbe...

Auch wäre es wohl ein Hammer, wenn das auch noch Gold wäre bei dem Gewicht...

Abmessungen sind Durchmesser ca. 88 mm und Dicke am Rand ca 5 mm, im Innenbereich ca. 3 mm - rechne ich das hoch, käme es rein dichtemäßig auch an Silber heran...

Nachtrag - habe eben auch mal ne Mail an die "Japanese Mint" geschrieben, die haben ja auch ein Museum - evtl. können die mir ja was dazu sagen....

Gruß,
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Beitragvon diwidat » Do 05.01.06 02:07

Also nach der Qualität der Prägung zu schließen handelt es sich hier mit Sicherheit um eine echte chinesisch Touristenfälschung, wenn sich dann die Herkunft sich auch nicht sicher belegen lässt (Auktion, honoriger Händler, alte Sammlung).
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Beitragvon croydon_de » Do 05.01.06 09:51

Nachdem mir nun auch die Japan Mint bestätigt hat, daß eine solche Münze nicht dort geprägt wurde, vermute ich mal, daß es in der Tat eine Fälschung sein könnte. Was sich mir aber nicht so ganz erschliessen mag, ist dieser doch verwunderliche Materialeinsatz - aber da werde ich das gute Stück einfach mal auf "Herz und Nieren" testen, was unter der Silberschicht zutage kommt...

Für eine simple "Massenfälschung" a la Tourinepp erscheint mir aber die Ausführung und die schlichten Abmessungen doch ein wenig übertrieben - hierfür sind auch zu wenig von diesen Teilen im Umlauf (bislang weiß ich noch von einem zweiten Exemplar, welches in USA angeboten wird)

Auch verhält sich die Münze bislang so, als wenn sie in der Tat aus echtem Silber wäre, aber wie gesagt, kann sein, daß in der "Tiefe" das schon wieder anders aussieht.

Sie hat wohl in irgendeiner Art und Weise auch mal einen Brand mitgemacht oder wurde mal (vielleicht um das Alter nachzuahmen) in einen Kohleofen geschmissen - vielleicht handelt es sich auch um einen Guß, dafür aber sind die Konturen wieder zu deutlich...

Rätsel über Rätsel - nun gut, jetzt kratzen wir mal ein wenig (da es ohnehin fast sicher kein echtes Stück ist, kann ich das ja nu beruhigt tun :-) ) und denn mal gucken, was des "Japaners" Kern ist ...

Ich halt euch auf dem laufenden (wenn gestattet :-) )

Gruß,
Croydon
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Beitragvon klaupo » Do 05.01.06 11:29

Ich hab mal ein paar Experten aus einem anderen Forum gebeten, sich das gute Stück anzuschauen. Hier der Kommentar:

Dear klaupo, I'd a look, not even fake just junk.


Gruß klaupo
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Beitragvon croydon_de » Do 05.01.06 12:35

Jepp, danke klaupo.

Nach einer genaueren Analyse weiß ich nun mehr :-)

Das Teil ist in der Tat eine Gußfälschung, mit einem Silberüberzug, der Rest besteht aus Gußeisen mit einer bis dato noch unbekannten Legierung (wahrscheinlich um das spez. Gewicht noch etwas zu erhöhen)

Um einen "altersgemäßen" Touch zu erreichen, wurde das Silber chemisch mit Schwefelsalzen behandelt, zusätzlich wurde die "Münze" wohl in Asche oder Kohlenstaub eingelegt bzw .evtl. vor dem Versilbern "gehärtet" bzw. nochmal geglüht (wahrscheinlich um die Magnetisierbarkeit weiter herunterzusetzen)

Spannend, was man so alles noch herausbekommen kann, schade allerdings, daß sie nicht echt war :-) wäre mal was besonderes gewesen, so isses nu eine nette Episode und 2 Tage Spaß am Grübeln...)

Dank euch erst einmal für die vielen Infos und Hinweise :-)

Gruß,
Croydon
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