keltiberische kopie eines republikquadranten?

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keltiberische kopie eines republikquadranten?

Beitragvon beachcomber » So 29.01.06 14:14

hallo,
ich habe hier eine kleine bronzemünze, die ich nicht richtig zuordnen kann.
ich vermute es handelt sich um eine keltiberische kopie eines quadrans der römischen republik.
in meinem burgos ist sie allerdings nicht aufgeführt, was allerdings nicht viel heisst, da der nicht unbedingt den aktuellen wissensstand darstellt.
ich vermute es handelt sich um eine prägung aus Carteia. vielleicht hat ja jemand ein literaturzitat.
grüsse
frank
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Beitragvon Pscipio » So 29.01.06 14:34

Hallo Frank!

Das ist zwar nicht mein Gebiet, aber ich glaube, über der Prora BLAS zu lesen, was zu angehängtem republikanischen Triens (von Coinarchives) passen würde. Das Gewicht dieses Stückes liegt mit 7.42 zwar einiges höher als bei deinem Stück, aber wildwinds listet ein weiteres Exemplar, welches nur 5.65 g wiegt. Allerdings erscheinen bei deiner Münze die Wertpunkte auf der Vorderseite hinter dem Kopf, nicht darüber. Es könnte sich um eine Imitation handeln, wie du bereits vermutet hast, denn auch der Stil der Minerva und der Buchstaben erscheint etwas "wild".

Anonymer AE Triens, 169-158 v. Chr.
Av: behelmter Kopf der Minerva nach rechts, darüber drei Wertpunkte.
Rev: Prora nach rechts, P•BLAS darüber, ROMA darunter, rechts drei Wertpunkte.
Crawford 189/4, Sydenham 370b.

wildwinds-Exemplar (nur Rückseite): http://www.wildwinds.com/coins/sear5/s1275.html

Übrigens verstehe ich nicht ganz, weshalb bei Coinarchives "anonymer Triens" steht, man kann die Münze doch ohne Probleme dem Münzmeister P. Cornelius Blasio zuordnen.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon beachcomber » So 29.01.06 15:15

hallo pscipio,
der triens sollte laut dem buch von gebhardt/backes (erstaunlicherweise) 4 punkte über dem minervakopf haben, während der quadrans 3 punkte hinter dem herculeskopf zeigen solte.
deshalb nehme ich an dass es sich eher um einen quadrans handeln sollte.
aber in jedem fall denke ich, dass die münze zu klein für eine römische prägung ist. allerdings muss ich sagen, dass die republik auch nicht mein gebiet ist, und ich noch nicht soviele bronzen in der hand hatte.
grüsse
frank
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Beitragvon Pscipio » So 29.01.06 16:27

Schon, nur: bei dieser Übereinstimmung (1. Foto) kann man wohl getrost von einer P. C. Blasio-Rückseite ausgehen - Legende, Wertpunkte, Prora, alles stimmt. Fragt sich nur, ob es sich um einen regulären Quadrans oder um eine Imitation handelt. Das Gewicht ist schon in Ordnung, ich finde für Quadranten (um so einen muss es sich tatsächlich handeln; nicht nur wegen der Anordnung der Punkte, sondern auch weil der Kopf deutlich Hercules zeigt - vergleiche die Haare mit der Münze auf Foto 2) zwischen 4-7.76 g für diese Zeit so ziemlich alles. Reguläre AE-Münzen mit P•BLAS scheint es aber nur als Triens zu geben, so dass eine Imitation, bei der einer Quadransvorderseite fälschlicherweise mit einer Triens-Rückseite gekoppelt wurde, gut möglich erscheint. Aber schaun mer mal, was die Republikanerexperten dazu meinen.

Gruss, Pscipio
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Beitragvon Durmius » So 29.01.06 18:04

Ist ein Cuadrant der Familie Cornelia´, Publius Cornelius Blasio ( 169/158 vC)
Man kennt As, Semis, Trient, Cuadrant und Sextan, Crawford 189.
Ich glaube ist eine original Prägung und nicht eine hispaniche Prägung, normal die Hispansiche kopien sind normal Anonime.

Mein Exemplar wiegt 4,97gram
Grüsse

Durmius
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