Mythologisch interessante Münzen

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Mynter » Do 16.08.18 08:09

Auf der diesjährigen Künker- Herbstauktion wird ein Carausius- Denar angeboten: https://www.sixbid.com/browse.html?auct ... ot=4303829
Auch hier wird die Anspielung auf Vergil als mögliche Erklärung für die Verwendung des RSR genannt, doch auch die Deutung von RSR als bisher noch nicht lokalisierte Münzstätte bleibt nicht unerwähnt.
Was mir bei diesem als Denar bezeichneten Gepräge noch auffällt, ist das Gewicht von 4,45 g. Damit ist diese Münze schwerer als ein Denar aus der augustäischen Zeit.
Dieses Stÿck , dass bei DNW unter den Hammer kommt,ist ebenfalls mit 4,42 g schwer : https://www.sixbid.com/browse.html?auct ... ot=4265776
Ein Zufall ? Oder sind die unter Carsusius geprägten Silbermünzen immer dermassen übergewichtig.

Wenn die Zielgruppe dieser Münzen der Handel war stellt sich mir auch die Frage, was der" kulturelle Aufwand " sollte. Spach das Edelmetall nicht für sich selbst ?
Grüsse, Mynter
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » So 02.12.18 12:55

Talos - Der erste Roboter der Geschichte

Es ist lange her, daß ich einen mythologischen Artikel in diesem Thread eingestellt habe. Deshalb hoffe ich umsomehr, daß ich mit diesem hier vielen etwas Neues bringen kann.

Die Münze
Kreta, Phaistos, 3.Jh. v.Chr.
AE 17, 3.70g, 17.1mm, 225°
Av.: Talos n.r. schreitend, schleudert Stein in der erhobenen re. Hand, hält einen anderen in
der li. Hand.
Rv.: Hund auf Fährtensuche n.r.
ΦΑΙΣ / ΤΙΩΝ in 2 Zeilen, oben beginnend, endend im Abschnitt
Ref.: Svoronos Crète 74; SNG Copenhagen 520; BMC Crete p. 64, 27-28
selten, S, etwas rauh

Mythologie:
Talos war ein Bronzemensch auf Kreta. Als Riese wurde er nur von Orpheus in seiner Argonautika bezeichnet. Er war ein Geschenk von Zeus an Europa, das er ihr nach ihrer Entführung aus Sidon zusammen mit einem ehernen Hund gegeben hatte, damit er sie beschütze. Er lebte in der Höhle von Melidoni, von wo aus er die Küsten der Insel dreimal täglich umrundete und sie von Piraten und Invasoren freihielt. Angreifer tötete er aus der Ferne durch Steinwürfe. In Kreta wird er als junger Mann dargestellt, mit Flügeln, wohl um seine große Geschwindigkeit zu erklären.

Es gibt aber auch die Erzählung, daß er von Hephaistos in Sardinien erschaffen worden sei (Simonides) und dem Minos zum Geschenk gemacht worden war. Minos, Rhadamanthys und Sarpedon waren die 3 Kinder, die der Verbindung der Europa mit Zeus entstammten. Später habe er die Knabenliebe in Kreta eingeführt, sei ein Geliebter des Rhadamanthys geworden und zusammen mit ihm ein Wächter der Gerechtigkeit (Ibycus).

Apollodor, der Verfasser der Bibliotheka, vermutete, daß die Bronzenatur des Talos zeigte, daß er ein Überlebender von Hesiods mythischem Bronze-Zeitalter gewesen sein könnte. Der Satiriker Lukian aber machte sich darüber lustig.

Als die Argonauten unter Jason und Medea auf ihrer Fahrt zum Goldenen Vlies nach Kreta kamen, bewarf er ihr Schiff, die Argo, wie üblich mit Steinen. Sie konnten nicht eher landen, bis Medea, die ja über zauberische Kräfte verfügte, ihn unschädlich gemacht hatte. Talos besaß nur einzige Blutader. Die begann an seinem Hals und lief nach unten bis zu seinen Knöcheln. Dort war sie mit einem Bronzenagel verschlossen. Auf Medeas Rat hin, sei es, daß sie ihn mit ihrem bösen Blick irrsinnig gemacht oder daß sie ihm Unsterblichkeit versprochen hatte, zog er diesen Nagel heraus und sein Ιχωρ (Ichor) entströmte wie geschmolzenes Blei (Apollod.; Apoll. Rhod. ). So endete Talos. Andere erzählen, daß es Poias war, der Vater des Philoktetes, der ihm mit einem Pfeil in die Ferse geschossen habe, woran er gestorben sei.

Exkurs: Der Blutkreislauf
Ichor war die farblose oder goldene Flüssigkeit, die in den Adern von Göttern und Unsterblichen floß, das Götterblut. Man hielt es für giftig für Sterbliche, die bei Kontakt sofort starben. Homer (Il. 5, 339ff.) beschreibt es als dunkel oder schwarz. Auch die Giganten sollen es besessen haben (Strabo 6, 3, 5). Die Etymologie ist umstritten, ursprünglich war es synonym mit Αιμα (Haima, griech. Blut).

In der Antike war der Blutkreislauf nicht bekannt. Da nach dem Tod in der Regel in den Arterien kein Blut zu finden ist, hielt man sie für Kanäle für das lebenswichtige Pneuma, den Lebensatem. Arteria bedeutet (volks-)etymologisch auch Luftader. Die mächtige Aorta wurde für ein Aufhängungsband des Herzens gehalten. Hippokrates (460-ca.370) bezeichnete damit die Luftröhre mit den beiden Hauptbronchien, an denen die beiden Lungen hängen, seit Aristoteles (384-322) war es die Hauptschlagader.

Erst der englische Arzt und Anatom William Harvey (1578-1657) veröffentlichte 1628 sein berühmtes Werk "De Motu Cordis", in dem er den Blutkreislauf beschrieb und damit zum Begründer der Physiologie wurde. Wie das Blut von den Arterien in die Venen gelangte konnte erst der Italiener Marcello Malpighi (1628-1694) mit Hilfe des Mikroskops zeigen, mit dem er 1661 die Kapillaren entdeckte.

Der eherne Hund
Der eherne Hund auf der Rückseite der Münze war zunächst ein Begleiter des Talos und half ihm beim Aufspüren von Eindringlingen. Nach dessen Tod wurde er zum Wächter des Zeusheiligtums auf Kreta. Kreta kennt aber auch einen goldenen Hund, der die Ziege Amaltheia, die den kleinen Zeus aufzog, bewachte, und der später Wächter des Zeustempels wurde. Jedenfalls wurde dieser Hund von Pandareos gestohlen. Pandareos war das Musterbeispiel eines Schelms, der in der Lage war, sogar Zeus zu betrügen. Er brachte den Hund zum Berg Sipylos und gab ihn dem Tantalos zur Aufbewahrung. Als er ihn wieder abholen wollte, schwor Tantalos, ihn nie erhalten zu haben. Zur Strafe stürzte Zeus den Sipylos über ihn. Pandareos aber wurde in einen Stein verwandelt.

Etymologie:
Ταλως (Talos) ist die alte Form des kretischen Sonnengottes. Αλως (Halos, beginnend mit Digamma) = Ηλιος (Helios, beginnend mit Spiritus asper). Diese Ableitung stimmt überein mit den regelmäßigen Umläufen um die Insel, die für den Lauf der Sonne typisch sind.

Hintergrund:
Der Taloskult ist nur von den Münzen aus Phaistos bekannt. Roscher schreibt: Man sollte sich aber nicht auf den Süden der Insel versteifen. Es scheint sich um einen Höhengott gehandelt zu haben und auf dem höchsten Berg des Taygetos-Gebirge war die Bergspitze Taleton dem Helios geweiht. Daß Talos mit Steinen wirft, gilt als die archaiischste Verteidungsart überhaupt und stammt noch aus der Heroenzeit.

Nach Plato war er der Wächter der Gesetze. 3x im Jahr ging er durch die Dörfer Kretas und verkündete die Gesetze des Minos, die auf bronzenen Tafeln aufgezeichnet waren. Dabei war Rhadamanthys für die Städte zuständig, Talos für die Dörfer. 3x im Jahr entspricht den 3 griechischen Jahreszeiten, bei denen es unseren Herbst nicht gab.

Insgesamt sind die Berichte über Talos alle sehr vage. Genauere Details gibt es eigentlich nur von seinem Tod. Das ist ein Zeichen dafür, daß seine Mythologie einer vorgriechischen, älteren Schicht angehört. In Attika z.B. hat er nie Fuß gefaßt. Und die Geschichte, die ihn mit Sardinien verbindet, paßt so gar nicht zum Wächter in Kreta. Vielleicht war es ein Versuch, das sardonische Lachen zu erklären, daß bereits den Alten Schwierigkeiten machte. Ähnlich ist es mit seiner Genealogie, die ihn als Sohn des Kreas zum Vater des Rhadamanthys macht.

Es wird erzählt. daß er seine Opfer umarmte, nachdem er seinen Körper rotglühend gemacht hatte; dabei zeigten sie (oder er selbst) das σαρδανικος γελως genannte verzerrte Grinsen (lat. risus sardonicus = sardonisches Gelächter) , was ein schmerzvolles Grinsen bedeutet. Es heißt, daß in Sardinien (Sardoni = Sarden!) auf diese Weise Verbrecher und Alte umgebracht worden sind. Heute vermutet man dahinter das Gift der Safranrebendolde (Oenanthe crocata), mit dem sie vergiftet wurden, und das zu einem Krampf der Gesichtsmuskulatur führt. In der Medizin ist der Risus sardonicus ein typisches Symptom des Wundstarrkrampfs (Tetanus).

Die Tötungsart durch eine rotglühende Erzfigur wird auch von Baal und dem kanaanitischen Moloch erzählt, dessen Kult sich bis Karthago ausbreitete. Das spricht dafür, daß er ursprünglich ein orientalischer Gott gewesen ist, dem Menschenopfer gebracht wurden, der später abgelöst worden ist durch den Helioskult. Dies kennen wir auch vom Kult des menschenfressenden Kronos, dem der mildere Zeuskult folgte. Dann wäre die eherne Gestalt des Talos weniger auf seine Unverwundbarkeit zurückzuführen, sondern auf den strahlenden Glanz des Erzes. Diese Beziehung von Talos zu Helios ist auch etymologisch begründet und erhalten geblieben im Zeus Tallaios, der in Kreta verehrt wurde, und der nichts anderes ist als der kretische Helios. Damit scheint Zeus in der Geschichte mit Europa wohl auch der kretische Sonnengott gewesen zu sein. Orientalisch ist sicher die Doppeldeutigkeit der Sonne, die auf der einen Seite für die Fruchtbarkeit der Vegetation verantwortlich ist, auf der anderen Seite aber durch ihre verzehrende Hitze diese vernichtet.

Ranke-Graves schreibt, daß es zu wenig beachtet wird, daß in der Bronzezeit jedem Werkzeug, jeder Waffe und jedem Gebrauchsgegenstand magische Eigenschaften zugeschrieben wurden, und daß der Schmied damals als eine Art Zauberer mit magischen Kräften galt. Damit standen die Schmiede als Künstler in einer Reihe mit den Dichtern und den Ärzten. Oft wird erzählt, daß sie gelähmt waren. Wir kennen das von Hephaistos und Daidalos. Das geschah wohl oft absichtlich, damit sie nicht entlaufen konnten, wie es von Wieland dem Schmied in der Thidrekssaga erzählt wird.

Pauly schreibt: Talos scheint eine Roboterphantasie zu sein, die mit den Möglichkeiten und Gefahren des Bronzegusses spielt. Das halte ich für sehr interessant und führt mich zwanglos zu dem Exkurs "Mensch und Maschine", der folgen wird.

Kunstgeschichte:
Von Talos gibt es nur wenig Darstellungen in der Antike. Genau gesagt, habe ich nur eine gefunden. Auch dies ist ein Zeichen dafür, daß es sich eher um eine vorgriechische Mythologie handelt. Hinzugefügt habe ich:

(1) Ein rotfiguriges Vasenbild des sog. Talos-Malers auf einem apulischen Velutenkrater, ca.
400-390 v.Chr,. heute im National Archaeological Museum Jatta in Ruvo di Puglia,
Italien.
Die Vorderseite zeigt den Bronzeriesen Talos, der von der Zauberin Medea (ganz
li.) bei der Landung der Argonauten auf Kreta erschlagen wird. Die Dioskuren sitzen
auf Pferden und halten den Riesen an den Armen. Poseidon und Amphitrite (re. obere
Ecke) sind Zeugen der Szene.

(2) Ein Bild von Sybil Tawse, aus dem Buch "Stories of Gods and Heroes", 1920, von
Thomas Bulfinch
Sybil Tawse (1886- 1971) war eine damals berühmte Illustratorin des sog. golden
age of illustration
zu Beginn des 20. Jh.

(3) Ein Bild der Höhle von Melidoni, wie sie heute den Touristen gezeigt wird. Diese Höhle ist auch ein nationales Symbol der Griechen für ihren Widerstand gegen die
türkische Besatzung. Im Jahre 1824 erstickten in der Höhle 340 Einwohner sowie 30 kretische Widerstandskämpfer durch ein Feuer, das die Türken gelegt hatten, da sie
sich nicht ergeben wollten.

Literatur:
(1) Apollodor, Bibliotheka
(2) Apollonius Rhodios, Argonautika
(3) Hesiod
(4) Hesychios, Lexikon
(5) Homer, Ilias
(6) Lukian
(7) Orpheus, Argonautika (tatsächlich herausgegeben von J. M. Gesner, Leipzig 1764)
(8) Pausanias, Reisen durch Griechenland
(9) Strabo, Geographika
(10) Suda (Byzantinisches Lexikon)
(11) Thidrekssaga

Sekundärliteratur:
(1) Der Kleine Pauly, Lexikon der Antike in 5 Bänden, dtv 1979
(2) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon, 1770 (Reprint), auch online
(3) Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie, rororo 2003
(4) Karl Kerenyi, Die Mythologie der Griechen, Band II, Die Heroen-Geschichten, dtv 1966
(5) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen
Literatur, 1884-1890, auch online
(6) Voss-Herlinger, Taschenbuch der Anatomie, Gustav Fischer Stuttgart 1963

Internet:
(1) daratheodoraart.com/ (Sybil Tawse)
(2) theoi.com
(3) Wikipedia

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
phaistos_SNGcop520.jpg
L6_1Talos Jatta.jpg
Medeia und Talus Tawse Sybil.jpg
melidoni-cave-entrance_650.jpg
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » So 02.12.18 12:59

Exkurs: Mensch und Maschine

Pauly schreibt: Talos scheint eine Roboterphantasie zu sein, die mit den Möglichkeiten und Gefahren des Bronzegusses spielt. Wir sehen, daß es bereits damals Menschen gab, die den Fortschritt kritisch sahen. Mich hat das sofort an die chinesische Geschichte von Zhuangzi (365-290 v.Chr.) über die Gefahr der Maschinen erinnert, die ich euch hier vorstellen möchte.

In "Das wahre Buch vom südlichen Blütenland", einem der bedeutendsten Werke des Daoismus, schreibt er:
Als Dsi Gung durch die Gegend nördlich des Han-Flusses kam, sah er einen alten Mann in seinem Gemüsegarten. Er hatte Gräben zur Bewässerung gezogen. Er stieg selbst in den Brunnen hinunter und brachte in seinen Armen ein Gefäß mit Wasser herauf, das er ausgoß. Er mühte sich aufs äußerste ab und brachte doch wenig zustande.
Dsi Gung sprach: »Da gibt es eine Einrichtung, mit der man an einem Tag hundert Gräben bewässern kann. Mit wenig Mühe wird viel erreicht. Möchtet Ihr die nicht anwenden?«
Der Gärtner richtete sich auf, sah ihn an und sprach: »Und was wäre das?« Dsi Gung sprach: »Man nimmt einen hölzernen Hebelarm, der hinten beschwert und vorn leicht ist. Auf diese Weise kann man das Wasser schöpfen, daß es nur so sprudelt. Man nennt das einen Ziehbrunnen.«
Da stieg dem Alten der Ärger ins Gesicht, und er sagte: »Ich habe meinen Lehrer sagen hören: Wenn einer Maschinen benützt, so betreibt er all seine Geschäfte maschinenmäßig; wer seine Geschäfte maschinenmäßig betreibt, der bekommt ein Maschinenherz. Wenn einer aber ein Maschinenherz in der Brust hat, dem geht die reine Einfalt verloren. Bei wem die reine Einfalt hin ist, der wird ungewiß in den Regungen seines Geistes. Ungewißheit in den Regungen des Geistes ist etwas, das sich mit dem wahren Sinn nicht verträgt. Nicht daß ich solche Dinge nicht kennte: ich schäme mich, sie anzuwenden."


Darüber kann man sich natürlich lustig machen. Ging es da doch nur um einen Ziehbrunnen und seinen Einfluß auf das wahre Leben. Und wo wären wir mit unserer Zivilisation (nicht Kultur!), wenn die Maschinenstürmer in England zu Beginn der Industrialisierung den Sieg davon getragen hätten, oder wenn es den schlesischen Webern 1844 gelungen wäre, die modernen Webstühle zu verhindern?

Es zeigt, daß es die Angst vor dem Fortschritt schon immer gegeben hat. Das Problem war damals, daß die industriellen Fortschritte sozial nicht abgefedert waren, was sie heute mehr oder weniger sind, jedenfalls bei uns.

Aber heute geht es nicht mehr nur um die soziale Abfederung von technischem Fortschritt, sondern um viel mehr: um das Aufgeben der Menschenwürde, siehe Precht. Es geht um die unkritische Fortschrittsgläubigkeit, die heute nicht nur uns, sondern die ganze Welt bedroht.

Einer der ersten bedeutenden Kritiker war Joseph Weizenbaum, Mitbegründer und Entwickler der künstlichen Intelligenz im MIT. Er schreibt, daß die staatlichen Riesencomputer heute ncht mehr gewartet werden können, weil niemand mehr den Überblick über sie hat. Sie sind eine riesige black box, besonders, wenn sie vernetzt sind. Das Drehen an einer Stellschraube hat Folgen, die wir nicht vorhersehen können. Und diese Monster waren auf dem Höhepunkt des Kalten Krrieges dazu vorgesehen, die Entscheidung über Krieg und Frieden selbständig zu fällen, weil die humanen Entscheidungswege bei den kurzen Vorwarnzeiten zu langsam geworden waren. Glücklicherweise haben die USA sich wieder von dieser Vorstellung verabschiedet.

In der letzten Woche mußte Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires umkehren, weil die Gesamtelektronik ihres Flugzeuges ausgefallen war. Ein Sprecher der Bundeswehr erklärte in den Fernseh-Nachrichten: "Es handelte sich um den klassischen Totalausfall eines Elektronikteils, wie er immer wieder vorkommt. Das kommt bei unter 2% aller Flüge vor. Aber wir hatten alles im Griff." Da kann ich nur sagen: Na prima!

Beim selbstfahrenden Auto aber gibt es ein Dilemma, das es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat: Wie soll sich das Auto entscheiden, wenn es nur den Ausweg gibt, jemanden zu überfahren? Wen soll das Auto im Zweifelsfall überfahren? Das kleine Kind oder die Rentnerin? Drei Rentnerinnen oder nur das eine Kind? Ich hoffe, ihr merkt, worauf ich hinaus will. Es geht um Ethik! Und die ist nicht berechenbar, für sie gibt es keinen Algorithmus. Der Philosoph Precht: Künstliche Intelligenz darauf zu programmieren, wie sie sich in ethischen Grenzfällen verhalten soll, ist ein Angriff auf die Menschenwürde.
Stephen Hawking: Künstliche Intelligenz könnte das schlimmste Ereignis der Menschheit werden.

Aber auch hier gilt: "Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit (Sophokles, Antigone)".

Erläuterungen:
(1) Daoismus (Taoismus) ist neben Konfuzianismus und Buddhismus eine der "Drei Lehren",
die China entscheidet geprägt haben. Dao (Tao) bedeutet soviel wie "der rechte Weg".
Seine Bedeutung liegt besonders in seiner Ethik
(2) Dilemma: In der Logik eine Schlußart, in der der Gegner gefangen wird, gleich wie er sich
entscheidet (Zwickmühle). Danach auch eine Situation, die 2 Möglichkeiten der
Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Ergebnis führen.
Ausweglosigkeit.

Hinzugefügt habe ich:
(1) Das Bild eines Ziehbrunnens im Tal Kiung, Chakassien, Sibirien (Autor: Dr. A. Hugentobler)
(2) Käthe Kollwitz "Weberzug", aus "Ein Weberaufstand", 1893/97, Käthe Kollwitz Museum, Köln

Literatur:
- Antoine de Saint-Exupery, Flug nach Arras
- Stephen Hawking, Gefahren der künstlichen Intelligenz (Internet)
- Aldous Huxley, Schöne neue Welt
- Richard David Precht, Maschinen ohne Moral, Spiegel Nr.48, 24.11.18
- Sophokles, Antigone
- Joseph Weizenbaum, Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, Suhrkamp
1978
- Joseph Weizenbaum, Kurs auf den Eisberg, Piper 1987
- "Piloten kämpfen gegen Computer", Schwarzwälder Bote vom 29.11.18 (über den
Flugzeugabsturz in Indonesien)
- Wikipedia

Mit freundlichem Gruß
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Chakassien_Tal_Kiug_200107240115_Ausschnitt.jpg
kaethe kollwitz Weberzug_1.jpg
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Di 04.12.18 17:03

Der phrygische Reitergott Sozon

Man sollte die Legenden auf seinen Münzen sorgfältig lesen, Dann kann man überraschende Entdeckungen machen. So ging es mir bei dieser Münze, die ich eigentlich nur wegen der Doppelaxt gekauft hatte.

Münze:
Karien, Aphrodisias, Augustus, 27 v.Chr.-14 n.Chr.
AE 15, 3.36g, 15.01mm, 180°
späte Ausgabe, geprägt 2 v.Chr. - 14 n.Chr. (MacDonald)
Av.: CEBA - CTOC
Belorbeerter Kopf n.r.
Rv.: [AΦPO]ΔI - C - I - EΩN CΩ[Z] -
im re. Feld ΩN
Doppelaxt (Labrys), mit Bändern geschmückt
Ref.: BMC 90 var; SNG Copenhagen 115 var.; SNG München 130 var.; RPC 2838;
MacDonald p.77, Type 45, pl. V , O92/R160
selten, fast SS, dunkelgrüne Patina

Aphrodisias:
Seinen Namen bekam Aphrodisias durch seinen bedeutenden Aphroditekult. Im Krieg gegen Mithridates VI. schickte Aphrodisias den Römern Truppen und entschied sich im Bürgerkrieg nach dem Tod Caesars für die richtige Seite. Deshalb erhielt es von Römern bedeutende Privilegien. Aphrodisias war eine Lieblingsstadt des Augustus und wurde von ihm gefördert. Dadurch entwickelte es sich zu einer der führenden Städte in Asia minor. Durch die nahen Marmorbrüche entwickelte sich eine berühmte Marmorindustrie. Ihre Marmorarbeiten wurden im ganzen Römischen Reich verkauft. Das schönste von den vielen heute noch erhaltenen Bauwerken ist das "Tetrapylon", ein Tor aus vier Pfeiler, das aufwendig restauriert wurde. Aphrodisias gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Es war der Geburtsort des Philosophen Alexander von Aphrodisias, eines Peripatetikers (der Schule des Aristoteles), der an der Wende des 2. zum 3. Jh. lebte. Er war der bedeutendste Aristoteles-Kommentator der Antike. Aus Aphrodisiasis stammt auch Chariton von Aphrodisias, dessen "Chareias und Kallirrhoe" einer der frühesten vollständig erhaltenen antiken Romane ist. Seine Entstehungszeit wird heute auf das Ende des 1.Jh. n.Chr. gelegt.

Sozon:
Nun zu Sozon, dessen Name CΩZΩN sich auf der Münze findet. Er ist ein kleinasiatischer, wohl erst in hellenistischer Zeit geprägter Gott (Roscher). Seine Heimat ist Pisidien, von wo aus sein Kult sich nach Phrygien, Karien, Pamphylien und Lykien verbreitete. Über ihn ist wenig bekannt. Der Name des Gottes findet sich nur in Inschriften und auf Münzen:
(1) Münzen aus Antiochia ad Maeandrum (Karien)
(2) Aphrosidiasis (Karien): Eine Münze des Augustus, die ich hier vorgestellt habe, mit der Legende CΩZON auf der Rückseite
(3) Münzen aus Mastauria (Lydien): Hier ähnelt die Darstellung dem Apollo mit Zweig und Lyra. Bezeichnet auch als Apollo Tyrimnaios oder Heros Mastauros.
(4) Themisonion (Pamphylien)

Apollonia in Pisidien hieß in der Spätantike Sozopolis. Es gilt als sicher, daß Sozon der Eponym (Namensgeber) dieser Stadt war. Interessant ist auch, daß Apollonia Pontika in der Spätantike Sozopolis hieß. Heute ist es Sozopol in Bulgarien. Es war bekannt für seine Apolloheiligtümer. Das 12m hohe Apollostandbild des Kalamis wurde nach der Eroberung der Stadt durch Lucullus nach Rom gebracht.

Der Name des Sozon ist sicherlich griechisch, auch wenn sein Wesen deutlich orientalische Züge trägt. Er bietet also eine eigenartige Mischung aus griechischer Mythologie und lokalem Glauben (Roscher). Ramsay hat angenommen, daß Sozon eine griechische Umbildung aus dem thrakisch-griechischen Sabazios sei. Cumont hat diese Gleichsetzung empfohlen, weil sich die Anhänger des Sozonkultes mit jüdischen Gläubigen vereinigten, und den Sabazios mit dem Zebaoth identifizierten. Dieser Meinung war übrigens bereits Plutarch, nicht zuletzt wegen der Ähnlichkeit ihrer Festbräuche. Sabazios war eine kleinasiatische Gottheit, die von den Griechen mit Dionysos und Zagreus in Verbindung gebracht wurde. Zebaoth ist ein Hoheitsattribut Gottes in der Kombination Jahwe Zebaoth, was soviel bedeutet wie Herr der Heerscharen.

Auf Votiftafeln sieht man ihn als Reiter mit einer Keule oder der Doppelaxt. Die Inschrift spricht dabei manchmal von Apollo oder einem reitenden Helios. In diesen Kreis gehört auch der thrakische Reitergott, der ebenfalls bisweilen Apollo genannt wird. Hier berührt sich Sozon mit Apollo und Helios.

Sozon ist ebenfalls bekannt als Beiname des Zeus und bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie Soter (= Heiland). Zeus ist in diesem Fall ein Erntegott, der durch Hagelschlag allerdings Ernten auch vernichten kann. Diese Eigenschaft kennen wir bereits von Apollo.

In der Nähe von Kap Palos in Spanien ist ein Anker gefunden worden mit der Aufschrift Zeus Kasios Sozon. Hier ist Zeus der Beschützer der Seefahrt und Sozon bedeutet soviel wie Soter.

So wie Soter als weibliches Gegenstück die Soteira hat, hat Sozon der Retter sein weibliches Gegenstück in Sozusa, das eine Epiklesis für weibliche Gottheiten ist. Bekannt ist Sozusa als Anrede für Panakeis, der Tochter des Asklepios, für Eileithya, für Isis und sogar für Aphrodite, hier wegen der Darstellung eines Ankers als Schirmherrin der Schiffer. Dieser Anker wurde ebenfalls in Spanien gefunden.

Interessant ist, daß es in der orthodoxen Kirche einen frühen Märtyrer Sankt Sozon aus Lykaonien gibt (7. September), der unter Maximian zum Märtyrer wurde, weil er in Pompeiopolis das Standbild eines Gottes geschändet hatte. Sozon ist also in die christliche Mythologie eingedrungen. Dies stärkt die Anschaung, daß die Sozonanhänger auch eine Verbindung zu den jüdischen Gläubigen hatten.

Zusammenfassend können wir sagen:
Sozon ist ein phrygischer Reitergott mit Labrys, vielleicht verwandt mit dem thrakischen Reitergott Heros, der in griechischer Zeit angeschlossen wurde an Zeus, Apollo und Sabazios.

Das Ergebnis ist etwas unbefriedigend, Aber leider können wir manchmal nicht mehr sagen. Das zuzugeben gehört auch zur Wissenschaft.

Hinzugefügt habe ich
(1) ein Photo des Tetrapylons in Aphrodisias von unser Türkeireise 2011 und
(2) eine Ikone des Heiligen Sozon, die zeigt, daß er ein Schäfer gewesen ist.

Quellen:
(1) Wilhelm Heinrich Roscher, Mythologie
(2) Wikipedia

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
aphrodisias_augustus_SNGcop115var.jpg
Aphrodisias, Augustus, SNG Cop. 115 var.
HPIM5983.JPG
Tetrapylon in Aphrodisias
sozon.jpg
Sankt Sozon
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Di 26.02.19 17:45

Astakos - Gründungsmythe von Nikomedeia

Die Münze:
Bithynien, Nikomedeia, Severus Alexander, 222-235
AE 20, 4.26g, 20.24mm, 30°
Av.: M AVP CEVH AΛEZANΔPOC AVΓ
Büste, drapiert und cürassiert, von hinten gesehen, belorbeert, n.r.
Rv.: TPIC NEΩKOPΩN NIKOMEΔEΩN (ME ligiert)
Astakos, in Hüftkleid, n.r. stehend, nach links blickend, steht mit dem li. Fuß auf
Prora, hält in der Linken Szepter und weist mit der Rechten nach hinten
Ref.: Rec. Gen. p. 557, 319, pl. XCVI, 24
fast SS, schwarz-grüne Patina

Astakos, der Eponym der Stadt, ist hier dargestellt in der typischen Stellung eines Städtegründers, der seine Begleiter auffordert, ihm zu folgen.

Mythologie:
Nach Stephanos von Byzanz und Arrian war Astakos der Sohn des Poseidons und der Nymphe Olbia. In einer Rede über die Zerstörung der Stadt durch ein Erdbeben 358 v.Chr. erzählt Libanios, daß die ersten Städtegründer den Göttern zunächst an einem falschen Ort opferten. Aber ein Adler und eine Schlange zeigten ihnen dann den richtigen Ort, an dem sie die Stadt dann bauten. Das erinnert stark an die 2. Gründungsmythe von Alexandreia Troas: Die wird dargestellt auf den Münzen, auf denen ein Adler den Kopf eines Bullen trägt.

Nach Memnon von Herakleia war Astakos ein Abkömmling der Spartoi (= die Ausgesäten), der Stammväter der Thebaner, die aus den Drachenzähnen gewachsen waren, die Kadmos ausgesät hatte. Astakos war der Vater des Ismaros, des Amphidikos, des Leades und des Melanippos, die sich bei der Verteidigung ihrer Vaterstadt im Krieg der Sieben gegen Theben auszeichneten. Er soll Astakos in Bithynien gegründet haben (Roscher)

Laut den Dionysiaka des Nonnos fand am Meerbusen von Astakos die erste Schlacht zwischen dem Heer des Dionysos und den Indern statt. Dionysos gewann die Schlacht, weil er das Wasser des Meerbusens in Wein verwandelte und damit die Inder trunken machte.

Die Nymphe Olbia soll auch eine Stadt Olbia gegründet haben, nicht das Olbia in Sarmatien, sondern bei Nikomedeia. Ob es sich dabei aber um eine selbständige Stadt gehandelt hat oder nur um den Beinamen bzw. den früheren Namen einer anderen bithynischen Stadt, wird immer noch diskutiert. Die Annahme, daß es sich dabei um Astakos handelt, liegt zwar nahe, aber es gibt dafür keine antiken Belege (Pauly)

Astakos war in der Antike berühmt für seine Hummern, die in den flachen Ufergewässern massenhaft gelebt haben müssen. αστακος (Astakos) ist der griechische Name für den Hummer. So spricht einiges dafür, daß die Mythe von der Stadtgründung durch Astakos nach dem Vorkommen des Hummers erfunden wurde und somit eine ätiologische Sage ist.

Astakos, die Stadt:
Astakos war am gleichnamigen Golf (heute Golf von Izmit) der Propontis (heute Marmarameer) gelegen, wobei der genaue Ort bis heute nicht bekannt ist. Deshalb ist die Lage von Astacus auf der hinzugefügten Karte etwas fragwürdig.

Gegründet wurde Astakos 712/11 durch Kolonisten aus Megara. Es war Mitglied des delisch-attischen Seebundes. Nach der Ansiedlung von athenischen Kolonisten verlor es seine Selbständigkeit. Durch Doidalses kam Astakos zuerst unter bithynische. Oberhoheit (etwa 405 v.Chr.). Zipoites (356-281), Sohn des Dynasten Bas, war der erste König von Bithynien. Er versuchte vergeblich, Astakos einzunehmen. Um seine Herrschaft zu vergrößern, kämpfte er u.a. gegen Strategen des Lysimachos und besiegte ihn selbst 281 in der Schlacht von Kurupedion, bei der Lysimachos ums Leben kam. Diese Schlacht beendete die Diadochenkriege und etablierte die hellenistische Staatenwelt. Lysimachos hatte bei seinem Krieg gegen Zipoites 281 Astakos zerstört. Kurz danach starb auch Zipoites. Sein Sohn Nikomedes I. folgte ihm auf dem Thron. 264 gründete er Nikomedeia, das er αντικρυ Αστακου (= altes Astakos) nannte, und siedelte die Einwohner der alten Stadt nach dort um. 74 v. Chr. gelangte es nach dem Tode König Nikomedes IV. testamentarisch ans Römische Reich.

Hinzugefügt habe ich eine Karte des antiken Bithyniens (Quelle: summagallicana.it)

Quellen:
(1) Nonnos, Dionysiaka
(2) Stephanos von Byzanz, Ethnika
(3) Libanios, Orationes
(4) Arrian, Die Fragmente der griechischen Historiker (FGrHist)
(5) Memnon, Die Fragmente der griechischen Historiker (FGrHist)

Literatur:
(1) Der Kleine Pauly
(2) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon (auch online)
(3) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und
römischen Mythologie (auch online)
(4) Wikipedia

Dank an Frank Dapsul für wichtige Literaturhinweise.

Mit freundlichem Gruß
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Do 28.02.19 21:32

Dione und das Orakel von Dodona

Nachdem ich vor kurzem diese Münze in meine Sammlung einreihen konnte, möchte ich hier die Ergebnisse meiner Recherchen darstellen.

Die Münze:
Epeiros, Ambrakia, 238-168 v.Chr.(?)
AE 18, 4.97g
Av.: Kopf der Dione, verschleiert und belorbeert, n.r.
Rv.: A - M / B - R
Obelisk des Apollo Agyieus auf doppelstufiger Basis, alles im Lorbeerkranz
Ref.: SNG Cop 23; SNG Munchen 525; SNG Evelpidis 1770; BMC Thessaly p. 94, 5
selten, S+, dunkelgrüne Patina, Korrosion

Anmerkung:
Apollo Agyieus (griech. αγυιευς = Hüter der Wege) war der Beschützer der Wege und der öffentlichen Plätze. Er wurde verehrt als baetylischer, oben spitzer Obelisk, der oft vor Hauseingängen stand, aber niemals in einem Tempel. Er wurde von Priesterinnen (Agyatiden) gepflegt und geschmückt mit Bändern und Lorbeerkränzen. Diese Säulen fanden sich aber auch auf den Bühnen bei griechischen Theaterspielen. Daß Apollo anikonisch als Steinsäule verehrt wurde, fand sich bereits bei den Hethitern, wo eine solche am Eingang eines Tempels in Bogazköy mit der Aufschrift "Apulunas" (= Apollo) gefunden wurde. In Kolophon finden wir den baetylischen Apollo Klarios.

Dione:
Mit Dione kommen wir in die älteste Mythologie Griechenlands. Etymologisch ebenso wie Zeus von griech. διος = göttlich abstammend, war sie zunächst weniger eine eigene Göttin, sondern als "die Göttliche" die weibliche Form des Zeus. Erst als sich die spätere griechische Mythologie entwickelte, wurde sie von Hera abgelöst. Ihre alte Stellung als gleichberechtigt neben Zeus behielt sie nur in Dodona.
Nach Hesiod war sie als Tochter des Okeanos und der Tethys eine Okeanide. Sie gehörte zu den vornehmsten Göttinnen. In den Homerischen Hymnen für Apollo wird erzählt, daß sie zusammen mit Themis, Rhea und Amphitrite der Leto bei der Geburt des Apollon auf Delos beigestanden hat.

Von Zeus hatte sie eine Tochter, die Göttin Aphrodite, die von Ovid (Fast.) selbst auch Dione genannt wurde. Homer erzählt in der Ilias, daß sich Aphrodite einmal in den Schoß ihrer Mutter Dione flüchtete, als sie von Diomedes verletzt worden war. Damals war es möglich, daß Sterbliche die Götter verletzen konnten! Dione tröstete sie damit, daß sie nicht die einzige sei, und sagte dem Diomedes eine glücklose Heimfahrt voraus.

In der "Geschichte Phöniziens" des Sanchuniathons, der vor derm Trojanischen Krieg gelebt hat, war Dione eine Tochter des Uranos und der Gaia. Sie war eine Schwester des El/Kronos. Später habe er ihr Byblos gegeben. Die tatsächliche Identität dieser Dione bleibt aber unklar. Es ist möglich, daß Sanchuniathon mit ihr die phönikische Göttin Ba'alat Gebal gemeint hat. Die Herkunft von Uranos und Gaia, also Himmel und Erde, wurde dann aber von den Orphikern übernommen.

In Pergamon hat mein eine Bronzetafel aus dem 3. Jh. n.Chr. gefunden, die Dione, Phoebe und Nyche als Heilgöttinnen nennen, und wohl als magisches Gerät benutzt wurde. In der Ilias erzählt Dione ihrer Tochter Aphrodite, daß sie einmal den Unterweltgott Plutos mit der Pflanze Paionia geheilt habe, als dieser in einem Streit von Herakles verwundet worden war. Ebenso habe sie den Ares geheilt, den Diomedes verwundet hatte. Da sie auch der Leto bei ihrer Geburt beigestanden hatte, wurde sie hier als Heilgöttin und Geburtshelferin aufgefaßt.

Dodona:
Dione ist ohne Dodona nicht zu denken. Dies ist auch der Grund, warum es Münzen mit dem Bild der Dione nur aus Epeiros gibt. Dodona in Epeiros war das älteste Orakel Griechenlands und eines der größten, nach Delphi das zweitgrößte. Bereits um 800 v.Chr. soll sich dort ein Zeusheiligtum befunden haben. Dort wurden Zeus Naios und Dione Naia nebeneinander verehrt. Naios heißt einfach Bewohner und zeugt von dem hohen Alter dieses Heiligtums. Seit Pyrrhos wurden dort auch Wettkämpfe augetragen, die Naia.

Die Priesterinnen ihres Heiligtums hießen Tauben, die der Aphrodite heilig waren. Später wurden sie als Dodonische Nymphen, die auch Zeus gesäugt haben sollen, zu Ammen des Dionysos. Deshalb findet sich Dione auch auf Vasenbildern mit bacchantischen Szenen.

Im Mittelpunkt des Orakels von Dodona stand die berühmte Eiche von Dodona. Sie sprach durch das Rauschen ihres Blätter und das Gurren von Tauben. Dies wurde dann von den Priesterinnen interpretiert. Die Besucher schrieben ihre Fragen auf Bleitäfelchen und warfen diese in einen Krug. Deshalb sind einige dieser Fragen bis heute erhalten geblieben und im Museum von Ioannina zum Teil nachzulesen. Bisher wurden ca. 4000 Bleitäfelchen gefunden, die einen unschätzbaren Einblick in die antike Orakelpraxis bieten. 2012 lagen allerdings viele noch unausgewertet in der Antikensammlung der Berliner Museen.

Diese Eiche spielte auch in der Argonautensage eine Rolle. Als die Argo mit Hilfe der Athena gebaute wurde, wurde Holz dieser Eiche in den Bug eingebaut. Das sollte durch die Kunst der Vorhersage die Argonauten vor Gefahren warnen (Apollonios von Rhodos). 392 n.Chr. wurde sie von christlichen Eiferern gefällt, die, wie wir wissen, eine Unzahl von zerstörten Kunstwerken auf ihrem Gewissen haben.

Ambrakia:
Der mythische Gründer von Ambrakia war Ambrax, Sohn des Thesprotos, aber nach Dionysos von Halicarnassos der Sohn des Dexamenos, Sohn des Herakles. Ovid erzählt in seinen Metamorphosen. daß er hier als König herrschte zu der Zeit als Aeneas auf seiner Flucht aus Troja zu ihm kam. Dabei bezeichnete er die Stadt "als im Götterstreit umkämpft." Das hat seinen Grund in der folgenden Mythologie, die wir von Antoninus Liberalis kennen und die er aus älteren Quellen geschöpft hat: Apollo, Artemis und Herakles stritten sich um die Herrschaft über diese Stadt. Weil sie sich nicht einigen konnten, zogen sie Kragaleus, den Sohn des Dryops, einen klugen und weisen Greis, der gerade seine Herden weidete, als Richter heran. Dieser sprach die Stadt dem Herakles zu, worauf Apollo ihn im Zorn in einen Felsen verwandelte. Die Ambriakoten opferten ihm jedesmal nach dem Fest des Herakles.

Im 3. Jh. v.Chr. machte Pyrrhos I. Ambrakia zur Hauptstadt seines Königsreichs Epeiros. Pyrrhos I. ist bekannt durch seine Aussage "Noch solch ein Sieg, und wir sind verloren!", den er nach Plutarch bei seinen verlustreichen Siegen gegen die Römer in Unteritalien (Graeca Magna) gemacht haben soll (von hier stammt der Ausdruck Pyrrhussieg)

Kunstgeschichte:
Dione ist dargestellt auf dem Ostgiebel des Parthenons in Athen. Dort liegt Aphrodite hingestreckt im Schoß ihrer Mutter, beide leicht umhüllt von in reichen Falten fallenden Kleidern. Vermutlich zeigt es die Szene, in der Dione ihre Tochter tröstet, nachdem Diomedes sie vor Troja verletzt hatte.
Weiter findet sich Dione auf dem Fries des Pergamonaltars (Pergamonmuseum in Berlin) der die Gigantomachia darstellt. An der Stelle, wo der Nordfries an den Ostfries anschließt, beginnt Aphrodite auf dieser Seite den Reigen der Götter. Da man sich den Fries fortlaufend vorstellen muß, kämpft sie an der Seite ihres Liebhabers Ares. Sie zieht gerade eine Lanze aus einem getöteten Giganten. Neben ihr kämpfen ihre Mutter, die Titanin Dione, von der leider nur noch Reste zu sehen sind, und ihr Sohn Eros.

Hinzugefügt habe ich
(1) ein Photo, der die Tempelanlage von Dodona zeigt. Im Hintergrund der
Tomarosberg
(2) Ein Photo vom Ostgiebel des Parthenons
(3) ein Photo des Details vom Pergamonaltar
(4) ein Photo der Bronzetafel aus Pergamon

Quellen:
(1) Hesiod, Theogonie
(2) Homer, Ilias
(3) Homerische Hymnen
(4) Apollodor, Götter und Helden der Griechen
(5) Apollonios von Rhodos, Argonautika
(6) Ovid, Fastes
(7) Ovid, Metamorphosen
(8) Plutarch, Kaiservitien
(9) Cicero, De natura deorum
(10) Pausanias, Reisen in Griechenland

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches Lexikon der Mythologie, 1770 (auch online)
(2) William Smith, A Dictionary of Greek and Roman biography and mythology,
1813-1893
(3) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und
römischen Mythologie, 1884-1937 (auch online)
(4) Barclay Head, Historia Numorum (HN), 1886 (auch online)
(5) Richard Wünsch, Antikes Zaubergerät aus Pergamon, 1905 (google books)
(6) Karl Kerenyi, Die Götter- und Menschengeschichten, 1978
(7) Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie
(8) Der Kleine Pauly
(9) Wikipedia

Mit freundlichem Gruß
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » So 03.03.19 15:40

Themis

Dese Münzen liegen schon lange in meiner Sammlung. Jetzt habe ich mich endlich dazu aufgerafft, etwas über Themis zu schreiben. Da sie eine bedeutende Göttin ist, wird dieser Artikel etwas ausführlicher.

1. Münze:
Kilikien, Korykos, Valerian I, AD 253-260
AE 32, 22.19g, 32.07mm, 135°
Av.: AV K ΠO - ΛIK OVAΛEPIAN / OC (im Feld)
Büste, drapiert und cürassiert, von vorne gesehen, mit Strahlenkrone, n. r.
Rv.: [KΩPV (im Abschnitt) - KIΩ TΩ - N AV] NAV[AP]
im oberen Feld untereinander XI / C
Dekorierter Preiskorb mit der Inschrift ΘEMIA, mit Palmzweig zwischen
Kerykeion li. und Aphlaston re., auf einem Tisch mit delphinförmigen Füßen,
unter dem Tisch bauchige Weinkanne mit Henkeln und langem Hals, auf der re.
Seite Dionysos, nackt, bekränzt, mit Nebris um die Hüften und in Stiefeln, nach
li. stehend, stützt sich mit der erhobenen Linken auf gebänderten Thyrsos und
hält in der herabhängenden Rechten Weintraubenbündel; li. zu seinen Füßen der
Panther mit erhobener re. Pfote nach li. sitzend und n. r. blickend
Ref.: BMC 21; SNG Levante 820; SNG Copenhagen 123; SNG Paris 1123; SNG von
Aulock 5686; Klose & Stumpf 259
fast VF/VF

Anmerkung:
Nach Edith Specht handelt es sich bei diesen kürbisförmigen Objekten nicht um Kronen oder Urnen, wie man oft liest, sondern um Preiskörbe.

Die Themia:
Die präsidierende Göttin der Themischen Spiele war die Göttin Themis, die Personifikation von Recht und Ordnung.
Themia bedeutet aber auch Einlage, gewöhnlich aus Geld, und die Themischen Spiele waren ungewöhnlich, weil der Preis für die Sieger aus Bargeld bestand, und nicht wie bei den anderen Spielen, bei denen der typische Preis Kränze, Wein, Öl oder Sellerie war.

Aus Side in Pamphylien gibt es eine Reihe von Münzen, auf denen eine weibliche Göttin dargestellt ist, die Stimmsteine in eine Urne fallen läßt. Diese Göttin wird nicht nur Athena genannt wird, sondern auch Themis, Themis-Athena und Athena-Themis, habe ich mich entschlossen, sie in diesen Artikel aufzunehmen. Sie unterscheidet sich von Athena dadurch, daß sie zwar behelmt ist, aber im Gegensatz zu ihr keinen Speer hält, sondern einen Palmzweig im li. Arm trägt. In Anazarbos wird sie die Themis des Koinobulions genannt. Das Koinobulion war die Versammlung der Stadträte (Gäbler).

2. Münze:
Pamphylia, Side, Valerian II. als Caesar, Sohn des Gallienus, 256-258
AE 30, 18.04g, 0°
Av.: ΠOV ΛIK KOP OVAΛEPIANON KAI CEB
Büste, drapiert und cürassiert, barhäuptig, n.r.; darunter Adler mit offenen
Flügeln n.r. stehend, Kopf n.l.
vor dem Kinn c/m E in kreisförmigem Incus (Howgego 805)
Rv.: CIΔHTΩN - NEΩKOPΩN
Themis-Athena, behelmt, in engem Peplos, frontal stehend, Kopf n.l., hält
Palmzweig über der li. Schulter und läßt aus der vorgestreckten Rechten einen
Stimmstein in eine Urne mit 2 Henkeln fallen; re. neben ihr ein Zweig mit
Granatapfel
ref.: cf. SNG Pfälzer Privatsammlungen 882 (Gallienus); wahrscheinlich unpubliziert
S/fast SS, Av. etwas rauh, Rv. mit teilweiser schwacher Prägung und deutlichen Spuren vom Glättungsprozeß vor der Prägung

Anmerkung:
Das E des c/m soll wahrscheinlich die Münze von 10 auf 5 Einheiten abwerten.
Münzen aus Side zeigen regelmäßig einen Granatapfel. Side heißt nämlich auf Pamphylisch Granatapfel, der so zum Symbol für Side wurde.
Wofür die Göttin hier abstimmt, ist nicht ganz klar. Gaebler meint, es sei die Abstimmung nach einem Wettkampf. Jedenfalls ist es ein ausdrücklich demokratisches Motiv (Pat Lawrence).

Etymologie:
Der Name der Themis hat die Wurzel θη- wie in τι-θη-μι (= setze, verordne). Themis ist also als "die Setzerin, die (Gesetze) setzt". Die Ableitung von phönikisch them (= aufrichtig, redlich) ist heute obsolet.

Mythologie:
Ihre Eltern waren Uranos und Gaia, Himmel und Erde, auch dies ein Beweis ihres großen Alters. Sie war damit älter als Zeus und die olympischen Götter. Als Titanide war sie sie eine Schwester der Tethys, der Rhea, der Mnemosyne, der Phoibe, der Dione und der Theia (Apollodor). So war sie auch eine Schwester des Kronos. Als Zeus sie zur Gemahlin nehmen wollte, floh sie vor ihm, wurde aber bei Ichnai in Makedonien von ihm eingeholt, wahrscheinlich, weil sie Spuren (ichnos) hinterlassen hatte.

Sie gebar dem Zeus die drei Horen Eunomia, Dike und Eirene (gerechte Ordnung, gerechte Vergeltung und Frieden) und die drei Moiren (Schicksalsgöttinnen) Klotho, Lachesis und Atropos (Hesiod. Theog.). In einer späteren Mythologie waren die Horen zunächst die zwei Jahreszeiten Thallo (blühen, für Frühling) und Karpo (reifen, ernten, für Sommer). Später gesellte sich noch Auxo (wachsen) dazu. Diese waren es auch, die Aphrodite nach ihrer Geburt aus dem Meeresschaum zuerst kleideten. Nach Aischylos war sie auch die Mutter des Prometheus.

Sie soll als erste die Wahrsagekunst eingeführt haben, was logisch ist, weil man nur dann Vorhersagen treffen kann, wenn die Zukunft geordnet ist und unveränderlich feststeht. Sie besaß als erste das Orakel von Delphi, das sie von ihrer Mutter Gaia bekommen hatte, zunächst zusammen mit Poseidon, solange, bis Apollo es nach der Tötung des Python übernommen hat. Ein anderes Orakel gab es in Kephisos in Boiotien, das in der Geschichte von Deukalion eine Rolle spielt (siehe dort). So konnte sie Zeus und Poseidon vor einer Vermählung mit Tethys warnen, indem sie ihnen vorhersagte, daß dann ihre Söhne größer werden würden sls sie selbst (Pindar, Oden).

Sie kann manchmal als Parhedros (Schutzgeist) des Zeus aufgefaßt werden. So rät sie ihm im Titanenkampf das Fell der Ziege Amaltheia (die Aigis) zu tragen, und in der Gigantomachia hilft sie ihm, die Giganten aufzuspüren, indem sie deren Spuren (ichnos) verfolgt.

Sie ist beteiligt bei der Erziehung des kleinen Zeus, dann zusammen mit Rhea, Dione und Amphitrite bei der Geburt des Apollo, ernährt ihn mit Nektar und Ambrosia, und hilft der Aphrodite bei der Geburt der Beroe (Nonnos, Dionysiaka). So wird sie oft als Geburtshelferin angesehen. Römische Mythologen identifizierten sie deshalb manchmal mit Carmenta, einer Göttin, die ursprünglich eine Helferin der Gebärenden war und auch für ihre Wahrsagekunst bekannt war. Einige meinen, daß dies nur erzählt wurde, weil ihre Verbindung zu Zeus unschicklich gewesen sei, da sie ja die Schwester des Kronos, des Vaters von Zeus, war.

Nachdem Themis die Hochzeit der Tethis mit Zeus und Poseidon verhindert hatte, riet sie dem streitenden Brüderpaar, der Tethis den Helden Peleus zum Mann zu geben. So sehr Tethis sich auch wehrte, unterlag sie schließlich dem Peleus. Aus dieser Verbindung ging dann Achilleus hervor, der größte, aber kurzlebige Held vor Troja. Bei ihrer Hochzeit aber, die Pindar schildert, warf Eris den goldenen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten" zwischen die Göttinnen Hera, Athena und Aphrodite, die schließlich Paris aufforderten, ihren Streit zu schlichten, was dann schließlich zum Trojanischen Krieg führte.

Tatsächlich aber gab es eine Vorgeschichte: Gaia, die Mutter der Themis, hatte sich bei ihr beklagt, daß sie die Last der zu vielen Menschen nicht mehr tragen könnte. Da gab Themis dem Zeus den Rat, einen großen Krieg anzuzetteln, um ihrer Mutter zu helfen. Und so kam es zum Trojanischen Krieg, der also nicht erst durch den Raub der Helena ausbrach, wie man meint, sondern den Zeus und Themis von langer Hand geplant hatten. Dies wird ausführlich in den Kyprien erzählt, die die Zeit vor dem Trojanischen Krieg schildern. Homer wird sie gekannt haben. Deshalb ist Raoul Schrott in seiner neu übersetzten Ilias auch der Meinung, daß mit der Anrufung der Muse zu Beginn des Epos Themis gemeint ist; "Groll verkünde, Themis, über Peleus’ Sohn Achilleus und seinen Zorn"

Eine wichtige Rolle spielt Themis dann noch in der Sage von der großen Deukalischen Flut. Doch das möchte ich in einem eigenen Exkurs behandeln.

Hintergrund:
Themis ist die Personifikation eines abstrakten Begriffs, eine höhere Macht, die noch über den Göttern steht, unverrückt von Urzeiten her, die Verkörperung einer heiligen Ordnung. Sie stammt aus einer Zeit, als es noch nicht hieß: "Nichts ist gewaltiger als der Mensch" (Sophokles, Antigone). Ohne diese heilige Ordnung kann keine Gesellschaft bestehen. Zu dieser Ordnung gehört grundsätzlich die Ehe und die der Natur innewohnende Regel im Umgang der Geschlechter, wozu auch die Schamhaftigkeit gehört (Pindar). Deshalb haben ihre Töchter, die Horen, auch sofort die aus dem Meer auftauchende Aphrodite bekleidet. Dazu gehört das Einhalten von Eiden und Verträgen. Sie ist die Hüterin des Gastrechts und sorgt für den Schutz des Hilfebedürftigen. Sie schützt sogar den um Blutsühne flehenden Mörder an ihrem Altar.

Themis sorgt für den Gottesfrieden, der während der olympischen Spiele herrscht, etwas was es in unserer Zeit nicht mehr gibt. Sie ist zuständig für den korrekten Ablauf eines Agon, und deshalb sehen wir sie z.B. auf den Münzen von Anazarbos, Tarsos oder von Side, wie auf der Münze oben. Sie ist überhaupt zuständig für die Einberufung von Versammlungen, der Agora oder dem Koinoboulion.

Themis straft die Hybris. Deshalb ist die Tat des Tantalus, der den Göttern, auch der Themis, seinen Sohn Pelops als Speise vorsetzt, so furchtbar. Das fordert ihre schwerste Rache heraus. Und damit kommt sie in engste Berührung mit Nemesis: Wenn Themis verletzt wird, wird sie von Nemesis gerächt. Daher werden beide Göttinnen zusammen in Rhamnous verehrt.

Kunstgeschichte:
Pausanias kennt noch das Standbild aus Goldelfenbein aus dem Heraion in Olympia und die Marmorstatue aus Theben. In Troizen wurden sogar mehrere Themides verehrt! Erhalten geblieben ist aber nur ein kolossales Standbild aus Rhamnous im Norden von Attika, das heute im Nationaltheater in Athen steht. Ihr fehlt dabei die li. Hand, in der sie wahrscheinlich eine Waage hielt.

Dort wurde sie zusammen mit Nemesis verehrt, wobei später Nemesis in den Vordergrund rückte. Der Kult in Rhamnous wurde 399 n.Chr, durch einen Erlaß des oströmischen Kaisers Arcadius verboten, der die Zerstörung der verbliebenen "heidnischen" Tempel anordnete.
Abgebildet ist sie auf dem Fries auf dem Pergamonaltar in Berlin, wo aber nur noch Teile des Chiton und des Mantels zu sehen sind.

Ausgesucht habe ich
(1) ein Bild der Statue der Themis des Chairestatos, 315 v.Chr., aus pentelischem Marmor (aus dem Store norske leksikon, Lars Maehlum)
(2) und zusätzlich das Tondo auf einer attisch rotfigurigen Kylix, die dem Kodros Maler zugeschrieben wird, ca. 430 v.Chr., hochklassisch, heute in der Antikensammlung Berlin. Zu sehen ist der kinderlose König Aigeus, dem Themis gerade die Geburt eines Sohns vorhersagt. Die Göttin sitzt auf dem delphischen Dreifuß in der Rolle der Pythia, der Prophetin dieses Orakles. Sie hält eine Phiale in der einen Hand und einen Lorbeerzweig in der anderen.

Quellen:
(1) Hesiod, Theogonie
(2) Apollodor, Bibliotheke
(3) Homer, Ilias
(4) Pindar, Oden
(5) Aischylos, Der gefesselte Prometheus
(6) Sophokles, Antigone
(7) Kyprien
(8) Nonnos, Dionysiaka

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisxhes Lexikon, 1770 (auch online)
(2) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und
römischen Mythologie, ab 1884 (auch online)
(3) Karl Kerenyi, Die Götter- und Menschheitsgeschichten, dtv
(4) Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie, rororo
(5) Der Kleine Pauly
(7) H. Gaebler, Die Losurne in der Agonistik, ZfN 39 (1929)
(8) Edith Specht, Kranz, Krone oder Korb für den Sieger, in "Zeitschrift für klassische
Archäologie 14/III/2000
(9) Ilias. Neu übertragen von Raoul Schrott. Hanser, München 2008

Online-Quellen:
(1) theoi.com
(2) Wikipedia

Mit herzlichen Grüßen
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Fr 15.03.19 01:07

Exkurs: Deukalion und Pyrrha

Die Mythologie von Deukalion und Pyrrha ist so umfassend, daß ich sie aus dem Artikel über Themis ausgliedern und sie in einem eigenen Exkurs zusammenfassen mußte.

Hintergrund:
Die Sage von der Deukalischen Flut stammt aus dem Osten, wahrscheinlich aus Mesopotamien. Dort gibt es das gewaltige Gilgamesch-Epos, in dem Utnapischtim gerettet wird, und die Geschichte von Noah, die im 1. Buch Mose, im AT der Bibel geschildert wird. In Griechenland hatten diese Flutsagen eine eher geringe Bedeutung und ihre Überlieferungen waren so widersprüchlich, daß schließlich drei große Fluten unterschieden wurden (Nonnos, Dionysiaka):

1. Die Flut des Ogygos
2. Die Deukalische Flut, und
3. die Flut des Dardanos

Daß die Sintflut durch den Ausbruch des Vulkans von Santorini ausgelöst wurde (sog. minoische Eruption vor 3600 Jahren), ist nicht möglich, weil die Mythen von der Sintflut älter sind. Die neue Hypothese, daß die Sintflut den Durchbruch des Mittelmeers durch den Bosporus ins Schwarze Meer beschreibt, ist interessant, wird aber von den meisten Wissenschaftlern abgelehnt.

Die Zeitalter:
Die Deukalische Flut ist die mittlere. Um sie zu verstehen, müssen wir etwas über die Menschheitsgeschichte hören, die uns Hesiod. erzählt. Nach ihm gab es vier Menschengeschlechter, die in vier aufeinanderfolgenden Zeitaltern gelebt haben.

Das erste war das goldene Zeitalter. Es stand unter der Herrschaft des Kronos. Die Menschen stammten von den Göttern ab und lebten auch wie die Götter selbst, ohne Mühen und Sorgen. Es war eine Art von Garten Eden. Alter und Krankheiten waren ihnen unbekannt. Sie starben wie im Schlaf und wurden danach zu guten Geistern, die die Menschen beschützen..

Das zweite Geschlecht, das silberne, wurde von den Olympiern geschaffen und war minderwertiger als das goldene. Hier lebten die Menschen hundert Jahre wie kleine Kinder bei ihrer Mutter, dann benahmen sie sich für eine kurze Zeit wie Narren und Verrückte, ehrten die Götter nicht, und gingen zugrunde. Sie werden von den Menschen aber noch als Selige verehrt.

Dann schuf Zeus ein drittes Geschlecht: das bronzene. Diese Menschen waren stark und furchtbar. Sie bauten alles aus Bronze, weil es Eisen noch nicht gab. Ihre Häuser waren aus Bronze, ihre Waffen und alles Gerät. Sie kämpften ständig gegeneinander und löschten sich so selbst aus und kamen in den Hades.

Nachdem sie durch ihre eigene Hand untergegangen waren, kam ein viertes Menschengeschlecht, das eiserne, das auch heute noch besteht. Die Menschen machten alles aus Eisen und hörten nicht auf zu arbeiten, Tag und Nacht, und kämpften gegeneinander ohne Ende. Die Eltern achteten nicht mehr ihre Kinder und die Kinder nicht ihre Eltern. Es gab keine Gastfreundschaft mehr und Versprechen wurden nach Belieben gebrochen. Auch dieses Geschlecht wird eines Tages böse enden, Aidos (Scham) und Nemesis werden die Menschen verlassen, damit die Menschheit schutzlos zugrunde geht. Dike (Gerechtigkeit) habe sich bereits in die Berge zurückgezogen, da die Menschen sie nicht mehr achteten. Als es noch schlimmer wurde, habe sie die Erde verlassen und ist am Himmel als Jungfrau sichtbar (Pindar).

Die Deukalische Flut:
Zeus wollte sich selbst überzeugen, ob die Menschen wirklich so schlecht waren, und kam zu Lykaon, dem König von Arkadien. Der wollte die Klugheit des Gottes prüfen und setzte ihm das Fleisch eines getöteten, unschuldigen Gastes vor. Da zerstörte Zeus sein Haus mit einem Blitz und verwandelte ihn in einen Wolf. Die Menschen aber beschloß er zu vernichten, nicht durch Feuer, weil das den Himmel hätte entzünden können, sondern durch eine Wasserflut über Griechenland, sodaß alle Menschen und Tiere ertranken. Bis auf Zwei: Deukalion und Pyrrha.

Deukalion, Sohn des Prometheus und der Klymene, war König über die Phthiotis in Thessalien (Strabo) und hatte Pyrrha (die "Rothaarige"), Tochter des Epimetheus und der Pandora, zur Frau. Diese beiden waren die gerechtesten und frommsten Menschen auf Erden. Prometheus riet ihnen, einen hölzernen Kasten zu zimmern, den Deukalion und Pyrrha bestiegen. Als die Flut nach 9 Tagen endete, landeten sie am Parnaß (nach anderer Überlieferung am Othrys). Als Zeus die Geretten sah, beendete er die Flut, indem er ein tiefes Loch machte, in dem das Wasser ablief. Dieses Loch war noch 1000 Jahre später im Heiligtum von Olympia zu sehen.

Deukalion stieg aus der Arche und opferte dem Zeus Phyxios. Dieser schickte ihm den Hermes und stellte ihm eine Wunsch frei. Er bat um Menschen und im Heiligtum der Themis am Fluß Kephissos erhielten sie die Weisung, ihre Häupter zu bedecken und die Knochen ihrer Mutter hinter sich zu werfen. Sie erkannten, daß Themis damit ihrer aller Mutter Erde gemeint hatte. So warfen sie Steine hinter sich und aus den Steinen des Deukalion entstanden die Männer, aus denen der Pyrrha die Frauen. Deshalb waren die neuen Menschen "ein hartes Geschlecht, in Drangsal erfahren“. Die alten Griechen meinten, daß ihr Wort für Volk (λαοι) sich von Stein (λαες) herleite, wie wir heute wissen eine sog. Volksetymologie.

Apollodor berichtet in seiner Bibliotheke, daß auch andere Menschen, die sich auf Berge gerettet hatten, überlebten: Megaros, Kerambos und die Einwohner von Parnassos, von denen einige nach Arkadien auswanderten und dort die schrecklichen Bräuche Lykaons wuieder aufleben ließen. So war die Flut wenig nützlich gewesen.

Deukalion baute nach seiner glücklichen Rettung den ersten Tempel für Zeus in Athen und wurde nach seinem Tod dort auch bestattet (Pausanias). Er hatte mit Pyrrha fünf Kinder, Protogeneia, Hellen, der zum Stammvater der Griechen (Hellenen) wurde, Graikos, Thyia und Orestheus, vielleicht auch noch Amphiktyon.

Kunstgeschichte:Die Darstellung von Deukalion und Pyrrha in der Antike ist selten. Ich habe nur die Erwähnung eines Stuckreliefs aus Ostia, um 120 n.Chr., gefunden. Aber in der Renaissance wurde dieses Thema aufgegriffen. Es gibt Bearbeitungen dieses Motivs von Schiavone (1563, Galleria Nazionale in Parma), von Tintoretto (um 1541, Modena, GE; 1543/44, Padua, Mus. Civico) und später bei Rubens (1636, Prado) und Giovanni Benedetto Castiglione (1655, Denver Art Museum), um nur die wichtigsten zu nennen.

Ausgewählt habe ich die Gemälde von Rubens und von Castiglione.

Interessant ist weiter eine Marmorskulpur "Pyrrha oder die Bevölkerung" von 1773, die heute im Louvre steht. Sie zeigt Pyrrha und die durch ihre Steinwürfe entstandenen Menschen, hier durch Kinder dargestellt. Sie wurde von Abt Terray, dem letzten Finanzkontrolleur Ludwigs XV. und und kurzzeitigen Direktor der Königsgebäude vor der Ankunft Ludwigs XVI. in Auftrag gegeben. Bevölkerung ist hier verbal gemeint, nicht im Sinne von "Gesamtzahl der Bewohner", sondern von "Bevölkern", wie in der Peuplierungspolitik Friedrich des Großen. Diese Peuplierung war ein wichtiges Instrument der Bevölkerungspolitik im Absolutismus.

Quellen:
(1) Hesiod, Theogonie
(2) Apollodor, Bibliotheke
(3) Ovid, Metamorphosen
(4) Pausanias, Reisen
(5) Strabo

Literatur:
(1) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon (auch online)
(2) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie (auch online)
(3) Der Kleine Pauly
(4) Karl Kerenyi, Die Mythologie der Griechen
(5) Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie
(6) Aghion/Barbillon/Lissarrague, Reclams Lexikon der antiken Götter und Heroen in der Kunst, 2000

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) theoi.com

Mit freundlichen Grüßen
Dateianhänge
Peter_Paul_Rubens_-_Deucalion_and_Pyrrha,_1636.jpg
300px-Giovanni_Benedetto_Castiglione_-_Pyrrha_and_Deucalion_-_WGA4550.jpg
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Fr 15.03.19 01:08

Inhaltsverzeichnis

Beiträge in kursiv beziehen sich auf römische Mythologien!

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Apollo Smintheus
Amphilochos
Apollo Sauroktonos - der Eidechsenkiller
Apollo Lykeios
Apollo Lykeios - oder nicht?
Marsyas
Die zwei Nemeseis von Smyrna
Der Raub der Persephone
Der Schlangenkult des Alexander von Abounoteichos
Agathodaimon
Haimos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=15
Astarte, oder Ba'alat Gebul, die Herrin von Byblos
Baetyl, der heilige Stein
Ein seltener Denar Elagabals
Erichthonius, König von Athen
Triptolemos
Dionysos
Kantharos und Thyrsos
Dionysos und der Panther

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=30
Aphrodite Pudica
Priapos
Die Stymphalischen Vögel - eine antike Vogelgrippe?
Einige Bemerkungen zu Liber
Asklepios und Telesphoros
Die Unterweltgötter
Die Ägis
Das Gorgoneion

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=45
Harpokrates
Der Reichtum Thrakiens
Hercules Deusoniensis und Hercules Magusanus
Der 'Nabel der Welt'
Die Schlacht der Giganten

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=60
Ma-Enyo - die archaische Kriegsgöttin
Vulcanus (griech. Hephaistos)
Ares, der blutrünstige Schlächter
Hermes - der Grenzgänger
Dea Caelestis - die alte Stadtgöttin von Karthago
Kybele - die große Erdmutter
Men - der anatolische Mondgott
Eine seltsame Darstellung des Asklepios
Der Schwerttanz der Kureten
Dionysos als Säugling
Der Argaios - der heilige Berg Kappadokiens

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=75
Die Dioskuren - das göttliche Bruderpaar
Melikertes und die Isthmischen Spiele
Die Catanischen Brüder I
Omphale - Besitzerin und Geliebte des Herakles
Der Herakles Farnese
Das Erbe der griechischen Mythologie in der modernen Literatur
Der Wahnsinn des Aias
Kronos - der Vater der Götter
Asteria - die Sternengöttin
Perseus und Andromeda

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=90
Der ephesische Eber
Der kalydonische Eber
Einige Bemerkungen zu den Flußgöttern
Der Garizim - der heilige Berg von Samaria
Die geheimnisvollen Kabiren
Herakliskos Drakonopnigon - Der junge Herakles erwürgt die Schlangen
Hercules (Herakles) und die Äpfel der Hesperiden
Atargatis oder Dea Syria, die Große Syrische Göttin

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=105
Orpheus zähmt die wilden Tiere
Telephos - der Sohn des Herakles
Dionysos und Nikaia - Die Gründersage von Nicaea
Dido - Die Gründerin von Karthago
Battos - der untreue Hirt
Kadmos - Gründer von Theben
Darzalas - Der Große Gott von Odessos
Melqart-Herakles

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=120
Hercules Romanus
Tereus und Prokne

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=135
Tyros und die 'ambrosischen Felsen'
Artemis Tauropolos und Iphigenie
Aias, der Lokrer
Leda und der Schwan
Europa und der Stier
Tomos - der Ktistes
Hippolytos und Phaidra
Rhea Silvia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=150
Eine interessante Darstellung des Zeus-Ammon
Bellerophon
Pegasos
Alpheios und die Nymphe Arethusa
Die Sage von Arne
Die Laren

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=165
Artemis und Kallisto
Artemis Ephesos
Die weiße Sau von Lavinium
Die Catanischen Brüder II

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=180
Hermanubis
Der Raub der Sabinerinnen
Die Heimkehr des Odysseus
Herakles mit Kantharos
Einige Anmerkungen zu Pan
Miletos - der Gründer von Milet
Herakles und der Nemeische Löwe
Venus Verticordia
Zeus Kasios

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=195
Zeus Kataibates
Venus Cloacina
Achill gegen den Flußgott Xanthos
Herakles und der Riese Antaios
Anna Perenna
Juppiter Optimus Maximus
Der schöne Ganymedes
Protesilaos
Die drei Grazien

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=210
Diomedes
Juno Sospita
Skylla
Apollo mit Doppelaxt
Nachtrag zur Gigantomachia
Die Amazonen
Cheiron, der weise Kentaur
Die Kentauren
Apollo Patroos
Hekate Triformis

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=225
Poseidon und die Nymphe Beroe
Ino-Leukothea
Einige Anmerkungen zu Mithras
Hektor - der Held von Troja
Juno Caprotina
Der Thrakische Reitergott Heros
Triptolemos II
Der unglückliche König Kyzikos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=240
Hylas - der Liebling des Herakles
Aphrodite Urania
Sandan von Tarsos
Diana Nemorensis
Acca Larentia
Apollo Smintheus und der Hirte Ordes
Hera Lakinia
Euthenia/Abundantia
Die ägyptische Sphinx
Der Nil

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=255
Agathodaimon und Uräus-Schlange
Die Kronen Ägyptens
Zeus Olbios und das Priesterkönigtum Olba
Einige Anmerkungen zu Nemesis
Der Stern von Bethlehem: Mythologie oder nicht?
Tellus
Die Sage von Tereus und Prokne
Mars und Rhea Silva
Faustulus und die Zwillinge
Romulus und der erste Triumph

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Byzas - der Gründer von Byzanz
Die Sibylle Herophile
Der Stimmstein der Athena
Der Garten der Hesperiden
Der Dionysoskult in Nysa-Scythopolis
Eshmun - der phönikische Heilgott
Die vorislamische Göttin Allat
Die Flucht des Aeneas aus Troja

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=285
Pyramus und Thisbe
Der Genius
Der Genius Cucullatus und Christophorus
Hestia
Vesta
Ariadne
Artemis mit Kind
Die 12.Arbeit des Herakles: Die Gefangennahme des Kerberos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=300
Die Samische Hera
Shamash - Der babylonische Sonnengott
Eine Gründungssage von Lanuvium

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=315
Doros - Sohn des Poseidon
Ares und Aphrodite
Der gefesselte Ares

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=330
Volcanus
Hephaistos
Der trunkene Hephaistos
Leto - Mutter der Zwillinge Apollo und Artemis
Der Alpdämon Ephialtes

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=345
Androklos
Ptah - Der Schöpfergott aus Memphis
Veiovis und Amaltheia
Die Sibylle Mantho
Die geheimnisvollen Pygmäen
Poseidon und Troja

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=360
Hadad - Jupiter Heliopolitanus
Io/Hathor (und Marnas)
Saturn - der römische Gott des Ackerbaus
Herakles und der Kretische Stier
Artemis Perasia, die alte Kubaba
Apollo Philesios und der bewegliche Hirsch des Kanachos
Fortuna muliebris
Die griechische Sphinx

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=375
Derketo und Triton(?)
Juno Martialis
Einige Bemerkungen zum Phoenix
Der Sothische Zyklus
Amor und Psyche

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=390
Einige Anmerkungen zu Eros
Der griechische Sonnengott Helios
Aphrodite Stratonikis
Gordios - der Gründer von Gordion
Minos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=405
Die Greife
Tyche Euposia
Apollo Karinos, ein steinerner Apollo
Apollon Iatros - Apollon der Arzt
Apollon Klarios und das Orakel von Klarios

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=420
Silen und Dionysos
Wer steht zwischen Asklepios und Hygieia?
Zeus Syrgastes
Pelops und der Fluch der Atriden
Einige Bemerkungen zur Aeternitas

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=435
Aphrodite Aphrodisias
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Mythologiebuch -------------------------------------------
Thoth, Hermes Trismegistos
Exkurs: Die Orphiker
Der Caduceus (das Kerykeion)
Die Mythologie von Tenedos
Tyana
Maron - der Eponym von Maroneia
Die Heimkehr des Odyssseus
Exkurs: Die Insel der Phäaken - das Atlantis Homers?
Die sog. Tyche von Antiochia
Das schreckliche Schicksal der Tarpeia

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=450
Janus - der Gott mit den 2 Gesichtern
Exkurs: 'Die Trauernde Penelope' - Ein Nachtrag zur 'Tyche'
Phrixos und Helle
Exkurs: Die Dardanellen
Der stehende Wassergott von Savatra
Zeus Olybrios
Philoktetes - die Geschichte eines Einsamen und Gequälten
Midas (und Mida)
Athena Itonia
Herakles und der Kerberos

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=465
El/Kronos von Byblos
---------------------------------------------------------- bis hierher befinden sich die Artikel im Ergänzungsband -------------------------------------------
Pygmalion
Exkurs: ELIZA von Joseph Weizenbaum
Theseus, der Nationalheld der Athener
Rhodope und das Kaninchen - Eine Schönheit aus Markianopolis*
Die Ichthyokentauren
Otreus und Aineas

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=480
Apollo Karneios
Pallor - Die Göttin der Blässe und der Furcht
Einige Bemerkungen zum Hahn
Phemios und die Ainianen
Jupiter Stator

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=495
Die Vergil-Münzen des Carausius

viewtopic.php?f=6&t=11926&start=510
Talos - Der erste Roboter der Geschichte
Exkurs: Mensch und Maschine
Der phrygische Reitergott Sozon
Astakos - Gründermythe von Nikomedeia
Dione und das Orakel von Dodona
Themis
Exkurs: Deukalion und Pyrrha
Inhaltsverzeichnis

*ebenfalls im Ergänzungsband
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Fr 15.03.19 01:14

Ich wollte Altamura2 wieder einmal zeigen, wie ich mir Artikel in diesem Thread vorstelle.

Jochen
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