Mythologisch interessante Münzen

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Sa 05.11.16 19:38

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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Sa 09.09.17 15:18

Apollo Karneios - Der Nationalgott der Dorer

Liebe Freunde der Mythologie!

Nach längerer Zeit habe ich wieder eine Münze gefunden, die es mir wert war, mich mit ihrer Mythologie zu beschäftigen.

Die Münze:
Magna Graeca, Lukania, Metapontion, ca. 300-250 v. Chr.
AE 11, 1.59g, 11.2mm, 0°
Av.: Gehörnter Kopf des Apollo Karneios, n.r.
Rv.: META (li. Feld, von unten)
Gerstenähre mit Blatt zur Rechten
im re. Feld über dem Blatt eine Fliege (Kontrollmarke)
Ref.: Johnston Bronze 64; HN Italy 1700; cf. SNG ANS 587 (andere Kontrollmarke); SNG
Copenhagen 1256 (stempelgleich); SNG Morcom 287 (stempelgleich); Macdonald
Hunter 67 (stempelgleich),
SS, grüne Patina, gut zentriert auf einem kleinen Schrötling

Die Rückseite zeigt eine Ähre der 6-zeiligen Gerste, Hordeum polystichum pyramidatum, des Hauptgetreides der Griechen, und in Metapontion ein Symbol der Polis. Sie wurde nur geröstet gegessen und selbst den Toten ins Grab mitgegeben. Dies wäre auch ein interessantes Thema. Aber hier geht es uns um die Vorderseite: den gehörnten Apollo Karneios.

Mythologie:
Die Herkunft und die Bedeutung des Karneios waren bereits in der Antike unklar.
Nach Praxilla aus Sikyon, einer griechischen Dichterin des 5.Jh. v.Chr., war Karneios ein Sohn des Zeus und der Europa, und wurde von Leto und Apollo aufgezogen, der ihn besonders liebte.
Zur Herkunft des Namens gibt es unterschiedliche Erklärungen:
(1) Eine alte Mythe erzählt, daß die Griechen zum Bau des Trojanischen Pferdes im Idagebirge Bäume der Kornelkirsche (griech. κράνεια) fällten. Diese stammten aus einem heiligen Hain des Apollo, und um seinen Zorn zu besänftigen, begann man, ihn unter diesem Name zu verehren (Pausan. in Lacon.c.13.p.184.; Schol. Callim.ad Hymn, in Apollon v.72.). Diese Meinung wird heute nicht mehr vertreten, obwohl bekannt ist, daß es streng verboten war, in den ihm heiligen Hainen Bäume zu fällen, Äste abzuschneiden, ja selbst Laub aus ihnen hinauszutragen. Darauf standen schwere Strafen: Sklaven wurden ausgepeitscht, Freie unterlagen dem Richtspruch des Rates.

(2) Nach Pausanias (3, 13, 3.4) hieß er ursprünglich Karnos und stammte aus Akarnanien. Er war ein apollinischer Seher im Heer der Herakliden, wurde aber als Spion verdächtigt und von Hippotes, einem Urenkel des Herakles, erschlagen, als die Dorer bei Naupaktos auf die Peloponnes übersetzten (Paus., schol. Theokrit). Den Zorn des Apollo, der den Dorern die Pest sandte, besänftigten sie, indem sie dem Karnos göttliche Ehren erwiesen und Apollo selbst den Beinamen Karneios gaben. Hippotes wurde nach einem Spruch aus Delphi für 10 Jahre verbannt. Konon (narr. 26) nennt den Karneios ein phasma Apollonos (Gespenst des Apollo), das dem Heer der Dorer folgte und endlich von Hippotes erlegt wurde. Da es aber kaum möglich sein konnte, ein Gespenst zu erschießen, sei aus ihm ein Wahrsager des Apollo gemacht worden. Bei dieser Erklärung handelt es sich eher um eine ätiologische Legende, die im Interesse der Spartiaten erdichtet worden ist.

(3) Heute ist die wahrscheinlichste Erklärung die folgende: Bei Karneios handelt es sich um einen alten vordorischen Hirten- und Widdergott (griech. karnos = Schafbock, Widder), den die Dorer bei ihrer Einwanderung in die Peloponnes bereits vorfanden, und den sie mit ihrem eigenen Apollo verschmolzen. Er ist dem Apollo Kereates, und dem Apollo Keraton (Plut. Thes. 21), Kertinos (Plut. de soll. anim 35; Callim. hymn in Apoll. 61) nahe verwandt.

Die Verehrung des Karneios:
Die Verehrung des Apollo Karneios erstreckte sich überwiegend auf die Peloponnes und die dorischen Kolonien. Hauptverehrungsorte waren Sparta, Sikyon, Thera, Kos, und dann die Kolonien in Magna Graecia und Kyrene. In Sikyon standen seine Priester in so hohem Ansehen, daß sie auch endlich selbst, statt der Könige, die Herrschaft ausübten (Euseb.). Dies wird allerdings von einigen angezweifelt (Hederich).
Nach Tönnies soll er sogar in der Oase Shiwa verehrt worden sein, bevor sich dort die Verehrung des Zeus Ammon durchsetzte. Es gab heilige Haine (sog. Karnasien) für ihn in Andania/Messenien und Megalopolis/Arkadien. Apollo Karneios war die bedeutendste gemeinsame dorische Gottheit. Er war der Nationalgott der Dorer.

Bemerkenswert ist, daß der Kult des Gottes vorwiegend in Westlakonien, in den Taygetosgegenden zu Hause gewesen ist, wo der dorische Einfluß niemals sehr groß war. Dagegen deckt sich die Verbreitung des lakonischen und messenischen Karneioskultes mit derjenigen der alten Minyer, deren Wohnsitze besonders in den Taygetosgegenden zu suchen sind. Dies ist ein Hinweis darauf, daß die Verehrung des Karneios einer noch älteren Schicht angehört (Roscher).

Das Fest der Karneia:
Die Karneia, das Fest zu Ehren des Gottes, fand in der 1. Hälfte des Monats August statt und dauerte 9 Tage. Danach hieß dieser Monat Karneios (griech. eigentlich Metageitnion).
Für die Spartaner war es ein sehr bedeutendes Fest. So war es nicht gestattet, während dieser Zeit in den Krieg zu ziehen. Dies führte dazu, dass die Spartaner bei der Schlacht bei Marathon zu spät erschienen!

Das Fest bestand aus sportlichen Wettkämpfen und aus einem Wettkampf der Kitharaspieler. Im Mittelpunkt jedoch stand der Verfolgungslauf der staphylodromoi (= Weintraubenläufer). Aus jeder Phyle wurden für 4 Jahre 5 unverheiratete Männer (sog. Karneten) ausgelost, die das Fest unter einem Priester (dem Agetes) organisieren sollten. Ein junger Freiwilliger, der mit Wollbinden (Stemmata) geschmückt war und der vorher zu den Stadtgöttern gebetet hatte (der Agetes?), wurde von jungen Männern, den staphylodromoi, verfolgt. Holten die staphylodromoi ihn ein, galt das als gutes Vorzeichen für die Stadt, holten sie ihn nicht ein, galt es als schlechtes Omen. Wahrscheinlich hielten die staphylodromoi Weintrauben in ihren Händen (daher der Name!).
Dieser Verfolgungslauf besaß die Eigenschaften von Weinlese, Ernte- und Sühneriten. Ursprünglich endete er vielleicht mit der Tötung des ereilten Widderdämons (Der Kleine Pauly).

Dann begann der gesellige Teil: An 9 Plätzen wurden Zelte (sog. Skias) errichtet, wo je 9 Männer, die 3 Phratrien oder besser Oben repräsentierten, unter dem Kommando eines Herolds zusammen speisten. Dies erscheint wie die Nachahmung des Kriegslebens. Die eingewanderten Dorer hatten augenscheinlich ihren Apollodienst mit dem vorgefundenden verschmolzen und dadurch hatte sich der Charakter des Festes geändert und war ein Kriegerfest geworden. (Roscher).

Natürlich wurde dem Apollo Karneios auch ein Opfer gebracht, z.B. in Thurioi ein Widder, im Karnasischen Hain in Messenien ein Eber.

Kunstgeschichte:
(1) In Kyrene/Libyen, das von Thera aus gegründet worden war, findet man noch große Teile des Tempels. Apollo Karneios war der mythologische Gründer der Stadt. Ihm wurde am Ende ds 4. Jh. v.Chr. ein besonderes Monument errichtet. Auch hier wurden die Karneia gefeiert. Auf diese bezieht sich Pindar in seinen Oden (Pythian 5.80).
(2) Im National Archaeological Museum in Taranto befindet sich ein rotfiguriger Voluten-krater aus Ceglie del Campo aus dem 5. Jh. v.Chr., der tanzende Mädchen und Jungen neben einer Säule mit der Inschrift Karneios zeigt. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Jungfrauentanz im Schmuck der spartan. Blätterkrone für die Karneien (Pauly).

Erläuterungen:

Phyle: Stamm, Geschlechtsverband (Kultgemeinde); hatte neben der religiösen auch soziale, rechtliche und militärische Bedeutung und war in Phratrien (Bruderschaften) unterteilt

Oben (griech. obai), Bezeichnung für die Quartiere (griech. Komen) der spartanischen Vollbürger.

Praxilla aus Sikyon war eine griechische Dichterin im 5. Jahrhundert v. Chr., deren meiste Werke verloren sind. Erhalten ist nur ein Vers in Hexametern. Sie soll auch einen Hymnus auf Adonis geschrieben haben, sowie Wein- und Gelagegedichte. Am Ende des letzten vorchristlichen Jahrhunderts hat der griechische Dichter Antipater aus Thessalonika eine Liste der bedeutendsten griechischen Dichterinnen aufgestellt. Dort steht Praxilla an erster Stelle, noch vor Sappho oder Erinna.
Von Erasmus von Rotterdam gibt es das Sprichwort: "Dümmer als der Adonis der Praxilla (Stupidior Praxillae Adonide)". Das geht zurück auf ein Fragment aus dem Hymnus auf Adonis, das Zenobius zitiert, in dem Adonis auf die Frage, was von allen Dingen, die er auf der Erde verlassen habe, das schönste sei, antwortete: "Die Sonne, der Mond, die Gurken und die Äpfel." Diese Antwort erschien den Lesern lächerlich und dumm.

Konon war ein griechischer Mythograph, der um Christi Geburt lebte. Sein Werk Diegeseis ist überwiegend durch einen Auszug des Photios aus byzantinischer Zeit bekannt. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Erzählungen, Gründungsgeschichten, Ätiologien (Mythen, die den Ursprung von Dingen erklären wollen) und Liebesgeschichten, die den Leser unterhalten sollten.

Die Minyer waren ein alter griech. Volksstamm in Böotien um die Stadt Orchomenos herum. Als ihr Ahnherr gilt Minyas. In mykenischer Zeit waren sie Träger einer hochentwickelten Kultur. Im Krieg gegen Troja stellten sie 30 Schiffe. Der mythische Erginos soll sogar Theben tributpflichtig gemacht haben. Gegen Ende des 2. Jh. brach ihr Reich zusammen und das Volk als Ganzes gilt als verschollen. Auch archäologisch ist es nicht faßbar. Der behauptete Zusammenhang mit den Argonauten ist eine nachhomerische Konstruktion.

Quellen:
(1) Apollodor, Bibliotheke
(2) Kallimachos, Hymnen an Apoll
(3) Pausanias, Reisen durch Griechenland
(4) Pindar, Oden
(5) Plutarch, Biographien
(6) Herodot, Historien
(7) Theokrit, Gedichte

Sekundärliteratur:(1) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und  römischen
Mythologie
(2) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon
(3) Der Kleine Pauly, Lexikon der Antike

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) www2.warwick.ac.uk
(3) scalarchives.it

Angehängt habe ich
(1) ein Bild vom Karneiostempel in Kyrene (www2.warwick.ac.uk)
(2) ein Bild vom Monument des Karneios in Kyrene (www2.warwick.ac.uk)
(3) ein Bild des Kraters von Ceglie (Photo Scala, Florence)

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
metapontion_lukania_HNitaly1700.jpg
Die Münze
Kyrene Apollotempel.jpg
Tempel des Apollo Karneios in Kyrene
Kyrene Monument des Karneios.jpg
Monument des Karneios in Kyrene
Krater von Ceglie.jpg
Krater aus Ceglie
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Sa 09.09.17 15:24

Pallor - Die Göttin der Blässe und der Furcht

Im Augenblick habe ich meine Liebe zu den republikanischen Münzen wiederentdeckt. Und tatsächlich finden sich auf ihnen interessante und nicht langweilige Darstellungen, wie z.B. hier:

Die Münze:
Römische Republik, L. Hostilius Saserna, gens Hostilia
AR - Denar, 3.38g, 18.7mm, 35°
geprägt in Rom, 48 v.Chr.
Av.: Bloßer Kopf der Pallor mit zerzaustem, herabhängenden Haar n.r., dahinter Blasinstrument
Rv.: Kultstatue der Diana Ephesus, frontal stehend, belorbeert, langes Haar über ihre
Schultern niederfallend, langes fließendes Gewand, hält in der erhobenen Linken Speer
und mit der Rechten einen n.l. stehenden Hirsch am Geweih
im li. Feld SASERNA im Bogen nach oben, re. L.HOSTILIVS von oben nach unten
Ref.: Crawford 448/3; Sydenham 953; Hostilia 4; Sear Imperators 19; BMCRR Rome 3996;
SRCV I, 419; Kestner 3541
nicht häufig, gut zentriert, getönt, ungleichmäßig geprägt mit flaueren Bereichen

Die Rs. dieser Münze bezieht sich auf die Eroberung von Massilia (Marseille) ein Jahr zuvor durch Caesar zu Beginn des Krieges gegen Pompeius nach Belagerung und einer Seeschlacht. Artemis Ephesia wurde in Massilia, das ja eine griechische Gründung war, besonders verehrt und besaß dort einen eigenen Tempel.

Die Vs., um die es uns hier geht, ist umstritten. Heute liest man oft, daß die abgebildeten Portraits der Hostilius-Münzen Gallia und Vercingetorix darstellen sollen. Aber daß die Römer auf die Vorderseite ihrer Münze das Porträt ihrer Feinde setzen, wäre doch sehr ungewöhnlich. Ich bin dem nachgegangen und tatsächlich kamen diese Benennungen erst am Ende des 19. Jh. in Mode, natürlich in Frankreich, als dessen Nationalgefühl auf dem Höhepunkt war. Und natürlich lassen sich Münzen mit dem Namen Vercingetorix besser verkaufen, besonders heute in der Zeit des Asterix.

L. Hostilius Saserna, der Münzmeister dieser Münze, war ein Caesarianer, über den leider nicht viel bekannt ist. Aber es ist viel glaubwürdiger, daß er zeigen will, daß sein Stamm-baum auf den mythischen König Tullus Hostilius zurückgeht. Diese Art der Propaganda, die wir auf republikanischen Münzen oft finden, ist üblich und historisch gesichert.

Die Vs. zeigt tatsächlich Pallor, die Göttin der Furcht, dargestellt mit zerzaustem Haar. Ein 2. Denar des Hostilius Saserna zeigt auf der Vs. Pavor, den Gott des Schreckens, dargestellt mit gesträubten Haaren. Beide sind die Begleiter des Mars. Nach ihnen sind auch die beiden Monde des Planeten Mars benannt, Phobos der größere, Deimos der kleinere.

Etymologie:
Pallor (m.), lat. Blässe (von lat. palleo = blaß sein, verwandt mit ahd. falo = fahl), dann im übertragenen Sinn: Angst, Furcht, Schrecken, die lat. Nachbildung von Deimos. Stevenson nennt sie: die Göttin der Blässe und der Furcht.

Pavor (m.), lat. Angst, Furcht, Entsetzen (von lat. paveo = zittern, Angst haben), die lat. Nachbildung von Phobos. Stevenson nennt sie: die Göttin der Furcht und des Schreckens.

Panofka sieht im Namen Hostilius (lat. hostilis = feindselig) eine Anspielung auf Mars, so wie in der Artemis eine Diana Hostilina, eine Art von Enyo-Bellona, einer altertümlichen Kriegsgöttin. Dabei gehen die Namen der Personifikation durcheinander: Bei ihm gehört der Kopf mit dem hochstehendem Haar zu Pallor, der mit dem herabhängenden Haar zu Pavor (Creuzer).

Geschichte:
Die Hostilier waren eine plebejische Gens. Ihr Name läßt sich nicht eindeutig erklären. Es gab ihn bei den Venetern, den Illyrern, aber auch bei den Etruskern. Ihr hohes Alter wird bezeugt durch Tullus Hostilius, aber auch durch die Curia Hostilia, der Vorläuferin der späteren Curia Julia, dem Versammlungshaus des Senats. Im 1.Jh. v.Chr. scheinen alle Linien erloschen zu sein (Wikipedia).
Tullus Hostilius war nach Romulus und Numa Pompilius der 3. römische König. Er war berühmt durch seine kriegerische Haltung. Nachdem Rom Alba besiegt hatte, stachelten die
Albaner die Nachbarstädte Veji und Fidena zu einem Krieg gegen Rom an. In der Schlacht gegen die Veienter und die Fidenaten, verließen die mit Rom verbündeten Albaner aber das Schlachtfeld und die Römer kamen in große Bedrängnis. Da versprach der bestürzte Tullus in seiner Not zwölf salische Priester einzusetzen und den Göttern des Schreckens (Pavor) und der Furcht (Pallor) je ein Heiligtum zu errichten. Die Römer fingen sich wieder und fügten ihren Feinden eine vernichtende Niederlage zu. Livius schreibt: Es gab früher keine römische Schlacht, die noch schrecklicher war als diese (Livius I, 27, 7).

Religionsgeschichte:
Es scheint zunächst absurd, daß Tullus Tempel für Gottheiten verspricht, die dem kriegerischen Mut so sehr entgegenstehen. Aber "heidnischer Aberglauben" (Jacob Burckhardt) hatte auch keine Skrupel, Tempel der Gottlosigkeit zu weihen oder die Unzüchtigkeit zu verehren, und sogar dem "Fieber" einen Tempel zu errichten (Valer. Max. II, 5, 6). So kann es nicht überraschend sein, auch Verzagtheit und Kopflosigkeit zu Vergöttlichen. Bei den Griechen wurde der Pavor (und der Pallor) Opfer gebracht, um diese schrecklichen Göttinnen im Krieg zu besänftigen (Stevenson). In Korinth hatte das Orakel die Einführung des Kultes des "Grauens (Deima) " befohlen, in Sparta die der "Furcht". Daraufhin errichteten die Spartaner einen Altar für sie nahe dem Syssition der Ephoren (Plutarch). Nach der Ermordung des Kylon am Altar im Tempel der Athena, ca. 632 v.Chr., dem sog. "Kylonischen Frevel", weihten die Athener zur Sühne Altäre für die "Gewalttat" und den "Mangel an Scheu" (Jacob Burckhardt).

Ob nun Tullus die versprochenen Tempel tatsächlich errichtet hat, ist nicht bekannt. Es gibt kein weiteres Zeugnis darüber, und da sie in einem Parallelbericht des Dionys von Halikarnassos nicht erwähnt werden, erscheint es immerhin zweifelhaft (Wissowa)

Literaturgeschichte:
Deimos und Phobos gehören bereits bei Homer (Il. 4, 440) zum dämonischen Gefolge des Ares. Sie begleiten ihn und schirren ihm z.B. die Rosse (Il. 15, 119. Bei Hesiod erscheinen sie als die Söhne des Ares und der Aphrodite. Antimachos hielt sie für die Rosse des Ares, die von Thyella (Windsbraut) abstammten, wahrscheinlich aus einem Mißverständnis der Szene bei Homer heraus. Das gilt auch für Valerius Flaccus in seiner Argonautika. Bei Nonnos sind beides Söhne des Enyalios, einer Epiklese des Ares. Bei ihm sind sie auch Gehilfen des Zeus, der sie mit Blitzbündeln bewaffnet, bei seinem Kampf gegen das Ungeheuer Typhon.
Semos von Delos (FHG 4, 495, frg. 18a) macht Deimos zum Vater der Skylla von der Nymphe Krataiis. Deimos und Phobos sind neben der Gorgo auf der Aegis der Athena dargestellt (Hom. Il, 5, 739). sowie auf dem Schild des Agamemnons (Il. 11, 37). Bei Quintus von Smyrna finden sie sich neben der Kriegsgöttin Enyo und Eris (Zwist) auf dem Schild des Achilles.
Als Personifikationen kommen Metus (Furcht) und Terror auch bei Apuleius vor (met. 10, 31).

In der Dichtung beschreibt Ovid (Ov. met. 4, 485), wie Trauer (Luctus), Schrecken (Pavor) und Furcht (Terror) Begleiter der Unheilbotin Tisiphone sind.
Die Blässe ist natürlich auch ein Zeichen des Todes. Horaz schreibt in einem berühmten Lied (Carm. Lib.I.IV): pallida mors aequo pulsat pede pauperum tabernas / regumque turris (Der bleiche Tod klopft mit gleichmäßigen Schritt an die Hütten der Armen als auch an die Burgen der Könige)

Kunstgeschichte:
In der klassischen Kunst werden beide dargestellt als unauffällige Jugendliche, wobei dem Phobos manchmal ein Löwenkopf oder löwenartige Merkmale gegeben werden. Eindeutig als Deimos zu identifizierende Darstellungen sind nicht bekannt, im Gegensatz zu Phobos.

Hinzugefügt habe ich:
(1) ein Wandgemälde aus Pompeji aus dem Haus des Mars und der Venus, 1.Jh. n.Chr., heute
im National Archaeological Museum in Neapel. Es zeigt Aphrodite zurückgelehnt in den
Armen ihres Geliebten Ares und den geflügelten Liebesgott Eros und Phobos, die beide
mit den Waffen des Gottes spielen (theoi.com).
(2) ein Mosaik aus einer Villa in Orbe-Bosceaz (Waadt/Schweiz) aus dem 3.Jh. n.Chr. Es
zeigt Ares mit Schild, Speer und Helm, begleitet von Phobos und Nike (theoi.com)
(3) ein Mosaik aus Halikarnassos aus dem 4.Jh. n.Chr., heute im Britischen Museum/London.
Es zeigt Phobos mit geweiteten Augen, zum Schrei geöffnetem Mund und einer Löwen-
mähne (theoi.com).

Erläuterungen:
(1) Ephoren: deutsch "Aufseher", waren 5 Aufsichtsbeamte im antiken Sparta, die jedes Jahr
neugewählt wurden. Eingerichtet wurde dieses Amt wohl, um die Macht des Ältestenrats
zu beschränken. Wählbar war jeder freier Bürger.
(2) Epiklese: Bei- oder Kultname eines Gottes, mit dem besondere Eigenschaften der Gott-
heit angerufen wurden.
(3) Syssition: Tägliche Tischgemeinschaft der Ephoren. Diese sollte den Zusammenhalt und
die Liebe zum Staat stärken.

Anmerkung:
Es gibt auch Numismatiker, die das auf der Münze abgebildete Portrait als das Abbild einer weiblichen gallischen Gefangenen, und das Portrait auf der anderen Münze ("Vercingetorix") als das Bild eines männlichen gallischen Gefangenen sehen, ohne ihnen individuelle Namen zu geben. Andrew McCabe, unser anerkannter Spezialist für republikanische Münzen im amerikanischen Forum, meinte dazu, vielleicht sei alles gleichzeitig wahr: Pallor/Pavor, eine gallische Gefangener bzw. gallischer Gefangener und Gallia/Vercingetorix. So konnte sich jeder Römer das für ihn zutreffende selbst heraussuchen. Solche Spielereien mit dem Sinn seien bei den Römern sehr beliebt gewesen.

Quellen:
(1) Hesiod, Theogonie
(2) Homer, Ilias
(3) Ovid, Metmorphosen
(4) Nonnos, Dionysiaka
(5) Apuleius, Metamorphosen ("Der goldene Esel")
(6) Livius, Ab urbe condita
(7) Horaz, Carmina
(8) Plutarch, Kleomenes
(9) Julius Caesar, De bello Gallico

Sekundärliteratur:
(1) Abhandlungen der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften, 1841 (über books.google.de)
(2) Georg Friedrich Creuzer, Symbolik und Mythologie der alten Völker: besonders der Griechen, 1842
(3) Jacob Burckhardt, Griechische Kulturgeschichte, 1898-1902, Neuausgabe 2014 (über books.google.de)
(4) Georg Wissowa, Handbuch der klassischen Altertumswissenschaft, 1902 (über books.google.de)
(5) Benjamin Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon, 1770 (auch online)
(6) Wilhelm Heinrich Roscher, Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen
Literatur, 1886-1937
(7) Seth William Stevenson, A Dictionary of Roman Coin, 1889, reprint 1964
(8) Der Kleine Pauly, dtv, 1979
(9) Hans-Joachim Hoeft, Münzen und antike Mythologie, Eigenverlag, 2011

Online-Quellen:
(1) Wikipedia
(2) books.google.de
(3) theoi.com

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
hostilius_saserna_Cr448_3.jpg
F10_2Aphrodite_.jpg
Z50_1CAres_Orbe.jpg
Z30_1Phobos_Halikarnassos.jpg
Zuletzt geändert von Peter43 am Sa 16.09.17 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Sa 16.09.17 19:38

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Triptolemos II
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Der Nil

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Agathodaimon und Uräus-Schlange
Die Kronen Ägyptens
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Einige Anmerkungen zu Nemesis
Der Stern von Bethlehem: Mythologie oder nicht?
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Die Sage von Tereus und Prokne
Mars und Rhea Silva
Faustulus und die Zwillinge
Romulus und der erste Triumph

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Die Flucht des Aeneas aus Troja

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Pyramus und Thisbe
Der Genius
Der Genius Cucullatus und Christophorus
Hestia
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Die 12.Arbeit des Herakles: Die Gefangennahme des Kerberos

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Shamash - Der babylonische Sonnengott
Eine Gründungssage von Lanuvium

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Herakles und der Kerberos

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Pygmalion
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Theseus, der Nationalheld der Athener
Rhodope und das Kaninchen - Eine Schönheit aus Markianopolis*
Die Ichthyokentauren
Otreus und Aineas

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Apollo Karneios
Pallor - Die Göttin der Blässe und der Furcht
Inhaltsverzeichnis

*ebenfalls im Ergänzungsband
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon kiko217 » Mo 18.09.17 17:15

Vielen Dank für deine interessanten Aufsätze!

Was ich bezüglich pallor nicht verstehe: pallor ist doch Maskulinum, müsste die entsprechende Gottheit dann nicht auch männlich sein?
Welchen Stevenson meinst du, der Pallor " Göttin der Blässe und der Furcht" nennt?

Schönen Tag noch

Kiko
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Re: Mythologisch interessante Münzen

Beitragvon Peter43 » Mo 18.09.17 21:08

Hallo kiko!

Herzlichen Dank. Das Genus von Pavor und Pallor hat mir auch Schmerzen bereitet. Als Substantive sind beide maskulin. Als Göttinnen können sie aber natürlich auch feminin sein. Aber einige Autoren bezeichnen sie als Götter, andere als Göttinnen. Es geht also durcheinander. Und ich muß gestehen, daß Pallor eher weiblich aussieht, Pavor aber eher männlich.
Ähnliches gilt übrigens auch für Furcht, Angst, Schrecken, Horror, Terror usw., die alle austauschbar gebraucht werden.

Stevenson ist Seth William Stevenson, wie unter Sekundärliteratur angegeben.

Mit freundlichem Gruß
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