Erhaltungsstufen VZ, SS, S Beispiel: Gallienus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitragvon spider » Sa 11.02.06 21:45

@ Pscipio
Habe ich zwar immer noch nicht gefunden :? aber trotzdem Danke. :wink:
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Beitragvon Pscipio » Sa 11.02.06 21:54

RIC V, 1, S. 67-106: Gallienus, "joint reign", 253-260 n. Chr. RIC V, 1, S. 129-191: Gallienus, "sole reign", 260-268 n. Chr. Die beiden oben besprochenen Münzen findest du unter "sole reign", S. 149 (Nr. 216) bzw. S. 155 (Nr. 283).

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.
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Beitragvon spider » Sa 11.02.06 22:06

:lol: Danke! :lol:
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Beitragvon quisquam » So 12.02.06 17:21

Hallo Hesse

für die Münzen von Gallienus gibt es auf der Webseite http://www.catbikes.ch/coinstuff/coins-ric.htm (neben vielen anderen) zwei Excel-Tabellen, eine zu den "Zoo-Münzen" und eine zu sämtlichen Antoninianen Gallienus'. Mit deren Hilfe kann man leicht die Gallienus-Antoniniane nach RIC bestimmen und den einzelnen Münzstätten zuordnen. Auch kann man sehr schnell herausfinden, welche Varianten es gab und welche Buchstaben im Feld oder im Abschnitt überhaupt in Frage kommen, falls man sich mit der Deutung nicht sicher ist. Auch eine genauere Datierung ist für viele Münzen angegeben, leider aber nicht für die beiden hier von Dir vorgestellten.

Die Legende IOVIS STATOR ist in dieser Tabelle falsch als IOVI STATOR aufgeführt. Bei mehreren Tausend Münzen sind solche Fehler allerdings nicht verwunderlich.

Solltest Du keine Excel-Lizenz besitzen, so gibt es von Microsoft einen Excel-Viewer als Freeware, der zum Benutzen dieser Tabellen vollkommen ausreicht.

Trotz der Schwächen, gerade was die fehlenden Datierungen angeht, möchte ich diese Tabellen nicht mehr missen. Die Datierungen der Münzen des Gallienus im RIC dürften ohnehin keinen großen Wert haben, da der betreffende RIC-Band V 1 meines Wissens aus dem Jahr 1927 (!) stammt, ohne bislang überarbeitet worden zu sein, und vieles ist aus heutiger Sicht wohl nicht mehr haltbar. Ebenso wie bei der Münzstättenzuordnungen (Mediolanum, Lugdunum, Viminacium, Colonia Agrippinensis ...) scheint hier ohnehin vieles noch wissenschaftlich ungeklärt zu sein.

Es gibt sicher spezielle Gallienus-Seiten im Web, vielleicht kann Dir (und mir) jemand hier im Forum mit entsprechenden Links weiterhelfen.


Was die Erhaltungsgrade antiker Münzen angeht:

Genau genommen beziehen sie sich nur die Abnutzung durch den Umlauf. Denzentrierung, Schrötlingsrisse, Prägeschwächen, abgenutzte Stempel oder Korrosion ändern streng genommen nichts am Erhaltungsgrad, sondern müssten eigentlich gesondert aufgeführt werden, am besten wiederum graduiert. In der Praxis will man aber wissen, in welcher Spalte des Münzkataloges man die eigene Münze findet, und da dort nur s, ss und vz aufgeführt sind, ist man versucht, alle Fehler in den Erhaltungsgrad hineinzurechnen, was auch gemacht wird.

Der Begriff Erhaltungsgrad ist irreführend, da er streng genommen nur einen Faktor, der die Erhaltung antiker Münzen ausmacht, berücksichtigt, nämlich wie stark das Profil abgenützt ist.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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Beitragvon QVINTVS » Mi 15.02.06 13:33

Grüß Dich "Der Hesse",

als alter Gallienus-Sammler würde ich das RV tatsächlich als VZ einstufen und das RV als knapp VZ. Warum? Beim AV ist das Porträit tadellos, auch wenn es etwas dezentriert ist. Das kommt häufig vor, und würde ich bei den fehlenden Buchstabenteilen nicht als Abwertung betrachten.
Das RV weist kleinere Mängel auf: Der Stempel war wohl schon gering abgenutz. Dadurch sind die Flügel nicht mehr ganz klar ausgeprägt und bei ca. 11 Uhr ist eine Auflage zu erkennen. Ich würde sie so beschreiben: Erhaltung vorzüglich, RV leichte Prägeschwäche, AV leicht dezentriert, Silbersud erhalten (was wertsteigernd ist).

Literatur: Göbl, MIR 36, 43, 44. Mein Sohn ruft gerade, die genaue Bestimmung folgt noch.

QVINTVS
Viele Grüße

QVINTVS


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Beitragvon QVINTVS » Mi 15.02.06 13:48

Nach Göbl
10. Emission, Nr. 712 z, Datierung: ab 267 n. Chr., wie oben schon von jemandem erwähnt, war es die letzte Emission.

VALE

QVINTVS
Viele Grüße

QVINTVS


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Beitragvon Pscipio » Mi 15.02.06 14:10

quisquam hat geschrieben:Genau genommen beziehen sie sich nur die Abnutzung durch den Umlauf. Denzentrierung, Schrötlingsrisse, Prägeschwächen, abgenutzte Stempel oder Korrosion ändern streng genommen nichts am Erhaltungsgrad, sondern müssten eigentlich gesondert aufgeführt werden, am besten wiederum graduiert.

Richtig!
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Beitragvon Der_Hesse » Mi 15.02.06 16:03

@ quisquam: danke für den Link

An alle, danke für eure Bemühungen. Vor allem der Hinweis auf Göbl ist für mich interessant. Bei Google mal danach gesucht und dadurch hier im Numispedia gelandet. :roll: Das hätte ich leichter habe können... aber werde mal schauen, wie man da am günstigsten rankommt.

Quisquam erwähnte spezielle Gallienus-Seiten. Die würden mich natürlich auch interessieren...

Cya Der Hesse
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Beitragvon richard55-47 » Mi 15.02.06 20:53

Ein offensichtlicher Liebhaber von Münzen des Gallienus ist

http://mk.shahrazad.net/gallienus/
do ut des.
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richard55-47
 
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