Touristenfälschungen - Bestimmung

Asiaten und was sonst noch der Antike zuzuordnen ist

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Touristenfälschungen - Bestimmung

Beitragvon Lutz12 » Sa 04.03.06 21:19

Hallo,
habe hier 3 Touristtenfälschungen "antiker" Bronze-Münzen. Auch wenn die Experten darüber nur lächeln können, so wüßte ich doch gern was es für welche sind.
Angaben zu den Stücken:
Bild 101: 44 mm
Bild 102: 37 mm
Bild 103: 39 mm
Bin für Eure Hilfe dankbar.
Gruß Lutz12
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Zuletzt geändert von Lutz12 am Sa 04.03.06 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon mfr » Sa 04.03.06 21:37

Die erste Münze ist nicht mehr antik (als NP sowieso nicht ;) ), sondern byzantinisch.
Justinian I. (der Große)
40 Nummi
12. Regierungsjahr = 539-40
Prägestätte Nikomedia (heute: Izmit/Türkei), 1. Offizin
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Beitragvon klaupo » Sa 04.03.06 22:07

Hallo Lutz12,

ohne auf deine Münzen einzugehen, habe ich eine Frage: Wird mit der Bezeichnung NP jetzt die Touristenfälschung gesellschaftsfähig bzw. sammelwürdig gemacht? In einem anderen Teil des Forums wird dieser Begriff auch derzeit verwendet. Übrigens ist der Byzantiner ein Dauerbrenner unter diesen Fälschungen, wird seit den 70-er Jahren oder sogar noch früher mit gutem Erfolg an den den Mann / die Frau gebracht.

Gruß klaupo
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Beitragvon Pscipio » Sa 04.03.06 22:37

Nummer zwei soll wohl eine Tetradrachme aus Kyme nachahmen - da kann man aber wirklich nur noch lachen (siehe angehängtes Foto eines Originals).

Die dritte Münze soll wohl Antoninus Pius zeigen, 138-161 n. Chr. Die Idee wäre wohl ein Medaillon, ein passendes Original habe ich auf die Schnelle aber nicht gefunden; kann gut sein, dass es ein echtes Vorbild überhaupt nicht gibt.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Lutz12 » Sa 04.03.06 22:45

Hallo klaupo,
das liegt nicht in meiner Absicht, ich habe den Titel sofort geändert. Ich habe die 3 Stücke von einer Saalauktion in einem Medaillen-Konvolut mit erworben. Im Begleitzettel stand „Nachprägungen antiker Münzen“ – ich habe diese Formulierung lediglich übernommen.

Als Medaillensammler bin ich mit der Problematik Touristenfälschungen nur selten konfrontiert, eigentlich fast nur dadurch, das in Medaillen-Lots häufig auch all das zu finden ist, was nicht als Münze zu bezeichnen ist, also auch Fälschungen, NP, Abgüsse, Galvanos, Marken, Abzeichen etc.

Anderseits bin ich persönlich im Umgang mit dem Begriff NP wohl sehr oberflächlich umgegangen (nicht nur in diesem Beitrag) :oops: , bin mir aber auch nicht wirklich sicher, wo die Grenze zwischen Nachprägung („offizielle NP“ – gibt es dann inoffizielle NP?) und Fälschung (im vorliegendem Fall eindeutig, da keinerlei Kennzeichnung zu finden ist) liegt.

In meinem Spezialgebiet (Medaillen) kommen NP / Fälschungen (?) gekennzeichnet und ungekennzeichnet vor – für mich schon ein Ärgernis – aber sind das wirklich Fälschungen?

Ich habe hierzu nur mal so meine spontanen Gedanken geäußert, ich will das Thema damit nicht verflachen – weil mir bewusst ist, wie viel Betrug damit betrieben wird.

Insofern danke ich Dir, mich „ermahnt“ zu haben sauberer zu formulieren. :wink:
Gruß Lutz12
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Beitragvon klaupo » Sa 04.03.06 23:00

Hallo Lutz12,

wie wär's, wenn wir uns bei den oben gezeigten Stücken auf die Bezeichnung NE - Nachempfindung einigen würden? :D Ich hab mal eine solche neben eine NP gestellt.

Gruß klaupo
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Beitragvon Gast » Mo 06.03.06 17:57

Nr. 1 ist einer unser allerliebsten "Freunde" - diese Gussreplik eines datierten (Regierungsjahr 12) Follis des Justinian muss es wohl in millionenfacher Auflage geben.

Genau dieses Teil wurde vor zwei Jahren für einen absoluten Horrorpreis bei einer Auktion eines weltweit bekannten Autionshauses ausgerufen - wir haben seinerzeit mit persönlichen Briefen auf diese plumpe Masche reagiert - der Erfolg war: "tut uns leid, wir sind nicht für die Echtheit der Einlieferungen verantwortlich".

Wenn du mal die Byzanz-Threads in unserem Forum durchblätterst wirst dur nicht nur Zwillinge, sondern Zehnlingen und mehr exakt dieser plumpen Fälschung finden.

Langsam macht es keinen Spass mehr, diesen Sch....ß zu kommentieren 8)

trozdem lieben Gruß
petzlaff
Gast
 

Beitragvon Pscipio » Mo 06.03.06 18:07

Um welches Auktionshaus handelte es sich denn?
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Beitragvon Afrasi » Fr 10.03.06 01:47

... etwa der Belgier???
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Beitragvon Gast » Fr 10.03.06 15:41

@pscipio

HIRSCH :D

In diesem Zusammenhang ist es ziemlich interessant, dass die Literatur bereits seit vielen Jahren gelegentlich sogenenannte "Hirsch-Imitationen" zitiert. Offenbar muss da mal eine Referenzsammlung mit Fakes existiert haben (nicht nur, wie in diesem Fall aus Kupfer, sondern auch Edleres), die nach und nach verscherbelt wird.

Unabhängig davon ist das massenhafte Auftreten der Nikomedia-Justiniane nicht der Fa. Hirsch anzulasten. Ich finde das schon in Ordnung, dass der aktuelle eBay-Anbieter sein Stück als mögliche Replik kennzeichnet. Vieeleicht hat er ja bei uns nachgelesen :lol:

Ich verweise gern auf einen brandaktuellen Thread bezüglich besagten Nikomediers im Byzanzforum:

http://www.numismatikforum.de/ftopic14077.html

petzi
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