Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

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Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

Beitragvon Tejas552 » Do 11.01.18 23:01

Seit geraumer Zeit wird der Markt mit gefälschten 1/4-Siliquae der Münzstätte Sirmium geradezu überschwemmt.
Die Auktionshäuser sind in der Regel nicht in der Lage Fälschungen von echten Münzen diesen Typs zu unterscheiden. Hier ist ein besonders offensichtliches Exemplar, dass zurzeit von Numismatik Naumann in ihrer Auktion 62 (Lot 833) angeboten wird:

https://www.sixbid.com/browse.html?auct ... ot=3698304

Wie gesagt, das obige Exemplar ist leicht als Fälschung identifizierbar, wenn man die Serie kennt. Bei den anderen beiden Sirmium-Münzen, Lot 832 und 834 handelt es sich vermutlich ebenfalls um moderne Fälschungen.

Numismatik Naumann ist natürlich ein seriöses Auktionshaus und weiss sicher nicht, dass es sich um Fälschungen handelt. Eine Vielzahl weiterer Fälschungen diesen Typs wurde in den letzten letzten Monaten auf von anderen, meist deutschen Auktionshäusern in Umlauf gebracht.

Gruss
Dirk
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Re: Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

Beitragvon Tejas552 » Do 11.01.18 23:04

Während die gefälschten Sirmium Siliquae aus Osteuropa stammen, gelangen zurzeit sehr viele Fälschungen aus Spanien auf den Markt.
Hier ist ein gefälschter Tremissis der Westgoten, der zurzeit von Bertolami (Auk. 52, lot 509) angeboten wird:

https://www.sixbid.com/browse.html?auct ... ot=3693601

Gruss
Dirk
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Re: Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

Beitragvon Posa » Sa 13.01.18 13:49

Danke für die Hinweise, Dirk!

Ich würde auf Ferndiagnose die Fälschung bei 833 bestätigen, vom Kauf von 832 abraten (suspekt + miese Erhaltung), bei 834 habe ich weniger Bauchschmerzen, vielleicht fehlt mir aber auch der Hintergrund dazu. Marcus Naumann kann man jederzeit gut anmailen. Der Westgote ist böse, ohne Frage...

Gruß Posa
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Re: Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

Beitragvon Tejas552 » So 14.01.18 11:08

Hallo Markus,

ich habe Herrn Naumann bereits informiert. Er will der Sache nachgehen. Ich habe diese und andere Münzen diesen Typs mit Zjelko Demo diskutiert (ein kroatischer Numismatiker, der dazu einiges publiziert hat). Er hält 833 ebenfalls für eindeutig falsch und sagte, dass die anderen beiden Münzen verdächtig seien, vielleicht wegen der Vergemeinschaftung mit einer Fälschung. 834 hätte ich ohne den Zusammenhang nicht für verdächtig gehalten. Demo meinte aber, dass ein Grossteil der Münzen diesen Typs der neu auf den Markt kommt, mittlerweile Fälschungen seien. Es ist wirklich schwierig. Was auffällt ist die Tatsache, dass Sirmium offenbar viel mehr Münzen und viel mehr Variationen produziert hat als Ravenna, Mailand und Rom zusammen.

Gruss
Dirk
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Re: Warnung vor Fälschungen von Sirmium 1/4-Siliquae

Beitragvon Posa » So 14.01.18 14:23

Hallo Dirk,

bei deinem letzten Punkt neige ich zu der unbelegbaren Ansicht, dass es mehrere Prägezentren gegeben haben muss. Letztendlich ist nicht wirklich klar, was im 6./7. Jhdt im Donauraum los war. Sicher ist aber, dass es mehr städtische Zentren gab, als man annehmen mochte, die zumindest einen funktionierenden Binnenhandel hatten. Wenn die Händler aus Sirmium ihr Geld irgendwo an Mann bringen konnten, dann wäre es naiv zu glauben, dass Vergleichbares nicht wo anders auch hergestellt werden konnte und wollte. Und nur weil eine Prägung nicht dezidiert bekannt ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht stattgefunden hat.
Die Bürgerschaften der sog. Keszthely-Kultur in Ungarn waren z.B. immerhin potent genug, sich zu Beginn des 7. Jhdt in innerawarische Angelegenheiten zu mischen. Ohne Geld wäre das wohl kaum möglich gewesen. Womit haben sie wohl gehandelt...?

Gruß Posa
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