PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

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Beitragvon donolli » Fr 15.05.09 12:22

@peter:
das sind interessante fragen!

wie schon gesagt, lässt sich mittels der sauerstoff-strontium-isotopen-analyse eine aussage darüber treffen, wo ein mensch oder ein sonstiger organismus zumindest teile seines lebens verbracht hat.
damit beweist im vorliegenden fall die analyse lediglich, aus welcher gegend die skelette stammen.
somit hast du recht, dass rückschlüsse auf die zugehörigkeit zu einer bestimmten volksgruppe hier lediglich vermutet oder postuliert (aber nicht zweifelsfrei bewiesen) werden können.
wenn ich z.b. 30 jahre im kongo lebe, und man dann meinen zahnschmelz untersucht, wird er vermutlich hinsichtlich des isotopen-verhältnisses dem eines dort lebenden afrikaners mehr ähneln els dem einer in mitteleuropa lebenden person.
mit dna-analysen lassen sich dagegen wirklich aussagen über verwandtschaftsverhältnisse machen (stichpunkt vaterschaftstest). inwieweit das aber noch für die bevölkerung eines ganzen landstichs möglich ist, weiß ich dagegen nicht.
ich meine mal wo über eine untersuchung im kölner raum gelesen zu haben, bei der der frage nachgegangen wurde, ob sich in der dna alteingesessener kölner familien eine genetische verwandtschaft zur italienischen bevölkerung nachweisen lässt. der befund ließ, soweit ich mich erinnere, keine klare aussage darüber zu. d.h. der kölner ist demnach genau so sehr italiener, wie er auch sachse, bayer, schwabe etc. ist ;)

somit müsste meiner meinung nach die meldung oben korrekt lauten: ...konnte nach einer sauerstoff-strontium-isotopen-analyse beweisen werden, dass die skelette aus dem raum schwarzwald und böhmen stammen. aufgrund der damaligen besiedelung lässt dies die vermutung zu, dass es sich hierbei mit einer gewissen wahrscheinlichkeit um die überreste von germanen handelt.

grüße
olli
Zuletzt geändert von donolli am Fr 15.05.09 14:26, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon Peter43 » Fr 15.05.09 13:26

Das hört sich auch meiner Meinung nach korrekter an.

Mit freundlichem Gruß
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Beitragvon justus » Fr 15.05.09 22:53

Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum verdoppelt seine Fläche

AXP - Archäologischer Park Xanten erweitert

Gut dreißig Jahre nach seiner Eröffnung ist der LVR-Archäologische Park Xanten am Freitag feierlich erweitert worden. Der Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Lutz Lienenkämper und Winfried Schittges, stellvertetender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, unterstrichen die Bedeutung des Zusammenschlusses für den Park: „Der APX ist längst ein touristischer Leuchtturm für die Region – und darüber hinaus“, so Schittges. Minister Lienenkämper ergänzte: „Lernen durch Erleben geht kaum besser als hier.“

Der LVR-Archäologische Park Xanten war 1977 über der östlichen Hälfte der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana gegründet worden. Durch die Abbindung der Bundesstraße, die das Bodendenkmal jahrzehntelang durchschnitten hatte, war nun der Weg für die Erweiterung nach Westen bereitet. Ab sofort erschließt der Park auf rund 60 Hektar fast die gesamte Fläche der einzigen römischen Stadt nördlich der Alpen, die seit der Antike nicht überbaut wurde. Im Mittelpunkt des hinzukommenden Bereichs war bereits im August letzten Jahres das neue LVR-RömerMuseum eröffnet worden, das sich auf Anhieb mit über 150.000 Besuchern bereits in den ersten Monaten als Publikumsmagnet etabliert hat.

Damit ist der Ausbau des Parks aber bei weitem nicht abgeschlossen, wie LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger betonte. Für die Errichtung weiterer Attraktionen hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein Maßnahmenpaket im Umfang von 60 Millionen Euro geschnürt. Geplant sind unter anderem die Rekonstruktion weiterer Abschnitte der römischen Stadtmauer, eines einheimischen Matronentempels und die Errichtung verschiedener Schaubereiche zu speziellen Themen des römischen Lebens. Zusätzlich wird der LVR auf den neuen Flächen ein Entdeckerforum mit angeschlossenem Fundmagazin errichten, in dem neuartige museumspädagogische Angebote die Besucher mit den modernen Methoden der Archäologie vertraut machen sollen.

Im vergangenen Jahr besuchten etwa 420.000 Menschen den LVR-Archäologischen Park Xanten, für dieses Jahr wird die 500.000 Marke angestrebt.

Öffnungszeiten von Park und LVR-RömerMuseum

* März bis Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
* November: täglich 9 bis 17 Uhr
* Dezember bis Februar: täglich 10 bis 16 Uhr

http://www.archaeologischer-park-xanten ... scherpark/

Quelle: archaeologischer-park-xanten.lvr.de (Photos)
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Beitragvon justus » So 17.05.09 19:34

Deutsche Wissenschaftler finden Hinweise für römische Massenproduktion

GARCHING (Deutschland). Deutsche Wissenschaftler veröffentlichten am Freitag neue Beweise dafür, dass die Römer schon Methoden der Massenproduktion, ähnlich der modernen Produktionsverfahren verwendeten, um Metallwaren billiger herstellen zu können. Bei der Untersuchung einer ca. 28 Zentimeter großen Figur des Gottes Merkur aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. wurde festgestellt, dass sie hohl war, eine Methode zur Senkung der Produktionskosten – und dass die Beine der Figur getrennt gefertigt wurden, was wiederum auf eine frühe Form der Fließbandfertigung hinweist.

http://www.earthtimes.org/articles/show ... ction.html


Palast aus der Zeit von Kaiser Trajan im südwestlichen Rumänien entdeckt

BUKAREST (Rumänien). Rumänische Archäologen haben in der südöstlichen Provinz von Caras-Severin, bauliche Strukturen entdeckt, die vermutlich ca. 2000 Jahre alt und dem römischen Kulturkreis zu zuordnen sind. Die Entdeckung dieses Palastes ist deshalb eine Sensation, weil er wohl aus der Zeit des Dakischen Krieges (101/102 n. Chr.) stammt, also einem Zeitraum, der vor der eigentlichen Eroberung der späteren Provinz Dacia liegt.

http://news.xinhuanet.com/english/2009- ... 376185.htm
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Beitragvon Peter43 » Mo 18.05.09 18:18

Töne aus verflossener Zeit

Im heutigen Spiegel fand sich ein Bericht darüber, daß der italienische Computerspezialist Domenico Vicinanza zusammen mit Musikwissenschaftlern mithilfe von Hunderten parallel geschalteter Hochleistungsrechner das Epigonion der Antike wieder zum Leben erweckt hat. Dabei handelt es sich um ein harfenähnliches Musikinstrument. Mehr Informationen unter http://www.timesonline.co.uk/tol/news/u ... 870992.ece
Und hier kann man sich zusätzlich noch Kostproben anhören: www.astraproject.org

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Beitragvon justus » Mo 18.05.09 19:07

Neue Kieler Bilddatenbank Naher Osten (KiBiDaNO)

In der vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie der Uni Kiel betreuten Bilddatenbank sind über 6.000 in den letzten 100 Jahren entstandene Fotografien aus Irak, Iran, Israel, Jordanien, Libanon, Palästina, Syrien und der Osttürkei abrufbar. Neben aktuellem Bildmaterial stehen auch historische Bilder von Objekten zur Verfügung, die infolge von Naturkatastrophen oder kriegerischen Ereignissen nicht mehr existieren. In der Datenbank sind auch zahlreiche archäologische Objekte und Monumente aus verschiedenen Epochen gespeichert und mit weiterführenden Informationen versehen. Das Material kann kostenlos heruntergeladen und z. B. in Seminaren, Vorträgen und Referaten präsentiert werden.

Suchfunktion oder Klassifikationsauswahl - http://www.uni-kiel.de/kibidano/content/below/index.xml

z. B. „Monumentum Ankyranum“ an der Außenwand des Tempels des Augustus und der Roma neben der Haci Bayram Moschee in Ankara.


Der PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik" ist jetzt auch in der Liste der wichtigen Threads zu finden!
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Beitragvon justus » Mo 18.05.09 19:38

Ötzi en detail und in 3D

Besucher des Bozener Museums können die älteste Feuchtmumie der welt nur von ferne durch ein kleines Fensterchen in der Klimakammer bestaunen. Auch Wissenschaftler haben jeweils nur kleine Zeitfenster für ihre Untersuchungen zur Verfügung: Der „Mann aus dem Eis“ muss ständig bei – 6° C und 98 % Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden, um den Zerfall des Körpers zu verhindern. Um diesem Dilema zu begegnen, wurden in einer aufwendigen Dokumentation hochaufgelöste Bilder aus verschiedenen Perspektiven angefertigt. Das Ergebnis dieser Aktion kann nun von jedermann im Internet betrachtet werden.

http://iceman.eurac.edu/
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Beitragvon quisquam » Di 19.05.09 10:05

Peter43 hat geschrieben:Im heutigen Spiegel fand sich ein Bericht darüber, daß der italienische Computerspezialist Domenico Vicinanza zusammen mit Musikwissenschaftlern mithilfe von Hunderten parallel geschalteter Hochleistungsrechner das Epigonion der Antike wieder zum Leben erweckt hat. Dabei handelt es sich um ein harfenähnliches Musikinstrument.

Ich frage mich ernsthaft, warum man das Instrument nicht einfach nachgebaut hat, anstatt mit unglaublicher Rechenleistung unzählige, komplizierteste Differenzialgleichungenssysteme zu lösen. :roll:

Grüße, Stefan
Zuletzt geändert von quisquam am Di 19.05.09 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Peter43 » Di 19.05.09 10:16

Na, dann wäre es wohl keiner weltweiten Nachricht wert gewesen! :D

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Beitragvon quisquam » Di 19.05.09 10:23

Wohl wahr.
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Beitragvon emieg1 » Mi 20.05.09 10:08

Freunden der ewigen Stadt möchte ich folgende Seite nahelegen:

http://www.roma-antiqua.de/

In der Rubrik "Antikes Rom" findet man neben den üblichen Beschreibungen nicht nur gute Fotos, die man heranzoomen kann, sondern auch weitere Infos über Öffnungszeiten, Verkehrsanbindungen etc.

Aber das Highlight für mich ist die Funktion [Karte/Satellitenbild]; dort kann man schnell und bequem durch die darunterliegende Navigation jeden Winkel Roms finden und von oben betrachten.

Ein Manko der Seite ist leider die viele Werbung, aber man kann sie ja auch "übersehen" ;-)
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Beitragvon Peter43 » Mi 20.05.09 11:01

Die obige Seite habe ich auch schon länger bei meinen Favoriten. Eine meiner Lieblingsseiten aber ist die folgende:

http://www.romeartlover.it/

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Beitragvon justus » Mi 20.05.09 11:30

Antike Schätze kehren nach Griechenland zurück

ATHEN - Griechenland bekam mehr als 200 klassische und mittelalterliche Antiquitäten aus verschiedenen europäischen Ländern zurück, ein Schritt, von dem Griechenland hofft, dass er dazu beitragen wird, irgendwann auch endlich die Parthenon-Fries von Großbritannien zurück zu erhalten. Griechenlands Kulturministerium präsentierte am Dienstag die antiken Artefakte - von alten Münzen und Vasen bis zu Teilen einer Byzantinischen Kirche - in einer Pressekonferenz in Athen.

http://www.reuters.com/article/entertai ... LY20090519

"Bevor die Römer kamen - Späte Kelten am Bodensee"

BREGENZ - Ausstellung in Bregenz macht Lebensweise, Kunsthandwerk und Religion der Menschen jener Zeit sichtbar. Der späten keltischen Epoche am Bodensee und dem noch wenig erforschten Übergang von der Eisenzeit zur Römerzeit widmet sich von 9. Mai bis 4. Oktober 2009 eine Wanderausstellung im Vorarlberger Landesmuseum (VLM). Die Schau "Bevor die Römer kamen - Späte Kelten am Bodensee" macht über archäologische Fundstücke, die bisher teils noch nicht in der Öffentlichkeit zu sehen waren, die Lebensweise, das Kunsthandwerk und die Religion der Menschen jener Zeit sichtbar.
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Beitragvon justus » Sa 23.05.09 19:50

Projekt „Kaiserfrauen auf Münzen. Von Livia bis Iulia Domna” der Universität Potsdam.

Das hier vorgestellte Projekt fasst einige Ergebnisse des Hauptseminars „Kaiserfrauen auf Münzen“ an der Universität Potsdam im Sommersemester 2006 zusammen. Da es in der Forschung nach wie vor wenig systematische Analysen des Themas gibt, bot sich den Studierenden die Gelegenheit selbst erste Forschungsschritte zu unternehmen, zumal viel wichtiges numismatisches Material auch online für einen ersten Einstieg zur Verfügung steht. Ziel war es nach Dynastien und Frauen geordnete Dossiers der Münzprägung im Reich und den Provinzen anzulegen und diese einem Interpretationsversuch zu unterziehen.

http://fara.cs.uni-potsdam.de/~niess/muenzen/index.html

Vorgestellt von Forumsmitglied gutzufuß am Sa 23.05.09.
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Beitragvon justus » Sa 23.05.09 23:01

Römischen Briefe auf Holztäfelchen – „Vindolanda Tablets

In „Vindolanda“ (heute Chesterholm, Großbritannien), einem Auxilia-Lager aus der Zeit des Kaisers Trajan (98 bis 117) wurden im Laufe von ca. 20 Jahren mehr als 1000 Briefe aus der Römerzeit, geschrieben auf dünnen Holztäfelchen, gefunden. Die ersten von ihnen fand der Brite Robin Birley 1973 in einem verschütteten Graben, bald kamen an die 1000 ans Tageslicht. 20 Jahre später stieß er noch einmal auf über 300 weitere dieser Dokumente. Sie hatten verbrannt werden sollen, als der Lager-Präfekt Flavius Cerialis 105 n. Chr. an die Donau-Front versetzt wurde. Doch offenbar löschte damals ein Platzregen das Feuer, und dann blieben Holz und Schrift im dauerfeuchten Modder unter Luftabschluss erhalten.

Empfehlung: Zuerst Spiegelartikel lesen und dann auf die Webseite zu den Täfelchen gehen.

http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte ... 43,00.html

Die Webseite zeigt jede Menge Photos der „tablets“ mit Erklärungen, geordnet nach inhaltlichen Kategorien. Sehr interessante, zum Teil wirklich amüsante Details.

Vindolanda Tablets Online - http://vindolanda.csad.ox.ac.uk/tablets/TVIIcat.shtml
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