provinz-gordi

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Beitragvon donolli » Sa 07.01.06 10:06

hallo,
habe heute nacht spontan diesen provinz-gordian ersteigert. mir gefiel das stück irgendwie und so besitze ich nun meine provinz-bronze :D:

Nikopolis Ad Istrum, Gordian III, bronze 27 mm; 13 grm. Rev. Zeus seated left.

nach etwas recherche bin ich zu dem schluss gekommen, dass es dieses stück sein muss.

http://www.ancientcoinart.com/moushmov.html

nun zwei fragen:
kann mir einer von euch die griechische legende übersetzen (es geht wohl um einen statthalter modestus)?

was hat die strahlenkrone auf dem avers zu bedeuten? hatte das stück ähnliche kaufkraft wie ein dupondius? ich weiß, wass man die nominale der reichsmünzen nicht immer ohne weiteres auf provinziale übertragen kann, aber hier würden größe und gewicht ja passen.

cheers donolli


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Beitragvon Peter43 » Sa 07.01.06 16:36

Hallo Donolli!

Moushmov 1514 zeigt genau die Rückseite Deiner Münze. Aber es ist nicht Zeus, sondern Hades oder Serapis, was man am dreiköpfigen Kerberos li vor seinen Füßen sehen kann. Ich persönlich tendiere eher zu Serapis, weil es aus Tabugründen keinen Hadeskult in Griechenland gab. Leider unterscheidet Moushmov nicht nach Vorderseiten, sodaß eine genaue Bestimmung noch aussteht.

Nicopolis ad Istrum. Gordian III Æ27 (4 Assaria).
geprägt unter dem Legat (Statthalter) Sabinius Modestius
Av.: AVT K M ANT GORDIANOC AVG, Büste, drapiert und cürassiert, mit
Strahlenkrone, n.r.
Rv.: YP CAB MODECTOY NIKO - POLEITWN PROC / ICTPO
Serapis thront n.l., hält Szepter und Patera, zu seine Füßen Kerberos

Zur Schreibweise: C = Sigma, W = Omega
AVT = AVTOKRATOR = IMPERATOR
YP = HYPATEYONTOC, Abl.absolutus von HYPATEYWN, also 'als consularischer
Legat dienend', z.B. YP CAB MODECTOY = als Sabinius Modestus Legat
war
Anm.: In Thrakien und Mösien handelt es sich immer um Legaten
(Statthalter), nicht um Magistrate (Stadtobere)!
NIKOPOLIS PROC ICTRON = Nikopolis ad Istrum, hier im Dativ der Widmung
Ister ist der alte Name der unteren Donau, daher auch der Name
AUSTRIA und Österreich (und nicht von Reich im Osten!). Allerdings lag
Nikopolis nicht an der Donau, sondern an einem Nebenfluß.

Die genaue Bezeichnung und der genaue Wert dieser Provinzmünzen ist nicht genau bekannt. Auf Grund ihres Gewichtes in Gramm werden sie bezeichnet als z.B AE30, AE28, AE25 usw. Diese Münze soll laut Wildwinds ein Tetrassarion sein (Assarion = gr. für As), also 4 Asses wert gewesen sein. Manchmal steht auch ein Buchstabe auf dem Reversfeld, z.B. ein E für Pentassarion.

MfG
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Beitragvon donolli » Sa 07.01.06 16:44

@Peter43:

vielen herzlichen dank für die sehr ausführliche bestimmung + erläuterungen!!
würde aber nicht moushmov 1485 besser zur dargestellten passen? den vogel neben gott würde ich eher als adler identifizieren und nicht als dreiköpfigen cerberus. und mit dem attribut adler müsste es sich dann doch um zeus/jupiter handeln?

jedenfalls habe ich jetzt mit diesem gordi eine brücke hin zu einem potentiell neuen gebiet in meiner sammlung geschlagen :D

cheers donolli
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Beitragvon Peter43 » Sa 07.01.06 17:26

Hallo Donolli!

Du hast recht! Es ist ein Adler und nicht der Kerberos. Also Zeus! Mit Fielmann wäre das nicht passiert!

MfG
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Beitragvon Dapsul » Sa 07.01.06 19:49

Hadeskult gab es übrigens an einem einzigen Ort in Griechenland - in Elis. Pausanias 6,25,2; Strabon 8,3,14.
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Beitragvon Peter43 » Sa 07.01.06 23:32

Sag niemals nie!

Danke!
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Beitragvon curtislclay » Mo 09.01.06 03:08

Mit Strahlenkrone und Büste von hinten gesehen auf der Vs. und mit dieser Legendenverteilung auf der Rs. ist Donollis Stück nicht in AMNG: ähnlich Nr. 2040-1, aber mit kleinen Unterschieden auf beiden Seiten.
Ein Exemplar wie Donollis, aus den gleichen Stempeln: Blancon Liste 41, 2003, Nr. 930: "Vgl. AMNG 2041 (anderes Brustbild, auch Schriftvariante)".
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Beitragvon donolli » Mo 09.01.06 11:15

vielen dank curtis für die zusätzliche information!!


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