Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 27.04.12 14:41

Ah, sehr interessant. Zeig trotzdem mal die Bilder der Angußstellen, das interessiert mich. Sonst ist das Stück ja sehr überzeugend!

Homer
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Homer J. Simpson
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon mike h » Fr 27.04.12 15:03

Würd mich ebenfalls interessieren. Ich würd auch drauf reinfallen

Martin
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1.) Ziel erreicht!
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon drakenumi1 » Fr 27.04.12 22:38

Ich habe diesen Faustina-Denar schon früher einmal in diesem thread vorgestellt (2009, Seite 155), leider gab es kein Echo darauf, dort finden sich auch die gewünschten Aufnahmen vom Rand. Mittels der Suchfunktion und der Eingabe von "Faustina Denar Fälschung" habt Ihr die Seite sofort.
Zur Beurteilung, ob es sich tatsächlich um eine Fälschung handeln könne, sollte man natürlich auch die Haarpartie des Portraits ganz oben heranziehen. Dort fehlen ziemlich umfangreich Anteile der Lockensträhnen, wie es sich darstellt, wenn die Präge- oder Gußform beschädigt wurde. So umfangreich jedenfalls, wie es von einer gehärteten Stahlform nicht zu erwarten wäre.
Und noch ein kleiner Betrug meinerseits: Ich habe die neueren Bilder oben etwas elektronisch konturengeschärft, wie das mit betrügerischer Absicht zur Verschleierung der üblichen Gußunschärfen ja heute jeder gewiefte ebay-Verkäufer auch tut: Und schon ist dieses Indiz verschwunden. Im Originalfoto sind doch viele Unschärfen recht verräterisch. Oder?

Grüße von

drake
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon Pscipio » Fr 27.04.12 22:54

Ich erkenne keine Angussstellen (?), der Rand sieht mir - so weit vom Foto beurteilbar - normal aus, nicht wie der Rand eines Gusses. Die kleinen Risse sind deutliche Anzeichen für eine Prägung, so etwas lässt sich durch einen Guss kaum herstellen. Ich hätte vom Foto her keine Bedenken bei der Münze. Wo genau siehst du "Angussstellen" und könnten dies allenfalls eher Fassungs- bzw. Lötspuren sein?

Gruss, Pscipio
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon beachcomber » Fr 27.04.12 23:33

geht mir genau so, der rand sieht doch super aus!
grüsse
frank
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon drakenumi1 » Sa 28.04.12 19:56

Hätte ich nicht für dies Stück nur 5.- Euro bezahlt, und noch zusammen mit weiteren 4 superfeinen Denar-fakes von einer offenbar sehr seriösen Händlerquelle, dann befände ich jetzt nicht in solch blöder Lage, wie sie hier nicht alle Augenblicke vorkommt: Gegen Eure fachkundige Meinung und Erfahrung unbedingt ein Stück zum fake stempeln zu wollen, wo Ihr es doch viel eher für echt haltet!
Ok., einerseits geben die Randbilder nicht viel her, andererseits sind unter der Lupe auch nur 2 Stellen auf sehr eng begrenztem Raum sehr sauber beschliffen, so daß ich nicht länger auf "gegossen" bestehe. Aber was nun? Soll ich glauben, der Händler hat sein Zeug durcheinandergebracht und mir echte als falsche angedreht?? Wenig plausibel!

Der leichte Weichzeichnereffekt der Konturen und die Fehlstellen in der Haarpartie, auch eine leichte Unebenheit der Felder springen mir immer wieder ins Gesicht und lassen mich an "falsch" glauben.

Ich weiß mir nur noch zu helfen, indem ich jemanden von Euch das Stück zuschicke (alles natürlich auf meine Kosten), damit er das Stück körperlich beschnüffeln kann, denn das sollte bekanntlich vel mehr offenbaren können, als ein 2D-Bild. Wem kann ich als Ausnahmefall diese Erschwerrnis zumuten? Er möge sich bitte per PN melden.

Es hofft und grüßt freundlichst

drake
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon Pscipio » So 29.04.12 10:29

drakenumi1 hat geschrieben:Wem kann ich als Ausnahmefall diese Erschwerrnis zumuten? Er möge sich bitte per PN melden.

Ich schaue mir die Münze gerne an und kann sie sonst nachher an beachcomber weiterschicken. Ich schicke dir eine PN.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon kc » Mo 30.04.12 00:12

Nicht ungefhrlich ist dieses Stück hier, welches heute auf ebay.uk versteigert wurde:

1. Münze - wurde auf ebay versteigert

2. Münze - forumancientcoins fake gallery
http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... t=0&pos=52

Grüße
kc
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caligula denar fälschung.jpg
Caligula denarius fake.jpg
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon drakenumi1 » Mo 30.04.12 12:37

Sorry kc, worauf willst Du hinaus?

2x Caligula und der angegebene Link mündet auf Aelius, alles Fälschungen. Willst Du darauf aufmerksam machen, daß sie von ihrem Stil her nur schwer als solche zu erkennen sind? Gewiß, weil mir (uns?) Vergleichsmöglichkeiten dieser seltenen Münzen fehlen, denkt

drake
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon Xanthos » Mo 30.04.12 12:58

@drake: kc hat nur den falschen Link geposted. Hier der richtige: http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... ?pos=-5962

Und hier mal zwei plumpe Denar Fälschungen, die als Quadrantes getarnt werden:

http://www.ebay.de/itm/ws/eBayISAPI.dll ... 0804157376
http://www.ebay.de/itm/ws/eBayISAPI.dll ... 0804152517
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon drakenumi1 » Di 01.05.12 13:13

Nicht das erste Mal erscheint dieser Denar des Vespasian (RIC alt 336; RSC 68) mit Ceres bzw. CONCORDIA AVG auf Euren Bildschirmen.
Heute jedoch in einer zweiten und noch verfeinerten Variante der Fälschung, wie sie erst vor kurzer Zeit fast wieder einmal online versteigert worden wäre. Unten seht Ihr mein Exemplar (auf grünem Grunde), vor etwa 10 Jahren als Fälschung für 5.- Euro gekauft, und dann noch das schwarz/weiße Exemplar, angeblich aus einer alten ausländ. Sammlung.
Der Vergleich beider zeigt, daß offensichtlich wegen der Häufung der Angebote dieses Typs auf Auktionen die "Grundtype" (meine grüne) noch weiter verfälscht wurde, duch geschickte Vortäuschung alter Korrosion und eines Randausbruchs. Quasi eine noch höhere "Qualität", wenn man das mit Vorsicht so bezeichnen darf.
Interessant ist, daß auf der Vs. li. die beiden randlichen Fehlstellen echte Hinterschneidungen, also Einblicke in's Innere darstellen bzw. gewähren, wie sie in der Antike nur rein zufällig bei Anwendung des Prägeverfahrens möglich waren. Erst in der Neuzeit war es durch Anwendung des Wachsausschmelzverfahrens möglich geworden, Hohlräume im Inneren eines Gußkörpers auszuformen. Daß wir es hier unzweifelhaft mit einem Guß zu tun haben, beweisen nicht nur die völlig identischen Außenkonturen, sondern auch noch die feinen Hinterschneidungen, die in der Antike nicht hätten ausgeformt werden können.
Wie gefährlich und leicht zu übersehen auch für seriöse Auktionshäuser diese Fälschung war und ist, beweisen die insges. 5 Exemplare, die mir körperlich und in Katalogen bisher über den Weg liefen. Und ich bin beileibe kein eifriger Katalogsammler .....

drake
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img23157.jpg
$(KGrHqVHJ!sE9u-(4vLfBPfbmWhRLg~~60_12.jpg
img23158.jpg
$(KGrHqJHJCIE93WLseGVBPfbmbHBP!~~60_12.jpg
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon beachcomber » Di 01.05.12 13:54

verdammt, wirklich super gefährlich! :(
grüsse
frank
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon antinovs » Di 01.05.12 17:37

hi,

@drake: schöner beitrag. in der tat eine gefährliche fälschung - zumindest vom foto her. wäre kein eintrag im forgerynetwork, wäre
das potential, hier reinzufallen, ziemlich gross. ist diese gussfälschung aber so gut, dass sie auch - gute und nicht manipulierte münzoberfläche
vorrausgestzt - einer gründlichen begutachtung bei vergrösserung standhält?

auf jeden fall ist es angesagt, in zukunft höllisch aufzupassen. die dunkelziffer noch unentdeckter fakes wird wohl auch grösser als 0.1% sein.

gruesse a.
LXIII
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon drakenumi1 » So 06.05.12 21:46

Es ist festzustellen, daß in diesem thread häufig mit Begriffen hantiert wird, deren umfassende Bedeutung (wohl nicht nur) mir unklar ist, obwohl sie zur Schulung unseres Spürsinns beim Auffinden von fakes sehr nützlich sein können. So geht es mir mit dem Begriff
"Pressfälschung".
Ich habe versucht, mir meine eigene Erklärung zurechtzulegen und bin natürlich unsicher. Deshalb die Frage, an welchen Merkmalen man sie erkennen kann bzw. was sie unterscheidet von einer ganz normalen Prägung.
In diesem Zusammenhang drängt es mich, eine Bitte an alle unsere Forumsmitglieder loszuwerden: Bei den so vielen Beurteilungen von Münzen, wie gerade in diesem thread, werden Meinungen abgegeben, ohne sie zu begründen. Das kann zwar von Fall zu Fall ausreichend sein, was das beurteilte Objekt anlangt, aber zum Belehren trägt es nicht bei.
Ich wünschte mir mehr Eingehen auf die speziellen Symptome, die speziellen Eigenarten an der Münze, die in ihrer Summe zu dem Urteil geführt haben.
Beispiel (gerade jüngst im Parallelthread): Ich benutzte (mit einiger Unsicherheit) den Begriff "Pressfälschung". Prompt kam als lakonische Antwort: "Pressfälschung sieht anders aus"! Ja bitte, wie denn?
Ich möchte um keinen Preis jemandem zu nahe treten, aber bitte vergeßt in der Eile nicht die Wichtigkeit unserer Aufgabe, auch Lehrer sein zu sollen, wo es uns wegen eigener vorhandener guter Kenntnisse möglich ist.

Zurück zu meiner Frage von oben betr. PRESSFÄLSCHUNG: Ist der abgebildete Denar des Vespasian nun eine solche, und egal ob, oder ob nicht: Was sind die Merkmale einer solchen, möglichst im Vergleich mit einer Prägung? Dies natürlich vorbehaltlich einer Überprüfung der Oberfläche in der Hand und unter verschied. Lichteinfallwinkeln.

Für Eure Mühen schon hier besten Dank von

drake
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img23178.jpg
img23180.jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitragvon Numis-Student » So 06.05.12 22:01

Hallo,
in aller Eile (Abendessen muss gemacht werden):
Pressfälschungen weerden, wie der Name sagt, nicht schnell geprägt, sondern über einen längeren Zeitraum unter großem Druck gepresst. Dabei treten am Rand charakteristische Risse auf, während original geprägte Stücke einen glatteren Rand haben.

Wenn mir niemand zuvor kommt, stelle ich nachher 2-3 Bildchen ein ;)

MR
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