--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon quisquam » Sa 22.05.10 12:37

So unterschiedlich sind die Vorlieben: mir gefallen gerade solche Bronzen wie Ganimeds Sesterz immens gut, während ich mit Silber weniger anfangen kann.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon justus » Sa 22.05.10 12:46

nummis durensis hat geschrieben:Mit den Bronzen ist das so eine Sache - ich trage mich schon seit längerem mit dem Gedanken, mich von diesen zu trennen und mich rein auf die Silberprägung zu konzentrieren.

Das würde ich mir aber noch mal schwer überlegen, Rainer. Ich denke das wäre ein Fehler, den du später bereuen wirst. Meiner Ansicht nach ist eine Sammlung, die sich nur auf Silbermünzen in Erhaltungsgrad "ss - vz" beschränkt nichts Halbes und nichts Ganzes. Zu römischen Münzen gehört nun mal das ganze Spektrum, also auch die Großbronzen. Ich sammle aus Prinzip nur Großbronzen mit Gebrauchsspuren im Erhaltungsgrad "schön". Erstens, weil sie garantiert unbearbeitet und damit authentisch ... und zweitens natürlich bezahlbar sind. Und ich finde diese Asses, Sesterzen und Dupondien alle wunderschön, auch wenn sie manchmal kleinere Fehlerchen haben ! Wir sind doch keine "ÖRE-Sammler" mit dem bekannten "Polierte-Platte-Syndrom" ! :roll: :roll: :roll:
mit freundlichem Gruß

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon drakenumi1 » Sa 22.05.10 13:45

chinamul hat geschrieben: So kann ich das Herummäkeln (Pardon!) von drakenumi1 an seinem Nero überhaupt nicht nachvollziehen. Der Denar ist doch für ein lange umgelaufenes Geldstück bestens erhalten. Leider verschweigt uns der Besitzer, was er bezahlt hat, so daß eine Beurteilung, ob es letztlich ein guter Kauf war, nicht möglich ist.



Aber gern verrät der Bezitzer den Kaufpreis: Nach basarähnlichem Verkaufsgespräch und 20% Rabatt waren es 190 Euronen!
Ich war damit höchst zufrieden, wenn es auch vom Zahlenwert her betrachtet, eine Menge Kies war. Verrätst Du mir auch Deine Meinung dazu?
Ansonsten Dank Euch für die Anerkennung dieses Nero / Roma,
Dank auch Dir Curtis, für den RD - Häufigkeitsvergleich.
Setzt man diese Häufigkeiten ins Verhältnis zu den zB. von Seaby seinerzeit (1968) genannten Preisen dieser ausgewählten Stücke und zu den RIC - Seltenheitsangaben, stellt man allerdings herzlich wenig logische Zusammenhänge fest. Von Fall zu Fall mag wohl diese Reka Devnia - Statistik alleine für den Sammler schon recht aufschlußreich und wichtig sein, daraus aber auf Handelspreisrelationen zu schließen, dürfte vielfach in die Irre führen.

Ich stelle mal unten einen anderen Nero ein, liegt schon einige Jahre "auf den Brettern". Wegen der nicht allzu häufigen und vom Einerlei abweichenden Rückseite haltte ich ihn 2002 mal erworben, und wegen der umfangreichen Gefügerisse bzw. Materialschichtungen auch nur 80.- Eur. hingelegt.
Dieser RIC 68 mit Aquila r. between 2 vexilla wird mit R2 eingestuft, der Roma-Denar oben nur mit R, trotzdem gibt es bei Seaby keinen Preisunterschied.
Curtis, kannst Du noch verraten, wieviel Exemplare davon im RD-hort vorkamen? Danke Dir!

Es grüßt Euch

drake
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Denar Nero C. 356 Av. IMP NERO CAESAR AVG PP..jpg
Denar Nero c. 356 Rv. 2 Feldzeichen u. Adlerstandarte..jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon Numis-Student » Sa 22.05.10 13:58

Hallo,
für einen Sammler mit Domitian-Schwerpunkt kann ich die Freude über diesen Sesterz schon verstehen, auch wenn ich eine gewisse Vorliebe für Silber bei mir weder abstreiten kann noch will. Bei der Auswahl Nero-Denar oder Domitian-Sesterz hätte ich mich sicher für den Denar entschieden, nicht zuletzt auch deshalb, weil mir der Sesterz durch die teilweise korrodierten, teilweise glatten Stellen und die fehlende Patina nicht so recht zusagt. Ich bevorzuge eingentlich Bronzen, die entweder glatt oder gleichmäßig rauh sind.
Aber, auch wenn ich Silber deutlich bevorzuge und mich lange Zeit fast "geweigert" habe, Bronzen zu kaufen, mittlerweile aber doch einige "mein Eigen" nennen darf, ich würde mich mich nicht davon trennen, eben da eine Sammlung unvollständig* bleibt, wenn Bronzen ganz fehlen.

Schöne Grüße,
MR


* Klar, jede Sammlung ist unvollständig, aber eine römische Querschnittssammlung sollte schon alle Metalle, Nominale, Gottheiten etc. belegen können. Aus dem Grunde habe ich auch wenige Republikaner als "Vorwort" und einige Byzantiner als Abschluss der Römersammlung.
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon quisquam » Sa 22.05.10 14:05

Hallo drakenumi,

der Denar Cohen 356 ist mit 5 Exemplaren im Hortfund von Reka Devnia vertreten. Preise sind nur bedingt von der Seltenheit abhängig und eine direkte Umrechnung in der Tat wenig sinnvoll.

Grüße, Stefan
Zuletzt geändert von quisquam am Sa 22.05.10 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon klausklage » Sa 22.05.10 14:20

Unspektakulär, aber mit 10 € immerhin bezahlbar: Ein Trajan aus Thessaloniki, 23 mm breit und 6,38 g schwer.
Olaf
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Trajan Thessaloniki.jpg
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon chinamul » Sa 22.05.10 15:11

Hallo drakenumi1!

Der Preis für Deinen Nero mit Romarückseite scheint mir sehr akzeptabel. Das hätte ich wohl auch dafür ausgegeben.

Den hierunter gezeigten Sesterz bekam ich 1981 von Francis Jacquier bei einer Münzbörse bei einem Kauf als Dreingabe geschenkt. Obwohl sich das Stück einer ganz präzisen Bestimmung verweigert, weil die Av.-Legende am Ende völlig verschliffen ist (der Libertas-Publica-Typ wird von RIC mehrfach aufgeführt: RIC 64, RIC 76, RIC 86 und RIC 100), habe ich mich doch seinerzeit über diese noble Geste sehr gefreut und halte das Teil daher seit fast 30 Jahren in Ehren.

NERVA 96 – 98
Æ Sesterz Rom
Av.: IMP NERVA CAES AVG P M TR P II COS III P P - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: LIBERTAS PVBLICA S C - Libertas nach links stehend; in der Rechten Pilleus, in der Linken Zepter
24,12 g
Jacquier 81

Damit haben viele Münzen meiner Sammlung für mich auch eine biographische Bedeutung, wenn ich mich mit ihrer Hilfe an lange zurückliegende Käufe zurückerinnern kann, die unter interessanten Umständen stattgefunden haben. Hier mal ein Beispiel, das ich vor einiger Zeit schon einmal im Forum gepostet habe:
viewtopic.php?f=6&t=11928&p=247355&hilit=tweedjakett#p247355 (dort auch die nächste Seite aufrufen!)

Gruß

chinamul
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RIC 100.jpg
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon justus » Sa 22.05.10 15:47

Gerade solche Großbronzen, denen man ihre Geschichte ansieht, finde ich ungeheuer faszinierend, chinamul. Sowas suche ich noch für meine Sammlung. Und vor allem zu dem Preis ! :roll:
mit freundlichem Gruß

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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon quisquam » Sa 22.05.10 17:27

Dann passt hier vielleicht auch mein Nerva-Sesterz, ich glaube den hatte ich in der Vergangenheit noch nicht gezeigt.

Sesterz, Rom, Restitution Nerva für Divus Augustus
25,28 g, 33,2-34,4 mm, Stempelstellung 6h
Vs: DIVVS AVGVSTVS, belorbeerter Kopf des Augustus mit Gesichtszügen Nervas n. r.
Rs: IMP NERVA CAESAR AVGVSTVS REST um großes S C
RIC II Nerva 136; Komnik 4.0; Cohen 570

Grüße, Stefan
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Nerva_fuer_Divus_Augustus_RIC_136.jpg
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon emieg1 » Sa 22.05.10 20:01

justusmagnus hat geschrieben:
nummis durensis hat geschrieben:Mit den Bronzen ist das so eine Sache - ich trage mich schon seit längerem mit dem Gedanken, mich von diesen zu trennen und mich rein auf die Silberprägung zu konzentrieren.

Das würde ich mir aber noch mal schwer überlegen, Rainer. Ich denke das wäre ein Fehler, den du später bereuen wirst. Meiner Ansicht nach ist eine Sammlung, die sich nur auf Silbermünzen in Erhaltungsgrad "ss - vz" beschränkt nichts Halbes und nichts Ganzes. Zu römischen Münzen gehört nun mal das ganze Spektrum, also auch die Großbronzen. Ich sammle aus Prinzip nur Großbronzen mit Gebrauchsspuren im Erhaltungsgrad "schön". Erstens, weil sie garantiert unbearbeitet und damit authentisch ... und zweitens natürlich bezahlbar sind. Und ich finde diese Asses, Sesterzen und Dupondien alle wunderschön, auch wenn sie manchmal kleinere Fehlerchen haben ! Wir sind doch keine "ÖRE-Sammler" mit dem bekannten "Polierte-Platte-Syndrom" ! :roll: :roll: :roll:


Ja, wahrscheinlich hast du recht, justus. Mir tuts immer wieder leid, dass ich mich vor Jahren von meinen Republikanern getrennt habe. Und solche wie die jetzt zuletzt vorgestellten entkleideten und nachgedunkelten Grossbronzen gefallen mir ausgesprochen gut; der ästhetische Erhaltungsgrad ist um einiges besser als der tatsächliche, und für mich zählt nur der erstere.

drake, das Geld für den Nero ist ganz fantastisch angelegt, ich hätte da sogar noch ein paar Euronen draufgelegt :oops:
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon ganimed1976 » So 23.05.10 00:38

Vielen Dank an alle für eurer feedback zu meinem Domitian Sesterz ;)

Ich finde auch dass eine antike Münze nicht unbedingt im Erhaltungsgrad vz. daherkommen muss, um für mich schön und interessant zu sein. Oft sind es gerade jene Stücke, die ein nicht mehr ganz perfektes Münzbild aufweisen, welche ich besonders schön finde.....eben weil man ihnen ansieht dass sie im Umlauf waren und man mit ihnen tat, wozu sie bestimmt waren, nämlich zahlen.

Je mehr man einer Münze ansieht, dass sie in Gebrauch war, umso mehr Charakter besitzt sie für mich. Für mich ist eine Münze erst dann völlig uninteressant, wenn ihr Erhalungszustand so schlecht ist, dass eine Bestimmung nicht mehr möglich ist. Alles jenseits davon, ist für mich noch immer sammelwürdig.

Besonders diese Münzen könnten uns sicher die ein oder andere spannende Geschichte erzählen, welche sie im Laufe ihres Daseins miterlebt haben. Jeder einzige Kratzer und jede kleine Delle zeugt davon. Münzen sind für mich kleine, stumme Zeugen der Vergangenheit und der Geschichte, die viele von uns so fasziniert. Wenn wir also eine römische Münze in Händen halten, dann halten wir ein Stück echte Geschichte in Händen.....Geschichte zum anfassen könnte man sagen ;)

Gruß,

Ganimed
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon Ariminum » So 23.05.10 09:55

Hallo die Herren
Dieses Wochenende war unsere grösste Münzmesse in Verona. War zwar viel los aber die Preise (zumindest für das was ich suche) waren unerschwinglich. Habe trotzdem wieder zu viel Geld liegengelassen.
Ich wollte jedoch diesen Antoninian aus Trier (wohl eine Variante von RIC256) von Valerianus I. vorstellen den ich mit € 40.- wohl nicht überbezahlt habe. Meine bisheringen Antoniniane dieses Kaisers sind schlechthaltig und abgenudelt und so war ich recht froh bei einem meiner bevorzugten italienischen Händlern, dieses Stück erstanden zu haben.
Der Scan ist etwas uncharmant, in der Hand sieht die Münze viel besser aus.

MFG aus dem sonnigen Italien
Silvio
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ValerianusAntoninian4Ra.jpg
ValerianusAntoninian4Da.jpg
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon drakenumi1 » So 23.05.10 10:28

Hallo, Silvio,
Dank Dir für die Sonnengrüße.
Der Valerian ist wohl eine Lugdunumer Prägung.
Seaby listet das Stück als

"207a Antoninianus (Cohen, Valerianus Junior 9). ..... RIC 19 ......" Dein Exemplar hat eine drap. u. kürassierte Büste, es existieren auch welche mit lediglich drapierter, eine nummernmäßige Unterscheidung trifft allerdings keines der großen Zitierwerke.
Als Preis gibt er knapp das Doppelte der Basisvariante RIC 256 an.

Güße von

drakenumi1
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon Pscipio » So 23.05.10 10:37

Köln, nicht Lugdunum! :) Letzteres steht zwar im RIC, ist aber schon lange überholt.

Schönes Stück! Göbl 869h, 10 Stück mit dieser Büste und Averslegende, 257-258 n. Chr.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Re: --- "Der Schaukasten" ---

Beitragvon beachcomber » So 23.05.10 14:16

hier kommt der grund, warum sich der besuch der numismata in wien für mich gelohnt hat! :mrgreen:
grüsse
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