Tetricus II

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Tetricus II

Beitragvon B.A. » Do 29.12.05 21:08

Ich habe heute endlich einen schönen Tetricus II erhalten:

Tetricus II, Antoninian
d: 21mm; g: 2gramm
AV: C PIV ESV TETRICVS CAES
Büste mit Strahlenkrone drapiert nach rechts
RV: SPES AVGG
Spes n.l. gehand, in der einen Hand Blüten, mit der anderen ihr Gewand raffend
geprägt 273 n. Chr.
RIC 270; Cohen 87

Er hat zwar einen langen Schrötlingsriß, aber ansonsten in ss+ Erhaltung

Leider fehlt mir nun noch die Prägestätte, nun habe ich mehr als "...südgallischen Münzstätte, auch in Köln?" nicht rausbekommen.
Kann mir von euch jemand diese südgallische Münzstätte genauer zuordnen??

Mfg
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PS: Leider streikt mein Bearbeitungsprogramm, vieleicht könnte jemand das Bild etwas aufhellen?
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Beitragvon spider » Do 29.12.05 21:39

Ich finde es eigendlich nicht zu dunkel,aber bitteschön.
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Beitragvon Pscipio » Do 29.12.05 21:54

Oh je, wo hast du denn das "südgallisch" her? Vermutlich direkt oder indirekt aus dem RIC? Der RIC V ist im Allgemeinen und für das "Gallische Sonderreich" im Besonderen vollkommen überholt und nutzlos! Prägestätte ist Trier (Zschucke 286, Elmer 791), welches in der belgica lag.

Hübsches Stück!
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Beitragvon B.A. » Do 29.12.05 22:22

@spider
Danke für's aufhellen. Ich fand es schon etwas zu dunkel.

@Pscipio
das "südgallische" habe ich von http://homepage.uibk.ac.at/~c61404/KAIS ... html#30010
Danke für die genaue Bestimmung.

Mfg
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Beitragvon Pscipio » Do 29.12.05 22:35

Prägestätten unter Tetricus I. sind Köln in der germania inferior und Trier in der belgica. Ich vergass bei der Bestimmung deiner Münze übrigens die Datierung: die Münze wurde zwischen der Ernennung von Tetricus II. zum Caesar und der Eroberung des "Gallischen Sonderreiches" durch Aurelianus geprägt, 272-Frühjahr 274 n. Chr. (gemäss König), oder Frühjahr 273-Sommer 274 n. Chr. (gemäss Drinkwater).

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Homer J. Simpson » Do 29.12.05 23:49

Interessant, jede 2. Tetricus II.-Münze hat Spes auf der Rs.
Eigentlich sammle ich lieber seltene Münzen, aber meine Lieblings-Neuerwerbung der letzten Wochen ist genau so eine Münze; das einzig Besondere daran ist das Porträt, das um so viel feiner im Stil ist als die üblichen tetricus II.-Porträts, daß ich mir das nur so erklären kann: Wahrscheinlich waren die Goldvorräte ausgegangen, und deswegen mußte auch der Stempelschneider, der sonst Aureusstempel schnitt, bei den Antoninianen aushelfen. Die Rückseite der Münze ist völlig gewöhnlich, die Ausführung (dezentriert, ausgefranster Schrötling) auch.

Homer
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Beitragvon Pscipio » Fr 30.12.05 00:08

Homer J. Simpson hat geschrieben:Wahrscheinlich waren die Goldvorräte ausgegangen, und deswegen mußte auch der Stempelschneider, der sonst Aureusstempel schnitt, bei den Antoninianen aushelfen.

Möglicherweise, aber wenn du dir die zum Teil prachtvollen Porträts von Postumus und Victorinus betrachtest, ja selbst zum Teil auch von Tetricus I., dann kann man meiner Meinung nach ohne weiteres davon ausgehen, dass ein "normaler" Stempelschneider deinen Tetricus II. gefertigt hat. Es stimmt, dass viele Münzen der beiden Tetrici von einem eher mittelmässigen Stil sind, aber es gibt durchaus aus schöne Stücke (siehe Fotos). Und irgendwo müssen die begabten Stempelschneider der gallischen Prägestätten ja geblieben sein - dass sie gleich alle gestorben sind, als oder bevor Tetricus I. an die Macht kam, ist doch eher zweifelhaft.

Gruss, Pscipio
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