--- "Der Schaukasten" ---

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon curtislclay » Di 21.11.06 02:41

Ohne Zweifel der Zeigefinger, meine ich, nur übergross gezeichnet, damit man ihn besser sieht.
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Beitragvon schnecki » Di 21.11.06 03:00

-----könnte es sich nicht doch um eine schleuderschlaufe ( AMENTUM ) handeln !!!!! die australischen eingeborenen ( die aboriginals ) besitzen ein ähnliches systhem , um ein speer um ein vielfaches an entfernung zu transportieren . in dem falle handelt es sich im übrigen um eine WOOMERA-----ICH KENNE NUR EINEN MIT LANGEN FINGER , UND DAS IST "ET"----- :!: :D :!: -----
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Beitragvon donolli » Di 21.11.06 10:07

hallo allerseits,

ich habe das stück nochmal genau unter einer 20x lupe betrachtet und auch ich komme zu dem schluß, dass es sich wohl eindeutig um einen etwas zu lang geratenen zeigefinger handelt. auch die haltung der hand bestätigt meines erachtens diese vermutung. anbei auch noch mein gordi ric 39, bei dem der zeigefinger genauso dargestellt ist.

cheers donolli
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Beitragvon dionysus » Di 21.11.06 11:24

Da will ich doch auch noch mal einen Gordi nachschicken.
Er ist zwar stilistisch nicht ganz so rein, dafür habe ich aber auch nur 2,- Euro!! für ihn bezahlt. (Aus einer Grabbelkiste auf einem Göttinger Antik-Flohmarkt.) Für mich war er der Hit des Tages :) :)
- Und er hat einen Ehrenplatz bei mir bekommen.

Antoninian / Rom

Av: Drapierte Büste mit Skr. nach rechts.
IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG

Rv: Providentia steht nach links,vor ihr Globus.
PROVID AVG

Geprägt wohl 243/244

RIC 148


Liebe Grüsse
Dionysus
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Beitragvon beachcomber » Di 21.11.06 11:33

also ich bin immer noch nicht überzeugt.
gerade wenn ich mir das von pscipio angeführte beispiel des volusian anschaue, wo die hand wirklich nur als faust dargestellt ist(also ohne das man finger sieht), wie sollte da dieses lange etwas ein zeigefinger sein? und wieso endet diese darstellung immer in einem kleinen 'knubbel' am schaft des speeres?
grüsse
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Beitragvon dionysus » Di 21.11.06 11:39

Bei dem Ringfinger kann man meiner Ansicht nach gut die abgesetzte Fingerkuppe sehen. Falls es ein überlanger Zeigefinger wäre würde der Knubbel wohl auch die Kuppe darstellen - Andererseits könnte der Knubbel auch die Schlaufe skizzieren und der Finger davor enden. -Ist aber wirklich etwas schwierig einzuschätzen.

Liebe Grüsse
Dionysus
Zuletzt geändert von dionysus am Di 21.11.06 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon donolli » Di 21.11.06 11:46

@dionysus:

für zwei euro hätte ich den auch sofort genommen. sicher auch noch für 20! mein exemplar von ric 148 habe ich für für 30 $ erstanden und ist mal abgesehen von den grünen ablagerungen nicht besser erhalten!

glückwunsch zu dem tollen schnäppchen!

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Beitragvon dionysus » Di 21.11.06 11:51

Also Augen auf auch auf den Flohmärkten!!
Ich selbst hab schon so manches Schnäppchen dort gemacht.
- Wahrscheinlich hielt der Verkäufer ihn nicht für echt , oder er hatte ganz einfach keine Ahnung.

Liebe Grüsse
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@speerschleudern

Beitragvon kollboy » Di 21.11.06 13:59

die kraftübertragung ist lt experimenteller archaeologie und ethnologie umso besser, je weiter hinten die schleuder angreift. mir sind 2 patente bekannt: die erste sieht genau wie jene schleudern aus, mit denen seit jahrtausenden ua im nahen osten gejagt und (ua von hirtenjungen) gespielt wurde (und mit der auch david den goliath erschoss, nicht erschlug), nur ist sie als speerschleuder etwas kuerzer udn hat 2 fingerschlingen statt einer: die schnur wird doppelt genommen, mit den schlingen en den enden ueber meistd en zeigefinger der wurfhandgelegt, die auch noch den speer haelt und fuehrt, der speer wird mit dem hinteren ende in die verbreiterte bucht der schleuderschnur eingelegt. beim wurf entsteht dadurch eine laengere fuehrung, mehr zeit ur kraftuebertragung udn ein kraeftigerer=weiterer wurf. zweitre variante beschreibe ich spaeter, ich ahb einen wichtigen termin!
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Beitragvon chinamul » Di 21.11.06 14:28

Eine solche "Schleuderschlaufe" am Ende eines Speeres ist ergonomisch und physikalisch sinnlos, wenn sie nicht so lang ist, daß die Wurfhand den Speer im Schwerpunkt führen kann. Nur dann nämlich verlängert sich wirksam der Beschleunigungsweg, den die Hand auf den Speer übertragen kann. Zudem wird berichtet, daß die Schnur einige Male spiralförmig um den Speerschaft gewickelt wurde, um dem Speer eine seinen Flug stabilisierende Drehung um die Längsachse mitzugeben (Prinzip der Züge in einem Gewehrlauf). Sie muß also viel länger gewesen sein, als aufgrund der Abbildungen geschlossen werden könnte. Anders liegt die Sache bei einer Lanze, mit der gestochen wird und die in der Hand verbleibt. Dort finden sich an den Enden gelegentlich Schlaufen, die verhindern, daß beim Stoß die Hand am Schaft hinabgleitet. (s. hierzu http://www.numismatikforum.de/ftopic762 ... =skistock; dort bis zum 18.3.05 scrollen!)
Wie die beiden unten abgebildeten Gordiane zeigen, findet sich bei Jupiter eine gleiche Handhaltung wie die der Virtus am Speer. Nun ist Juppi zwar ein großer Schleuderer, macht das aber ausschließlich mit Blitzen. Daß er im Zorn jemals mit seinem Zepter geworfen hätte, ist mir jedenfalls nicht bekannt. Deshalb dürfte es wohl auch kaum mit einer "Schleuderschlaufe" versehen gewesen sein.
In allen Fällen muß die vermeintliche "Schleuderschlaufe" also als etwas groß geratener Zeigefinger gesehen werden. Die damit angedeutete lockere Handhaltung soll dem Griff wohl etwas eher Lässiges, nicht Kampfbereites geben, was bei der Virtus auch noch durch den am Boden stehenden Schild vermittelt wird.

Gruß

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Beitragvon kollboy » Di 21.11.06 15:43

das zweite patent einer speerschleuder ist ein etwa unterarmlanger, gelegentlich etwas geschwungener stock mit einer rast am dem handgriff gue liegenden ende, in der das hintere ende des etwa 4-6x so langen speeres liegt, wobei man mittels einer peitschenschlagartigen handbewegung unmittelbar nach dem loslassen des speeres (den man bei diesem schleudertyp uebrigens weit hinter dem schwerpunkt haelt!) im wurf diesem noch eine extraportion "umpf" mitgeben kann.

ein bild dieser schleuder (viele varianten!) seht ihr hier:

http://static.flickr.com/50/108045345_54b89e09e4_o.jpg


ob dieses patent allerdings von den roemern genutzt wurde, weiss ich nicht, bin mir aber fast sicher, dass sie damit bei andren voelkern bekanntschaft machten, denn es handelt sich dabei um steinzeittechnologie.
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Beitragvon donolli » Sa 25.11.06 21:14

und noch ein neuer von mir. diesmal so eine art verfrühtes weihnachtsgeschenk ;)

sesterz des maximinus thrax, geprägt auf den sieg gegen germanische stämme:

av: IMP MAXIMINVS PIVS AVG GERM (belorbeerte, drapierte und kürassierte büste nach rechts)
rv: VICTORIA GERMANICA S C (victoria hält palmzweig und sigeskranz, zu füßen ein gefangener)
rom 236-238 n. chr
ric: 90 bmc: 194 cohen: 109
durchmesser: 31 mm
gewicht: 24,7 gr

cheers donolli
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Beitragvon schnecki » Sa 25.11.06 22:08

@kollboy

DANKE , du bestätigst so meine these der WOOMERA , die von den australischen ABORIGINALS noch heute so verwendet wird ( genau nach diesem prinzip funzt die speerschleuder , """""STEINZEITLICH""""" ) :D

-----ich denke , dass die römer das eventuell nicht benutzten , aber so kannten , weil so kelten und germanen "GEJAGT" haben könnten-----

m.f.g
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Beitragvon www » So 26.11.06 12:45

chinamul hat geschrieben:Eine solche "Schleuderschlaufe" am Ende eines Speeres ist ergonomisch und physikalisch sinnlos, wenn sie nicht so lang ist, daß die Wurfhand den Speer im Schwerpunkt führen kann.

Gruß

chinamul


Was erzählst du denn für einen Mist? 8O
Du tust so als ob es ein physikalisches Gesetz ist aber dabei ist es reiner Unfug. :evil:
Zum Glück hat kollboy das schon richtig gestellt.
:!:
www
 
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Beitragvon donolli » So 26.11.06 12:51

www hat geschrieben:Was erzählst du denn für einen Mist? 8O
Du tust so als ob es ein physikalisches Gesetz ist aber dabei ist es reiner Unfug. :evil:
Zum Glück hat kollboy das schon richtig gestellt.
:!:



du solltest dich vielleicht erstmal im ton mäßigen, bevor du in diesem forum postest!

kritik bzw. eine abweichende meinung kann nämlich durchaus auch sachlich vorgetragen werden.

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