arabische Münze (Tuluniden) - bitte um Infos

Asiaten und was sonst noch der Antike zuzuordnen ist

Moderator: Numis-Student

arabische Münze (Tuluniden) - bitte um Infos

Beitragvon Pflock » Sa 05.11.05 22:13

Hallo,
habe vor Jahren bei einer Auktion eine arabische Goldmünze (siehe Bild) für insgesamt ca. 220 DM ersteigert (sehr dünn, Durchmesser ca. 22mm).
Folgende Infos habe ich zu dieser Münze aus verschiedenen Quellen (Prof´s an Uni´s) erhalten:
Tuluniden, Khumarawayh ibn Ahmad 270-282 H./884-896 AD., Dinar 273 H., Münzstätte Misr (Fustat/Alt-Kairo).

Ich habe diesen Münztyp bei Auktionen von "Dr. Busso Peus Nachf." von 150€ bis 1500€ gesehen. Aber nicht aus dem Jahr 273H.

:?: Kann mir jemand noch mehr Info´s geben, z.B. heutiger Wert, ist die selten oder häufig etc.?
:?: Gibt es für arabische Münzen dieser Zeit Kataloge á "Deutscher Münzkatalog" oder sonstige Literatur?
:?: Hat jemand einen Auktionskatalog mit speziell dieser Münze? Eine Scan der entspr. Seite wäre nicht schlecht.

Danke

P.S. Über den geschichtlichen Hintergrund zu Khumarawayh (bzw. Chumarawaih) und den Tuluniden weiß ich bescheid, aus Wikipedia.
Dateianhänge
Arabien TULUNIDS KHUMARAWAYH IBN AHMAD - meine.jpg
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Beitragvon klaupo » Sa 05.11.05 23:26

Hallo,

ich habe die oben zitierte Münze mit exakt derselben Beschreibung incl. Prägejahr 273 in einem älteren Peus Katalog gefunden (Nr. 276, März 1971. Los-Nr. 1797), mit zusätzlichen Katalog-Referenzen: BMC 221 und Grabar 24.

Der Ausruf von DM 100,- siedelt das Stück eher im unteren Preissegment an und gibt damit vielleicht einen Hinweis auf den Grad der Seltenheit. Mit aktuellen Daten kann ich leider nicht dienen.

Gruß klaupo
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Beitragvon Afrasi » So 06.11.05 14:41

Steven Album gibt die Goldmünzen dieses Herrschers mit C (common) an, seiner zweit höchsten Häufigkeitsstufe. Die Silbermünzen sind übrigens R und die Kupfermünzen RRR.
"Grüß Gott!" "Mach ich."
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Beitragvon Pflock » So 06.11.05 15:09

Danke für die schnelle Antwort.
@klaupo
...Katalog-Referenzen: BMC 221 und Grabar 24.

Was sind das für Kataloge, BMC und Grabar? Den Hinweis auf Grabar habe ich bei Peus auch gesehen. Aber als ich dort tel. nachgefragt habe konnte mir keiner Auskunft geben. :? Übrigens auch nichts zu der Münze, die verwiesen mich nur an einen Professor, den ich aber vorher schon konsultiert hatte (siehe mein Zitat oben im Beitrag).

@Afrasi
Steven Album gibt die ...

Kannst Du mir genaueres zu Steven Album geben?

Ich bin nicht so der ultimative Numismatiker, gebt mir bitte genauere Angaben zu der genannten Literatur, wie exakter Titel, Autor, Erscheinungsjahr. Dann könnte ich danach suchen.

Danke
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Beitragvon klaupo » So 06.11.05 17:50

BMC = Catalogue of the Oriental Coins in the British Museum. Vols. I-X, London 1875-1890.

Den Hinweis auf Grabar habe ich bei Peus auch gesehen. Aber als ich dort tel. nachgefragt habe konnte mir keiner Auskunft geben.


Ganz witzig, daß man bei Peus nach Grabar zitiert, ohne ihn zu kennen. :D

Grabar = Oleg Grabar, The Coiage of the Tulunids, NNM 139, New York 1957. (NNM = Numismatic Notes and Monographs, eine Zeitschrift)

Album = Album, Stephen. A Checklist of Islamic Coins. Second Edn. Steven Album. Santa Rosa, CA, 1998.

Dies dürfte das am einfachsten erreichbare Werk sein - einfach mal ein wenig googeln.

Gruß klaupo
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Beitragvon Pflock » Mo 07.11.05 20:34

Danke für die Infos @claupo, wird mir sicherlich weiterhelfen.
Ich nehme an, dem Mädel am Telefon bei Peus war es einfach zu mühselig, den zuständigen Fachmann herauszufinden. Ich habe sicherlich nicht den Eindruck eines interessierten Käufers gemacht. Ich wollt´ ja auch nur ´ne Info abstauben. :roll:
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Beitragvon Pflock » Fr 03.02.06 20:12

Ich habe gerade gesehen, daß dieses Thema noch keinen richtigen Abschluß erhalten hat. Also falls es noch jemanden interessiert, die Münze ist wie schon oben genannt:
Tuluniden, Khumarawayh ibn Ahmad 270-282 H./884-896 AD., Dinar 273 H., Münzstätte Misr (Fustat/Alt-Kairo).

Auch o.g. Katalog- und Wertangaben (100DM) hauhen hin.

Dies habe ich mir von 2 Stellen bestätigen lassen: Münzkabinett der Uni Jena und Münzkabinett der Uni Tübingen.

Also Danke noch mal.
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