Erster Byzantiner(?) ersteigert

Moderator: Wurzel

Erster Byzantiner(?) ersteigert

Beitragvon Limes » So 09.10.05 20:40

Liebe Gemeinde,

hiermit gebe ich die Ersteigerung einer byzantinischen Münze bekannt. Das Ereignis kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da es sich um die Ersteigerung meiner ersten byzantinischen Münze handelt. Bekanntermaßen hinterlässt das "erste" Mal bleibende Eindrücke. Hinzu kommt, dass ich diese Wagnis ohne im Besitz des "Sear" zu sein, eingegangen bin.

In der Erwartung, dass sich die Münze als offensichtliche Fälschung herausstellt, die Bilder anbei.

Nach meinem derzeit vorhandenen Material, geht die Münze in Richtung Hahn MIB 186 Halbfolles, Justinianus, könnte Münzstätte Karthago sein. Die Münze wurde als "Babarisch" angeboten. Ich denke es ist keine barbarische Imitation. Bißchen merkwürdig ist das "€" als Beizeichen, da es wohl keine 5 Kupfermünzstätten zu dieser Zeit in Karthago gab. Laut Abbildung bei Berk, der auf Sear 264 verweist, kommt das Zeichen offenbar ganz regulär vor.

Für (ausschließlich aufbauende) Kommentare bin ich dankbar.

Grüße
Thomas
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Beitragvon Chippi » So 09.10.05 21:23

Hallo,

ja ein Byzantiner, Justinianus I., 20 (=K) Nummi.

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)

Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
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Beitragvon leodux » Mo 10.10.05 01:01

Hallo Thomas,

ich denke, Deine Münze ist Sear Nr. 164: Justinian I., Halbfollis aus der Münzstätte Konstantinopel.
Für Konstantinopel ist auch das Offizin-Zeichen "€" genannt.
Aus der Münzstätte Karthago gibt es zwar ein ähnliches Stück (Sear 263), jedoch laut Sear mit dem Zeichen "C".

Allerdings ist es auch noch nicht so lange her, daß ich meinen ersten Byzantiner gekauft habe und ich beschränke mich auf die spätbyzantinischen Kupfermünzen, die zur Zeit der Kreuzzüge geprägt wurden. Bei diesen frühen Stücken kann ich deshalb nur den Sear zitieren - Ahnung habe ich davon überhaupt nicht. Würde mich deshalb nicht wundern (und auch nicht stören), wenn mich einer der Spezialisten hier noch korrigiert.

Ich wünsche noch viel Spaß am spannenden Sammelgebiet Byzanz!

Grüße

leodux
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Beitragvon Gast » Mo 10.10.05 08:53

dem kann ich mich insgesamt nur anschliessen :D

Weiterhin viel Freude mit Byzantinischen Münzen

petzlaff
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Beitragvon Limes » Mo 10.10.05 10:10

Hallo leodux, petzlaff, Chippi,

ihr habt Recht. Die Angabe der "€"-Offizin ergibt dann auch Sinn. Auf Karthago bin ich über Berk, Eastern Roman Successors gekommen, dort wie gesagt Karthago Nr. 192, obwohl mit "€"(siehe Miniscan). Ich denke Berk ist an dieser Stelle möglicherweise "mißverständlich", denn die Einordnung nach "CON" ist sicher richtig.
Danke für die Antworten.

Leodux, sammelst du "Kreuzzüge" generell oder hauptsächlich späte Byzantiner zur Zeit der Kreuzzüge?

Grüße
Thomas
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Beitragvon leodux » Mo 10.10.05 22:06

Limes hat geschrieben:Leodux, sammelst du "Kreuzzüge" generell oder hauptsächlich späte Byzantiner zur Zeit der Kreuzzüge?

Hallo Thomas,
da kann ich nur mit einem klaren "Ja, aber..." antworten.
Eigentlich sammle ich Münzen der Staufer und Welfen (besonders Brakteaten - siehe mein Avatar-Bild) bzw. Münzen aus der Zeit der Staufer (12. und 13. Jahrhundert).
Da die deutschen Münzen dieser Zeit aber für mich meistens zu teuer sind, habe ich mich nach einem anderen Sammelgebiet umgesehen und da mich die Zeit der Kreuzzüge interessiert und das ja auch zu meinem anderen Sammelgebiet passt, bin ich auf die Münzen zur Zeit der Kreuzzüge gekommen. Und da gehören ja die Byzantiner auch irgendwie dazu. Jetzt gibt es bestimmt wieder laute Proteste der "richtigen" Byzantiner :roll:.
Aber zumindest von 1204 bis 1261 war Byzanz (bzw. das, was davon noch übrig geblieben war) ein Kreuzfahrerstaat. Und auch vorher spielte Byzanz eine große Rolle bei den Kreuzzügen und das nicht nur als Durchzugsgebiet für die Kreuzfahrerheere.
Meine "Sammlung" ist aber noch sehr klein, neben einigen Byzantinern habe ich bisher nur ganz wenige Münzen der Kreuzfahrerstaaten. Eine Sammlung kann man es eigentlich noch gar nicht nennen und sie wächst - mangels Masse im Geldbeutel - auch nur sehr langsam. Aber um so mehr kann man sich über jedes einzelne Stück freuen. :D

Ich weiß, eine ziemlich lange Antwort für die kurze Frage aber manchmal geht es nicht kürzer. :wink:

Grüße

leodux
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Beitragvon Marc » Di 11.10.05 03:44

leodux hat geschrieben:..., bin ich auf die Münzen zur Zeit der Kreuzzüge gekommen. Und da gehören ja die Byzantiner auch irgendwie dazu. Jetzt gibt es bestimmt wieder laute Proteste der "richtigen" Byzantiner :roll:.
Aber zumindest von 1204 bis 1261 war Byzanz (bzw. das, was davon noch übrig geblieben war) ein Kreuzfahrerstaat. Und auch vorher spielte Byzanz eine große Rolle bei den Kreuzzügen und das nicht nur als Durchzugsgebiet für die Kreuzfahrerheere.

Hmm, letztlich wäre es ohne das Hilfeersuchen des byzantinischen Kaisers wahrscheinlich nie zu der Kreuzzugsbewegung gekommen. Tja die Kreuzzugsbewegung ist wohl auch so ein Geist, den man rief und dann nicht mehr los wurde.

Zumindest bist du nicht der einzigste fränkische Ketzer der in dieses Forum schaut :P *verweißt auf den Kreuzritter in sein Avatar*

PS : für den Anfang ein schönes Stück was du da hast, zumal ein Mittelaltersammler ja sonst wenig zeitgenössisches Kupfer in die Hand bekommt.
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Re: Erster Byzantiner(?) ersteigert

Beitragvon Anastasius » Do 13.10.05 22:38

Limes hat geschrieben:Liebe Gemeinde,

hiermit gebe ich die Ersteigerung einer byzantinischen Münze bekannt.


Hallo Limes,

Glückwunsch, mit Deiner ersten Byzantinischen Münze hast Du gleich einen
Volltreffer gelandet.
Es handelt sich bei Deiner Münze nicht um die normale Sear 164,
sondern um die als Halbfollis recht seltene Variante mit Kreuz auf Globus ( MIBE 91 )

Gruss
Anastasius
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Beitragvon Limes » Fr 14.10.05 16:41

Hallo Anastasius,

tatsächlich "globe under cross". Ich muss gestehen, dass ich dem Globus keinerlei Aufmerksamkeit gewidmet habe. Ich gucke oberflächlich auf die Münze und denke: Schon klar Halbfollis, was solls, aber welche Münzstätte? Ist ja nun mit CON geklärt.

Da zu dieser Zeit - gelegentlich - (ich will keinem Byzantiner zu nahe treten) etwas grobschlächtig in Kupfer geprägt wurde, bin ich leicht geneigt ein solches Detail als Schrötlings- oder Stempelfehler abzutun und mich nicht weiter darum zu kümmern.

So findet mal wieder ein fast blindes Huhn ein Körnchen.

Besten Dank
Grüße
Thomas
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Beitragvon Gast » Fr 14.10.05 17:15

Lieber Limes,

die Halben mit dem Globus sind tatsächlich wesentlich seltener als die ganzen Folles des gleichen Typs (Sear 161) - und die sind schon relativ unhäufig.

Von den Letztgenannten befinden sich auch nur zwei "mäßige" Stücke (1. und 4. Offizin in meiner Sammlung) - Anastasius kennt sie von eigenem Augenschein. Verglichen mit Deinem Halbfollis ergeben sich Zweifel, ob ich diese Epoche weitersammeln soll (Kompliment :D ).

Wenn Du schon den "Hahn" korrekt zitierst, ist aus meiner Sicht der Spruch mit dem "Huhn, welches auch mal ...." ein (wenn auch "unbewusstes") Understatement.

Weiter so - Du bist genau auf dem richtigen Weg :D

Lieben Gruß
petzlaff
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Beitragvon Limes » Fr 14.10.05 21:01

Hallo Petlaff,

ich muss mich ganz entschieden dagegen wehren Hahn richtig zitiert zu haben, wenn doch kann das nur versehentlich passiert sein.

Übrigens habe ich Lektüre aus USA bestellt und überlege nun mein Sammelgebiet auf amerikanische Postpakete auszudehnen. Die Preise sind enorm und haben möglicherweise noch großes Potential nach oben.

Grüße
Thomas
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Beitragvon Gast » Sa 15.10.05 08:57

@Limes,

ich bewundere Deine Kreativität. Ganz ehrlich: auch wenn es nicht jierher gehört, aber die Sache mit den Postpaketen ist richtig spannend. Mir war bisher nicht bewußt, daß die Selbstbedienungs"pappen" überhaupt einen Sammlerwert haben. Weißt Du vielleicht, ob die "Selbstbedienungsbriefe" des USPS auch einen Sammlerwert haben? Da die Antwort auch nicht zur Numismatik gehört, würde ich mich über eine PN zu dieser Thematik freuen.

petzlaff
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