Postumus

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Postumus

Beitragvon nephrurus » Mo 28.11.05 11:27

Hallo zusammen,
eine Frage an die Fachleute (ich kann mir denken , wer bevorzugt antwortet):Sind von Postumus auch barbarisierte Sesterze oder Dupondien bekannt ? Ich kannte derartige Prägungen bislang als kleine , schlecht gemachte Antoniniane . Allerdings scheint mir dieser Dupondius nicht typisch zu sein für die offiziellen Prägungen des Postumus -oder liege ich da falsch ?
Æ-Dupondius, unbestimmte Münzstätte; 7.57 g. Drapierte Büste r. mit Strahlenbinde//Galeere r. Bastien 379. Grüne Patina, sehr schön

Gruß
Torsten
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Beitragvon Pscipio » Mo 28.11.05 11:52

Hallo Torsten

Du hast richtig gedacht, wer dass bevorzugt darauf antworten wird. Ja, es gibt von Postumus eine relativ grosse Anzahl an "barbarisierten" Grossbronzen, lokale Nachahmungen, deren Gewicht zumeist zwischen 4-10 g liegt, selten darüber. Merkmale dieser Prägungen sind neben dem geringen Gewicht die oft auch in der Breite sehr knappen Schrötlinge und der meistens etwas wirre Stil.

Allerdings muss man beachten, dass es auch offizielle Münzen gibt, die einen etwas unbeholfenen Stil aufweisen, nämlich die Bronzen des sogenannten 2. Atelier (nach Bastien). Diese Münzen, von Elmer noch als Barbarisierungen angesehen, sind sicherlich einem offiziellen Münzamt zuzuordnen (vermutlich Trier), denn trotz ihrem etwas wilden Stil sind sie doch von erheblich besserer Qualität als lokale Nachahmungen wie die Künkermünze, die du oben zeigst. Hier ein Beispiel einer solchen Münze aus dem 2. Münzamt: http://www.ruttencoins.de/product_info. ... cts_id=143

Übrigens weist die grosse Anzahl an lokalen Nachahmungen der Postumus-Grossbronzen darauf hin, dass diese Nominale bei der Bevölkerung beliebt und im Geldumlauf gern gesehen waren. Die Gründe für die relativ rasche Stornierung der offiziellen Grossbronzenprägungen werde wohl eher im Kostenbereich als im Nachfragebereich zu suchen sein - die Prägung von bis zu 30 g schweren Bronzemünzen von kleinem Nominalwert lohnte sich offensichtlich nicht mehr. Es ist denn auch kein Wunder, dass die lokalen Nachahmungen durchwegs von viel niedrigerem Gewicht sind.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon nephrurus » Mo 28.11.05 12:56

Hallo Lars ,
vielen Dank für die ausführlichen Informationen .
Ich war nur etwas verunsichert , da ich davon ausgegangen war , daß ein renomierter Münzhändler auf solche "Details" hinweisen wird.
Gruß
Torsten
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Beitragvon Pscipio » Mo 28.11.05 13:19

Künker weist die Münze offensichtlich auch dem 2. Atelier von Bastien zu ("Bastien 379"), hält sie also nicht für eine lokale Nachahmung.
Nata vimpi curmi da.
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