Lucania, Thourioi

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Beitragvon lasta » Di 07.06.05 23:35

was haltet ihr von folgender Münze (24 mm, 16.2 g)?
Sie wurde mir gestern um 250 € angeboten (statt 800 8O ). Normalerweise interessieren mich wegen der Betrugsgefahr keine teureren Münzen, aber eine Münze aus meiner Urheimat :D hätte ich schon gerne.
Bevor ich zum Münzprüfer gehe, frage ich euch um eure Meinung.
danke &liebe Grüße

Hier noch eine bessere Auflösung:
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Beitragvon klaupo » Mi 08.06.05 00:04

Hallo Lasta,

erstmal Respekt, daß du deinen Stammbaum bis ins 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückverfolgen kannst! Allein dieser Umstand sollte dir den geforderten Preis wert sein, denn wer kann schon von sich behaupten, in Leukania - Thurium seine Wurzeln zu finden. Der Distater (27 mm, 15,89 g) von ca. 375 BC mit der behelmten Athena ist wirklich ein Prachtstück, allerdings sieht der Stier auf meiner Replik für 10,- nicht ganz so angestrengt aus. Aber vielleicht ist deiner ja echter - wer weiß? :D

Gruß klaupo
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Beitragvon Viktor » Mi 08.06.05 00:13

Stil ist OK, die Muenze sieht gut aus, aber Rand ist total schlecht. Ich denke, dass es nicht echt ist / ich werde es nicht kaufen. Aber das ist nur meine Meinung. 8)
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Angestrengter Stier

Beitragvon lasta » Mi 08.06.05 00:47

Viktor, ich würde die Münze auch nicht ohne Prüfung kaufen.
Klaupo, schöner Kommentar,
für 10,- kannst du natürlich keinen Powerstier erwarten, das ist klar.
Ich vergass die Masse anzugeben: 24 mm, 16.2 g
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Beitragvon Pscipio » Mi 08.06.05 00:52

lasta hat geschrieben:Sie wurde mir gestern um 250 € angeboten (statt 800 8O ).

Nur schon dieses Angebot sollte dich argwöhnisch werden lassen. In dieser Preisklasse (ein solches Stück in der Erhaltung wäre, wenn es echt ist, mindestens 800 Euro wert!) glaube ich nicht an Schnäppchen! Aus welchem Grund sollte dir ein Verkäufer ein solches Stück zu einem solchen Spottpreis anbieten? Es tut mir leid, aber es hört sich einmal mehr ziemlich verdächtig an. Abgesehen davon dass auch mir der Rand der Münze nicht gefallen will, wenngleich ich zugegebenermassen kein Griechenexperte bin. Obwohl meine Vorredner in dieser Hinsicht anderer Meinung zu sein scheinen, passt mir der Stil des Stiers überhaupt nicht... wirkt auf mich zu rundlich und plump.

16.2 g würde übrigens ziemlich an der oberen Grenze liegen, wenngleich vielleicht noch im gröberen Toleranzbereich.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon gorostiza » Mi 08.06.05 06:30

Hallo lasta,
wenn ich meinen Senf auch noch dazugeben darf, ich möchte die Münze nicht beurteilen ohne sie in den Händen gehalten zu haben. Wenn der Verkäufer einverstanden ist, würde ich an Deiner Stelle die Münze prüfen lassen. Wie ich gesehen habe, wohnst Du in Wien, dort gibt es ja das numismatische Institut, die können Dir eine unabhängige Beurteilung garantieren. Ich sammle vorwiegend griechische Bronzen und Kleinsilbermünzen und würde mir nicht anmassen, einen solchen Di-Stater zu beurteilen.
viele Grüsse
goro
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Beitragvon Pscipio » Mi 08.06.05 10:40

@lasta

Deine Erlaubnis vorausgesetzt, kann ich das Stück noch in einem amerikanischen Forum einstellen, in dem einige gute Griechenkenner mitschreiben.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Viktor » Mi 08.06.05 17:37

Pscipio hat geschrieben:Nur schon dieses Angebot sollte dich argwöhnisch werden lassen. In dieser Preisklasse (ein solches Stück in der Erhaltung wäre, wenn es echt ist, mindestens 800 Euro wert!)


Ja, solche Muenze ist cca 1000 EUR wert.
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Numismatisches Institut

Beitragvon lasta » Mi 08.06.05 21:53

goro,
das mit dem Numismatischen Institut ist eine gute Idee, werde mal vorbeischauen, im Herbst plane ich dort ein paar Vorlesungen und Übungen zu besuchen. Der Kontakt ist dann sicher ein grosser Vorteil.

Pscipio,
danke für deinen Kommentar, es würde mich freuen wenn du das in einem anderen Forum ableitest.
Gestern nach der Bestimmung der drei Denare in einer unglaublichen Zeit, dachte ich Pscipio ist so etwas wie ein DeepBlue.

lg
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Re: Numismatisches Institut

Beitragvon Pscipio » Mi 08.06.05 21:57

Ich werde das Stück im Ami-Forum einstellen und dich von den Resultaten in Kenntnis setzen.

lasta hat geschrieben:Gestern nach der Bestimmung der drei Denare in einer unglaublichen Zeit, dachte ich Pscipio ist so etwas wie ein DeepBlue.

:mrgreen:
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon Pscipio » Do 09.06.05 10:57

Hallo lasta

Meine Befürchtungen bezüglich der Echtheit des Stückes scheinen sich zu bestätigen: drei Mitglieder der US-Griechenfraktion haben sich gegen die Echtheit ausgesprochen, darunter auch ein so bekannter Numismatiker wie Barry Murphy ("Clearly modern"). Ich würde also definitiv die Finger davon lassen und kann dir nur einmal mehr raten, mit diesen Angeboten vorsichtig umzugehen. Teure Stücke gibt es heute bei keinem Händler mehr als Schnäppchen zu kaufen!

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Barry Murphy

Beitragvon lasta » Do 09.06.05 18:40

Danke sehr Pscipio,
jetzt erspare ich mir vorerst den Weg zum numismatischen Institut.
Ich hoffe jetzt habe ich die Phase hinter mir, die den Fälschern und deren Handlanger zur grossen Freude diente.

Bei Barry Murphy habe ich jetzt all die Severischen Denare identifizieren können.

lg lasta
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Beitragvon Themistokles » Mo 17.10.05 20:34

So gut es mir hier auch gefällt: Wie ist denn die Adresse von unseren amerikanischen Freunden??

Denn doppelt hält ja, frei nach Sokrates, bekanntlich besser ;)
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Beitragvon gorostiza » Mo 17.10.05 20:43

Hallo Themistokles,

8) hier ist der link zum Ami-Forum, wo es auch recht lebhaft abgeht. Es beteiligen sich einige Mitglieder von hier auch an den dortigen Diskussionen. Man kann immer wieder dazulernen und mit netten Leute plaudern. Die Anmeldung ist ja kostenlos und völlig ohne Verpflichtungen. Ich freue mich, Dich dort zu treffen. Ich habe eben bei den Griechen zwei mir unbekannte Münzen eingestellt, eine davon konnte schon bestimmt werden.
Viele Grüsse
Roland

http://www.forumancientcoins.com/board/index.php
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