Gordianus III

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Gordianus III

Beitragvon spider » So 30.10.05 16:29

Ich habe mir vor kurzem ein Antoninian des Gordianus III zugelegt.
Von der Erhaltung her nichts besonderes.
Das Gewicht allerdings ist ja schon jenseits von Gut und Böse.
Sagenhafte 7,09 gramm. 8O
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Beitragvon donolli » So 30.10.05 18:20

hallo spider,

hin und wieder tauchen antoniniane aus dieser zeit auf, die vom gewicht her deutlich nach oben abweichen. habe schon ein paar mal stücke mit gut 6 gramm gesehen, 7.09 ist aber auch das schwerste, was mir bisher begegnet ist.

die konturen auf dem rv. erscheinen etwas flau, dies kann aber auch nur auf einen etwas müden stempel hinweisen.... :?

ich habe mal wo gelesen, ich glaub sogar hier im forum, dass diese stücke von manchen als "schwerer antoninian", also als ein eigener münztyp gesehen werden. diese these hab ich aber bisher noch nirgendwo in der mir geläufigen literatur bestätigt gefunden.

cheers donolli
Natura semina nobis scientiae dedit, scientiam non dedit. (Seneca)
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Beitragvon Pscipio » So 30.10.05 18:37

donolli hat geschrieben:ich habe mal wo gelesen, ich glaub sogar hier im forum, dass diese stücke von manchen als "schwerer antoninian", also als ein eigener münztyp gesehen werden.

Das ist richtig, auch von Postumus existieren Antoniniane, die mit etwa 6 g fast doppelt so schwer sind wie normalen Stücke. Ob es sich dabei wirklich um sogenannte "Doppelantoniniane" handelt, ist meines Wissens ungeklärt, aber bei dem dürftigen Wissen, welches wir über die Nominale des dritten und vierten Jahrhunderts haben, erstaunt mich das nicht weiter.

@spider: 7.09 g ist sicherlich der schwerste Antoninian, der mir bisher untergekommen ist! Interessantes Stück!

Gruss, Pscipio
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Beitragvon spider » So 30.10.05 18:42

Der Stempel war wohl noch halbwegs in Ordnung.
Sie ist wohl öfter auf dem RV nach unten über den Tisch geschoben worden als mit dem Potrait. :lol:
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Beitragvon spider » So 30.10.05 18:51

Beim googeln habe ich den hier gefunden.

Für Lars vieleicht interessant. :wink:

http://www.dcatalog.de/jacq32/00473H00.HTM

Leider wird bei mir kein Bild angezeigt. :twisted:
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Beitragvon Pscipio » So 30.10.05 19:09

:D Danke! Den hatte ich schon gesehen und er steht auf meiner Liste. Ich muss Jacquier mal ein Mail mit der Bitte um ein Foto schicken.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon chinamul » So 30.10.05 19:38

Der folgende Antoninian wiegt 6,43 g. Er hat seinerzeit (1995) zwar richtig Geld gekostet, aber ich mußte ihn einfach haben. Das Foto zeigt sogar, wie dick das Stück ist.

HERENNIUS ETRUSCUS 251
AR Antoninian Rom 250/251 als Caesar
Av.: Q HER ETR MES DECIVS NOB C - Drapierte Büste rechts mit Strahlenkrone
Rv.: PIETAS AVGVSTORVM - Priestergeräte (Simpuvium, Aspergillum, Krug, Patera, Lituus)
RIC 143 (Trajanus Decius); C. 14 - 6,43 g

Gruß

chinamul
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her etr schwer.jpg
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Beitragvon spider » So 30.10.05 20:26

Den Preis möchte ich euch in diesem Falle auch nicht vorenthalten.
Ich habe für diese Münze nicht mehr als 17 Euro bezahlt.
Für den schwersten :?: Antoninian der Welt ein wirklich fairer Preis.
:D :D :D
Ich bin so glücklich...
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Beitragvon Zwerg » So 30.10.05 21:50

Habe zum Gewichtsvergleich einmal Samuel K. Eddy, The Minting of Antoniniani A.D.238-249 and the Smyrna Hoard, ANS MN 156,1967 herangezogen. Die Gewichte differieren manchmal erheblich.
Zwei Beispiele
Gordian III., RIC 37 - 6,33 bis 3,12 g
Philipp I., RIC 27b - 6,17 bis 3,26 g.

Der Rest bewegt sich im normalen Bereich mit Durchschnittsgewichten um 4,3 g

Das Gewicht von 7,09 g ist sicherlich außerordentlich, aber ein Doppelantoninian ist die Münze ebenso sicherlich nicht. Es wurde 'al marco', nicht 'al pezzo' geprägt.

Grüße
Zwerg
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Beitragvon Pscipio » So 30.10.05 22:04

Für eine eigene Meinung zu diesem Thema kenne ich mich viel zu wenig aus, aber bei der Einführung des Antoninian hat man das Gewicht des Denars doch auch nicht verdoppelt... oder wäre dieses Argument zu weit hergeholt?

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Zwerg » So 30.10.05 22:14

Das ist richtig, aber man hat ein eindeutiges Erkennungszeichen eingeführt - die Strahlenkrone, Zeichen des Doppelwertes (bereits beim Dupondius).
Sollten die armen Römer bei jeder Transaktion eine Waage mit sich führen? Und ab wann war es dann ein "Doppelantoninian"? 5,5 - 6,0 - 6,5 - 7,0?
Das ist einfach nicht praktikabel und die Römer waren nun einmal sehr praktische Menschen.

Grüße
Zwerg
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Ein Leben ohne Feste ist ein langer Weg ohne Gasthäuser (Demokrit)
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Beitragvon spider » So 30.10.05 22:16

Nein,die Verdoppelung wäre ja auch ein Schnitt ins eigene Fleisch gewesen.
Der "Doppeldenar"wurde einfach optisch größer und der Silbergehalt wurde verringert.
Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Man kann es vergleichen mit der neuen Rentenanpassung.
Die Rente wird zwar nicht gekürzt aber erst später ausgezahlt.
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Beitragvon B.A. » Mo 31.10.05 00:36

Es scheint sich nicht nur um einen müden Stempel zu handeln, sondern auch um einen müden Gordianus, zumindest der "Falte" unter'm Auge zu urteilen :wink:
Demonax wurde kurz vor seinem Tode gefragt:"Wer sorgt für dein Begräbnis?" Seine Antwort:"Mein Gestank!"
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