Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Asiaten und was sonst noch der Antike zuzuordnen ist

Moderator: Numis-Student

Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon antisto » So 16.08.15 17:50

Ja, IV b passt wohl eher, doch dann können die erwähnten "Pellets" auf dem Mantel, die hier fehlen, nicht zwingend stilbildende Merkmale für IV c sein.
Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht an Legenden (und auch nicht an "Karten", aber sehr wohl an "gewollter Struktur" :wink: ), aber diese Gebilde lassen sich durchaus mit wenig Fantasie teilweise als gr. Buchstaben y, e und n identifizieren. Was das dann bedeuten könnte? - keine Ahnung. Und ich weiß auch nicht, inwieweit griechisch Amtssprache im Achämenidenreich des 4. vorchristlichen Jahrhunderts war. Also lassen wir es; vermutlich zu spekukativ, um diesen netten Gedanken weiter zu verfolgen.
Jedenfalls danke für deine Einschätzungen!
AS
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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon Altamura2 » So 16.08.15 18:02

antisto hat geschrieben:... doch dann können die erwähnten "Pellets" auf dem Mantel, die hier fehlen, nicht zwingend stilbildende Merkmale für IV c sein. ...

Vielleicht gab es da in den Münzstätten auch nur ein paar Lümmel, die sich partout nicht an den Carradice halten wollten :wink: .

... aber sehr wohl an "gewollter Struktur" ...

Das müsstest Du mir erklären 8O .

... Und ich weiß auch nicht, inwieweit griechisch Amtssprache im Achämenidenreich des 4. vorchristlichen Jahrhunderts war. ...

Das war eher Aramäisch (https://de.wikipedia.org/wiki/Aram%C3%A4ische_Sprachen). Wobei die Sigloi meines Wissens aber nur im "griechischen" Teil des Achämenidenreichs zirkulierten, der Osten hatte zu dieser Zeit noch kein Geldsystem.

Gruß

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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon antisto » Mo 17.08.15 00:01

Ja, ja, diese Lümmel! :D
Dann würde das ja sogar passen mit griechisch... :wink:
Zur Struktur: Auffällig ist doch, dass die jüngeren Sigloi ein eher erhabenes, ungleichmäßiges Inkusum haben, obwohl und oft auch gerade wenn sie eher sorgfältig geprägt sind, was man von den älteren nicht sagen kann. Da muss man wohl keine Karten oder Signierungen hineininterpretieren, aber vielleicht doch bewusst-gewollte Unterscheidungen der Prägestätten und vielleicht auch der Stempelschneider.
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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon quinctilius » Do 06.07.17 12:35

als ich mir diesen Siglos (oberstes Exemplar) gegönnt habe, erinnerte ich mich an diesen thread.
Die anderen 2 Exemplare sind m.E. im AV und RV stempelgleich.
Nach Carradice (Vgl. C o r f u` , N. A. 2010 S. 166f.) ist es der Typ IIIB (früh) ab ca. 480 v. Chr.
weil die beiden "pellets" hinter dem Bart fehlen, die C o r f u` als "Ohrgehänge" interpretiert.
Es gibt aber eine Besonderheit:
Bei den hier vorliegenden Exemplaren ist hinter dem Bart unter dem Haar ein Objekt zu erkennen.
Haben wir hier eine Variante des Typs IIIA mit nur einem pellet ?
So etwas kommt vor:

https://www.cngcoins.com/Coin.aspx?CoinID=272242

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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon quinctilius » Do 06.07.17 12:53

...die hier könnte auch noch stempelgleich sein, zumindest im Revers - wieder mit diesem Objekt hinter dem Bart.

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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon antisto » Fr 12.01.18 17:50

Meine Familie wird langsam komplett. :wink:
Hier noch zwei Bogenschützen nach Carradice II, die etwas kleinere Variante des 1/3 Siglos, je ca. 1,6 bis 1,7 g.
Extrem günstig "geschossen", allerdings tauchen gerade die kleinen Carradice II in letzter Zeit häufiger auf dem Markt auf; von "sehr selten" würde ich da wohl nicht mehr sprechen (neue Hortfunde?).
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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon Altamura2 » Fr 12.01.18 21:47

Nette Stücke, und viel besser bekommt man die gar nicht.

Zu den Teilstücken der persischen Sigloi gibt es auch einen Artikel von Nicolas Corfù, den ich hier, glaube ich, noch nicht verlinkt hatte: https://www.academia.edu/17412470/Siglos-Fraktionen

Gruß

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Re: Von Bogenschützen - persische Sigloi und Dareiken

Beitragvon antisto » Fr 12.01.18 23:58

Ein interessanter Artikel, der erneut bestätigt, dass die "Bogenschützen" nicht, wie früher immer gedacht, achämenidische Reichsprägungen waren, sondern lydische Regionalprägungen im achämenidischen Reich, auch wenn die Dareiken zweifelsohne als eine Art "antiker Weltwährung" Geltung hatten weit über Lydien hinaus.
Skeptisch bin ich bei den vorgenommenen Staffelungen der Fraktionen. Ob 1/12 oder 1/24, oder auch ob 1/3 oder 1/4 Siglos, das war doch optisch kaum zu unterscheiden, und die Leute hatten wohl kaum im alltäglichen Handel Feinwaagen dabei. Vermutlich muss auch bei den Kleinmünzen von einer viel größeren Spannweite des Gewichtes ausgegangen werden als hier beschrieben; und von einem stärkeren Nebeneinander als Nacheinander der 4 verschiedenen Grundtypen, auch wenn diese historisch betrachtet nacheinander geprägt wurden, so dass eher hier mithilfe des Motivs bei den Kleinmünzen die Wertigkeit festgestellt werden konnte.
Ich habe beispielsweise einen gut erhaltenen Teilsiglos nach Carradice II, der mit 0,31g voll durch diese Gewichtsdifferenzierung hier im Artikel fällt; für 1/12 Siglos zu leicht, für 1/24 viel zu schwer. Ist das nun 1/16 Siglos? Das würde das Ganze noch praxisferner machen.
AS
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