--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon chinamul » So 22.03.09 19:05

Die Annäherung an die Perfektion muß auf allen Gebieten mit einem exponentiell wachsenden Aufwand erkauft werden. Das gilt sowohl für die innere Sicherheit, für die Vermeidung trauriger Ereignisse in Schulen wie jüngst in Winnenden, für die Verbesserung der Verkehrssicherheit unserer Autos, die Medizin und viele weitere Gebiete. Es handelt sich hier offenbar um ein Naturgesetz. Und das sollte uns zum Nachdenken darüber veranlassen, ob alle diese verzweifelten Bestrebungen in Richtung auf den ohnehin niemals erreichbaren Idealzustand wirklich den dafür zu zahlenden Preis wert sind. Ich wage das zu bezweifeln!
Soweit meine Überlegungen zum blödsinnig großen Preisunterschied zwischen ss und vz+ bei römischen Münzen!

Gruß

chinamul
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Beitragvon beachcomber » So 22.03.09 19:22

blödsinnig großen Preisunterschied zwischen ss und vz+ bei römischen Münzen!

ich hoffe du meinst man sollte vz+ münzen zu kampmann-preisen kaufen können, und nicht in die andere richtung? :wink:
aber im ernst: ich kann nicht finden, dass der preisunterschied 'blödsinnig gross' ist.
wer selber mal einen detektor in der hand hatte weiss, wie sehr,sehr, sehr (und eigentlich müssten hier noch ein paar tausend sehr's stehen :wink: )selten es vorkommt, mal eine wirklich vz-bronze zu finden!
und wie gern ich's hätte, wenn die preise für solche bronzenn niedriger wären, so bin ich im gegenteil der meinung, dass sie eigentlich noch zu niedrig sind!
die frage stellt sich eher anders: muss ich wirklich vz-erhaltene bronzen in meiner sammlung haben?
aber die antwort darauf kann nur jeder für sich selbst entscheiden! :)
grüsse
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Beitragvon Peter43 » So 22.03.09 19:30

Das Tiberiusportrait ist wirklich bemerkenswert. Immerhin war er bereits 56 Jahre alt, als er die Nachfolge des Augustus antreten mußte. Hier mein Ex., auf etwas knappem Schrötling und etwas getönt. Waren 2003 €210.-

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon emieg1 » So 22.03.09 19:33

Tja, wer kann sich hierzulande (und bei der Gesetzeslage) noch leisten, mit einem Detektor frei herum zu laufen?! :wink:
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Beitragvon emieg1 » So 22.03.09 19:38

Peter43, aber das Portrait deines Tib ist absolut klasse...!!
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Beitragvon justus » So 22.03.09 19:41

nummis durensis hat geschrieben:Tja, wer kann sich hierzulande (und bei der Gesetzeslage) noch leisten, mit einem Detektor frei herum zu laufen?!


Wie wahr !

mfg Justus
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mit freundlichem Gruß

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Beitragvon chinamul » So 22.03.09 19:42

beachcomber hat geschrieben:die frage stellt sich eher anders: muss ich wirklich vz-erhaltene bronzen in meiner sammlung haben?
aber die antwort darauf kann nur jeder für sich selbst entscheiden! :)

Nichts anderes wollte ich doch in meinem Beitrag ausdrücken! Ich für mein Teil habe mich jedenfalls entschieden, diese Preisdifferenz NICHT zu zahlen. Natürlich urteile ich hier ausschließlich aus der Perspektive eines Sammlers mit einem nicht allzu üppigen Budget. So sehr mich der Anblick einer perfekt erhaltenen Großbronze mit einer tadellosen Patina auch zu begeistern vermag, können solche Stücke dennoch nicht den Maßstab für die Erhaltung sammelnswerter antiker Münzen bilden.

Gruß

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Beitragvon beachcomber » So 22.03.09 19:42

ich glaub' bei dir in NRW ist das gar nicht so tragisch. aber darum ging's ja auch gar nicht, sondern um die wahrscheinlichkeit die gegen null geht, dass du mal eine vz-bronze findest! :)
grüsse
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Beitragvon emieg1 » So 22.03.09 19:57

Die meisten der Sammler hier erfreuen sich doch eines nicht zu üppigen Budgets; einschliesslich meinereiner - und ich frage mich, ob sich meine Kaufgewohnheiten ändern würden, wenn ich mehr zu Verfügung hätte?!

Natürlich blicke ich neidvoll auf die "perfekt" ehaltenen Großbronzen, aber denke sogleich auch wieder an den Preis, der dafür gezahlt wird/wurde.

Und trotzdem: Eine ansehnliche Sammlung kann ich mir auch mit kleinem Budget aufbauen. Nicht wirklich mit Museumsexemplaren, aber mit viel Sachkenntnis, aber vor allem Geduld mit ansehnlichsten, wenn auch nicht den Cremeschnittchen ihrer Zeit, aber darauf kommt es doch auch nicht an, oder?!

Das Charisma einer antiken Münze ist auf ganz anderen Säulen gebaut... jedenfalls meiner Meinung nach.
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Beitragvon chinamul » So 22.03.09 20:14

Gut gebrüllt, Löwe!
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Beitragvon nexram » Mo 23.03.09 15:34

Hallo,

die Diskussion, was man wohl sammeln sollte, kommt ja immer mal wieder auf.
Ich finde es jedes Mal interessant, wie unterschiedlich Prioritäten beim sammeln von Münzen doch gesetzt werden können.
Ich kann für mich feststellen, dass ich tolle Erhaltungen bevorzuge. In meiner Sammlung habe ich Münzen in vz und besser, aber auch schön und schlechter. Ich merke immer wieder, dass ich bei einer fantastisch erhaltenen Münze auch nach langer Zeit Emotionen entwickle, wenn ich sie ansehe. Bei Münzen in schlechter Erhaltung empfinde ich gar nichts. Das ist sehr bedauerlich, wie ich selbst finde. Es ist aber für mich persönlich nicht zu ändern. Folglich kaufe ich lieber weniger, aber dafür besser.

Die Frage, ob man seine Sammelgewohnheiten ändert, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat, kann jeder für sich leicht beantworten.

Stellt euch vor, Ihr möchtet einen Sesterz von Nero kaufen und seht die gleiche Münze in schön, in sehr schön und in vorzüglich. Alle drei Münzen kosten das gleich viel.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Sammler gibt, die unter diesen Umständen ( Geld spielt keine Rolle) nicht die beste Qualität nehmen.

Gruß
nexram
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Beitragvon Peter43 » Mo 23.03.09 18:12

:D
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Beitragvon emieg1 » Mo 23.03.09 18:57

nexram, dieser Vergleich hinkt, wie du weisst, natürlich ein wenig :wink:

Bei gleichem Preis würde wohl jeder die "besser" erhaltene Münze bevorzugen, obwohl es selbst hier noch auf die Begleiterscheinungen ankommt. Selbst eine vorzüglich erhaltene Bronze macht nicht den rechten Spass, wenn sie all ihrer Patina beraubt wurde; da würden wohl viele das "nur" sehr schön erhaltene Stückchen vorziehen, das sich allerdings einer geschlossen und feinen Patina erfreut, oder?!!

Mit Münzen in wirklich schlechter Erhaltung kann ich allerdings auch nichts anfangen, zum Glück bin ich auch sehr schnell hingegangen, solcherlei überhaupt gar nicht zu erwerben und lieber ein wenig länger zu sparen.

Wie schon vielerorts bemerkt wurde, sollte ein Spätrömer ruhig in einem knappen vorzüglich in die Sammlung einschreiten - von seltenen Exemplaren mal abgesehen. Aber bei den Silberlingen, insbesonderen den früheren, erfreue ich mich auch an einer sehr schönen Erhaltung; vor allem, wenn die erhabenen Partien durch den Umlauf ein wenig glänzen, während sich die tieferen Partien einer altgewachsenen Patina erfreuen.

Aber um es mal auf den Punkt zu bringen: Die BESTE Qualität drückt sich doch nicht ausschliesslich in den Erhaltungsgraden aus... jedenfalls für mich nicht.
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Beitragvon beachcomber » Mo 23.03.09 19:09

Selbst eine vorzüglich erhaltene Bronze macht nicht den rechten Spass, wenn sie all ihrer Patina beraubt wurde; da würden wohl viele das "nur" sehr schön erhaltene Stückchen vorziehen, das sich allerdings einer geschlossen und feinen Patina erfreut, oder?!!

würde ich mit nein beantworten! :)
patina ist ohne zweifel was tolles, und kann aus jeder münze ein schmuckstück machen. ich habe diverse grossbronzen die nur s erhalten sind, aber durch die patina so gut werden, dass ich sie sicher nicht 'entsorgen' werde.
andererseits würde ich immer eine vz-erhaltene bronze ohne patina vorziehen(immer vorausgesetzt die oberfläche ist glatt!), wenn das patinierte gegenstück nur ss ist, schliesslich liefen sie zu ihrer zeit auch ohne patina um. :)
grüsse
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Beitragvon quisquam » Mo 23.03.09 19:32

beachcomber hat geschrieben:schliesslich liefen sie zu ihrer zeit auch ohne patina um.

Sehr richtig. Ich stelle mir immer vor, wie angewiedert man eine Bronze mit wunderschöner Malachitpatina in der Antike wohl zurückgewiesen hätte, hätten sie schon damals so ausgesehen.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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