Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon beachcomber » Mo 21.07.08 19:24

hallo caligula66,
das ist ja das schlimme daran - man sieht es nicht!
erst wenn ein zwilling auftaucht( wie in diesem fall) weiss man es genau.
man sollte also ab und zu mal bei forgerynetwork vorbeischauen.
hier der link zu den 'zwillingen' :
http://www.forgerynetwork.com/asset.asp ... 5ucg/HQ/Q=
grüsse
frank
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Beitragvon diwidat » Mo 21.07.08 21:18

Meinen Perser habe ich auch erst als Fälschung erkennen können, nachdem ich seinen Zwilling erwerben konnte.

Diese beiden hatten mich dann auch veranlasst, meine Fälschungen zu sammeln, statt sie zu verdammen - was mir bisher auch schon oft geholfen hat.
Dateianhänge
Sassaniden-Zwilling.jpg
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Beitragvon caligula66 » Di 22.07.08 19:18

Tja, aber wie könnt ihr so sicher sein, das es Fälschungen sind? Nur weil es Zwillinge sind? Aus einem Prägestempel sind nun mal einige hundert Münzen geschlagen worden bis er abgenutzt war...
viele Grüße

Caligula66
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Beitragvon beachcomber » Di 22.07.08 19:21

caligula,
diese münzen sind nicht stempelgleich, die sind auch 'schrötlingsgleich' :)
d.h. sie kommen aus der gleichen gussform, und sind damit offensichtlich falsch!
grüsse
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Beitragvon curtislclay » Di 22.07.08 19:38

Zwei von denselben Stempeln geprägten antiken Münzen haben nämlich NIE genau dieselben zufälligen Merkmale, z.B. Schrötlingsform und -grösse, Randrisse, Zentrierung, Prägeschwächen, Abnutzung, Beschädigungen usw.
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Beitragvon cepasaccus » Di 22.07.08 19:44

Also die Schroetlingsform sieht fuer mich schon unterschiedlich aus. Da waere meine Frage wie sowas bei einem Guss zustande kommt. Die Praegung selbst ist aber eindeutig identisch, was bei richtiger Praegung nicht passieren sollte.

valete
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Beitragvon 4037lech » Di 22.07.08 19:57

Münze wird abgeformt. mit diesem Stempel werden auf Wachskugeln die Münzrohlinge geformt. Schleuderguss, fertig.

Schon hast du unterschiedliche Formen der Schroetlinge. Bei geschickter Wachsmischung kannst du das Wachs so spröde machen, du sogar Risse und Ausbrüche entstehen.

Grüsse aus München
Richard
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Beitragvon cepasaccus » Di 22.07.08 20:21

Ah, danke!
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Beitragvon diwidat » Di 22.07.08 20:45

Bei einer Exkursion in eine pforzheimer Goldschmiedewerkstatt wurde uns gezeigt, dass die Originale (dank moderner Techniken) in Silikon abgeformt werden (sogar Hinterschneidungen sind möglich), nach der Entfernung des Originals wird die Form mit Wachs gefüllt, und dann (nach dem Erhärten) das Wachs-Modell in einer Art Gips eingebettet.

Nach Erwärmung der Gipsform fließt das Wachs heraus (die Ashanties lassen grüßen) und das flüssige Metall hinein.

Die Form in eine Schleuder eingebaut ergibt dann einen Schleuderguss.
Auf diesem Wege werden komplizierte Schmuckformen (Ringe - Broschen) gefertigt.
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Beitragvon flar » Do 24.07.08 08:37

Was haltet Ihr hiervon ?

http://cgi.ebay.de/QUINTILLUS_W0QQitemZ ... dZViewItem

Ich suche noch einen kostengünstigen Quintilus, bin mir hier aber nicht wirklich sicher. So richtig schön ist er nicht, würde mir aber ersteinmal reichen.

Danke
flar
 
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Beitragvon Iotapianus » Do 24.07.08 10:56

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wenn die Münze für wenige Euro zu haben ist, liegt kein Risiko darin.
Da die Münzen des Quintillus trotz der sehr kurzen Regierungszeit (realistisch 2-3 Monate; die Historia Augusta spricht von nur 17 Tagen, was angesichts des Münzen-Outputs auszuschließen ist) sehr häufig sind, kann man natürlich ein viel besseres Stück bekommen, ohne Hypotheken aufnehmen zu müssen.

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Beitragvon flar » Do 24.07.08 11:46

Stimmt: Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Was die Regierungszeit betrifft, stimme ich Dir zu. Man geht inzwischen wohl von 77 Tagen aus.
Hypotheken gehen bei mir sowieso nicht.

Aber wen einer mal einen "schöneren" kostengünstigen Quintillus hat, bitte bei mir melden.

Echt dürfte der gezeigte sein ?

Gruß flar
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Beitragvon nephrurus » Do 24.07.08 15:00

flar hat geschrieben:Echt dürfte der gezeigte sein ?

Gruß flar


zweifellos
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Beitragvon Chandragupta » Fr 25.07.08 10:52

Iotapianus hat geschrieben:Da die Münzen des Quintillus trotz der sehr kurzen Regierungszeit (realistisch 2-3 Monate; die Historia Augusta spricht von nur 17 Tagen, was angesichts des Münzen-Outputs auszuschließen ist) sehr häufig sind, kann man natürlich ein viel besseres Stück bekommen, ohne Hypotheken aufnehmen zu müssen.

Zu letzterem zuerst: So richtig "supergute" (vollrandige, beidseits(!) komplett scharf ausgeprägte, nicht korrodierte, ...) Quintilli kosten schon was. Mein Prachtstück (ich muß den mal ordentlich ins Licht setzen - allerdings nicht hier in der Fälschungsgalerie ;) !) hat 1994 auch gleich über 100,- DM gekostet - aber der ist eben einfach nur suuuuuper, relativ zum Durchschnitt gesehen. Das Stück in der Auktion ist aber nicht wirklich schlecht. Halt "bessere Durchschnittsware", nur der Rv ist sehr, sehr flau geprägt, aus ganz abgenutztem Stempel (wie oft bei Quintillus). Unter 10,- € + Versand ist aber ein guter Preis.

Zur Regierungszeit:

In den antiken Quellen sind für Quintillus sowohl 17 als auch 77 Tage überliefert - und m.E. sind beide (ja jeweils hochkonkreten!) Angaben richtig! ;) Ja, echt... Und zwar ist das wohl einfach wie folgt:

Die "eigentliche" Regierungszeit als Kaiser (also wo Quintillus Münzen prägte - d.h. von seiner Ausrufung bis zu seinem Tod) kommen gemäß des Prägeumfanges der Münzen mit 77 Tagen recht perfekt hin. Die Münzen des Claudius II sind roundabout 7-mal häufiger, und der hat ca. 15 Monate regiert: paßt!

Die 17 Tage hat Zonaras wohl einfach aus einer Tabelle der dies imperii: Und zwischen dem Tag der Ausrufung des Quintillus zum Kaiser und der als Reaktion darauf erfolgten Ausrufung des Aurelian zum damals noch "Gegenkaiser", als er von dieser Tatsache Kenntnis bekam, lagen wohl (man berücksichtige die Nachrichtenlaufzeiten in der Antike...!) in der Tat 17 Tage. Und da die Geschichte bekanntlich immer von den Siegern (hier: Aurelian) geschrieben wird und er also dann auch SEINEN dies imperii entsprechend feierte, war Quintillus so gesehen nur 17 Tage (alleiniger) Kaiser. Auch wenn er dann erst 60 Tage nach der Ausrufung Aurelians aufgrund seiner ausweglosen Situation Selbstmord beging.

"Numismatisch gesehen" sind's aber wirklich über 2 Monate Regierungszeit des Quintillus, ja. Und es war der absolute Gipfel der Hochinflation!! Deshalb sind seine Münzen so häufig.

Nachtrag bzgl. Fälschungsproblematik:

Ich habe mich sehr lange mit Römern befaßt, und dabei schwerpunktmäßig sogar gerade mit dieser Epoche (also etwa 250...275 u.Z.), aber interessanterweise habe ich noch nie einen gefälschten Quintillus-Antoninian gesehen! Wer kennt sowas überhaupt? (Dafür kenne ich aber diverse gefälsche Gallienus- und Aurelian-Antoniniane.)
Zuletzt geändert von Chandragupta am Fr 25.07.08 13:18, insgesamt 1-mal geändert.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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Beitragvon Chandragupta » Fr 25.07.08 11:00

diwidat hat geschrieben:Meinen Perser habe ich auch erst als Fälschung erkennen können, nachdem ich seinen Zwilling erwerben konnte.

Diese beiden hatten mich dann auch veranlasst, meine Fälschungen zu sammeln, statt sie zu verdammen - was mir bisher auch schon oft geholfen hat.

Hier solltest Du mal bei "Sonstige Antike Münzen" einen Link setzen.

Ich kenne das Ding.

Kreuzgefährlich! :( :evil:

Und in Massen "am Markt". Gerne auch in "Grabbelkisten"...
Numismatische Grüße,

Euer Chandra
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