Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderatoren: chinamul, Homer J. Simpson

Beitragvon beachcomber » Fr 09.01.09 20:17

Ich teile ja ebenfalls die Ansicht, daß antike Münzen bzw generell alle Münzen nicht verschnitzstaltet gehören! Aber ehrlich gesagt kann ich auch nach mehrmaligem Hinsehen und Vergleichen nichts erkennen. Woran erkennt ihr, daß die Stücke behandelt wurden?

da hilft nur erfahrung, und möglichst viele unbearbeitete bronzen gesehen zu haben.
im übrigen hatte cepasaccus folgendes geschrieben:

Zum Vergleich wie es aussehen sollte fuer alle diejenigen, die ebenso wie ich das nicht wussten:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 23&Lot=705
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 05&Lot=538

vale
mit diesen links kann man doch sehr schön sehen, wie jetzt diese beiden bronzen eigentlich aussehen sollten!
grüsse
frank
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Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 09.01.09 20:18

nummis durensis hat geschrieben:Im Grunde geht es ja nicht nur um die Sesterzenschnitzerei, sondern um alle antiken Münzen, die durch das Medium "Internet" in wesentlich grösserem Umfang gehandelt werden als früher.

Man schaue bei ebay: Kaum eine Münze dort, die nicht irgendwie behandelt ist. Dort werden ungereinigte Fundmünzen zu tausenden angeboten und ebenso die verzweifelten Reinigungsversuche der Leutchen, die diese Kupferplättchen in Erwartung eines millionenschweren Fundes erworben haben.


Ja und nein. Wenn ich auf Ebay lese "teilgereinigt", weiß ich genau, was das heißt:
1. Ich habe an der Münze ewig lange rumgeschrubbt, aber sie sieht immer noch bescheiden aus, und jetzt mag ich nimmer, oder
2. Ich habe geschrubbt, bis ich gesehen habe, daß die Münze nichts Besonderes ist, und jetzt mag ich nimmer.
Das ist genauso, wie wenn ich in der Oldtimer-Markt früher gelesen habe "teilrestauriert": Das heißt auch "Ich habe das unterschätzt, wie viel Arbeit das ist und wie viel Geld das kostet, und will das Zeug jetzt nur noch los werden.". Kenne ich, ist mir auch mal so gegangen (lang ist's her).

Das Problem ist aber: Diese amateurgeschrubbten Stücke sind normalerweise wirklich nichts Besonderes, an Constantinen und Gallieni wird so schnell kein Mangel ausbrechen. Aber wenn ich keine Flaviersesterzen in "sehr schön" mehr kriege, weil die alle ein Showtuning verpaßt kriegen, als klassische Blender verkauft werden und in Wirklichkeit kaputt sind, werden hier wirklich Werte für spätere Generationen vernichtet.

Homer
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Beitragvon areich » Fr 09.01.09 20:20

soggi hat geschrieben:
beachcomber hat geschrieben:mannomann, selbst NAC vertreibt jetzt diesen schund, schreibt was von 'somewhat tooled':
http://www.sixbid.com/nav.php?p=viewlot&sid=108&lot=968
und hier noch schlimmer 'somewhat reengraved':
http://www.sixbid.com/nav.php?p=viewlot&sid=108&lot=969
und verlangt dann für diesen mist auch noch 5000 CHF!
grüsse
frank
p.s. in diesem 2.teil der kommenden auktion ist kaum eine bronze unberührt, und in dem fantastischen 1. teil der auktion hat's, wie mias ja weiter unten schon vorgestellt hat, auch die eine oder andere bearbeitete!


Ich teile ja ebenfalls die Ansicht, daß antike Münzen bzw generell alle Münzen nicht verschnitzstaltet gehören! Aber ehrlich gesagt kann ich auch nach mehrmaligem Hinsehen und Vergleichen nichts erkennen. Woran erkennt ihr, daß die Stücke behandelt wurden?

Gruß
soggi


Das dauert einfach, bis man das erkennt. Zu Anfang habe ich bei solchen Diskussionen genau so reagiert aber jetzt ist es bei diesen beiden auch für mich ganz offensichtlich. Da gibt es keinen Trick, außer möglichst viele Münzen, in der Hand oder auf Bildern, anzuschauen.

@ Homer
Teilgereinigt ist ja wenigstens noch ehrlich, wie oft habe ich mich damals über Verkäufer geärgert, die diese Dinger dann immer noch als 'ungereinigt' verkauft haben.
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Beitragvon soggi » Fr 09.01.09 20:33

beachcomber hat geschrieben:
Ich teile ja ebenfalls die Ansicht, daß antike Münzen bzw generell alle Münzen nicht verschnitzstaltet gehören! Aber ehrlich gesagt kann ich auch nach mehrmaligem Hinsehen und Vergleichen nichts erkennen. Woran erkennt ihr, daß die Stücke behandelt wurden?

da hilft nur erfahrung, und möglichst viele unbearbeitete bronzen gesehen zu haben.
im übrigen hatte cepasaccus folgendes geschrieben:

Zum Vergleich wie es aussehen sollte fuer alle diejenigen, die ebenso wie ich das nicht wussten:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 23&Lot=705
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 05&Lot=538

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mit diesen links kann man doch sehr schön sehen, wie jetzt diese beiden bronzen eigentlich aussehen sollten!
grüsse
frank


Genau das meine ich ja...ich hab die Stücke miteinander verglichen...konnte jetzt aber keine Merkmalefeststellen, daß die "braunen" geschnitzt sind und die "grünen" nicht. :(

Bei der Plotina vll die Haare, aber das würde ich nicht auf Anhieb sagen und nicht mit Sicherheit.

Gruß
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Beitragvon areich » Fr 09.01.09 20:38

Die Haare und der Lorbeerkranz sind die häufigsten Stellen, wo bearbeitet wird,
auf enem abgenutzten Lorbeerkranz die Trennlinien nachzuziehen, so daß wieder die einzelnen Blätter erkennbar sind ist wahrscheinlich die erste Lektion, die so ein Schnitzer lernt.
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Beitragvon emieg1 » Fr 09.01.09 20:41

Homer, da kann ich mich ebenfalls nur anschliessen... meine Jugendsünde hieß BMW Isetta, bis ich sie teilrestauriert "nur noch loswerden" wollte!

Ok, ich sehe das ein wenig anders, ein Constaninus oder Gallienus hat es auch nicht "verdient", auf diese Weise behandelt zu werden. Ok, natürlich sind die Großbronzen weitaus seltener, aber zum Glück in diversen Museen in jungfräulicher Pracht noch ausreichend für die nachwachsende Generation vorhanden. Bloss stirbt diese Generation mehr und mehr aus, fehlt es doch den meisten numismatischen Vereinen an Nachwuchs.

Warum es so ist: Ein interessierter Newcomer in der Numismatik kauft irgendwann irgendwelche Pseudoprägungen irgendwelcher Versandhäuser in der Erwartung, in ein paar Jahren eine Wertsteigerung verzeichnen zu können. Dass ihm der Münzhändler, dem er seine "Schätze" dann anbietet, nicht mal ein Zehntel des investierten Betrages bietet, lässt ihn so schnell keine Münze mehr ins Hause kommen...

Schade drum!
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Beitragvon beachcomber » Fr 09.01.09 20:53

allen geschnitzten münzen gemeinsam, ist der moderne stil.
die schnitzer schaffen es nie, den typischen ausdruck römischer münzen zu erhalten.
dazu kommt eine unnatürliche oberfläche: zu glatt, oft mit einer grün-braun changierenden patina versehen.
ich merk' schon, es ist fast unmöglich sowas mit worten auszudrücken um es jemandem zu erklären, das muss du einfach durch augen offen halten erlernen!
grüsse
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Beitragvon emieg1 » Fr 09.01.09 20:53

PS. Und was wirklich schlimm ist:

Durch die immense Preisdifferenz in den höchsten Qualitätsstufen werden immer mehr Schnitzer probieren, aus dem vorzüglichen Stück ein annäherndes stempelfrisches Exemplar zu hämmern.

Somit Homer, hast du natürlich recht mit dem Showtuning.

Aber auch die "Pausenfüller" a la Constantin & Co. werden irgenwann erschöpft sein... nicht heute und auch nicht morgen, aber übermorgen!
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Beitragvon soggi » Fr 09.01.09 21:02

@Frank:

Ich kenne das Problem auch, daß man sowas nicht mit Worten erklären kann...geht mir bei diversen Fälschungen auch so, das kann man schlecht erklären, das muß man einfach sehen, fühlen.

Es gab auch vor ein paar Jahren schonmal eine Diskussion über die Schnitzerei und damals hab ich es erkannt, weil es einfach modern aussah, wie du sagst...die Leute haben aber scheinbar ordentlich dazugelernt, so daß es nicht mehr so einfach ist es zu erkennen.

Gruß
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Beitragvon emieg1 » Fr 09.01.09 21:14

Apropos (gut gemachte) Fälschungen...

http://cgi.ebay.de/_W0QQitemZ260341024126

hier läuft gerade ein Nero-Sesterz auf ebay.it aus, der als Reproduktion angeboten wird. Ob die Fälschung gut oder schlecht gemacht ist, vermag ich als Beinahe-Newcomer nicht zu beurteilen.

Die Frage an die Experten: Woran mache ich hier die Fälschung aus?
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Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 09.01.09 21:31

Puuh... vom bild her würde ich sagen: Gefährlich.

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Beitragvon curtislclay » Fr 09.01.09 22:56

Das Stück sieht echt aus, andere haben das wohl auch gedacht: um 152 Euros verkauft!
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Beitragvon kc » Fr 09.01.09 22:56

Ich wäre mir nicht sicher,ob das wirklich eine Fälschung ist.Mein Bauchgefühl sagt mir hier sogar eher echt als falsch.Habe auch mitgeboten,aber keinen Erfolg gehabt.Nun werden wir es nie erfahren.
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.
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Beitragvon emieg1 » Fr 09.01.09 23:00

Ich habe die Münze die ganze Zeit beobachtet... für mich sah sie auch echt aus. ABER: Wenn ein Italiener eine Münze schon als Replik deklariert, habe ich davor Respekt. Und auch nicht die Brieftasche, zu spekulieren...

Aber die 152 Euro sind doch ein Spottpreis im Vergleich zu dem, was auf ebay.de für die bulgarischen Fälschungen geboten wird...
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Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 09.01.09 23:09

Dann wäre ich ja einerseits beruhigt, denn ich hätte den Sesterz nicht als falsch erkannt. Andererseits wäre ich aber ein Idiot, daß ich nicht mitgeboten habe. Aber WARUM IN DREI TEUFELS NAMEN sollte jemand einen echten Nero-Sesterz als falsch anbieten???

Homer
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