Münzensammlungen

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Münzensammlungen

Beitragvon THmann » Mo 14.08.17 19:41

Moin,
Ich bin neu hier und heiße Timo, jetzt ist euer Fachwissen gefragt vielleicht kann mir ja jemand helfen.
Ich habe von von Opa ein Album mit 91 Münzen mit Loch bekommen, auf dem Album steht Southern sung cash. Wer kann mir etwas darüber sagen, hat es ein Wert? Ein Kumpel von einem Freund hat mir 250€ geboten nur ich möchte erstmal gerne wissen was das ist :) . Würde mich über Antworten freuen und bedanke mich im Voraus. Beste Grüße Timo
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon Numis-Student » Mo 14.08.17 20:06

Hallo,
ohne genauere Beschreibung und Bilder wird sich nicht viel konkretes sagen lassen.

Hier als kleiner Überblick: https://www.ma-shops.de/shops/search.ph ... =preis_eur Es gibt zumindest mal Händlerwunschpreise von 9 bis 90 € pro Stück...

Schöne Grüße,
MR
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon THmann » Mo 14.08.17 20:15

Danke Bilder habe ich gemacht, bekomme sie leider nicht kleiner.
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon Numis-Student » Mo 14.08.17 20:27

Das geht doch einfach: Bild in irfanview oder vergleichbarem Bildbearbeitungsprogramm öffnen, rundum unnötige Bereiche (Tischdecke, Finger etc ;) ) wegschneiden... Höhe auf 400-500 Pixel einstellen, speichern :D
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon THmann » Mo 14.08.17 20:58

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Re: Münzensammlungen

Beitragvon shanxi » Mo 14.08.17 21:28

Das ist eine Sammlung der südlichen Song Dynastie aus China, sortiert nach Äranamen und Jahreszahlen. Der selbe Kaiser konnte mehrere Äranamen haben.

https://www.zeno.ru/showgallery.php?cat=512

Zeno verwendet die heute übliche Pin Yin Schreibweise, die ist etwas anders als die von deinem Großvater, aber gelesen hört es sich ähnlich an, so dass du sie vergleichen kannst.
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon THmann » Di 15.08.17 05:31

Moin,
vielen Dank für die super Antworten!! Hat sowas ein Wert? Bestimmt nur für Sammler.
Beste Grüße
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon Chandragupta » Di 15.08.17 08:41

Hierzulande gibt es kaum Interessenten. Mittelalterliches China ist eben ein "total exotisches Spezialgebiet". Wenn Du's verkaufen willst, würde sich internationales eBay empfehlen, mit englischen Beschreibungen auf der Basis der Bestimmungszettel Deines Opas und guten/scharfen Fotos. Der scheint ein ausgemachter Experte/Spezialist gewesen zu sein. Sinologe?! Du kannst es alternativ auf eine Saalauktion einliefern. Per PN könnte ich Dir sagen, welche Firma sich in der BRD relativ gut mit sowas auskennt. Dann bekommst Du aber weniger raus als bei Einzelverkauf in der Bucht, weil die das mutmaßlich nur als Lot (also einen Gesamtposten) versteigern - und dann kaufen sowas nur andere Händler, die ihrerseits damit (viel) Geld verdienen wollen...

Und ja, einzelne dieser Cash-Münzen haben sicher einen recht beachtlichen Sammlerwert. Könnte(!) ggf. bis dreistellig in € gehen. Aber eben auch nur einstellig sein - who knows?! :wink:

Eine wichtige Info aber noch: Ich bin definitiv kein Experte für sowas, aber als Antikensammler bekommt man da schon einen Blick: Rein von den Fotos her halte die allesamt für recht zweifelsfrei echt! Und das ist in Zeiten, wo der Markt mit (z.T. gut gemachten...) Fälschungen überschwemmt wird, schon interessant. Die "250,- €" die Dir Dein Kumpel für alles geboten hat, sind jedenfalls definitiv zu wenig... (Ob Du ihn deshalb als "Gauner" betrachten willst, sei Dir überlassen... :roll: )
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon pingu » Di 15.08.17 11:11

Hierzulande gibt es kaum Interessenten.


da kann ich leider nicht zustimmen - dafür werde ich bei Auktionen wahrlich zu oft überboten....
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Ein Kompletter Satz umfasst 88 verschiedene Jahrgänge, daher müssen einige Stücke doppelt sein. Es gibt einzelne Raritäten unter diesen Münzen, ob diese jedoch in dem vorliegenden Set alle enthalten sind kann ich nicht sagen. Der Preis von 250 Euro entspricht etwa dem, wofür man ein echtes Komplettset der Jahrgänge in China beim Münzhändler erhält (Kupferausgabe - wie deine). In Europa denke ich, das wesentlich mehr erzielbar ist bei einem Einzelverkauf bei ebay.
Ich würde aber damit warten, bis die Urlaubszeit vorbei ist (mitte September). Eine Alternative wäre auch das ganze als Andenken an den Opa zu behalten und mal zu schauen was er damit eigentlich überhaupt angestellt hat.

Bei einem Verkauf gute Bilder von den Münzen - beide Seiten abbilden - ohne Rand und jede einzeln! Nur dann sind die Leute bereit gute Preise zu zahlen.
Variantensammler für die Stücke kenne ich nur einen in Deutschland (es gibt winzige Unterschiede bei vermeintlich gleichen Stücken des gleichen Jahres...).
Deine Stücke sind vom Nennwert her alle 1 Käsch - es gab die Stücke auch mit höherem Nennwert - da sind sie aber auch wesentlich seltener. Außerdem gab es alle Stücke auch aus Eisen - der Handelswert liegt hier auch höher als bei den Kupferstücken.
Der ideelle Wert kann von 0 bis unendlich variieren.

Grüße
pingu
Wer sein Geld mit Konsum verschwendet, wird die wahren Freuden eines Numismatikers nie kennenlernen....
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon xiaolong » Di 15.08.17 18:07

Hallo, Timo,

laßt Dir nichts einreden von wegen "es gibt keine Interessenten hier". War der Kumpel von Deinem Freund nicht bereit, Dir fix,
ohne weiteres Nachdenken und handeln 250 Euro für die Sammlung zu bieten? Schon allein so etwas sollte Dich stutzig machen, wie Chandragupta ja schon angemerkt hat :wink:
Nein, mal im Ernst: Natürlich sind so alte chinesische Münzen nur was für Sammler - aber die werden mehr, und wenn es davon in Deutschland auch nicht allzuviele gibt, in China gibt es umso mehr davon. Die Preise für Cashmünzen - und darunter gerade auch für Münzen der Songdynastie (Nord-und Süd) - ziehen langsam aber stetig an, und es gibt sehr viele Raritäten, die ordentlich Geld bringen können - meist vorausgesetzt, die Erhaltung ist sehr gut. Leider kann ich auf den Bildern nicht wirklich viele Details erkennen und deshalb auch nichts dazu sagen (außerdem interessiere ich mich eher für Münzen früherer Dynastien, u.a. die der nördlichen Song). Aber die 250 Euro, die in China laut Pingu für einen Komplettsatz verlangt werden, sind deshalb nur mit äußerster Vorsicht zu betrachten, denn in der Regel befinden sich darin nur Allerweltsmünzen (falls sie überhaupt echt sind) von schlechter Erhaltung. Wie schon geschrieben wurde, es ist manchmal ein kleiner Schwung eines Schriftzeichens in eine andere Richtung oder ein Knick im Bein eines anderen, die aus einer "normalen" Münze eine kostbare Rarität macht. So etwas erkennt man nicht über Nacht, sondern nur nur mit viel Übung und Spaß bei der Sache. Google mal nach Numismall und southern song coins oder nach anythinganywhere, um nur zwei zu nennen, und was dort Händler für einzelne Münzen verlangen, nur um mal eine Idee davon zu bekommen, was Du da in Händen halten könntest.

Es handelt sich übrigens um Bronze-, nicht um Kupfermünzen. Gerade in der Zeit der südlichen Song war das teure Kupfer knapp und die Münzen enthielten oft weniger als die Hälfte davon. Deshalb wurden damals auch viele Eisen und Bleimünzen gegossen, um der Münzverknappung zu entgehen.Vielleicht hast Du ja mal Lust, Dich mit der wirklich spannenden Geschichte der Song zu befassen, die Deinen Großvater offensichtlich so begeistert hat. Und mit seinen Münzen. Es ist zwar nicht so einfach, Cashmünzen des Mittelalters zu bestimmen oder zu sammeln, aber es geht auch ganz ohne Chinesisch-Kentnisse (die kommen so nach und nach ganz von alleine :wink: ). Viele Internet-Seiten (allerdings meist in englisch, z.B. die genannten zeno.ru, oder eine ältere Seite wie http://www.calgarycoin.com/reference/china/china6.htm, eine Einführung ins Thema, helfen dabei weiter. In China gibt es zudem seit wenigen Jahren Bücher über die Bronze- und Eisen -Münzen der Songdynastien, aber das macht erst Sinn für weiter fortgeschrittene Sammler. Tatsächlich haben Chinesen die gleichen Schwierigkeiten wie wir mit den alten Schriften, deshalb werden dort bislang eher neuere Münzen gesammelt, vor allem der Qingdynastie, die viel einfacher zu bestimmen sind.
Aber, wie gesagt, das ändert sich. Es würde sich sicherlich lohnen, die Münzen gut aufzubewahren, sie auf gar keinen Fall mit Chemikalien, Stahlbürsten o.ä. zu reinigen (wie man das immer öfter sieht und was den Wert einer solchen Münze für ernsthafte Sammler auf O senkt!), sich damit zu beschäftigen und die Sammlung nicht für schnelles Geld wegzugeben. Nicht umsonst kaufen immer mehr Chinesen alte europäische Sammlungen auf-mitunter befinden sich wahre Schätzchen darin. Sollte es doch um einen Verkauf gehen, dann, wie Du schon den Rat bekommen hast, nur international anbieten.
Grüße
xiaolong
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Re: Münzensammlungen

Beitragvon THmann » Mi 16.08.17 07:58

Super vielen Dank für die ganzen Tipps und Radschläge!! Ihr habt mir echt weiter geholfen. Ich werde mal sehen was ich mit dem Album machen werde, aber auf jedemfall werde ich mich weiter schlau machen.
THmann
 
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