Severus Alexander

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Severus Alexander

Beitragvon richard55-47 » Do 24.11.05 21:04

Meine neueste Erwerbung ist ein Sesterz des Marcus Iulius Gessius Bassianus Alexianus, besser bekannt als (Marcus Aurelius) Severus Alexander. Av. IMP ALEXANDER PIUS AUG, Rv. MARS ULTOR, Mars geht nach rechts, 21,55 gr., Dm. 31,84 mm. Für mich s/ss. Alexander musste ja bekanntlich in den Osten gegen die Perser, um das von Septimius Severus den Parthern abgerungene und als Provinz Mesopotamien eingerichtete Gebiet, das mittlerweile die Sasaniden überrollt hatten, wieder zu holen. Das ist ihm gelungen, wenn auch er selbst sich mit seinem Teilheer nicht mit Ruhm bekleckert hat, das in Untätigkeit verharrt war.
Ich vermute, kann aber keine Beweise dafür finden, dass anlässlich dieses Ereignisses die "Mars-Serie" MARS ULTOR (Mars, der Rächer), MARS VICTOR (Mars, der Sieger) und MARTI PACIFERO (Mars, dem Friedensstifter) geprägt worden. Weiß einer etwas über die Hintergründe dieser Münzprägungen?
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Beitragvon Peter43 » Do 24.11.05 23:18

Hallo Richard!

Deine Münze ist wohl Severus Alexander Æ Sestertius. 232 v.Chr. IMP ALEXANDER PIVS AVG, Büste, belorbeert, drapiert und cürassiert n.r. / MARS VLTOR S-C, Mars geht n.r., hält Speer und Schild. RIC 635, Cohen 169, BMC 843.

Severus Alexander war Augustus von 222-235, bis er bei Mainz zusammen mit seiner Mutter ermordet wurde.

Seine erste große auswärtige Aufgabe entstand im Osten, als die Parthische Dynastie, die für Jahrhunderte die iranische Hochebene und andere große Gebiete für Jahrhunderte beherrscht hatte, und die lange Zeit eine der großen Rivalen Roms gewesen war, durch die persische Familie der Sassaniden 227 n.Chr. abgelöst wurde. Sie hatten vor, ihre Herrschaft über ganz Asien auszudehnen, wie es zur Ruhmeszeit Persiens der Fall gewesen war. Da dies auch Asia Minor und alle anderen römischen Ostprovinzen einschloß, war der Zusammenprall mit Rom vorgezeichnet.

Der Krieg begann am Ender der Dekade mit von vornherein deutlichem Erfolg für die Sassaniden. Doch Rom entwickelte schrittweise eine Verteidigung gegen die Invasoren, und schließlich ging der Kaiser 231 zusammen mit seiner Mutter und seinen Beratern in den Osten. Das tatsächliche Miltärkommando blieb in der Hand seiner Generale, aber seine Gegenwart gab der kaiserlichen Politik besonderes Gewicht. Die anfänglichen Erfolge Persiens schwanden bald als es Rom gelang die Kraft und die Erfahrung seiner Armeen zum Tragen zu bringen. Das Ergebnis war mehr die Annahme des Status quo als eine Vereinbarung beider Parteien. Dies geschah 233 n.Chr. und Alexander kehrte nach Rom zurück. Danach begannen die Probleme mit den Germanen an der Rheinfront.

Da Dein Sesterz 232 geprägt worden ist, spricht alles für Deine These, daß hier ein Zusammenhang mit denm persischen Feldzug besteht.

Quellen:
http://wildwinds.com
http://www.roman-emperors.org/alexsev.htm

MfG
Omnes vulnerant, ultima necat.
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Beitragvon Zwerg » Do 24.11.05 23:21

Hallo Richard.
Laut BMC ist es Emission 15, 232 n.Chr.
Direkte historische Bezüge in dieser Zeit sind selten, gibt es bei deiner Münze wohl nicht.
Ich zitiere BMC für die Emissionen 15-18 (232-235)
Since none of the types in this issue is a continuation from the previous issue and the extensions of all these types are struck in all metals in the following issues there is nothing to indicate in what sequence the various denominations and metals were produced in the present issue.

in dieser Zeit also eine langweilige Münzprägung
Grüße
Zwerg
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Beitragvon curtislclay » Fr 25.11.05 17:31

Dieser Typus vom laufenden Mars Ultor wurde offensichtlich von 232 bis 235 ununterbrochen geprägt, genauso wie der gleichzeitige Typ vom nach links laufenden Sol, der mit TR P XI, XII, XIII, und XIIII auch datiert ist. Carson in BMC irrt, wenn er den Mars-Typ auf "Emission 15" von 232 beschränken will.
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Beitragvon richard55-47 » Sa 26.11.05 15:01

Danke für die Antworten.
Die von Zwerg zitierte Meinung des BMC überzeugt mich nicht.
Übereinstimmung herrscht bei allen Antwortenden, dass die Mars-Prägung(en) ab 232 begannen. Ab 230 waren die Sasaniden-Einfälle. Erstmalig musste Alex "in Person" in den Krieg. Bisherige Kämpfe - sofern überhaupt stattgefunden - waren lokal begrenzt und der Aufmerksamkeit eines Augustus nicht wert. Wegen des außerordentlich groß angelegten Machtanspruches der Perser und der damit verbundenen Gefahr für Roms Osten war die persönliche Teilnahme als Zeichen, wie ernst er die Gefahr nahm, gedacht. Nichts spricht dagegen, dass aus diesem Anlass Münzen, die dem Kriegsgott gewidmet waren, geprägt wurden. Solche Prägungen boten sich doch geradezu an. Oder sollte Alex auf dem Kriegspfad Münzen der Pax widmen?
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Beitragvon curtislclay » Sa 26.11.05 22:30

Im J. 231, nach Alexanders Aufbruch nach dem Osten, werden für ihn fünf neue Rs.-Typen eingeführt, Sol stehend, IOVIS PROPVGNATOR (wird bald IOVI PROPVGNATORI), MARS VLTOR, PROVIDENTIA AVG Annona, und SPES PVBLICA. Im J. 232 werden die Typen leicht geändert, z.B. Mars schreitet mit linkem anstatt rechtem Bein nach vorn, und sie werden dann bis zum Ende der Regierung weitergeprägt.
Offensichtlich spielten Sol, Jupiter der Angreifer, und Mars der Rächer ursprünglich auf den östlichen Feldzug des Kaisers an, und PROVIDENTIA AVG weist auf seine Vorsorge um die Getreidelieferungen nach Rom selbst in seiner Abwesenheit. Nach seiner Rückkehr nach Rom wie es scheint bereits im J. 232, verlieren die Typen natürlich an Aktualität.
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