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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Mi 24.09.14 19:20

Ist mir leider erst heute aufgefallen. Artikel aus der Münzenwoche über die Machenschaften eines US-amerikanischen Magazins ----->

Hat National Geographic den ägyptischen Indiana Jones bestochen?

16. Januar 2014 – Wenn man sich die Cover der letzten Jahre ansieht, erkennt man sofort, wie häufig National Geographic in den letzten Jahren Artikel zu ägyptischen Altertümern veröffentlicht hat. Immer wieder hatte das National Geographic die Nase vorn und konnte exklusive Geschichten und Interviews bieten. Diese journalistische Leistung bekommt nun einen üblen Beigeschmack. Die Nachrichtenseite Vocativ hat berichtet, dass die US-Non-Profit-Organisation National Geographic – eine Ikone des Kulturjournalismus, die heute weit mehr ist als nur eine Zeitschrift, und unter anderem auch einen Fernsehkanal besitzt – möglicherweise durch illegale Bestechung an diese Topstories gekommen ist. National Geographic habe dabei nicht irgendwen bestochen, sondern den, dessen Name immer wieder in einem Atemzug mit dem fiktiven Archäologen und Abenteurer Indiana Jones genannt wird: Zahi Hawass.

http://muenzenwoche.de/de/News/4?&id=2524
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Fr 26.09.14 21:03

Kampf gegen Fälschungen: Sachverständige trafen sich in Fulda

21. August 2014 – Am 12. Juli 2014 trafen sich die von der IHK öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Numismatik in Fulda bereits zum sechsten Mal. Teilnehmer waren Rüdiger Kaiser, Dr. Hubert Ruß, Hans Günter Schobner, Rainer Thiel und Guy Franquinet.

Auf der Tagesordnung standen Punkte wie das Bekämpfen von Fälschungen, das Archivieren in einer zentralen Stelle, sowie Fälschungen in Kapseln (US-Markt), die immer wieder vorkommen.

Bei der Fälschungserkennung werden neben den Vergleichsuntersuchungen zunehmend auch die wissenschaftlichen Methoden, wie Rasterelektronenmikroskop und Röntgenfluoreszenz bis hin zur Laserablation wichtig.

Wie schon in den letzten Jahren, so war auch dieses Mal das „Einkapseln“ (bekannt auch unter dem Begriff „slabben“) ein Thema. Dieses Versiegeln, das von manchem neuen Sammler als positiv empfunden wird und diesem ein Gefühl von Sicherheit im Bezug auf die Erhaltung und Echtheit vermittelt, macht eine unabhängige und neutrale Beurteilung gerade im Hinblick auf die eben genannten Aspekte unmöglich.

Ein schwerwiegendes Thema war die Qualitätsbeurteilung im Handel. Hier ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung im Gange. Immer häufiger werden die Angaben zur Münzqualität lasch gehandhabt, indem eine ganze oder halbe Qualitätsstufe höher eingestuft wird.

http://muenzenwoche.de/de/News/4?&id=2966
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon beachcomber » Fr 26.09.14 21:20

eine kranke idee aus amiland sind diese widerlichen knastmünzen! falls ich mal in verlegenheit komme sowas kaufen zu müssen gibt's bei mir sofort 'ne befreiung! :)
aber klar, für anlegersammler wird hier eine sicherheit vorgespiegelt, die wirklich nicht immer gegeben ist!
grüsse
frank
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » Fr 26.09.14 21:57

Dieses 'Einkapseln' bewirkt nur eines: Noch mehr Fälschungen als bisher!

Ich bekomm' genau wie Frank schon vom blossem Anblick dieser 'Knastis' Schluck- und Sprechstörungen...
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » Mi 01.10.14 21:48

Interessant ist ja, daß z.B. NGC bei modernen Münzen, die sie einkasteln, die Echtheit garantieren. Bei Antiken hingegen ("NGC Ancients") wird nur der Erhaltungsgrad, nicht aber die Echtheit, garantiert! Bitte - wer braucht so was? Ob die Münze sehr schön oder vorzüglich ist, sehe ich vielleicht mit meinen eigenen Glubschis auch noch.

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon klunch » Do 02.10.14 14:45

NGC hat doch im Grunde genommen ein geniales Geschäftsmodell: Bei antiken Münzen scheint es bei einigen/vielen? Sammlern die Einstellung zugeben, eine Münze bei Erhalt sofort zu befreien. Die selbe Münze wird dann irgendwann von einem anderen Sammler wieder an NGC eingeliefert und erneut gekapselt. -->Der Kreislauf beginnt von vorn :D : Das, was ohnehin offensichtlich ist, wird für reichlich Gebühr schriftlich festgehalten und eingesargt. Der Nächste entfernt das. Danach wird es für Gebühr wieder hinzugefügt, u.s.w..

Den Hauptteil des Geschäfts machen die m.E. aber nicht mit antiken, sondern mit modernen Münzen. Und bei PP oder Stempelglanz ist ein Einsargen gar nicht sooo verkehrt, das verhindert Fingerabdrücke, Kratzer, Beschädigungen durch versehentliches Herunterfallen etc.. Die Sammler moderner Prägungen in PP (die für absolute Mondpreise verkauft werden) sind sehr daran interessiert, die Erhaltung an sich zu konservieren. Und genau dafür eignen sich die Kapseln recht gut.

Bei Antiken sieht es anders aus, aber gerade das Geschäft damit ist eine Art perpetuum mobile. Und NGC muß die Deppen nicht suchen, sondern die kommen von ganz allein zu denen. ;-)

Ob das Einkapseln wiederum wirklich noch mehr Fälschungen hervorbringt bzw. deren Entstehung begünstigt - das wage ich zu bezweifeln.


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PS: Um eins klarzustellen: Ich bin absolut kein Freund der Kapseln. Aber ich kann nachvollziehen, warum es sie gibt ;-)
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Mo 20.10.14 06:40

22:45 Die Story im Ersten: Das geplünderte Erbe Terrorfinanzierung durch deutsche Auktionshäuser

Das Erste heute um 22:45 - 23:30 (45 Min.) VPS 22:44

Die Terror-Organisation "Islamischer Staat" schockt die Welt mit ihren Gräueltaten - zugleich verblüfft sie als moderne und gut ausgestattete Armee. Sie verfügt über genügend Geld, um sich auf dem globalen Schwarzmarkt mit den besten Waffen auszurüsten. Woher kommt ihr Reichtum?

Durch den Verkauf von geraubten Kulturschätzen in den Westen machen Terroristen ein Vermögen. Grabräuber nutzen die instabile Lage in den Krisenländern des Nahen Osten und plündern das dortige Kulturerbe. "Viele Sammler von Antiken unterstützen unfreiwillig Terrorgruppen wie den IS", sagt Michel van Rijn, einer der erfolgreichsten Schmuggler antiker Kunst und Kultur der vergangenen Jahrzehnte.

Deutschland ist für die Schmuggler einer der Hauptumschlagplätze. Das Geschäft mit antikem Kulturgut ist lukrativ, rund sieben Milliarden US-Dollar werden jährlich mit dem illegalen Handel weltweit umgesetzt, schätzt das FBI. Allein bei einer Antiken-Auktion in München (nach Auskunft des ARD soll es sich dabei um Gorny & Mosch handeln !) beliefen sich die Tageseinnahmen zuletzt auf über zwei Millionen Euro. Der Verfolgungsdruck ist dagegen gering.

Die Autoren des Films "Das geplünderte Erbe" begeben sich auf die Spuren des illegalen Handels mit Antiken. Sie zeigen die riesigen, leer geraubten Kraterlandschaften, die begehrten Schätze und ihren Weg mit Hilfe "sauberer" Papiere nach Deutschland. Insider berichten, wer die Profiteure sind und wie gut betuchte Antiken-Liebhaber mit ihrer Sammlerleidenschaft den Terrorismus finanzieren.

Film von Volkmar Kabisch und Andreas Wolter

Wiederholungen

20.10.2014 | 22:45 Uhr | Das Erste
Die Story im Ersten: Das geplünderte Erbe
Terrorfinanzierung durch deutsche Auktionshäuser

23.10.2014 | 20:15 Uhr | tagesschau24
Die Story im Ersten: Das geplünderte Erbe
Terrorfinanzierung durch deutsche Auktionshäuser

26.10.2014 | 00:20 Uhr | tagesschau24
Die Story im Ersten: Das geplünderte Erbe
Terrorfinanzierung durch deutsche Auktionshäuser

27.10.2014 | 06:30 Uhr | tagesschau24
Die Story im Ersten: Das geplünderte Erbe
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon McXXL » Mo 20.10.14 08:50

Mann, irgendwo ist das jetzt schon ein Schock am frühem Morgen. :o

Eines möchte ich anmerken: Der überwiegende Teil der, sich im Handel befindlichen Münzen weist keinerlei Angaben zur Herkunft
auf. Und damit meine ich nicht "ex Sammlung oder Auktion sowieso", sondern konkrete Angaben bzgl. Fundort. Für uns Sammler scheint dieser
Teil der Geschichte einer Münze wirklich überhaupt keine Rolle zu spielen. :oops: Ich persönlich bin daher der Meinung, dass wir unser eigenes
"Konsumverhalten" wenigstens einmal reflektieren sollten, denn so sehr uns der Konflikt in Nahost uns Römersammler (hoffentlich) nur
peripher tangiert, so sehr werden wir uns eventuell eines Tages dann doch einiges an Kritik mal anhören (müssen). :wink:
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Iulia » Mo 20.10.14 14:54

Zu kurz gedacht! Oder bewusste Vertauschung von Ursache und Wirkung.
Wenn der Westen dem IS die vorislamische Kunst der Ungläugigen nicht abkauft, wird sie zerstört werden. Eine win-win-Situation für die Terroristen. Es funktioniert wie bei dem Geschäft mit den Geiseln.
Die Zerstörung der Buddhas von Bamiyan oder die Drohung unter der Herrschaft Mursis, die antiken Schätze in Ägypten zu vernichten, wird bei der Anklage der Kunstsammler ausgeblendet:
http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten ... 11828.html

Auch die Nazis haben übrigens "entartete Kunst" devisenbringend ins Ausland verschafft. Zum Glück fanden sich damals Käufer dafür.

So sind die Kunstschätze, die heute in den Westen gelangen, wenigstens erst mal sicher vor der Zerstörung durch den IS.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Peter43 » Mo 20.10.14 15:35

So sehe ich das auch. Deshalb hat die Kunstwelt z.B. auch Cornelius Gurlitt und seinem Sohn viel zu verdanken.

Mit freundlichem Gruß
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon klunch » Mo 20.10.14 17:47

Iin den Medien-Meldungen wird ganz viel vermischt. Die Radiomeldung habe ich auch gehört und mir dabei gedacht, daß dies doch ein hervorragender Vorwand ist, um den internationalen Handel mit Antiken stärker zu reglementieren und damit zu kontrollieren. Schauen wir mal, welch krude Forderungen an den Handel heute Abend besprochen werden.

Den Beitrag werde ich mir auf jeden Fall anschauen, das geht bestimmt auch ohne Fernseher online...

Und eine kleine Bemerkung zu den Zahlen: 2 Mio € auf 7 Mrd $ hochgerechnet, entspricht so ca. 3000 Auktionen dieser Art jährlich - da kommen mir doch so erhebliche Zweifel an der Zahl. Außerdem hieße es, daß ausnahmslos ALLE Stücke einer Auktion quasi "IS-Herkunft" haben, das ist nicht plausibel.

Bin mal gesapnnt auf den Beitrag.

klunch
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » Mo 20.10.14 17:59

Das ist mal wieder der Aktionismus der ratlosen Zweitklass-Politiker. "Wir machen eine konzertierte Aktion, was immer das sein mag, gegen alle Bösen, die bösen Terroristen dort und die bösen, kapitalistischen Kunstsammler hier, und der Pöbel wird uns wieder zujubeln."

Homer
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon ga77 » Mo 20.10.14 19:57

Homer J. Simpson hat geschrieben:Das ist mal wieder der Aktionismus der ratlosen Zweitklass-Politiker. "Wir machen eine konzertierte Aktion, was immer das sein mag, gegen alle Bösen, die bösen Terroristen dort und die bösen, kapitalistischen Kunstsammler hier, und der Pöbel wird uns wieder zujubeln."

Homer


Du sprichst mir aus der Seele. So ein Quatsch... Immerhin investieren Auktionshäuser und Sammler Geld und Zeit in die Erhaltung dieser Kulturgüter.

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Xanthos » Mo 20.10.14 20:08

Nunja, sich das ganze einfach schönzureden finde ich genau so falsch, wie die Sammler als Terrorfinanziers zu verteufeln. Die Thematik ist dafür schlicht zu komplex. Aber es lebt sich natürlich leichter, wenn man jemand anderem die Schuld zuweisen kann (in den Medien sind die Sammler die Bösen und hier sind die Politiker die Bösen).

Darüberhinaus möchte ich hier festhalten, dass in meinen Augen jegliche Kunst ihren Stellenwert verliert, sobald es um Menschenleben geht. Ich hoffe sehr, dass es den meisten hier ähnlich geht.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon quisquam » Mo 20.10.14 20:15

Sehe ich ähnlich. Wohin das Geld für den "Erhalt von Kulturgut" fließt und welche Strukturen man damit unter Umständen unterstützt sollte man hinterfragen dürfen.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.
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