Vespasian Judaea Capta Sestertius bei Ebay

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon beachcomber » Mi 01.02.06 13:06

hallo woseko,
na klar, wenn du nur absolute spitzenstücke sammelst, wirst du bei ebay nicht oft chancen haben, obwohl auch diese ab und an auftauchen.
ansonsten kann ich deinen vorrednern nur zustimmen, ebay hat den markt sicher transparenter gemacht, und was viel wichtiger ist, viele leute erst zum sammeln römischer münzen animiert, weil sie feststellen konnten, dass antike münzen nicht unerschwinglich teuer sein müssen!
sogesehen werden selbst traditionelle händler von ebay profitieren, weil jeder sammler früher oder später auch auf diesen markt angewiesen ist.
ich nutze dies plattform häufig, weil ich hier meine münzen schneller als über traditionelle auktionshäuser verkaufen kann und mit weniger kosten für mich, was natürlich dem käufer genauso zu gute kommt, weil er bei ebay kein aufgeld zahlen muss.
ausserdem würden normale auktionshäuser manche münzen des 3. und 4. jahrhundert gar nicht nehmen ,weil der aufwand in der relation zum ertrag für sie gar nicht lohnt.
bei all den problemen die eine plattform wie ebay aufwirft, ist sie trotzdem für jemanden der sich ein bisschen auskennt, nur positiv zu sehen und kann dem sammler römischer münzen nur hilfreich sein.
grüsse
frank
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Beitragvon vMadai » Mi 01.02.06 13:41

Dem kann ich nur zustimmen.
Für mich als Pfarrer und berufsbedingtem Liebhaber der jüdischen Geschichte ist so eine schöne Judäa-capta-Münze einer der numismatischen Spitzenträume. Diese Münze hätte für mich tatsächlich einen sehr hohen ideellen Wert und weil es offenbar vielen Christen so geht, werde ich sie mir wohl auch nie leisten können/wollen.
Aber wenn´s auch mal ein bisschen billiger ginge....

MfG Corbulo
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Beitragvon mias » Do 02.02.06 02:21

Hallo zusammen,

Zum Thema Judaea Capta:

Ich bin da auch der Meinung, dass diese Muenze von einigen historischen Interesse ist. Insofern waere auch ein gewisser Aufpreis gerechtfertigt. Wie gesagt, ob von historischen Interesse oder nicht, das haengt auch von der Bezugsperson ab. Beispielsweise ist auch ein Trajanus Decius Sesterz mit der Dacia Rueckseite von historischen Interesse, wenn man z.B. aus Rumaenien. Steigt die Zahl der Muenzsammler in Rumaenien, so wird diese Praegung evtl. ebenfalls im Wert steigen.

Zum Thema Ebay:

Gut, natuerlich wird auch mancher bzw. viel Schrott angeboten. Aber der Vorteil fuer den Verkauefer ist nun mal, dass er den Haendler/Auktionator als Mittelsmann nicht mehr benoetigt, um sein Stueck weltweit zum Verkauf auszustellen. Den Fachmann benoetigt man natuerlich immer noch, aber eben nur, um die Qualitaet der angebotenen Ware zu beurteilen. Das kann wahrlich nach wie vor nicht jeder.

Und derjenige, der glaubt, den technischen Fortschritt aufhalten zu koennen, der wird sich frueher oder spaeter umgucken. Die Entwicklung zu Ebay/ Internetauktionshaus wird kommen, der traditionelle Handel wird sich umstrukturieren muessen. In den USA ist man schon soweit.

Gruss,

Mias
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Beitragvon Fridericus » Do 02.02.06 05:42

Mich reizt es einfach: nur weil etwas vielleicht in den USA schon so passiert (was übrigens auch nicht uneingeschränkt richtig ist), ist es zum einen weder automatisch gut und richtig noch kann man daraus ableiten, dass sich diese Entwicklung in Europa (oder speziell in Deutschland) wiederholen wird.
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Beitragvon Homer J. Simpson » Di 07.02.06 23:36

Hallo woseko, ich habe hier und in einem anderen thread gesehen, daß du von Ebay völlig die Nase voll hast. Ich habe auch eine Zeit lang bei Auktionshäusern (gerne, das macht Spaß!) gekauft, aber mit 3 Kindern und Hausbau (742 Evergreen Terrace, Springfield :wink: ) mußte ich das Känguruh zu meinem Wappentier machen (das kann bekanntlich auch mit leerem Beutel große Sprünge machen). Stellvertretend für die Perlen, die man bei Ebay aus dem zweifellos überreichlich vorhandenen Mist sammeln kann, möchte ich hier drei Münzen zeigen:

den Sesterz RIC 757 von Antoninus Pius, Rs. Annona Aug Felix, Annona vor Pharos, 150 Goldfrancs in Cohen, R3 in RIC, für paar 20 Euro aus Frankreich,
das beste Porträt von Tetricus II., das ich je gesehen habe, erstanden für 16 Euro nochwas, und
einen Trihemiobol von Atrax, Thessalien, unpubliziertes Unikum, hat mich 30 Euro gekostet (meine Münze ist die untere, das obere ist der einzig andere bekannte Trih. aus Atrax, aus gleichem Vs.-Stempel mit anderer
Rückseite).

Natürlich kommt mir zugute, daß ich im allgemeinen keine Spitzenerhaltungen sammle, sondern interessante und seltene Münzen.

Homer
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tet-ii-portrait.jpg
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Beitragvon Peter43 » Mi 08.02.06 01:20

Den Tetricus von Dir kannte ich bereits, aber ich muß sagen, das Portrait ist wirklich phantastisch! Die Frage, die sich stellt, ist, wie kann jemand nur eine solche Münze verkaufen?

MfG
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Beitragvon Homer J. Simpson » Mi 08.02.06 17:26

Peter43 hat geschrieben:Die Frage, die sich stellt, ist, wie kann jemand nur eine solche Münze verkaufen?

MfG


Und das ist eine sehr gute Frage insofern, als wir damit zum Kern des Problems kommen, wie man die lohnenswerten Sachen findet. Von den drei Münzen oben war keine als das beschrieben, was sie ist.
Der Antoninus-Sesterz war nur als Antoninus-Sesterz beschrieben, auf die Besonderheit mußte man selber kommen; die Münze von Atrax hieß in Ebay "AR-Quinar Republik!! Interessant!!"; der Tetricus war ein "Dachbodenfund Schöne Römische Münze", also eine dieser Beschreibungen, hinter denen sich 99,8% Müll verbergen.
Wenn man hier also im Dreck wühlt, findet man natürlich viel Dreck, aber hin und wieder auch einen Trüffel.

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