Noch ein Claudius mit Fragen

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Noch ein Claudius mit Fragen

Beitragvon Oettlalb » Mi 11.01.06 01:18

Hallo werte Experten,

die folgende Münze ist zwar recht einfach zu bestimmen, aber es bleiben
doch noch Fragen offen:

As des Claudius
Av: TI CLAVDIVS CAESAR AVG PM TRP IMP PP
Rv: LIBERTAS AVGVSTA S-C
d=30mm
g=7,9g
RIC 113

Was mich stört, sind 2 Punkte:
1.) Die Buchstaben sind extrem dünn geraten
2.) Das Gewicht ist um 2 Gramm zu klein (8 statt 10 Gramm)

Könnte sein, daß da irgendetwas faul ist, oder sind solche Abweichungen normal?

LG
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Claudius_AS_RIC113.jpg
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Beitragvon Pscipio » Mi 11.01.06 09:06

Auf dem Foto kann ich nichts verdächtiges erkennen, ich denke, deine Münze wurde auf einem dünnen und damit leichten Schrötling geprägt. Die Korrosion mag darüberhinaus das ihre zum Untergewicht beigetragen haben, genau wie sie mir auch für die evtl. etwas dünne Schrift verantwortlich zu sein scheint - erhabene Stellen wie die Buchstaben korrodieren schneller, vielleicht sind die obersten Schichten der Legenden bei der Reinigung abgeblättert (deshalb sieht man auf den Buchstaben auch das blanke Metall, die Patina ist weg).

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Oettlalb » Mi 11.01.06 11:51

Servus Pscipio,
danke für Deinen Beitrag.

Ich tendiere daher eher zu einem dünnen Schrötling, weil wenn 20% des Gewichtes wegkorrodieren,
dann ist gar nichts mehr zu erkennen.

LG
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Beitragvon Pscipio » Mi 11.01.06 12:07

Oettlalb hat geschrieben:weil wenn 20% des Gewichtes wegkorrodieren, dann ist gar nichts mehr zu erkennen.

Natürlich, davon bin ich auch gar nicht ausgegangen. Was ich sagte, war, dass es sich um einen dünnen Schrötling handeln wird, dessen geringes Gewicht durch die Korrosion zusätzlich verringert wurde.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Oettlalb » Mi 11.01.06 12:29

OK, klar.

LG
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Beitragvon quisquam » Do 12.01.06 12:35

Könnte es sich bei dieser Münze eventuell um ein "barbarisiertes" Exemplar handeln? Diese wurden in großer Zahl und zum Teil auch in sehr hoher Qualität in lokalen, nicht genauer zu bestimmenden Münzstätten geprägt. Man vermutet, dass diese Nachahmungen während des Britannien-Feldzugs Claudius' geprägt wurden, um Engpässe in der Geldversorgung zu beheben. Ob es sich dabei um offizielle oder inoffizielle Ausgaben handelt, ist meines Wissens unklar.

Dies könnte die abweichende Schrift und das für Notgeld nicht unübliche Untergewicht erklären.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Beitragvon Durmius » Do 12.01.06 13:22

Diese Münzen waren häufig in Hispania geprägt, aber gewicht muss nicht weniger sein

Grüsse

Durmius
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Beitragvon curtislclay » Do 12.01.06 19:06

Die Münze ist offiziell und stadtrömisch.
Die klaudischen Nachahmungen und die Produkte provinzieller Münzstätten haben fast ausnahmslos KEIN P P in der Vs.-Legende.
MIT P P, wie auf Alberts Stück, sind die meisten Bronzen stadtrömisch, dazu kommen nur die seltenen letzten Ausgaben der "Pobla de Mafumet"-Münzstätte in Spanien und die ziemlich grosse Produktion einer thrakischen Nebenmünzstätte.
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Beitragvon Oettlalb » Fr 13.01.06 00:53

@all:
herzlichen Dank für Eure Kommentare; bin ich wieder ein kleines
Stück schlauer geworden :wink:

LG
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