--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon drakenumi1 » So 11.01.09 17:23

In der Tat, so (relativ) jung habe ich ihn noch nie gesehen. Sehr interessant. Da wird der Wunsch, auch die Rückseite zu sehen, um so stärker.???? Wenn man annehmen sollte, die Prägung erfolgte im Jahre 69 (wohl seine früheste), dann wäre erschon 6o gewesen. Eine pure Schmeichellei, dieses Portrait.
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Beitragvon emieg1 » So 11.01.09 17:41

Sorry, natürlich hat er auch ein Revers:

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Wohl im Jahr 70 geprägt. RIC 10 - wenn ich mich nicht verguckt habe...
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Beitragvon Homer J. Simpson » So 11.01.09 18:15

COS ITER TR POT mit sitzender Pax ist einer der häufigsten Denare überhaupt, aber mit dem schönen Porträt in jedem Fall sein Geld wert, da kann man nichts falsch machen.
Diese frühen Denare zeigen noch eine große stilistische Streubreite, die Stempelschneider waren offensichtlich mit Vespasians Gesichtszügen noch nicht vertraut.

Homer

Edit: Hier ein extremes Beispiel eines völlig "unspezifischen" frühen Vespasianporträts, leider auch nicht toll erhalten (da sieht Du mal, wie schön Dein Stück ist!), aus meiner Sammlung.
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Beitragvon beachcomber » So 11.01.09 18:28

die Stempelschneider waren offensichtlich mit Vespasians Gesichtszügen noch nicht vertraut.

eigentlich eher unwahrscheinlich, denn vespasian war doch bevor er kaiser wurde schon ein berühmter general, konsul und was weiss ich nicht noch alles, der sollte doch in rom wohlbekannt gewesen sein!
grüsse
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Beitragvon emieg1 » So 11.01.09 18:35

Homer J. Simpson hat geschrieben:COS ITER TR POT mit sitzender Pax ist einer der häufigsten Denare überhaupt, aber mit dem schönen Porträt in jedem Fall sein Geld wert, da kann man nichts falsch machen.
Diese frühen Denare zeigen noch eine große stilistische Streubreite, die Stempelschneider waren offensichtlich mit Vespasians Gesichtszügen noch nicht vertraut.

Homer
Was ja auch nicht verwundert, denn laut Geschichtsschreibung erreichte Vespasianus erst im Oktober 70 Rom :)
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Beitragvon emieg1 » So 11.01.09 18:40

beachcomber, Vespasianus war allerdings auch viel "unterwegs", ausserdem war die Hauptstadt in den letzten Jahren vor seiner Machtübernahme IMHO viel zu sehr mit Nero beschäftigt, als dass man Vespasianus eine höchste Bedeutung zugemessen hätte...
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Beitragvon beachcomber » So 11.01.09 18:57

viel zu sehr mit Nero beschäftigt, als dass man Vespasianus eine höchste Bedeutung zugemessen hätte...

vespasian war aber einer von neros spielgefährten und musste sich auch dessen sangeskünsten unterwerfen.
weil er dabei einmal einschlief soll er bei nero in ungnade gefallen sein, dann jedoch, als nero einen fähigen general im osten brauchte, wieder eingesetzt worden sein.
wie dem auch sei, könnte es nicht auch ein porträt aus einer anderen münzstätte sein?
denn auch das folgende aus ephesus ist ja doch etwas anderes als da stadtrömische.
grüsse
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Beitragvon emieg1 » So 11.01.09 19:07

beachcomber hat geschrieben:vespasian war aber einer von neros spielgefährten und musste sich auch dessen sangeskünsten unterwerfen.
weil er dabei einmal einschlief soll er bei nero in ungnade gefallen sein, dann jedoch, als nero einen fähigen general im osten brauchte, wieder eingesetzt worden sein.
wie dem auch sei, könnte es nicht auch ein porträt aus einer anderen münzstätte sein?
denn auch das folgende aus ephesus ist ja doch etwas anderes als da stadtrömische.
grüsse
frank
:lol: Das genau hatte ich gerade auch gelesen: Während Neros "künstlerischer" Tourneen in Griechenland muss Vespasianus wohl in aller Öffentlichkeit eingeschlafen sein, so dass der Kaiser ihn aus seiner Umgebung verbannte und V. um sein Leben fürchtete.

Welche Münzstätten weiterhin in Frage kommen? Da muss ich leider passen, aber ich bin für jede weitere Info dankbar.
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Beitragvon drakenumi1 » So 11.01.09 19:28

Seaby listet da neben Rom

- Tarraco/Hisp.,
- Byzantium
- Lugdunum und
- Antiochia auf.
Ich denke, daß auch Ephesus dazugehört. Dies aber nur aus jüngster Erinnerung von

drakenumi1
Zuletzt geändert von drakenumi1 am So 11.01.09 19:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon drakenumi1 » So 11.01.09 19:54

[quote="beachcomber"] [quote]
das folgende aus ephesus ist ja doch etwas anderes als da stadtrömische.

[/quote

Deshalb gefällt mir Deine Concordia auch um so vieles besser, als meine aus thrako-ephesischer Münze: :lol:

(Ein Scherz zwischendurch muß auch mal sein :P )
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Beitragvon Homer J. Simpson » So 11.01.09 20:06

Sehr hübsche Vespasiane!

Also, der nagelneue RIC ordnet diese frühen Denare mit den wechselnden Porträts, insbesondere die Hauptemission der IUDAEA-Denare und die COS ITER TR POT-Serie, alle der Münzstätte Rom zu.

Homer
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Beitragvon Pscipio » So 11.01.09 20:17

Der neue RIC ordnet das Prägestättensystem unter Vespasian neu, ich würde mich da nicht auf Seaby verlassen. Inwiefern andererseits die vielen Gruppen und Untergruppen im neuen RIC Sinn machen, das ist natürlich die andere Frage.
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon antoninus1 » So 11.01.09 21:39

Also, mich beeindruckt das Potrait Vespasians auf der Münze von nummis durensis sehr.
Das scheint mir sehr charaktervoll und lebensnah zu sein, während die typischen Vespasian-Portraits halt typisch sind und manche kleinsaiatischen Portraits nicht das wahre Aussehen treffen.
Gruß,
antoninus1
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Beitragvon nephrurus » Mo 12.01.09 09:10

alle hier gezeigten Vespasiane sind einfach brillant! Genial finde ich das sehr frühe Porträt - die Münze von Frank erinnert mich bei flüchtiger Betrachtung an einen Otho.
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Beitragvon mias » Mi 14.01.09 15:49

Hallo zusammen,

Es ist wohl ueber zwanzig Jahre her, seit dem ich nun mehr Muenzsammler bin. Mit circa 15 Jahren fing ich an. Anfangs war ich scharf auf alles nach 1871 insbesondere auf Kurzmuenzen, deren Auflagenzahlen ich bestens kannte, und 5DM Gedenkmuenzen, steril verschweisst in "Polierte Platte" Qualitaet.

Dann betrat ich den Laden eines Strassenhaendlers, ich erinnere mich noch gut an den Geruch. Ich fragte den Inhaber da was denn da "verstaubtes" im Schaufenster sei. Er sagte etwas von antiken Muenzen. Ich konnte es kaum glauben, mich hat es gepackt, hatte ich doch davor sowas fuer unverkaeuflich gehalten. Im Lateinbuch hatte ich es wohl gesehen, jedoch nie geglaubt, dass ich jemals das Privileg haben wuerde, so etwas jemals in den Haenden zu halten.

In der folgenden halben Stunde bestaunte ich so ein, zwei Haende voll Antoniniane des ausgehenden dritten Jahrhunderts. Ich kann mich aber genau erinnern, wie ich mich anfangs gar nicht traute, so etwas ueberhaupt zu kaufen. Deswegen ging ich schliesslich dann doch mit einer paegefrischen, deutschen Kaiserreichsmuenze heim....

In den folgenden Wochen besuchte ich den Laden oft - immer noch voller Unglauben, was sich in diesem Laden befand. Der Innhaber beriet und beriet mich, und schliesslich entschied ich mich fuer den schoensten Antoninian, den er anbieten konnte. Er kostete 60DM, damals fuer mich sehr viel Geld - ich bekam kaum Taschengeld, hatte mir wohl aber etwas durchs Zettelaustragen hinzuverdienen koennen. Der Innhaber meinte, so etwas sei von "sehr schoener" Erhaltung und somit eine Ausnahme unter so vielen antiken Muenzen.

Noch heute ergreift mich der Anblick dieser Muenze, noch immer kann ich mich an dieses Staunen erinnern, dass mich damals ueberkam, als ich die Antoniniane im Schaufenster des Ladens sah.

Gruss,

Mias
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