Einseitige Doppelprägung

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Einseitige Doppelprägung

Beitragvon Oettlalb » Mi 16.11.05 11:50

Ich möchte einmal folgende Münze vorstellen:

AR Antonian des Valerian?
Av: ...IANVS PF AVG
Rv: LAETITI...
d = 22 - 23 mm
g = 2,0 g

Was mich wundert, ist daß die Doppelprägung nur auf der Vorderseite
aufscheint. Wie ist sowas technisch möglich? Die Vorder- und Rückseite
wurden ja wohl nicht getrennt geprägt.

LG
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Beitragvon chinamul » Mi 16.11.05 12:20

Hallo Oettlalb!

Ein hochinteressantes Phänomen! Denkbar wäre, ohne daß das schon eine endgültige Erklärung sein könnte, daß beim Prägevorgang die fertig geprägte Münze am Oberstempel, der ja die Rückseite prägte, unbemerkt hängengeblieben war und dann der Oberstempel noch einmal auf den Unterstempel gesetzt und erneut draufgeschlagen wurde. Allerdings spricht gegen diese Theorie, daß hier gleich zwei Versehen bei einem Prägevorgang unterlaufen sein müßten, nämlich daß 1. das Hängenbleiben der Münze am Oberstempel und 2. auch das Fehlen eines neuen Schrötlings auf dem Unterstempel nicht bemerkt wurde. Beide Versehen kommen zwar durchaus als Einzelerscheinungen immer mal wieder vor, aber zusammen bei ein und derselben Münze kann man sie sich wirklich nur schwer vorstellen.

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
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Beitragvon Pscipio » Mi 16.11.05 12:32

Eine tolle Münze! Chinamuls Erklärung wäre eine Möglichkeit, wenn sie auch, wie er ausführt, einige Unwahrscheinlichkeit mit sich führt. Bedenkt man aber die Unmengen an Antoninianen, die in raschester Folge geprägt wurden, kann es natürlich zu jeder technisch möglichen Fehlprägung gekommen sein.

Gib mir bitte Bescheid, wenn du dich mal von dem Stück trennen möchtest! :)

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon Oettlalb » Mi 16.11.05 13:34

@chinamul:
Danke für die Erklärung.

@Pscipio:
Mach ich gerne!

LG
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Beitragvon Peter43 » Mi 16.11.05 13:55

@Oettlalb:

Die Rückseite ist doch rechts oben stark abgeflacht. Ich vermute stark, daß diese flache Stelle dem doppelten Kopf auf der Vorderseite genau gegenüberliegt. Wenn das stimmt, dann habe wir die gesuchten Spuren des Doppelschlages auch auf der Rückseite!

MfG
Omnes vulnerant, ultima necat.
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Beitragvon Oettlalb » Mi 16.11.05 14:29

@Peter43:
Das wäre auch eine Möglichkeit. Die Abflachung müßte dann durch einen
frischen Schrötling verursacht worden sein, der zwischen den Oberstempel und
die fertig geprägte Münze geraten ist, wobei die Münze am Unterstempel etwas
verrutscht, aber liegen geblieben ist.

LG
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Beitragvon gst » Mi 16.11.05 18:24

Hallo zusammen!

ist das dennauch eine Einseitiger Doppelschlag.
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