Mythologisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon Peter43 » Mo 29.12.08 01:32

doppelt!
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Beitragvon Peter43 » Mo 29.12.08 01:32

Volcanus

Wir hatten bereits einmal einen Artikel über Vulkan in diesem Thread. Deshalb bitte ich um Verzeihung dafür, daß ich dieses Thema noch einmal aufnehme. Seht es als Ergänzung an. Zudem soll es der Vorspann für einen Artikel über Hephaistos sein.

Valerian I., 253-260
AR - Antoninian, 20mm, 3.1g
Köln, 258
Av.: VALERIANVS PF AVG
Büste, drapiert, mit Strahlenkrone, n.r.
Rv.: DEO VOLKANO
Tetrastyler Tempel mit trigonalem Pediment; darin Statue des Gottes Vulcanus in
Arbeitskleidung mit freier re Schulter und mit Pileus frontal stehend, Kopf n.l., in der
erhobenen Rechten Hammer und in der herabhängenden Linken eine Zange haltend; li
zu seinen Füßen ein Amboß.
Ref.: RIC V/1, 5; C.2; Elmer 24, 74; Göbl/MIR36, 884d
fast SS, Rs. etwas exzentrisch
Übrigens zeigt diese Münze eine Besonderheit: Neben einer Münze mit KARVS ist sie die wohl einzige reichsrömische Münze mit einem K in der Legende!

Die ungewöhnliche Architektur auf der Rs. dieser Münze verweist möglicherweise auf den Tempel des Volcanus in Rom, kann aber auch ein Schrein in der Stadt sein, in dem die Münze geprägt worden ist.

Volcanus, auch Vulcanus, war ein altitalischer Feuergott, den die Römer - wie so vieles - von den Etruskern übernahmen. Er wurde angeblich seit der Zeit des Romulus, bzw. des Titius Tatius, in Rom verehrt. Zu der Zeit befand sich ein Volcanal über dem Comitium auf der area Volcani. Das war die alte römische Nekropole, wo ihm Fischopfer dargebracht wurden. Später wurde ihm ein Tempel auf dem Marsfeld errichtet. Die ältesten archäologischen Spuren finden sich unter dem Lapis niger auf dem Forum. Wegen der häufigen Blitzprodigien wurde Volcanus auch blitzführend dargestellt. Sein Fest, die Volcanalia, wurden am 23. August gefeiert, aber auch am 23. Mai gab es ein Fest, das Tubilustrum zur Reinigung der Trompeten. Beschrieben ist ein lectisternium[/] des Volcanus mit Vesta 217 v.Chr., die für soetwas wie die gute Seite des Feuers stand. Sonst war seine Partnerin eigentlich Maia bzw. Maiesta. Der Priester des Volcanus war ein [i]flamen. Im Mittelpunkt des Volcanuskultes standen die Waffen. Er galt ja auch als begnadeter Schmied. Seine Beziehungen zum Feuer zeigten auch die kultischen Waffenverbrennungen; deshalb befanden sich seine Tempel immer außerhalb der Städte. Er wurde schon früh mit dem griechischen Hephaistos gleichgesetzt und Volcanus wurde ein Metonym für Feuer. 64 n.Chr. fand auf sibyllinische Weisung hin eine supplicatio statt, bei der Volcanus, Ceres und Proserpina Sühneopfer gebracht wurden wegen des großen Brands von Rom unter Nero (Tacitus, Ann.) In der römischen Mythologie war er der Vater des römischen Königs Servius Tullius, des Cacus oder des Caeculus, des mythologischen Gründers von Praeneste. Geboren wurde er von Juno aus deren Oberschenkel. Antike Namensdeutungen aus vis (die Kraft) oder quasi Volocanus aus[i/] volare[/i] (fliegen) sind sicher falsch. Moderne Verbindungen mit etruskisch gens Volca (dem volkischen Volk) sind zumindestens unsicher. Seine Hauptkultstätten waren die römische Hafenstadt Ostia, wo er der Stadtgott war, und Perusia.

Wie wir hier sehen, hat der römische Volcanus ursprünglich kaum etwas mit dem griechischen Hephaistos gemeinsam. Ihm fehlen die ganzen Liebesgeschichten und die anderen Taten, für die Hephaistos berühmt oder berüchtigt war. Wir werden davon in diesem Thread noch hören. Aber diese oft gesehene Gleichstellung von römischen mit griechischen Göttern stimmt eigentlich nirgendwo, wie ich in diesem Thread oft zeigen konnte. Natürlich ist klar, daß besonders während des Hellenismus, als sich die griechische Kultur im Mittelmerraum ausbreitete, die gebildeten Römer immer mehr auch von der griechischen Mythologie übernahmen. Umso wichtiger, finde ich, ist es, die Unterschiede nicht zu verwischen, sondern klar herauszustellen.

Hinzugefügt habe ich das Bild einer Statuette des Volcanus aus dem 1.Jh. n.Chr., die ihn in seiner typischen Arbeitskleidung zeigt, wie sich sich auch auf der münze des Valerian findet.

Quellen:
Der Kleine Pauly
Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
http://www.imperiumromanum.com/religion ... nus_01.htm
http://www.ostia-antica.org/regio1/forum/circ.htm

Mit freundlichem Gruß und dem Wunsch für ein glückliches neues Jahr
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valerianI_RIC5.jpg
volcanus_01.jpg
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Beitragvon Peter43 » Mi 31.12.08 22:55

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Beitragvon beachcomber » Mi 31.12.08 23:52

hallo jochen,
vielen dank mal wieder für deinen interessanten beitrag über vulcanus!
eine kleine korrektur hätte ich da allerdings noch: die münze des valerian ist sicher nicht in lugdunum geprägt worden, wie der RIC es noch vermutet, sondern in köln.
Göbl listet sie in seinem werk (Göbl/MIR36) unter der nummer 884d.
grüsse (und einen guten rutsch ins neue jahr :) )
frank
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Beitragvon Peter43 » Do 01.01.09 01:16

Danke! Ich hab's mir beinah gedacht.

Ebenfalls einen guten Rutsch
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Beitragvon cepasaccus » Do 01.01.09 01:31

Ein schoenes neues Jahr!

Schoen, dass ich hier nicht alleine bin. ;)

Und zum Vulcanus gibt's zu sagen: Einerseits hat die Interpretatio Romana die fremden quasi gleichgeschaltet ("Der tut schmieden, also muss das unser Vulcanus sein, auch wenn die ihn anders nennen."), aber anderseits haben sie auch viele Religionen neu aufgenommen. Priapus ist so ein Beispiel eines neuen Imports aus dem Osten. Mit der gleichen Liebe haben sie fremdes zu ihren "einheimischen" Goettern - wer weiss, wann Vulcanus importiert worden ist - gepackt. Diese Flexibilitaet in Religionsdingen ist doch bewunderswert. In den Riten waren sie aber ziemlich starr. Schon Plinius hat ziemlich erfolglos versucht einige dieser alten Riten zu deuten.

Wer mehr ueber die Prinzipien roemischer Religion wissen moechte, dem kann ich Joerg Ruepkes "Die Religion der Roemer" empfehlen.

valete
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Beitragvon Peter43 » Do 01.01.09 02:21

Mir gefällt besonders die religiöse Toleranz der Römer, der ganz im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen stand. Die Christen wurden bekanntlicherweise auch nicht wegen ihrer Religion verfolgt, sondern weil sie sich weigerten, den Kaiserkult anzuerkennen. Wieviel friedlicher wäre die Welt!

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon Peter43 » Sa 03.01.09 00:28

Hephaistos

Ich möchte noch einmal daraufhinweisen, daß die Münzen, die hier immer als Aufhänger für die Artikel stehen, alle aus meiner Sammlung stammen. Deshalb gibt es Themen, dich ich leider in diesem Rahmen noch nicht bearbeiten konnte. Aber diese Münze ist mir ins Netz gegangen. Ich hoffe, daß auch diesmal etwas für euch Neues dabei ist!

Ionien, Magnesia ad Maeandrum, Antoninus Pius, 138-161
AE 34, 26.53g
Geprägt unter dem Magistrat Dioskourides Gratos
Av.: T AILIOC KAICAR - ANTWNEINOC
Kopf, belorbeert, n.r.
Rv.: EPI DIOCKOVRIDOV GRATOV MHTR MAGNHTWN
Hephaistos, mit nacktem Oberkörper, einen Hammer haltend, n.l. sitzend, hält
einen Schild, der auf einem schmalen Cippus steht, mit der Inschrift ..N/..N/OC; re
ein Hund.
Ref.: cf. Schultz 100 (nur Vs., Stempelgleichheit); unpubliziert
sehr selten, fast SS, beeindruckende Rückseitendarstellung!

Dafür, daß sich re ein Hund befindet (und z.B. nicht ein Löwe), spricht, daß Hephaistos den Hund erfunden hat und dieser deshalb in der griechischen Mythologie, z.B. bei Homer, eine privilegierte Stellung gegenüber den anderen Tieren besaß. Sollte es ein Löwe sein, dann sollte er Beziehungen zum Schild bzw. der Inschrift haben

Vielleicht kann jemand den Text auf dem Schild entziffern oder hat zumindestens Vorschläge?

Mythologie:
Hephaistos war nach einer Version der Sohn des Zeus und der Hera, nach einer anderen der Sohn der Hera allein, die ihn mit Hilfe eines Krautes ohne Zutun Zeus' empfing. Er war der Gott des Feuers, wie es als unterirdische Naturkraft in den Vulkanen erscheint, aber auch des Feuers, das die Menschen in Gewerbe und Kunst benötigen. So war er der Gott der Schmiede. Bei seiner Geburt war er so häßlich, daß ihn seine Mutter vom Olymp herabwarf. Die Meeresgöttinnen Thetis und Eurynome, sollen ihn aufgefangen haben. Danach lebte er neun Jahre in einer verborgenen Höhle und verfertigte ihnen kostbaren Schmuck. Auch vollendete er in dieser Zeit einen wundersamen Thron, von dem niemand sich ohne seine Einwilligung wieder erheben konnte. Diesen Thron schickte er seiner Mutter zum Geschenk, um sie wegen ihres Frevels zu bestrafen. Sie saß nun auf ihm fest und kein Gott konnte Hephaistos bewegen, sie wieder frei zu lassen. Es war Dionysos, der ihn betrunken machte und ihn aus seiner Höhle auf den Olymp zurückführte. Er ließ Hera frei, aber hörte nie auf, ihr wegen der Untat zu zürnen. Eine andere Mythe erzählt, daß es Zeus war, der Hephaistos aus dem Himmel warf. Denn als einmal Zeus sich mit Hera stritt, habe Hephaistos für seine Mutter Partei ergriffen, sodaß Zeus ihn am Fuß packte und vom Olymp herabschleuderte. Er soll auf der Insel Lemnos niedergefallen sein, wobei er sich einen Fuß verletzte, sodaß er von da an hinkte. Dort hätten ihn die Sintier aufgenommen. Andere sagen, daß er bereits von Geburt an lahm war und hinkte.

Nach Homer hatte er seine selbst gebaute Werkstatt auf dem Olymp, wo er auch den übrigen Göttern ihre Wohnungen gebaut hatte, und fertigte dort die wunderschönsten Arbeiten. Später hieß es, seine Werkstätten seien tief in feuerspeienden Bergen, wie im Aetna oder auf Lemnos, und seine Gehilfen seien die Zyklopen Brontes, Steropes und Pyrakmon. Nach der Ilias ist seine Gattin Charis, eine der Grazien, nach der Odyssee Aphrodite, die ihn aber mit Ares betrog. Diese Liebesbeziehung wurde von Helios, der ja alles sieht, entdeckt und sofort dem Hephaistos hinterbracht. Der fertigte ein kunstvolles Netz, warf es über das betrügerische Paar und rief alle Olympier zu Zeugen dieser Schandtat.

Er war ein kunstsinniger und erfindungsreicher Gott und wie Athena lehrte er die Menschen Handwerk und Künste. Zusammen mit Athena stellten ihm die Athener Standbilder in ihren Tempeln auf und hielten für beide Gottheiten gemeinsame Feste ab, bei denen ein Fackellauf stattfand. Bei Homer hatte Hephaistos keine Nachkommen. Später aber wurden ihm von verschiedenen Müttern verschiedene Kinder gegeben: Eros, Erichthonios, Periphetes, Palaimon, Rhadamanthys, Olenos, die Nymphe Thalia und die Kabiren.

Hier habe ich eine Liste seiner bekannteren Werke und Taten:
1) Bei der Geburt der Athena aus dem Kopf des Zeus soll er mitgeholfen haben, indem er Zeus den Schädel spaltete, sodaß sie ihm in voller Rüstung entsteigen konnte. Ihr hat er auch den berühmten Helm verfertigt, und dem Zeus die Aegis, den Wunderschild.
2) Eines seiner berühmtesten Werke sind der Schild des Achilles und die Waffen, die er für Thetis schmiedete, nachdem sie durch den Tod des Patroklos vor Troja verlorengegangen waren.
3) Weniger bekannt ist, daß er den Bronzemann Talos geschaffen hat, einen Vorläufer der Roboter, der als Wächter von Kreta jeden Tag dreimal die Insel umrundete, und den Argonauten Schwierigkeiten machte.
4) Von Hephaistos stammte die metallische Rassel, mit der Herakles die Stymphalischen Vögel aufschreckte, sodaß er sie dann mit seinen Pfeilen erlegen konnte.
5) Er schmiedete im Auftrag des Zeus den Prometheus an einen Felsen im Kaukasus, weil der den Göttern dss Feuer geraubt hatte.
6) Im Auftrag des Zeus formte er aus Lehm die erste Frau, der Hermes den Namen Pandora gab. Sie sollte den Feuerraub des Prometheus rächen. Zu diesem Zweck gab er ihr ein Gefäß mit, in dem sich alle Übel und Plagen befanden, und schickte sie zu Epimetheus, dem Bruder des Prometheus. Obwohl der ihn gewarnt hatte, Geschenke des Zeus anzunehmen, öffnete sie ihm das Gefäß und so kam all das Böse in die Welt. Bevor die Hoffnung, elpis, entweichen konnte, schloß sie zunächst ihr Gefäß, entließ dann aber auch die Hoffnung in die Welt. Aber das Goldene Zeitalter war für immer vorbei.
7) Dann kettete er noch mit Athenas Hilfe den Ixion an das ewige Feuerrad im Tartaros. Der Lapithenkönig Ixion hatte nämlich im Weinrausch versucht, Hera zu vergewaltigen. Zeus aber hatte ihm eine der Hera ähnliche Wolkengestalt geformt, Nephele, mit der Ixion den Kentauros zeugte.
Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Hintergrund:
Sein Name ist bisher nicht geklärt. Seine Herkunft aus Lemnos, bekannt durch seine tektonischen Gasbrände, auf der er wohl genuin ansässig gewesen ist, sprechen für die Erdgebundenheit seines elementaren Wirkens. Seine örtlichen Hypostasen, der Zwergenschmied Kedalion und der übelriechende Krüppel Philoktetes, weisen auf ein in der unterirdischen Sphäre beheimatetes Numen hin. Dieses war nicht nur schöpferisch-bildnerisch tätig, sondern auch iatrisch (heilend). Dieser Typ des koboldhaft-ungestalten, zauberisch-kunstvoll schaffenden Erddämons hatte in der prähellenischen Welt einen festen Platz. Dies zeigt sich auch an den rhodischen Telchinen, den lemnischen Kabiren, den phönikischen Pataiken und den idäischen Daktylen (siehe den betreffenden Artikel in diesem Thread!). Sie alle stehen dem Hephaistos nahe. Der Beginn der Erzbereitung war nachweislich im kleinasiatisch-pontischen Raum, auch dem Kaukasus. Die z.T. im Religiösen verhaftete Metallkunst ist also wie Weinbau und Maultierzucht ein Geschenk der anatolisch-ostmediterranen Kultur. Die Weitergabe an die griechische Welt spiegelt sich wider in der Sage von der Rückführung des trunkenen Hephaistos auf einem Esel in den Olymp durch den mit dem Feuer eng verbundenen Weingott Dionysos.
Es zeigt sich in der Darstellung des häßlichen hinkenden und rußigen Gottes zunächst eine deutliche Überheblichkeit gegenüber dem banausos, dem Handwerker (der mit seinen Händen arbeitet), dem technischen Spezialisten, dem erfindungsreichen Mechaniker, der trotz all seiner Fähigkeiten sozial nachrangig bleibt. Bei Homer aber überwiegt dann der Aspekt des Märchenschmiedes, der Wundergeräte herstellen kann und als Vertreter einer überlegenen Metallkultur schließlich der Athene gleichrangig mit ihr zum Beschützer des Kunsthandwerks wird.
Hephaistos kam mit den Diadochen bis nach Indien (Kaniska, Kushan) und machte sich im Westen zum Herrn der liparischen Vulkane. Er verdrängte den sizilischen Feuerdämon Adranos und wurde zum Vater der Palikoi. Sekundär wurde er dem römischen Volcanus angeglichen. Die Ägypter setzten ihn synkretistisch mit dem memphischen Schöpfergott Ptah gleich, der ihm ähnlich sah, und so wurde er zum Urkönig, Philososophen und protos eurethes, oder sogar zum Megas Theos Hephaistos, dem Großen Gott Hephaistos.

Kunstgeschichte:
Von fast allen Taten des Hephaistos gibt es antike Darstellungen auf Schalen und Gefäßen oder auch auf Metopen an Tempeln. Die beliebteste Darstellung aber war wohl die Rückführung des trunkenen Hephaistos auf den Olymp durch Dionysos, besonders in der archaischen Kunst.
In der Renaissance war beliebt die Darstellung der Schmiede des Hephaistos, z.B. von Tintoretto 'Die Schmiede des Vulkan', 1576, heute im Palazzo ducale in Venedig. Hierher kommt Thetis, die Mutter des Achilles, um neue Waffen für ihren Sohn zu erbitten. Die gleiche Szene gibt es auch mit Aphrodite, die für ihren Sohn Aineias vorstellig wird (z.B. Louis Le Nain 1641, heute in Reims, Musee St.Denis). Der Niederländer M. van Heemskerck hat um 1540 der Liebesaffäre des Ares mit Aphrodite ein Triptychon gewidmet. Auf der rechten Tafel (heute im Kunstmuseum in Wien) ist Hephaistos im Vordergrund von hinten zu sehen, das ertappte Paar ist im Netz , und oben rechts biegen sich die Götter vor Lachen.

Ich habe hinzugefügt
1) Eine Szene auf einem attischen rotfigurigen Skyphos, ca.430-420 v.Chr., dem Kleophon Maler zugeschrieben. Sie zeigt Hephaistos mit Hammer und Zange auf einem Esel reitend, der von Dionysos mit Thyrsos geführt wird. Rechts sieht man Hera, die auf dem Thron, den ihr Hephaistos geschenkt hatte, gefangen ist.
2) Ein Bild des Gemäldes von Marten van Heemskerk

Quellen:
Homer, Ilias
Homer, Odyssee
Der Kleine Pauly
Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
http://www.theoi.com/Gallery/K7.2.html
http://thanasis.com/hepha.htm
http://www.webwinds.com/myth/hephaestus2.htm
Aghion/Barbillon/Lissarrague, Lexikon der antiken Götter und Heroen in der Kunst

Mit freundlichem Gruß
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The_return_of_Hephaistos.jpg
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Beitragvon Peter43 » Sa 03.01.09 00:32

Der trunkene Hephaistos

Bei den Beiträgen in diesem Thead schwanke ich immer zwischen einer Gesamtdarstellung einer Gottheit und der Schilderung eines speziellen Ereignisses. Eigentlich tendiere zu letzterer. Deshalb möchte ich noch einen Nachtrag zu Hephaistos bringen.

Münze:
Lydien, Sardeis, Domitian, 81-96
AE 32
geprägt unter dem Strategen T.Fl.Metrodoros
Av.: DOMITIANOC KAICAR CEBAC - TOC G[E]RMANIKOC
Büste, Aegis auf der li Schulter, belorbeert, n.r.
Rv.: [EPI T FL MHTRO]DWROV CTRA - TO B CARD / [IANWN] (TO ligiert)
Der jugendliche Dionysos, in langen Kleidern, sitzt n.l. auf einem Thron, ruht mit dem li.
Arm auf der Rücklehne und stützt seinen Kopf in die li Hand; mit der re. Hand gießt er
Wein aus seinem Kantharos in ein Gefäß, das ihm Hephaistos mit der li. Hand
entgegenstreckt; dieser steht nackt n.r., auf dem Kopf seine typische spitze Mütze, und
hält seinen re Arm auf den Rücken; vor ihm sein Hammer.
Ref.: SNG von Aulock 3149; RPC 1321; BMC 128
Selten, S bis fast SS

Die Rs. der Münze stellt offensichtlich die Szene dar, die der Rückkehr in den Olymp direkt vorhergeht. Dionysos hat Hephaistos zu einem Gelage eingeladen hat, um ihn mit Wein trunken zu machen.

Von den zahlreichen antiken Darstellungen habe ich die drei folgenden ausgewählt:

Auf dem ersten hinzugefügten Bild sehen wir eine Darstellung dieses Gelage. Allerdings sind die beiden Götter nicht unter sich, wie auf der Münze, sondern neben Dionysos ganz links auf der Kline sitzt Ploutos mit Cornucopiae auf der re Seite und beide sind umgeben von Satyrn und Mainaden. Ein Satyr stützt den bereits trunkenen Hephaistos. Unten spielt Eros mit einer Gans. Es handelt sich dabei um einen attischen rotfigurigen Krater aus der Zeit von 370-360 v.Chr., der dem Pourtales Maler zugeschrieben wird. Heute im Britischen Museum.

Ein zweites Bild zeigt das übliche Bild des auf dem Rücken eines Esels sitzenden Hephaistos. Vor ihm steht Dionysos mit einem Kantharos voller Wein. Begleitet wid er von Mainaden. Diese archaische Szene stammt von einer schwarzfigurigen Hydria aus Caere, 550-530 v.Chr.

Als letztes Bild möchte dieses Detail von einem Calyx des Kleophrades Malers, ca.500 v.Chr. zeigen. Es zeigt wieder die Rückkehr des Hephaistos zum Olymp. Er reitet auf dem Rücken eines Esels mit seinem Schmiedehammer über der Schulter. Umgeben ist er von den Satyrn des Dionysos, der ihn zum Himmel begleitet. Heute im Kunstmuseum der Harvard-Universität, Cambridge, Massachusetts/USA

Betrachtet man diese Bilder unvoreingenommen, dann zeigt sich eine frappierende Übereinstimmung mit dem Einzug Jesus' in Jerusalem. Er wollte das ja auch auf dem Rücken eines Esels machen. Für den antiken Betrachter steckt da schon eine gezielte Anspielung. Dies ist bekannterweise nicht die einzige Übereinstimmung zwischen Jesus und Dionysos.

Zum Schluß möchte ich euch nicht vorenthalten, was ich in der Encyclopedia of Archetypal Symbolism von George R. Elder gefunden habe:

Unsee eigenen Mängel ähneln denen des Hephaistos: ein schwer annehmbares körperliches Erscheinungsbild, eine naive Neigung den falschen Leuten zu vertrauen, eine Art von sexueller Unzulänglichkeit. Und diese können uns wie ein Stachel, so wie sie es bei diesem Gott getan haben, zu harten Racheakten treiben. Oder wir merken vielleicht, daß sie uns anspornen, sie zu kompensieren inn einer Art von 'Hephastischer Kreativität', die wir sonst nie erreichen würden. Ausnahmeathleten, einschließlich der leichtfüßigen, erzählen und manchmal solche Geschichten. Zumindestens aber bringen uns unsere Unvollkommenheiten wieder zurück auf die Erde. Sie können uns sogar tiefer tauchen in die Tiefen unseres Selbst und uns grübeln zu lassen über die seltsame Beziehung zwischen Stärke und Schwäche, Erfolg und Mißerfolg, gut und böse. Sollten wir uns da befinden, gibt Hephaistos uns den Rat, einen seiner nützlicheren Werkzeuge zu benutzen: den Sinn für Humor!

Quellen:
http://www.theoi.com/Olympios/HephaistosMyths.html
An Encyclopedia of Archetypal Symbolism, vol.2, The body, by George R. Elder
Wikipedia

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon Peter43 » Sa 03.01.09 22:44

Leto - Mutter der Zwillinge Apollo und Artemis

Pisidien, Kremna, Aurelian, 270-275
AE 32, 14.38g
Av.: IMP CS DOM AVRELIANO
Büste, drapiert, belorbeert, n.r.
Rv.: LATO CO - L KREMNE
Leto in untergürtetem Doppelchiton, frontal stehend, den Kopf n.l. gewendet, hält auf
den Schultern ihre beiden Zwillinge Apollo und Artemis, beide nackt; re und li zu ihren
Füßen je ein Eros mit Fackel.
Ref.: von Aulock, Pisidia, 1687; SNG von Aulock 8608
sehr selten, S-S+, etwas rauh
Vielleicht handelt es sich wegen der beiden Eroten um eine Hochzeitsausgabe?

Mythologie:
Leto war die Tochter der Ttanen Koios und der Phoibe und damit eine Enkelin des Uranos und der Gaia. Über ihre Geburt selbst ist nichts bekannt. Die Einwohner der Insel Kos behaupten, sie sei bei ihnen geboren, andere sagen im Land der Hyperboreer. Sie gefiel wegen ihrer Schönheit dem Zeus so sehr, daß er mit ihr den Apollo und die Artemis zeugte. Dies soll in Didyma bei Milet geschehen sein. Daraufhin verfolgte sie Hera mit ihrem Zorn, weil ihre Mutter Gaia ihr vorhergesagt hatte, daß Letos Kinder bedeutender als ihre eigene werden würden. Sie schickte den Drachen Python hinter ihr her und nahm der Erde den Eid ab, ihr keine Stelle zu geben, die von der Sonne beschienen wurde, wo sie ihre Kinder zur Welt bringen könne. Poseidon aber ließ die schwimmende Insel Delos aus dem Meer aufsteigen und Hermes brachte Leto auf Befehl des Zeus dorthin.

Es wird aber auch erzählt, daß Leto eine Schwester Asteria gehabt habe, die sich, als auch ihr Zeus nachstellte, in eine Wachtel (ortyx) verwandelte. Als Zeus in Gestalt eines Adlers sie eingeholt hatte, fiel sie - in einen Stein verwandelt - ins Meer und wurde zur Felseninsel Ortygia oder - weil sie aus der Tiefe auftauchend sichtbar (delos) wurde - Delos. Es gibt aber auch die Meinung, daß Leto sich selbst in eine Wachtel verwandelt und sich in dieser Gestalt mit Zeus vereinigt habe.

Neun Tage lag sie in Wehen, und alle Göttinnen waren anwesend, um ihr zu helfen, bis auf Hera und die Geburtshelferin Eileithyia. Dann gebar sie zuerst die Artemis und dann den Apollo, wobei ihr Artemis half. Dies alles geschah unter einem heiligen Palmbaum. Dabei machten die Kureten, die schon bei der Geburt des Zeus dabei waren, mit ihren Waffen solchen Lärm, daß Hera nichts von der Geburt merkte.

Nach einigen waren Ares und Iris ausgeschickt worden, um allen Orte, an die Leto kam, zu verbieten, ihr Gelegenheit zur Niederkunft zu geben.Desgleichen stachelte Hera den Riesen Tityos auf, der Leto zu Leibe zu rücken, als sie bereits schwanger war. Dafür wurde er von Zeus mit einem Blitz erschlagen. Er verwandelte auch einige Bauern in Lykien, die sie auf ihrer Flucht aus Delos, wo Hera sie wieder aufgespürt hatte, nicht aus der Quelle Melite trinken lassen wollten, in Frösche, und sub aqua, sub aqua, maledicere temptant (Ovid Metamorph. VI, V.339).

Weil sich später die Niobe, die Königin von Theben, gegenüber Leto brüstete, sie selbst habe 7 Söhne und 7 Töchter, sie aber nur zwei, klagte Leto ihren Zwillingen die erlittene Kränkung. Das führte zum schrecklichen Ende der Niobiden, alle wurden durch die Pfeile des Apollo und der Artemis erschossen.

Python wurde von Apollo erschlagen. Nachdem er sich für diese Tat entsühnt hatte, Python war ein Sohn der Gaia, übernahm er das Heiligtum von Delphi, wo Python gehaust hatte.

Hintergrund:
Leto ist eine kleinasiatische Göttin, etr. letun, die schon bei Homer die respektierte Gemahlin des Zeus und die Mutter von Apollo und Artemis war. Die Rolle als Zwillingsmutter zeigt, daß sie eine alte Fruchtbarkeitsgöttin ist. Als Gebärende berührt sie die Erde Lykiens bzw. die delische Palme am im Fluß Kynthos, während die gesamte Natur den exemplarischen Akt des Neuwerdens wundersam begrüßt. Ihr Name kann daher nicht als 'Verbergerin' zu lat. latere usw.gestellt werden, sondern ist vielmehr wie Lydia mit lyk. lad/ta 'Frau' sprachlich identisch. Der göttlichen 'Frau' und mütterlichen 'Herrin' galt als Leto Phytia das kretische Fest der Ekdysien zu Phaistos. Gleichwohl kann ein Primat des kretisch-argivischen Sitzes der Leto als mediterraner Potnia Theron kai Phyton nicht mit Recht behauptet werden, da die Göttin in verschiedenen alten Heiligtümern Lykiens vor allem im Norden des Xanthos-Tales bei Araxa und an der Quelle Melite genuin festsitzt.

Von dort aus erfolgte ein Expansion ihes Kultes über Phrygien, Pamphylien, die Mäanderebene und die Katakekaumene bis zu dem Wallfahrts- und Mysterienort Ortygia bei Ephesos. In Lykien setzt auch die wichtige, durch den mythischen Dichter Olen repräsentierte Verbindung des kleinasisiatischen Letoiden- mit dem hyperboreischen Apollonkult an, dessen bis ins Neolithikum zurückreichende Wurzeln skythisch-schamanistisches Gepräge erkennen lassen. Dem kleinasiatischen Ortygia-Heiligtum steht demgemäß die Verehrung der 'Wachtelgöttin' auf Delos gegenüber, wo die Hyperboreer-Tradition ihre zentrale Stätte besaß. Im Zeichen des Baumidols der heiligen Palme trat hier der Leto-Kult in Rivalität zu dem der Zeus-Gattin Hera. Die Römer übernahmen die Göttin aus dem dorischen Unteritalien mit der dorischen Namensform Lato, die sie zu Latona erweiterten.

Hinzugefügt habe ich folgende Bilder:
1) Das Bild von einer attischen rotfigurigen Amphora, die Leto zeigt mit ihren Kindern Apollo (mit Lyra) und Artems (mit Köcher). Heute Im Britischen Museum
2) Das Bild von Latona (Leto) mit ihren beiden Zwillingen auf den Schultern bedroht durch Python. Es stammt aus einer Ovidausgabe von 1786
3) Ein Bild, das zeigt, wie die lykischen Bauern Leto daran hindern, ihren Durst zu stillen, weswegen sie dann in Frösche verwandelt werden. Dieses Bild stammt von Giulio Carpioni, 1665-1670.

Quellen:
Ovid, Metamorphosen
Der Kleine Pauly
http://en.wikipedia.org/wiki/Leto
http://www.theoi.com/Titan/TitanisLeto.html
http://www.latein-pagina.de/ovid/ovid_m6.htm#9

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
kremna_aurelian_SNGaulock8608.jpg
T14.6Leto.jpg
latona00.jpg
froesche1a.jpg
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Beitragvon beachcomber » Fr 30.01.09 18:34

es ist zwar schon lange her, dass hier über den hercules farnese geschrieben wurde, aber ich denke, dass dieser link hier trotzdem gut aufgehoben ist:
http://212.202.106.6/muenzen/einleitung.html
endlich mal ein museum, dass seine besitztümer der öffentlichkeit zugänglich macht - und das auch noch mit tollen bildern und guten beschreibungen!
grüsse
frank
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Beitragvon Peter43 » Fr 30.01.09 21:46

Du hast recht. Das ist gut gemacht und verdient Nachahmung.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.
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Beitragvon Peter43 » Mi 11.02.09 15:32

Dies ist nur ein Testbeitrag!
Omnes vulnerant, ultima necat.
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Der Alpdämon Ephialtes und die Gründungsgeschichte Nikaias

Beitragvon curtislclay » Fr 06.03.09 01:28

Der Alpdämon Ephialtes und die Gründungsgeschichte Nikaias

In einem selbständigen Thread habe ich bereits zitiert:

Peter Weiss, Ephialtes III, Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae III.1, S. 801-3:

"In der bis jüngst oft als Pan gedeuteten Figur erkannte Pick, Aufsätze zur Numismatik und Archäologie (1931) 105-112, die offenbar bisher einzigen bekannten Darstellungen des Ephialtes, beischriftlich gesichert auf einem Medaillon von Marcus Aurelius aus Nikaia in Berlin, Recueil Général Taf. 70, 22: [EFI]AL[THN] EPWFELHN NIKAIEIC, 'die Nikaier (verehren) Ephialtes den Helfer.'

"Die Münzbilder (hauptsächlich aus Nikaia, auch vereinzelt aus Nikomedeia und Ankyra) zeigen Ephilates als ein panartiges Wesen, zottig, bocksbeinig, bärtig, langhaarig und teilweise geschwänzt, ganz den Vorstellungen entsprechend, die sich in der antiken Literatur finden.

"Typisch für Ephialtes ist

"die mehr oder weniger geduckte, lauernde Haltung, die Haltung des 'Aufspringers', Ephialtes,

"die für den Incubo (Petron. 38 ) und auch im Glauben anderer Völker für den Alp bezeugte Kappe,

"der Zweig in der vorgehaltenen Rechten und

"der mit der Linken hochgehaltene, am Boden aufruhende Askos (Sack).

"Die öfter hinter Ephialtes dargestelte ithyphallische Herme weist auf die den Alpträumen so häufig zugeschriebenen erotischen Neigungen hin.

"Die zunächst merkwürdig anmutende Tatsache, dass ein böser Daimon des Volksglaubens auf den Münzen mehrerer Städte dargestellt wurde, ist mit Pick damit zu erklären, dass Ephialtes auch als Helfer galt (siehe den Beinamen Epwfeles) und zum Kreis der Heilgötter um Asklepios gezählt wurde."

Hier ein Exemplar aus der Sammlung vom Forummitgleid kc:
Dateianhänge
SAlexNicaeaEphialtes.jpg
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