GORDIAN III - Dupondius ???

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GORDIAN III - Dupondius ???

Beitragvon taurisker » Mo 12.12.05 14:12

Hoi Gemeinde,

nach etwas längerer Absenz im Forum (edv-Totalschaden) sag ich allen mal wieder *Herzliches Hallo* - hat auch etwas gedauert mit dem Nachlesen der bisher erschienenen threads, da gibz einige interessante Beiträge :)

Hab gleichzeitig auch wieder mal ein Problem mit einem Gordi - habe da vor einiger Zeit einen IMP GORDIANVS PIVS FEL AVG mit Rv. Umschrift PMSC OLVIM und im Abschnitt ANM?? erstanden - Figur an Rv. ist meiner Meinung nach Abundantia mit Stier und Löwe unter den Händen - Dm ist 22mm mit einem Gewicht von 7,68g.

Da ich (noch) nicht Werkzeuge wie den RIC o.ä. besitze, kann ich leider nicht genau feststellen um welchen Münztyp es sich handelt - vielleicht ein Dupondius? Revers, Dm und Gewicht würden dafür sprechen, oder ist es doch ein Antonian? Über den Prägeort oder Zeit kann ich durch fehlende Hinweise in meinen Unterlagen auch nix sagen, schade.

Wenn da wer vom geschätzten Leserkreis was dazu weiß, würd ich mich freuen - und *aporopopos*:) wo krieg ich um welches Geld oben erwähnte "Werkzeuge" zur Bestimmung schwerer Fälle her? Wonach arbeiten die langjährigen Sammler und Experten bei Bestimmung und Herkunft für Republik und Kaiserzeit?

Für zahlreiche Hinweise sehr dankbar ist

LG taurisker
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Beitragvon Oettlalb » Mo 12.12.05 14:20

Servus taurisker,
zum Einstieg für die Münzen aus Viminacium ist folgende Seite ganz hilfreich:
http://www2.arnes.si/~sspbmate/VIMINACIUM.htm

Da sieht man z.B., daß Gordian III mit "ANI" bis "ANIIII" für Mittelbronzen vorkommt.

LG
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Beitragvon Pscipio » Mo 12.12.05 14:32

Mittelbronze ist richtig, die Münze ist zwar leichter als "normale" Dupondien, stellte aber vermutlich einen solchen dar. Die Jahresgabe sieht wie AN III aus (oder AN IIII), das wäre dann 241/242 (bzw. 242/243) n. Chr. Die Figur ist die Verkörperung der provincia moesia, in der Viminacium lag, der Löwe und der Stier die Wappentiere der beiden dort stationierten Legionen.

taurisker hat geschrieben:wo krieg ich um welches Geld oben erwähnte "Werkzeuge" zur Bestimmung schwerer Fälle her? Wonach arbeiten die langjährigen Sammler und Experten bei Bestimmung und Herkunft für Republik und Kaiserzeit?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Klar, es gibt den bekannten RIC, von dem eine Gesamtausgabe zwischen 1200-1500 $ kostet, aber für viele Sammelgebiete, vor allem des dritten Jahrhundert n. Chr., benötigt man zusätzliche Spezialwerke zu sehr unterschiedlichen Preisen. Wenn du exaktere Literaturempfehlungen benötigst, solltest du dich nach einem Gebiet von beschränktem Umfang erkundigen.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon Peter43 » Mo 12.12.05 14:45

Hallo Taurisker!

Die Revers-Legende ist PMS COL VIM = PROVINCIAE MOESIAE SUPERIORIS COLONIA VIMINACIUM. Viminiacium, heute Pozarevac/Serbien, war die Hauptstadt von Obermösien. Die stehende Figur wird allgemein als MOESIA, Personifikation von Mösien, angesehen. Die beiden Tiere, Bulle und Löwe, sind die Symbole der in Viminacium stationierten Legionen:
Bulle - Legio VII Claudia Pia Fidelis
Löwe - Legio IIII Flavia Felix

MfG
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Beitragvon taurisker » Mo 12.12.05 15:41

Oettlalb hat geschrieben:Servus taurisker,
zum Einstieg für die Münzen aus Viminacium ist folgende Seite ganz hilfreich:
http://www2.arnes.si/~sspbmate/VIMINACIUM.htm

Da sieht man z.B., daß Gordian III mit "ANI" bis "ANIIII" für Mittelbronzen vorkommt.

LG


ahja ... danke für den interessanten Link !

LG taurisker
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Beitragvon taurisker » Mo 12.12.05 15:49

wow ... das ging ja sehr rasch ... vielen Dank für die Hilfe an alle Antworter bisher !

Ist dieser Gordianus Typ eigentlich häufiger anzutreffen? Gibz Erfahrungen mit der Seltenheit dieser Münzen?

Nehme mal an, dass Viminacium als antike Metropole auch entsprechend große Ausmünzungen vorweisen konnte und dass es sich um ein eher häufigeres Exemplar handelt - war Viminacium für den Raum damals Hauptprägestätte, oder war das Geschmacksache der jeweiligen Regenten ... Siscia weiter nördlich ist ja auch sehr aktiv gewesen, gewisse Zeit lang.

LG taurisker
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Beitragvon taurisker » Mo 12.12.05 16:09

Pscipio hat geschrieben:Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Klar, es gibt den bekannten RIC, von dem eine Gesamtausgabe zwischen 1200-1500 $ kostet, aber für viele Sammelgebiete, vor allem des dritten Jahrhundert n. Chr., benötigt man zusätzliche Spezialwerke zu sehr unterschiedlichen Preisen. Wenn du exaktere Literaturempfehlungen benötigst, solltest du dich nach einem Gebiet von beschränktem Umfang erkundigen.


Danke erstmal - das ist mir schon klar, da ich aber mit unterschiedlichstem Material konfrontiert bin, hätte ich auch gerne was breitgefächertes - Kampmann und Albert sind da schon sehr hilfreich ... natürlich ziehe ich auch viele Info übers web.

LG taurisker
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Beitragvon Pscipio » Mo 12.12.05 16:24

AN III ist die Jahreszählung ab Verleihung des "Colonia"-Status an Viminacium im Jahre 239/240 n. Chr. durch Gordianus III., damit einhergehend wurde auch die Münzstätte Viminacium eingerichtet. Zwar waren auch schon vorher immer mal wieder auch ausserhalb Roms Münzen nach reichsrömischen Münzfuss geprägt worden (in Lugdunum, oder in verschiedenen östlichen Städten zu Bürgerkriegszeiten), doch Viminacium war die Erste einer ganzen Reihe von neuen Prägestätten, die im Verlaufe der zunehmenden Dezentralisierung der Verwaltung des Reiches während des 3. Jahrhundert n. Chr. in verschiedenen Städten eingerichtet wurden. Vermutlich sollte sie dem Kleingeldmangel im militärisch wichtigen nördlichen Balkanraum beheben, schlug sie doch vorerst nur AE-Münzen (von oft geringem Gewicht). AE-Münzen aus Viminacium sind generell sehr häufig, es gibt allerdings, wie so oft, auch hier seltenere Ausnahmen. Deine Münze gehört aber, so weit ich weiss, leider nicht zu den raren Stücken.

Neben Kampmann gibt es, wenn man sich den RIC nicht kaufen kann/will, noch die verschiedenen Bände von David Sear, da ich diese aber nie benutzt habe, kann ich dir nichts genaueres dazu sagen. Ich denke, so lange man sich den RIC nicht anschaffen kann und den Kampmann schon hat, braucht man keinen Sear, sondern kann sich ganz gut mit den bekannten Websites wie wildwinds und Coinarchives durchschlagen. Beginnt dich dann ein Gebiet besonders zu interessieren, kannst du dir den dazugehörigen RIC-Teilband oder aber zusätzliche Spezialliteratur kaufen.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Marius » Sa 17.12.05 19:18

taurisker hat geschrieben:Ist dieser Gordianus Typ eigentlich häufiger anzutreffen? Gibz Erfahrungen mit der Seltenheit dieser Münzen?

LG taurisker


Hallo taurisker,

da ich mich ein wenig auf VIMINACIUM spezialisiert habe, kann ich aus meiner Sammlererfahrung heraus sagen, dass prinzipiell (es gibt z.B. einige Ausnahmen bei besonderen und seltenen Rückseitenmotiven) die kleineren Nominalien (Asses und Dupondii) z.T. erheblich seltener sind als die Sesterzien (vor allem der Kaiser nach Gordian III, sofern für diese überhaupt noch Asses oder Dupondii geprägt wurden). Dein Gordian ist jedenfalls nicht so häufig wie der vergleichbare Sesterz.

Gruß
Marius
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