--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon Peter43 » Sa 28.10.06 22:26

Warum hast Du denn die Münze vergoldet? :wink:
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Beitragvon nephrurus » So 29.10.06 01:20

...das dürfte der Lichteinfall sein - es handelt sich nach wie vor um Silber .
Gruß
Torsten
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Beitragvon nephrurus » So 29.10.06 14:07

Hier mal ein sehr seltenes Nominal - ein Semis ...
Zumindest für die Zeit des 3.Jahrhunderts ist dieses Nominal sehr selten - es wurde lange Zeit vor Decius nicht ausgegeben und danach nie wieder .

AV: IMP CMQ TRAIANUS DECIUS AUG
RV: SC
3,6 gr. ; Münzstätte: Rom
RIC 12 A
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decius semis av.jpg
decius semis rv.jpg
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Beitragvon Peter43 » So 29.10.06 14:37

Sehr interessante Münze! Scheint wirklich die letzte ihres Typs zu sein. Aber es ist RIC IV/3, 128 (pl.12, 19); C.102; geprägt 249-250 n.Chr.
Es wird allerdings diskutiert, ob dies ein Semis oder doch vielleicht ein Quadrans ist.

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon nephrurus » So 29.10.06 14:42

...Danke bez. des Hinweises mit der RIC Nummer -war in der Spalte verrutscht .
Die Diskussion um das Nominal ist mir bekannt - leider können wir niemanden mehr aus dieser Zeit fragen , worum es sich handeln soll :wink:

Gruß
Torsten
Zuletzt geändert von nephrurus am So 29.10.06 15:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Homer J. Simpson » So 29.10.06 15:15

Und das Problem ist, daß zu dieser Zeit im Metall kein großer Unterschied mehr ist zwischen Orichalcum (Sesterz, Dupondius, Semis) und Bronze (As, Quadrans). Allerdings erscheint mir 3,6g etwas arg viel für einen Quadrans.

Homer
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Beitragvon Peter43 » Mo 30.10.06 02:32

Hier ein Schaustück! Diese Münze hat keinen mythologischen Hintergrund, ein historischer Hintergrund ist mir auch nicht bekannt und numismatisch hat sie auch nichts besonderes. Ich weiß nicht einmal, ob es dieses Tor wirklich in Nikopolis gab. Sie ist einfach nur sehr schön!

Moesia inferior, Nikopolis ad Istrum, Macrinus, cf.AMNG 1826
Macrinus 217-218 n.Chr.
AE 27, 14.01g
Av.: AV K CE - VE MAKRINOC
Büste, belorbeert, n.r.
Rv.: VP AGRIPPA NIKOPOLITWN PROC / C ICTRW
Stadttor mit 3 Türmen, alle mit 3 Mauerzinnen, und geschlossener
Doppeltür.
cf. Pick AMNG I/1, 1826 (nur für Rs., Vs. Diadumenian); Moushmov 1234
Sehr selten, SS/VZ, dunkel-braun-grüne Patina

Ach, wären nur alle Provinzialmünzen in diesem Zustand!

Mit freundlichem Gruß
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nikopolis_macrinus_Moushmov1219.jpg
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Beitragvon helcaraxe » Mo 30.10.06 11:19

Plinius hat geschrieben:@Peter43:
Danke für die Erklärung der Bedeutung von Hispania bzw. Espana heute, kann Chinamul nur beipflichten, zwei herrliche Münzen, es macht einfach Spaß diese anzuschauen und dabei noch viel Wissenswertes hinzuzulernen. Beiträge wie dieser (von denen es hier im Forum ja viele gibt) sollten als Buch veröffentlicht werden, damit man schmökern kann, auch wenn man mal nicht online ist. Gibt es einen Verleger hier?


Das will ich auch schon die ganze Zeit! ;-) Leider kenne ich auch keinen Verleger... :-(
Viele Grüße
helcaraxe
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Beitragvon kollboy » Mo 30.10.06 13:52

betreff beiträge wie jene von peter43 und anderen, die immer wieder so ein vergnuegen sind zu lesen, dass sie eigentlich als buch erscheinen sollten: es gibt da verlage, die arbeiten so wie dieser:

http://meinbu.ch/html/Idee.shtml?gclid= ... ZwodYkj6Rg


wie das allerdings mit den kosten etc ausschaut, muesste man erfragen.
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Beitragvon Wurzel » Mo 30.10.06 23:23

@ nephrurus und alle die es interessiert

zu den Münzen die anläßlich der 1000 Jahrfeier geprägt wurden befindet sich in der aktuellen MünzenRevue (Nr. 11/2006) ein Artikel mit dem Titel: Kaiser-Tiere-Spiele von Peter Kowalewski (Seite 46 - 51)

Einfach mal zum Bahnhofskiosk gehen und Reinschauen, wenn es dann lohnt kann man sich die Zeitschrift ja Kaufen.

Liebe Grüße Michael
http://www.pflege-am-boden.de/
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Beitragvon chinamul » Di 31.10.06 16:46

Der Altar von Lugdunum auf einer modernen Medaille
Es ist immer wieder ausgesprochen reizvoll, wenn moderne Münzen oder Medaillen Münzbilder der Antike zitieren. Im vorliegenden Fall ist das die Rückseite von Aes-Münzen des Augustus und des Tiberius. Da die meisten dieser Münzen aus unterschiedlichen Gründen (z. B. Abnutzung, Korrosion, wenig detailreicher Stempel) nicht alle Feinheiten mit der letzten Deutlichkeit wiedergeben, vermittelt vielleicht diese Medaille endlich einmal ein präzises Bild dieser charakteristischen Rückseite.

Kupfermedaille 1828 (34 mm) auf die Wiederherstellung des Athenäums von Lyon (Lugdunum). Athenäen waren Bildungsstätten und werden bisweilen noch heute so genannt. Das auf der Münze erwähnte Institut aus der Antike scheint 1700 wieder eingerichtet worden zu sein.
Av.: Belorbeerter Kopf des Apoll nach rechts; unten signiert mit BARRE FT. 1828
Rv.: ATHENAEVM - LVGDVNENSE - RESTITVTVM = „Das lugdunische Athenaeum ist wiedererrichtet worden.“ - Der Altar von Lugdunum; im Abschnitt M.D.CC. (1700)

Hier noch einmal die Links zu den bisher von mir vorgestellten Medaillen mit antiken Münzzitaten:
ftopic11928-570.html
ftopic13851.html
ftopic11928-720.html

Gruß

chinamul
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altar lugd a.jpg
altar lugd b.jpg
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Beitragvon nephrurus » Di 31.10.06 19:06

Wurzel hat geschrieben:@ nephrurus und alle die es interessiert

zu den Münzen die anläßlich der 1000 Jahrfeier geprägt wurden befindet sich in der aktuellen MünzenRevue (Nr. 11/2006) ein Artikel mit dem Titel: Kaiser-Tiere-Spiele von Peter Kowalewski (Seite 46 - 51)

Einfach mal zum Bahnhofskiosk gehen und Reinschauen, wenn es dann lohnt kann man sich die Zeitschrift ja Kaufen.

Liebe Grüße Michael


...danke für den Tip - die Lektüre eignet sich wunderbar zur Bahnfahrt Richtung Frankfurt am Samstag zur Numismata .

Gruß
Torsten
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Beitragvon Gast » Di 31.10.06 23:01

Irgendwie beneide ich Dich, daß Du schon wieder fährst.
Gast
 

Beitragvon nephrurus » Mi 01.11.06 10:14

areich hat geschrieben:Irgendwie beneide ich Dich, daß Du schon wieder fährst.


...es gibt ja nicht viele Termine (Messen/Börsen) , wo sich die lange Anreise wirklich lohnt - aber die Numismata ist nun mal ein MUSS :wink:

Gruß
Torsten
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Beitragvon octavian » Mi 01.11.06 20:35

Hallo zusammen,
würde auch gerne mal wieder etwas dem Thread hier beisteuern und euch gerne meine neueste Errungenschaft vorstellen, erworben als Restant aus der letzten Auktion von G&M. Trotz des Preises konnte ich nicht widerstehen. Das gute Stück werde ich am Samstag persönlich auf der Numismata in Frankfurt entgegennehmen :-)

Vs: M OPEL ANT DIADVMENIAN CAES, Büste mit Paludamentum n. r.
Rs.: PRINC IVVENTVTIS, Diadumenian mit Standarte u. Zepter, r. zwei Standarten. RIC 102

Denar des Diadumenian, April 217- Juni 218 n. Chr., Mzst. Rom, geprägt im Mai 217 nach Anerkennung durch den Senat und Verleihung des Titels PRINCEPS IVVENTUTIS, Annahme des Namens Antoninus (als Vorbild dafür diente Sept. Severus, welcher seinen ältesten Sohn ebenfalls den Namen der Antonine verlieh).
Diadumenian war der Sohn des Macrinus, Macrinus war ehemals Gardepräfekt unter Caracalla, er wurde zum Mörder von Caracalla und ließ sich am 11. April 217 von den Soldaten zum Kaiser ausrufen, nachdem er Caracalla auf dem Feldzug gegen die Parther bei Carrrhae am 8. April 217 ermordete. Diadumenian wurde kurz nach der Thronbesteigung seines Vaters zum Cäsar erhoben, er war erst 8 Jahre alt. Lange konnten sich Vater und Sohn des Kaiserdaseins nicht erfreuen. Bereits am 16. April 218 wurde Elagabal zum Gegenkaiser ausgerufen. Macrinus erhob daraufhin seinen Sohn am 24. April 218 zum Augustus. Hat ihm aber wohl nicht viel geholfen. Im Mai 218 fielen die Truppen in Emesa von Macrinus ab. In der Schlacht bei Antiochia gegen die abtrünnigen Truppen wurde sein Vater am 8. Juni 218 besiegt und wenig später gefangengenommen. Beide, Vater und Sohn, wurden umgebracht. Rom hatten sie nie betreten.
Gründe für den Sturz des Macrinus war wohl, dass die Armee offensichtlich unzufrieden mit dem Führungstil des Macrinus war, und so konnte Julia Maesa, die ältere Schwester von Julia Domna, die schlechte Stimmung geschickt ausnutzen und stellte den unzufriedenen Legionsführern ihren 14jährigen Enkel Elagabal vor, den sie als Sohn des Caracalla ausgab. Daraufhin fielen die Truppen in Emesa von Macrinus ab.

Auf der Münze finde ich kann man die noch sehr kindlichen Züge deutlich erkennen. Meines Erachtens ein von dem Stempelschneider wirklich gelungenes Portrait des noch kindlichen Cäsars.

Frage an die Experten: Warum sind die Denare diesen Typs so teuer? Auf coinarchives wird eine ganze Seite diesen Typs aufgelistet. Oder ist sie trotzdem noch als selten einzustufen?
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diadumenianRV.jpg
diadumenianAV.jpg
octavian
 
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