Mythologisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon Peter43 » Mo 11.08.08 18:57

Oh, was für eine wunderschöne Rückseite!
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Beitragvon schnecki » Mo 11.08.08 19:49

@ kc

geile münze ( ich hatte die auch in beobachtung , und wollte mal bieten ) , aber für 870 euro bei ebayLANZ , war mir dann doch zu teuer,,,,,trotzdem viel spass !

m.f.g Alex
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Beitragvon kc » Mo 11.08.08 20:04

Danke Alex,
der Preis mag etwas schocken,aber dieses außergewöhnliche Stück war mir das Geld wert.Ich hatte eigentlich nicht vor,soviel zu bieten,konnte dann aber doch nicht widerstehen.

Grüße
Suche Asse, Dupondii und Sesterzen der Flavier.
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Beitragvon schnecki » Mo 11.08.08 21:05

@ kc


ich kenne das ,,, wenn man was unbedingt möchte , dann ist es auch egal wieviel es kostet , das habe ich auch schon oft genug durchgemacht , das kannst du mir glauben .

m.f.g Alex
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Beitragvon beachcomber » Mo 11.08.08 21:11

na ja, wenn man's mit dem preis vergleicht , den lanz bei seiner auktion haben wollte, war's doch ein echtes schnäppchen! :)
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 57&Lot=721
grüsse
frank
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Beitragvon kc » Mo 11.08.08 21:18

@frank
Davon bin ich auch ausgegangen :wink:

Grüße
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Beitragvon Pscipio » Mo 11.08.08 21:42

An dem Preis ist sicher nichts auszusetzen, ein tolles Stück, gratuliere!
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon Peter43 » Di 14.10.08 18:48

Die samische Hera

Hera ist uns bekannt als Gattin des Zeus, die insbesondere eifersüchtig dessen außerehelichen Liebschaften verfolgt. Eigentlich erscheint sie etwas langweilig gegenüber den anderen Gottheiten des Olymp. Ein Irrtum!

Ionien, Samos, Antoninus Pius, 138-161
AE 19, 5.33g
Av.: [A]NTWNINOC - KAICAR(?)
Belorbeerter Kopf n.r.
Rv.: C[A]MIWN
Kultstatue der Samischen Hera in langer Kleidung und mit Polos, n.r. stehend und sich mit beiden Händen auf Stäbe aus kleinen Kugeln stützend
BMC 239; Sear GIC 1417
S+

In diesen Kontext gehört auch die nächste Münze, wie wir weiter unten sehen werden.

Ionien, Samos, Geta als Caesar, 198-209
AE 16, 3.18g
Av.: AV K - AI GETAC
Bloßer Kopf n.r.
Rv.: CAM, und im Abschnitt IWN
Flußgott Imbrasos in Himazion, nackt bis zur Hüfte, n.l. lehnend, hält in der re.
Hand Schilf und ruht mit dem li. Ellenbogen auf Cornucopiae und Gefäß, aus dem
Wasser n.l. fließt
SNG Copenhagen 1744
fast SS
In den Sümpfen an der Mündung des Imbrasos sollen die ionischen Siedler unter ihrem Führer Prokles ein hölzernes Bild der Hera gefunden haben, daß sich in einem Weidengestrüpp verfangen hatte. Deshalb bauten sie neben diesem Baum einen Altar. Aus diesem Altar entstand dann das berühmte Heraion. Imbrasos selbst hatte eine Tochter Okyrrhoe von der samischen Nymphe Chesias (einer Hypostase der Artemis). Okyrrhoe wurde später von Apollo verführt (Aelian, Hist.animal. 15.23).

Hera ist seit Homers Dichtung bekannt als die höchste Göttin des griechischen Olymps und die Gattin des Zeus. Aber diese ziemlich farblose mythologische Erscheinung ist nur ein Aspekt der Göttin und zeigt nicht das ganze Bild ihrer religiösen Bedeutung und ihres Einflusses als eine göttliche Macht auf den Glauben der Griechen. Denn der Herakult steht nicht in Verbindung mit ihrer Rolle als Gattin des Zeus oder der Königin des Olymps, sondern mit einer Göttin, die lange vor ihrer Vereinigung mit Zeus verehrt worden ist, des höchsten Gotts der wandernden Griechen am Ende des 2.Jt. v.Chr. Darüberhinaus scheint Zeus selbst keine Rolle gespielt zu haben im Kult der Samischen Hera, der bereits seit der späten Bronzezeit existierte. Die neuere Religionswissenschaft betrachtet Hera als eine alte, ursprünglich vorgriechische Naturgöttin, nicht unähnlich der weiblichen Urgöttin der vorgriechischen Einwohner. Diese Unabhängigkeit vom olympischen Zeus wird deutlich im autonomen Kult der Samischen Hera. Der antike Dichter Alkaios von Lesbos (7.-6.Jh. ,Chr.) nennt Hera die 'Erzeugerin von Allem (panthon genethla)'. Mehr noch als diese poetische Äußerung zeigen archäologische Forschungsergebnisse den universalen Charakter der Hera in der frühgriechischen Zeit. Die Heraia von Argos, Olympos und Samos gehören zu den ältesten bedeutenden Heiligtümern der griechischen Götter. Die Tatsache, daß in ihren Heiligtümern zahlreiche Votivgeschenke gefunden werden, die Mohnköpfe und Granatäpfel darstellen - Symbole der Fruchtbarkeit wegen ihrer unzähligen Samenkörnern - zeigen überzeugend, daß sie eine Vegetations- und Fruchtbarkeitsgötting gewesen ist (aber siehe weiter unten!). Dazu gehören auch die Tonochsen aus den frühen Stadien des samischen Heraion, die auch auf samischen Münzen dargestellt wurden. Sie war also auch die Beschützerin der Herden und des landwirtsschaftlichen Wohlstandes.

Mythologie:
Ihr Name bedeutet wohl soviel wie 'Dame'. Sie war die Tochter des Kronos und der Rhea, und war auf der Insel Samos oder, wie manche sagen, zu Argos geboren worden. Sie wurde in Arkadien von Temenos, dem Sohn des Pelasgos, aufgezogen. Die Jahreszeiten waren ihre Ammen. Nachdem Heras Zwillingsbruder Zeus den Vater Kronos verbannt hatte, suchte er sie zu Knossos auf Kreta auf; velleicht auch - wie manche meinen - auf dem Berge Thornax in Argolis, der heute Kuckucksberg genannt wird. Hier umwarb er sie zunächst erfolglos; aber als er die Gestalt eines zerzausten Kuckucks annahm, erbarmte sie sich seiner. Während sie ihn zärtlich an ihrem Busen wärmte, nahm er seine wahre Gestalt an und vergewaltigte sie, so daß sie, um der Schande zu entgehen, ihn heiraten mußte. Alle Götter brachten Gaben zur Hochzeit. Mutter Erde schenkte Hera einen Baum mit goldenen Äpfeln, den dann die Hesperiden in Heras Garten auf dem Berge Atas hüteten. Sie und Zeus verbrachten die Hochzeitsnacht, die dreihundert Jahre dauerte, auf Samos.

Hintergrund:
Es gab mehrere Orte, an denen Hera verehrt wurde. Ein Schwerpunkt war die Peleponnes, besonders Argos. Bei Homer hatte sie auch den Beinamen Argeia. Vielleicht war sie eine alte Palastgöttin, die bis in mykenische Zeit fortlebte, wie es Athena für Sparta oder Mykena war. Sie wird aber auch als eine Form der großen vorolympischen mediterranen Hera Pelasga angesehen. Der andere große Hauptort ihrer Verehrung war die Insel Samos. Jedenfalls war sie eine Göttin der Frauen, die deren Rechte schützte. Im hieros gamos mit Zeus verbunden, war sie die Wahrerin des Eherechts. Sie nur als Fruchtbarkeitsgöttin anzusehen steht im Wege, daß sie stets als Zeus' Gattin auftritt, niemals aber als die Mutter seiner Kinder. Dazu paßt auch die Geschichte, daß Zeus sie einmal an den Füßen aufgehängt hat, um sie zu zwingen, beim Styx zu schwören, daß sie den Hephaistos durch Jungfrauengeburt gezeugt habe. In der IIias wird sie als herrschsüchtig, stolz und eifersüchtig beschrieben. Mit Zeus liegt sie oft in offenem Streit. Im Kampf nimmt sie Partei für die Griechen und ist die Schutzgöttin des Jason im Argonautenzug.

Das Heraion:
Kultspuren gibt es in Samos ab Mitte des 2.Jt. v.Chr. Mittelpunkt des Kults war der Keuschlammbaum, von dem bei den Ausgrabungen ab 1911 noch der Stamm gefunden wurde. Unter diesem Baum soll Hera geboren worden sein. Hier wurde jährlich das Frühligsfest mit der Heiligen Hochzeit und Agonen gefeiert. Neben dem steinernen Altar der Hera entstand schon im frühen 8.Jh. v.Chr. ein 'hundertfüßiger' Tempel, der später erweitert wurde und Nebengebäude, Altäre, große Hallen mit Marmorsäulen und Badegebäude erhielt. Ein Riesentempel, der im 6.Jh. entstand wure bald durch einen Brand zerstört und dann ersetzt durch einen neuen Riesentempel wohl unter Polykrates nach 321 v.Chr., der aber nie fertig wurde. Zur Zeit von Strabon wurde er als Pinakothek benutzt und galt als eines der 7 Weltwunder. Eine der Säulen der Südfront stand als einsames Zeichen des Heiligtums stets aufrecht. Deshalb wurde dieser Ort 'Kolona' genannt. Zerstört wurde der Tempel wohl durch die Heruler in den 60erJahren des 3.Jh. n.Chr.

Kultus in Samos:
Bekannt ist die uralte Weide(lygos) (ja, mit dem Namen dieses Baumes geht es etwas durcheinander!) im Heiligtum der Hera zu Samos am Wasser Imbrasos. Pausanias, der sie noch grünend sah, nennt sie den ältesten der den Hellenen bekannten heiligen Bäume. Unter dieser Weide soll Hera geboren und erzogen, also ihr Kultus gestiftet und gepflegt worden sein. Daß der Altar der Göttin sich unter derselben befinden mußte, steht demnach außer Zweifel. Erwähnt Pausanias hierbei, es hätten die Argonauten dies Heiligtum gestiftet und das Gottesbild der Hera aus Argos hierher geführt, so deutet auf diese Kultusverbindung auch eine andere Sage hin, nach welcher die Herapriestein Admete, des Eurystheus Tochter, von Argos nach Samos flieht und hier, auf die Epiphanie der Hera hin, der Göttin ihre Dienste weiht und Pflegerin des Heiligtumes wird. Auch in dieser Geschichte spielt die Weide ebenfalls eine große Rolle bei dem von den Argivern aus Rache über Admetes Flucht angestifteten Raube des hölzernen Gottesbildes welches Admete pflegend bewahrte. Als nämlich das von gedungenen Tyrrhenern aus dem türlosen(?) Tempel geraubte Bild das Schiff so beschwerte, daß die Räubr nicht davonfahren konnten, hoben sie dasselbe weder an das Ufer, setzten ihm zur Sühne Opferkuchen vor und fuhren nun eiligst von dannen. Die zur Aufsuchung desselben von den Samiern ausgeschickten Leute fanden das Bild, glaubten aber, daß es von selbst hierher gegangen sei, lehnten es an einen Weidenstamm und flochten es mit langen Weidenzweigen ganz und gar so ein, daß es unsichtbar wurde. Admete fand es so, löste es, führte es nach dem Tempel zurück und setzte dasselbe, es neu weihend, wieder auf seinem Gestell (bathron) auf. Seit dieser Zeit wurde dies Tonea genannte Fest des Weidenlagers , an welchem man den ganzen Vorgang darstellte, alle Jahre auf Samos gefeiert; jährlich führte man das Bild, gleichsam als würde es von selbst unsichtbar, nach dem Meere, wo man ihm opferte und es in Weidenzweige eingehüllt (als fascelites) auf einem Weidengeflechtlager wieder nach dem Tempel zurückbrachte. Daher kam die große Heiligkeit der Weide auf Samos und der starke Verbrauch ihrer Zweige zu Kränzen und Ruhelagern bei jenem Feste. Diese Sitte, heißt es, sei deshalb vom Orakel des Apollon anbefohlen, weil die Einwohner von Samos (die Karer) die Göttin mit Weidenzweigen eingebunden gehabt hätten; darum mußten sie ihr eigenes Haupt stets mit Weide umkränzen, auch bei allen Festen der Hera auf Weidenzweigen liegend schmausen, und nur die priesterlichen Personen sollten Lorbeerkränze tragen.

Das Kultbild der Hera Samia:
Dargestellt wird die Hera Samia als eine Frau, die auf dem Kopfe einen halben Mond oder ein Körbchen, hinter sich ein großes Tuch von dem halben Monde bis auf die Füße, unter diesen wieder einen halben Mond hatte, und sich mit beiden Händen auf zwei Stäbe von lauter runden Kügelchen stemmte (Spanhem. ad Callim. Hymn. in Dian. v.228). Ihren Tempel sollen schon die Argonauten erbauet und die Bildsäule der Göttin von Argos dahin gebracht haben. Diese aber habe Smilis, ein Aiginete, Sohn des Eukleides und Zeitverwandter des Daidalos, verfertigt (Pausan. 7.4.4.7). Anfänglich soll ihr Bild nur ein bloßes Brett gewesen sein. Dieser Abstammung aus Argos haben aber die Einwohner von Samos stets heftig widersprochen!

Angefügt habe ich
(1) ein Bild vom heutigen Heraion auf Samos mit der berühmten Säule und
(2) ein Bild des bekannten Votivbildes, das von Cheramyes geweiht worden ist.

Quellen:
- Der Kleine Pauly
- Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
- Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie
- Bötticher/Bötticher, Der Baumkultus der Hellenen, 1856

http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/pt ... ibl%3D%233
http://www.arthistory.sbc.edu/imageswom ... /hera.html
http://www.moonspeaker.ca/Hera/pomegranate.html
http://www.wbenjamin.org/nc/heraion.html

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
samos_ant_pius_BMC239.jpg
samos_geta_SNGcop1744.jpg
heraion_01.jpg
hera_Cheramyes.jpg
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Beitragvon Peter43 » Di 14.10.08 18:59

Shamash - Der babylonische Sonnengott

In diesem Thread hatten wir bereits mehrere Artikel, die sich mit vorderasiatischen Gottheiten beschäftigten. Hier möchte ich euch eine weitere vorstellen, von der die meisten wohl noch nichts gehört haben: Den babylonischen Sonnengott Shamash.

Die Münze:
Syrien, Seleukia und Pieria, Emesa, Macrinus, 217-218
AE - Billon-Tetadrachme, 25.5mm, 13.17g
Av.: AVT KM OP CE(?) - MAKRINOC C - E - B
Büste, belorbeert, n.r.
Rv.: DHMARX EZ VPATOC PP
Adler mit geöffneten Flügeln frontal stehend, Kopf n.l., im Schnabel Kranz haltend;
zwischen seinen Füßen Büste des Shamash, drapiert (und gepanzert?), mit
Strahlenkrone, n.r.
unter dem Schnabel H (für die Offizin)
Ref.: Prieur 987; Bellinger 199
fast SS

Mythologie:
Shamash ist der allgemeine Name des Sonnengottes in Babylonien und Assyrien. Der semitische Name bedeutet soviel wie 'glänzend, strahlend'. Bei den älteren Sumerern hieß er auch Utu. Der Mondgott Sin (Nannar) war der Sohn des Gottes Enlil. Der Sonnengott Shamash wiederum war der Sohn des Sin. Am frühen Morgen erhob er sich über den Bergen des Ostens, Strahlen aus seinen Schultern versendend, zog in einem Wagen, der von glühenden Maultieren gezogen wurde, über das Himmelsgewölbe und durchschritt am Abend die Tore des Westens, um in die Unterwelt zu gelangen. Diese Tore, deren Ausgang am Berg Mashu lag (Gilgamesch, Tafel IX), wurden bewacht von Skorpionmenschen, halb Mensch, halb Skorpion. Wie die Sonne die Dunkelheit zerstreut und alles sieht, so bringt Shamash Böses und Ungerechtigkeit ans Licht. Shamash war der Gott der Gerechtigkeit. Er bestraft die Bösen und belohnt die Guten.

Hintergrund:
Sowohl in frühen als auch in späten Inschriften wurde Shamash als 'Kind des Sin (Nannar)' bezeichnet, d.h. als Abkömmling des Mondgottes, und erscheint dann in der Aufzählung des babylonischen Pantheons. Shamash gehört sozusagen einer zweiten Göttergeneration, oder sogar einer dritten, der Enkelgeneration an (Da tauchen Ähnlichkeiten mit den griechischen Göttern auf!). In Beziehung zum Mondgott erscheint er als eine abhängige Macht. Diese Annahme würde übereinstimmen mit der höheren Bedeutung die der Mond im Kalender und in den astrologischen Berechnungen hat. So nimmt man an, daß der Mondkult zu den Nomaden und damit zu einem früheren Stadium der Zivilisation gehört, während der Sonnengott erst zu seiner vollen Bedeutung gelangt, nachdem das Ackerbaustadium erreicht ist. Die beiden wichtigsten Zentren des Sonnenkultes in Babylonien waren Sippara (Sippar), repräsentiert durch den Hügel bei Abu Habba, und Larsa, beim heutigen Senkerah. An beiden Orten trug das Heiligtum den Namen E-barra, 'das leuchtende Haus', eine direkte Anspielung auf den Glanz des Sonnengottes. Der Tempel von Sippara war der bedeutendere, aber Tempel für Shamash wurden in allen großen Zentren errichtet, in Babylon, Ur, Nippur und Ninive.

Das Attribut, das am stärksten mit Shamash assoziiert wird, ist Gerechtigkeit. Hammurabi bezeichnete Shamash als Inspiration für sein Gesetzeswerk und dankt ihm auf der berühmten Stele dafür, ihm die Idee zur Gerechtigkeit eingegeben zu haben. Einige Jahrhunderte vorher hatte bereits Ur-Engur, König von Ur (ca. 2600 v.Chr.) erklärt, daß er seine Entscheidung immer 'in Übereinstimmung mit den gerechten Gesetzen des Shamash' fälle. Es war logisch, daß der Sonnengott so auch als Schützer vor den Dämonen betrachtet wurde. Deshalb rief auch der Kranke Shamash an, damit dieser ihm, der ja ungerechterweise leide, helfe. Dieser Aspekt des Sonnengottes kommt insbesondere in den Hymnen zum Ausdruck, die ihn feiern. Diese gehören zu den schönsten Erzeugnissen der babylonischen Literatur. In der Bibliothek von Assurbanipal, 668-633 BC, wurden Hymnenfragmente gefunden, die Shamash als Unversalgott feiern, als Gott der Erde und der Unterwelt.

Aus dem Material, das uns zur Verfügung steht, geht hervor, daß der Shamash-Kult von Sippara und Larsa andere Sonnengottheiten an anderen Orten überschattete und zur Absorption kleinerer Gottheiten durch die dominierenden führte. Im systematisierten babylonischen Pantheon wurden diese kleineren Gottheiten dann zu Begleitern und Dienern. So wurde Bunene zu seinem Wagenlenker, Atgimakh, Kettu und Mesharu Diener des Shamash. Andere wie Ninib oder Nergal, eigentlich Hauptgötter von wichtigen Zentren, die ebenfalls Diener des Shamash waren, behielten immerhin einen Teil ihrer Unabhängigkeit als Teilaspekte der Sonne. Ninib wurde Sonnengott des Morgens und des Frühlings, Nergal Sonnengott des Mittags und der Sommersonnenwende, während Shamash der Sonnengott im Allgemeinen war.

Zusammen mit Sin und Ishtar bildete Shamash eine zweite Triade neben Anu, Bel und Ea. Diese drei Mächte symbolisierten die drei großen Naturkräfte, Sonne, Mond und die lebenspendende Erde. Manchmal finden wir anstelle von Ishtar den Sturmgott Hadad in dieser Triade. Vielleicht repräsentieren diesen beiden verschiedenen Triaden die Lehren von zwei verschiedenen theologischen Fraktionen in Babylonien, die mit der Zeit zu einer Vierergruppe harmonisiert wurde.

Shamash hatte auch eine Gefährtin, die unter Aya bekannt ist. Allerdings wird sie nur selten in Inschriften erwähnt und nur zusammen mit Shamash.

Wie oben bereits erwähnt, soll der babylonische König und Reichsgründer Hammurabi (1728-1686 v.Chr.) sein berühmtes Gesetzbuch, den Codex Hammurabi, das als ältestes schriftlich fixiertes Gesetzbuch gilt, der Legende nach von Shamash erhalten haben. An der Spitze der Stele, auf dem die Texte in Keilschrift eingemeißelt sind, sieht man den auf seinem Thron sitzenden Shamash, wie er dem König die Gesetze übereicht.

Im Gilgamesch-Epos, dessen letzte Fassung ca.1200 v.Chr. auf 12 Tafeln geschrieben wurde, spielt Shamash eine wichtige Rolle als der persönliche Gott des Gilgamesch und als siegreicher Kämpfer. Es war Shamash, der Gilgamesch, den König von Uruk, zum Zug gegen Chumbaba, den Wächter des Zedernwaldes im Libanon, aufforderte. Gilgamesch gelobte zusammen mit Enkidu, alles Böse, das dem Shamash verhaßt war, aus dem Lande zu tilgen. Am Abend vor ihrem Aufbruch opferten beide dem Shamash kühles Wasser (Tafel III). Im Kampf gegen Chumbaba half Shamash dem Gilgamesch, indem er 13 Sturmwinde gegen das Ungeheuer entfachte. Aus Dank für den Sieg über den Himmelsstier, den Inanna/Ishtar geschickt hatte, um gegen sie zu kämpfen, opferten später Enkidu und Gilgamesch ebenfalls dem Shamash (Tafel VI des Gilgamesch-Epos').

Später taucht Shamash auch in Personennamen auf, z.B. bei Shamash-shum-ukin, der von 668-548 v.Chr. König von Babylon war. Aber das kennen wir ja bereits von Mithras. Wenn in der Bibel im Buch der Könige von den Rossen und dem Wagen die Rede ist, welche die Könige von Juda zu Ehren der Sonne vor den Tempel in Jerusalem gesetzt hatten und die Josia (im 7.Jh. v.Chr.) entfernen ließ, so sollen damit Pferde und Wagen des Shamach gemeint sein (Bellinger, 427)

In der jüdischen Religion gibt es auch einen Shamash. Da ist er eine Art von Hilfskerze, mit der beim Chanukah-Fest die Mitzvah-Kerzen angezündet werden, damit deren Heiligkeit nicht durch profane Tätigkeiten wie das Anzünden entehrt werde. Deshalb darf der Shamash niemals ausgehen.

Hinzugefügt habe ich
(1) ein Bild des oberen Teils der Stele des Hammurabi. Hier ist Shamash dargestellt, der auf einem Thron sitzt, wie er gerade König Hammurabi, der vor ihm steht, die Gesetzesrolle des Codex Hammurabi überreicht.
(2) ein Bild der Tafel des Shamash aus dem 9.Jh. v.Chr., gefunden in Sippar/Südirak, heute im Britischen Museum. Diese erzählt eine spannende Geschichte: Die Wiederherstellung des Bildnisses und des Tempels des Sonnengottes. Der Keilschrifttext beschreibt, wie der Tempel des Shamash in Sippar verfallen und das Bildnis des Gottes zerstört worden war. Während der Herrschaft des Nabu-ala-iddina wurde aber ein Terrakottamodel der Statue am anderen Ufer des Euphrats gefunden und der König befahl, ein neues Bildnis aus Gold und Lapislazuli herzustellen. Dann folgen Bestätigungen und Erweiterungen der Tempelprivilegien. Diese Tafel wurde dann 250 Jahre später von König Nabopolassar (625-605 v.Chr.) entdeckt, der sie - zusammen mit einem Bericht und mit seinem eigenen Namen - zur Sicherheit in einem Tonbehälter verwahren ließ.
Oben auf der Tafel ist Shamash abgebildet, der auf der re. Seite thronend die Embleme seiner Macht hält, einen Stab und einen Ring. Auf der li. Seite steht der König mit zwei Begleitern. In der Mitte des Bildes sieht man auf einem Altar das große, vierstrahlige Bild der Sonne.

Quellen:
- Wikipedia
- Das Gilgamesch-Epos
- Der Codex Hammurabi
- Encyclopedia Britannica 1911 (online)
- www.sungaya.de (Das shwarze Netz)
- www.britishmuseum.org

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
emesa_macrinus_Prieur989.jpg
Stele des Hammurabi.jpg
Tafel des Shamash.jpg
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Beitragvon Peter43 » Mo 10.11.08 16:50

Inhaltsverzeichnis korrigiert und wieder ans Ende des Threads!
Zuletzt geändert von Peter43 am Do 20.11.08 00:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Peter43 » Do 20.11.08 00:46

Inhaltsverzeichnis wieder ans Ende des Threads verschoben.
Zuletzt geändert von Peter43 am Fr 21.11.08 19:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon beachcomber » Do 20.11.08 17:06

hallo jochen,
schöne münze, schöne geschichte!
aber, woran erkennt man, dass unter dem adler shamash dargestellt sein soll?
kann es nicht einfach eine sol-büste sein? und war denn zur zeit des macrinus shamash überhaupt noch aktuell? schliesslich liegen ja schon ein paar jahhunderte bis -tausende dazwischen?
grüsse
frank
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Beitragvon Peter43 » Do 20.11.08 22:07

Hallo Frank!

Danke für Deine Frage! Shamash war später der Sonnengott der Araber, besonders derjenigen, die sich in Hatra niedergelassen hatten. So gibt es Münzen aus Hatra (CoinArchives!) aus der Zeit der Severer mit der Inschrift 'Hatra des Shamash', was 'umfriedeter Hof des Shamash' heißen soll ( H.J.W.Drijvers, Monotheismus und Polytheismus in der haträischen Religion, Proceedings of the Xiith International Congress of the Int. Assoc. for the History of Religions, 1970).

Natürlich sind Sol und Shamash verwandt. Beide sind ja Sonnengötter. Vielleicht ist das auch der Grund, warum diese Münze in Emesa, dem Zentrum des Sonnenkultes, erschienen ist. Die Münzbeschreibungen habe ich von CoinArchives, z.B. CNG, Gorny & Mosch u.a., die sich auf Bellinger und Prieux beziehen. Gegen Sol spricht z.B. die Tatsache, daß die Shamash-Büste drapiert und cürassiert ist.

Siehe auch http://www.univie.ac.at/Numismatik/downloads/36-08.pdf

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
Hatra_SNGcop232.jpg
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Beitragvon Peter43 » Fr 21.11.08 19:41

Eine Gründungssage von Lanuvium

Über die römischen Sagen von der Flucht des Aeneas aus Troja, über die Gründung Roms bis zur frühen Republik haben wir in diesem Thread bereits mehrere Beiträge gehabt. Hier ist eine Liste in bunter Reihenfolge:
- Die weiße Sau von Lavinium
- Der Raub der Sabinerinnen
- Anna Perenna
- Juno Sospita
- Acca Larentia
- Mars und Rhea Silva
- Faustulus und die Zwillinge
- Romulus und der erste Triumph
- Juno Caprotina

Hier ist eine weitere Mythe, die man zeitlich einordnen könnte nach der Sage von der weißen Sau von Lavinium. Sie spielt also in der Zeit, als die Trojaner noch in Latium nach Land suchten.

Römische Republik, L. Papius Celsus, gens Papia
AR - Denar, 18mm, 3.66g
Rom, 45 v.Chr.
Av.: Kopf der Juno Sospita n.r., auf dem Kopf Ziegenfell und Hörner
Rv.: Wölfin n.r. stehend mit Holzscheit im Maul, den sie ins Feuer werfen will, das vor
ihr brennt, re. daneben ein Adler, der mit geöffneten Schwingen das Feuer
anfacht.
darüber CELSVS.III VIR
im Abschnitt L.PAPIVS
Ref.: Crawford 472/1; Sydenham 964; Papia 2
SS, attraktive Tönung

Mythologie:
Aeneas hatte mit den Latinern einen Vertrag gemacht, der durch Eide bekräftigt wurde. Die Eingeborenen gaben den Trojanern soviel Land, wie sie wünschten, d.h. ungefähr 40 Stadien in jeder Richtung. Dafür mußten die Trojaner den Eingeborenen im gegenwärtigen Krieg beistehen, und beide Völker sollten sich gegenseitig helfen mit aller ihrer Kraft bei allen Gelegenheiten, mit Waffen und mit Rat.

Nachdem dieser Vertrag geschlossen und als Bürgschaft Kinder als Geiseln ausgetauscht worden waren, marschierten sie gemeinsam gegen die Städte der Rutuler, und nachdem sie bald alle Gegner bezwungen hatten, kamen sie zur Stadt der Trojaner, die immer noch nur halb erbaut war. Gemeinsam befestigten sie die Stadt mit einer Mauer.

Diese Stadt nannte Aeneas Lavinium, nach der Tochter des Latinus, die von den Römern Lavinia genannt wurde. Doch nach einigen griechischen Mythographen nannte er sie nach der Tochter des Anius, des Königs der Delier, die auch Lavinia hieß. Diesen Namen hatte sie erhalten, weil sie erste war, die an einer Krankheit starb, während die Stadt erbaut wurde. Sie wurde an dem Ort begraben, an dem sie starb, und die Stadt wurde als ihr Denkmal errichtet. Es heißt, daß sie sich zusammen mit den Trojanern eingeschifft hatte, nachdem ihr Vater sie dem Aeneas auf dessen Wunsch hin als Prophetin und weise Frau gegeben hatte.

Während Lavinium erbaut wurde, sollen sich den Trojanern die folgenden Vorzeichen ereignet haben: Als plötzlich im Wald ein Feuer ausbrach, soll ein Wolf gekommen sein, der trockenes Holz im Maul trug und es in das Feuer warf. Und ein Adler soll dazugeflogen sein, der das Feuer mit seinen Flügeln noch mehr angefacht habe. Aber im Gegensatz zu diesen beiden habe ein Fuchs, der seinen Schwanz im Fluß naß gemacht hatte, versucht, die Flammen auszuschlagen. Und nun versuchten die beiden, daß Feuer zu bewahren, und der Fuchs versuchte, es zu löschen. Doch zuletzt gewannen die ersteren die Oberhand, und der Fuchs schlich fort, nicht fähig, irgendetwas weiter zu unternehmen. Aeneas, der dies beobachtet hatte, sagte daraufhin, daß diese Ansiedlung berühmt und ein Gegenstand des Erstaunens werden würde, und daß sie den größten Ruhm erwerben würde. Dies aber werde den Neid der Nachbarn hervorrufen und sie kränken. Trotzdem würde sie ihre Gegner überwinden; denn das Glück, das ihr der Himmel geschenkt habe, sei mächtiger als aller Neid der Menschen. Und diese klaren Zeichen, so hieß es, sagten genau das vorher, was der Stadt tatsächlich geschah. Es wurden Denkmäler errichtet, die nun auf dem Forum der Lavinier stehen und die diese Tiere in der Gestalt von Bronzestatuen zeigten. Diese Denkmale waren lange Zeit zu sehen.

Hintergrund:
Diese Sage kommt nur bei Dionysios von Halikarnassos und in einer Bemerkung von Horaz vor. Dionysios lebte in der 2.Hälfte des 1.Jh. v.Chr. und befand sich von 30-7 v.Chr. in Rom. Er schrieb eine 20bändige Geschichte Roms ('Antiquitates Romanae') bis zum Beginn des Punischen Krieges, 264, die in Auszügen erhalten ist. Darin beschreibt er in teleologischer Sicht, warum es Rom vorherbestimmt war, Herrscherin der Welt zu werden. Er ist auch bekannt als Rhetor und hat z.B. ein Buch über Demosthenes geschrieben und 'Über die Stellung der Wörter'. Er war ein Vertreter des Attizismus gegenüber dem Asianismus.

Die Legende hat sich nach Dionysios aber nicht in Lanuvium, sondern in Lavinium zugetragen. Dort soll auch eine die Sage darstellende Gruppe gestanden haben. Diese Lokalisierung aber scheint ein Fehler des Autors zu sein. Auf der Vs. dieser Münze erscheint die Juno Sospita. Die hatte ihren Hauptort in Lanuvium, jedoch nicht in Lavinium. Auch die Anspielung auf die Legende bei Horaz (Hor. epod. 3, 27, 4) kommt kurz nach der Erwähnung Lanuviums vor. Die Verwechslung der beiden Orte muß nicht erstaunen. Lanuvium und Lavinium wurden sehr oft und sogar in wichtigen Dokumenten wie den z.B. Fasten vertauscht. Die starke Verbindung mit Aeneas in der Erzählung des Dionysios ist gut als Zutat des Autors zu erklären, der sich die Gelegenheit zur Ausschmückung der Legende nicht entgehen ließ. Dionysios schreibt der Sage zwar ein hohes Alter zu, doch diese Datierung können wir nicht als zuverlässig betrachten. Am ehesten dürfte eine Statuengruppe, deren Bedeutung verloren gegangen war, den Anlaß zu dieser ätiologischen Sage geliefert haben (Krumme).

Quellen:
(1) Dionysios von Halikarnassos, Antiquitates Romanae
online (englisch) unter
http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/R ... /home.html
(2) Michael Krumme, Römische Sagen in der antiken Münzprägung, Hitzeroth 1995

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