DECENTIUS oder MAGNENTIUS?Bestimmung eines Protobyzantiners

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DECENTIUS oder MAGNENTIUS?Bestimmung eines Protobyzantiners

Beitragvon Gast » Fr 06.01.06 01:55

Hallo Leute,

wer kann mir bei der Bestimmung dieser Münze weiterhelfen?
Ich hatte sie am Anfang bei den Byzantinischen eingestellt-es wurde mir aber gesagt dass es sich hier um einen Protobyzantiner handelt..

sie hat einen Durchmesser von 23mm und wiegt ca. 4,0gr
Auf der Vorderseite (Obverse) erkennt man einen Kopf
und auf der Rückseite (Reverse) ist ein sogenanntes "Christogramm" (Monogramm Christus) dargestellt.
Im Schenkel ist rechts ein Omega und links ein Alpha dargestellt, dies kommt auf byzantinischen Münzen in dieser Form nicht vor..(danke SCHELECK)

Es könnte eine Doppelmaiorina von Decentius sein (laut TASK FORCE :wink: ), 350 - 353, Kampmann 149.12

Ein anderer kollege (CHIPPI)ist der meinung dass es eine münze von Magnentius sein könnte, 350-353. Doppelcentenionalis, Revers Christogramm zwischen A und W, SALVS DD NN AVG ET CAES


So..Ihr braucht nicht mehr im Byzantiner-Forum nachzuschauen, ich hab ja alle Antworten hier kurzgefasst...

...und warte dann auf die nächsten..Also dann schiesst los ihr Römer-Experten!!
:wink:


.
Dateianhänge
t_rs_157.jpg
RÜCKSEITE (REVERSE)Durchmesser: 23mm Gewicht: ca. 4,0gr
t_rs_157VS.jpg
VORDERSEITE (OBVERSE) Durchmesser: 23mm Gewicht: ca. 4,0gr
Gast
 

Beitragvon Peter43 » Fr 06.01.06 02:31

Hallo Numis_Syllektius!

Genau, diese beiden Brüder kommen in Frage! Magnentius war Augustus und Decentius Caesar. Leider haben beide diesen breiten, massigen Kopf, sodaß es vom Portrait allein kaum möglich ist, zwischen ihnen zu unterscheiden. Dieser Typ wurde natürlich nur im Westen geprägt, Amiens, Trier, Lyon und Arles. Magnentius war übrigens der erste Germane auf dem römischen Thron, wenn auch nur als Usurpator.

Übrigens, Protobyzantiner ist gut! Dann ist wohl das ganze römische Reich protobyzantinisch?

MfG
Zuletzt geändert von Peter43 am Fr 06.01.06 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon B.A. » Fr 06.01.06 14:51

Wie Peter43 schon sagte, ist es schwer diese beiden nur anhand des Porträts auseinander zu halten. Jedoch ist bei Decentius des öfteren ein Doppelkinn zu erkennen. Und ich glaube dieses auch auf deiner Münze zu erkennen.
Es könnte sich also um Decentius handeln.

Mfg
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Beitragvon Gast » Fr 06.01.06 17:31

Danke Euch Peter43 und B.A...
ich wusste dass ich auf Éuch zählen kann..
nicht umsonst hatte B.A. auch die meisten Punkte beim Gewinnspiel.
Ein Lob an B.A. Peter43 und alle anderen vom Byzantiner -
forum- Hut ab!
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Beitragvon Gast » Sa 07.01.06 04:35

ach so peter43...
das ganze römische reich kann nicht protobyzantinisch sein weil wir
über eine übergangsphase vom r.r. zum byzant.reich sprechen da kann diese phase nicht 500jahre andauern(und nicht von der gr.klassischen zeit zum byzanz)
Gast
 

Beitragvon Pscipio » Sa 07.01.06 16:14

"Protobyzantinisch" ist ein Kunstwort unserer lieben Byzantinischen Freunde - das ist nicht ernst gemeint und historisch natürlich sowieso Unsinn ;)

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Gast » Sa 07.01.06 23:21

´wieso unsinn.
Protobyzantinisch ist eine epoche der byzantinischen Archäologie und byzant.geschichte und wenn man halt byzantinistik studiert,lernt man auch sowas?findest du das unsinn?
ich denke nicht das ich unsinniges zeug studiert hab,ist zwar nicht mein uni, gib dir einfach nur n link,da siehst du was die auf der uni-köln studieren.auch unsinn,deiner meinung nach..?!Mr. Pscipio?
http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/by ... erende.htm

Wir entfernen uns aber vom Thema,findet Ihr nicht auch?
eigentlich brauchen wir nicht weiterzudiskutieren,die münze ist schon bestimmt.
ihr könnt mich ruhig privat darüber ansprechen,das ist kein forum dafür denke ich..
mfG
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Beitragvon peterf » So 08.01.06 16:00

Hallo,
ist doch der gleiche Typ, oder?

http://cgi.ebay.de/Majorana-Chrisma-Chr ... dZViewItem

Grüß
peterf.
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Beitragvon Peter43 » So 08.01.06 16:12

Klar ist es der gleiche Typ! Aber der wurde eben sowohl für Magnentius als auch für Decentius geprägt!

Hallo numis-syllektius!
Ich finde, daß es wichtig ist, neben der reinen Münzbestimmerei auch über Themen zu diskutieren, die sich so nebenher ergeben. Und die Frage danach, was protobyzantinisch bedeutet, ist - wie ich glaube - einem Forum wie diesem hier schon angemessen. Und wenn hier im Römerforum falsche Ansichten darüber bestehen, finde ich es gut, wenn Du als Byzantiner uns darüber aufklärst. Und eine Diskussion darüber ist wertvoll für alle, die sich dafür interessieren, und sollte nicht so emotional abgebrochen werden!

Mfg
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Beitragvon Pscipio » Mo 09.01.06 13:29

Hallo syllektius

Sorry die verspätete Antwort - von Donnerstag Abend bis heute Mittag hat man mir das Netz abgestellt, mein obiges Posting habe ich geschrieben, als ich am Samstag kurz bei Nachbarn im Netz wart.

Zu protobyzantinisch: ich halte deswegen nichts von dem Begriff, weil er a.) rückblickend ist und b.) eine historisch vereinfachende Bedeutung mit sich trägt. Wenn du mich schon so "freundlich" dazu aufforderst, wird "Mr. Pscipio" das natürlich gerne kurz ausführen:

a.) protobyzantinisch ist ein rückblickender Begriff, d.h. er ist enstanden durch eine moderne, in die Geschichte zurückblickende Optik - Geschichte verläuft aber nicht rückwärts, d.h. das Römertum ist nicht definiert als vorbyzantinisch, sondern, wenn überhaupt, ist das Byzantinertum nachrömisch. Das soll keineswegs einen abschätzigen Ton innehaben, aber es ist eine Tatsache. Gleiches versuchte übrigens der berühmte Historiker Johan Huizinga in seinem Buch "Herbst des Mittelalters" klarzustellen, nämlich dass das 14. und 15. Jahrhundert nicht als Vorgeschichte der Renaissance, sondern als Ausklang des Mittelalters zu sehen sei. Natürlich ist für das Verständnis von Byzanz das Studium des römischen Reiches gleichermassen wichtig wie für das Verständnis der Renaissance das Studium des Mittelalters, aber man sollte keine verkehrten Rückschlüsse ziehen, à la: weil es später X war, muss es früher Y gewesen sein. "Protobyzantinisch" impliziert aber in meinen Augen genau das, deshalb finde ich den Begriff unsinnig (übrigens verhält es sich mit dem Begriff des "Mittelalters" nicht viel anders, wurde er doch in der Zeit der Renaissance aus einer Optik heraus geprägt, die jenes "Mittelalter" als Zwischenzeit zwischen der Antike und der wiedergeborenen Antike, d.h. der damaligen Gegenwart sah).

b.) vieles der historisch vereinfachenden Bedeutung, die der Begriff "protobyzantinisch" mit sich trägt, habe ich schon unter Punkt a.) angeführt. Nicht weil Byzanz gleich X war, war Rom gleich Y, sondern wenn überhaupt, dann umgekehrt. Geschichte entwickelt sich vorwärts, nicht rückwärts.

Ich behaupte übrigens nicht, dass du oder die Uni Köln anderer Meinung sind (Prof. Dr. Zahnd, Inhaber des Lehrstuhls "mittelalterliche Geschichte" an der Uni Bern, hält den Begriff "Mittelalter" z.b. für "idiotisch"), ich wehre mich nur gegen den Begriff als solches, weil er falsches impliziert.

Gruss, Pscipio

PS: selbst wenn die Uni Köln das anders als ich sehen sollte, würde das für mich kein Grund sein, meine Meinung aufzugeben - worin besteht denn Geschichtswissenschaft, wenn nicht aus unterschiedlichen Meinungen und Theorien, die man ausdiskutiert? Bloss weil eine bestimmte Uni oder ein bestimmter Historiker etwas behauptet, muss ich ihm ja noch nicht zwingend zustimmen, es sei denn, seine Argumente würden mich überzeugen.
Zuletzt geändert von Pscipio am Mo 09.01.06 16:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon chinamul » Mo 09.01.06 14:49

Pscipio hat geschrieben:Bloss weil eine bestimmte Uni oder ein bestimmter Historiker etwas behauptet, muss ich ihm ja noch nicht zwingend zustimmen, es sei denn, seine Argumente würden mich überzeugen.

Genauso sehe ich es auch und habe an anderer Stelle schon mal ganz ähnlich argumentiert! Jede wissenschaftliche Kapazität hat ihre Feststellungen für jeden Interessierten nachvollziehbar zu untermauern und gegebenenfalls auch gegen Kritik zu verteidigen oder hat keinen Anspruch darauf, daß man sich ihrer Meinung anschließt.
Je älter ich werde, desto weniger autoritätsgläubig werde ich und desto skeptischer betrachte ich ex cathedra verkündete wissenschaftliche Dogmen. Der jeweilige Forschungsstand ist eben nur eine Momentaufnahme und kann morgen schon überholt sein. Wissenschaft ist nichts Statisches, sondern ein permanenter Prozeß mit einem offenen Ende.
Schön, daß Du wieder online bist, Lars!

Gruß

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Beitragvon Gast » Di 10.01.06 03:12

ich hab keine zeit um mich mit Beiträge über "unsinnnige" für Euch Begriffe
aufzuhalten,deswegen hab ich diejenige die nichts mit meiner Frage zutun haben gar nicht gelesen.
ich verwende dieses Forum für andere Zwecke-nämlich den Rat eines Experten über Münzenzu hören und nicht übr Geschichte und wie die Welt entstanden ist..dazu müsste ich viele andere Dinge opfern,das brauch nämlich viel Zeit!
wenn Ihr wollt könnt Ihr Euch ruhig darü ber weiterunterhalten,macht auch ein extra Beitrag dazu,dannhabt ihr gesprächsthema für das nächste halbe Jahr!
ich hab auch nicht gesagt dass ich BYZANTINER bin-habe keine Byzantinistik studiert!

Grüsse
Gast
 

Beitragvon Pscipio » Di 10.01.06 10:16

Oh je - zuerst kickst du mich an, und wenn ich dir dann eine Erklärung liefere, liest du sie nicht mal?

Alles was recht ist, syllektius, aber als Moderator muss ich dich doch bitten, die guten Formen zu bewahren - dein letzter Beitrag tut das definitiv nicht, und schon beim vorhergehenden hatte ich meine Bedenken. Immerhin opfern hier Sammler ihre Freizeit, um anderen zu helfen; gerade du, der du ja anscheinend nicht viel Zeit hast, solltest das schätzen und jenen mit etwas mehr Respekt begegnen.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon chinamul » Di 10.01.06 12:39

Jede Diskussion in diesem Forum hat, ganz egal wie sehr die Meinungen auch auseinandergehen, gefälligst sine ira et studio geführt zu werden, und zwar von allen daran Beteiligten. Wer dazu keine Lust hat oder dazu intellektuell nicht imstande ist, sollte vielleicht lieber schweigen. Zensur findet hier zwar nicht statt, aber ein wenig Selbstzensur, ganz besonders was den Umgangston anbetrifft, darf wohl doch vorausgesetzt werden. Wenn jemanden ein Thema langweilt, bleibt es ihm ja unbenommen, sich jederzeit auszuklinken oder es in angemessener Form und mit möglichst überzeugenden Argumenten in die von ihm gewünschten Bahnen zu lenken.

Gruß

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Beitragvon B.A. » Di 10.01.06 14:54

ich verwende dieses Forum für andere Zwecke-nämlich den Rat eines Experten über Münzenzu hören und nicht übr Geschichte und wie die Welt entstanden ist..dazu müsste ich viele andere Dinge opfern,das brauch nämlich viel Zeit!


Aber genau das macht doch dieses Forum aus, einen Rat von Münzexperten bekommst du ja trotzdem. Denn das sammeln antiker Münzen läßt mich auch die antike Geschichte besser verstehen.
Ich hoffe diese Diskussion ist nun beendet, widmen wir uns wieder anderen Dingen :D
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