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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » Mo 22.06.15 15:39

Mal wieder Hessen...

Land und Landwirt streiten um römischen Schatz

Sechs Jahre nach dem Sensationsfund eines römischen Bronze-Pferdekopfes in Mittelhessen ist noch unklar, wann das wertvolle Stück gezeigt werden kann. Es gibt Streit zwischen dem Land und einem Landwirt aus Lahnau, auf dessen Grundstück der Kopf gefunden wurde.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessen-und-landwirt-streiten-um-roemischen-schatz-13661414.html
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon antoninus1 » Mo 22.06.15 17:08

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 10.06.2015. Wirft das neue Kulturgütergesetz seine Schatten voraus?

Ein Auszug aus einem Interview mit dem in München sehr bekannten Kunsthändler Konrad Bernheimer. Konrad Bernheimer verkauft seine Burg (die viele Antiquitäten enthält) und schließt seine Kunstgalerie in München und geht damit nach London. Die Familie Bernheimer ist seit einigen Generationen in München im Kunsthandel tätig.
Ich habe das vage Gefühl, der wahre Grund für den Verkauf und Umzug ist nicht der, den Hr. Bernheimer nennt.


Häufig in London, seltener in München: Warum der Galerist Konrad Bernheimer seine Burg Marquartstein im Chiemgau verkauft und seine Galerie in der Brienner Straße schließt.

Interview von Philipp Crone

Konrad Bernheimer, 65, Burgbesitzer im Chiemgau, eilt derzeit von Termin zu Termin. Gerade ist der Münchner Kunsthändler, Galerist und Experte für alte Meister in London, wo er neben seiner Münchner Galerie Bernheimer noch eine weitere betreibt. London gilt als bester Ort für den Handel mit alten Meistern, deshalb ist Bernheimer häufig dort. Und wenn nicht in London, dann reist er oder ist in München in seinem Haus in Schwabing. Und da liegt auch das Problem: Bernheimer hat kaum Zeit, um zu seiner Burg Marquartstein zu fahren. Deshalb hat er nun Sotheby's International Realty beauftragt, einen Käufer für die Burg und viele der etwa 700 Kunstobjekte zu finden, die er dort gesammelt hat. Aber Bernheimer wäre nicht gut in seinem Beruf des Beraters und Verkäufers, wenn er nicht erklären könnte, warum er die Burg aufgibt, und sie gleichzeitig in den höchsten Tönen anpreist.

SZ: Herr Bernheimer, warum wollen Sie sich von diesem Objekt trennen?

Konrad Bernheimer: Das hat verschiedene Gründe. Zum einen können meine Frau und ich zu selten dort sein. Meistens bin ich ein Drittel meiner Zeit in London, ein weiteres Drittel auf Reisen und den Rest der Zeit in München. Wir schaf- fen es nicht häufig genug nach Marquartstein.

Sie haben vier Töchter, gibt es denn da kein Interesse in der nächsten Generation, an diesen außergewöhnlichen Wohnsitz zu ziehen?

Nein, das ist auch ein Grund. Und meine Frau und ich wollten unseren Kindern auch nichts oktroyieren. Meine Tochter Blanca ist in Luzern mit einer Galerie erfolgreich, Isabel eröffnet nun in Berlin gegenüber der Museumsinsel eine Galerie für zeitgenössische Kunst, die größer ist als meine in München.

In der Sie immer seltener sind . . .

Weil zum einen London der beste Platz für den Handel mit Alten Meistern ist, aber auch, weil sich die Galerie-Welt verändert hat. Man braucht heute nicht mehr unbedingt große Räume.

Warum nicht?

Früher war es so, dass man eine große Galerie benötigt hat, weil die Kunden regelmäßig einfach mal vorbeikamen, um zu sehen, was denn der Bernheimer gerade Neues hat. Das hat sich verändert. Heute muss man schon ein Event veranstalten, damit die Kunden kommen. Ansonsten ist es oft schon sehr ruhig in der Galerie. Aus diesem Grund werde ich die Galerie Bernheimer auch im nächsten Jahr abgeben.
Gruß,
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Di 23.06.15 01:30

nummis durensis hat geschrieben:Mal wieder Hessen...

Land und Landwirt streiten um römischen Schatz

Sechs Jahre nach dem Sensationsfund eines römischen Bronze-Pferdekopfes in Mittelhessen ist noch unklar, wann das wertvolle Stück gezeigt werden kann. Es gibt Streit zwischen dem Land und einem Landwirt aus Lahnau, auf dessen Grundstück der Kopf gefunden wurde.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessen-und-landwirt-streiten-um-roemischen-schatz-13661414.html

Was hat das Entschädigungsfestsetzungsverfahren denn mit Hessen zu tun? Solch ein gerichtlicher Streit ist doch in jedem Bundesland möglich!

Der Pferdekopf war bei Ausgrabungen in der römischen Stadt Germania Magna in Waldgirmes bei Gießen entdeckt worden.
Mal ganz abgesehen davon, dass der Artikel mal wieder wie üblich "sensationslüstern" und historischer Blödsinn ist. Diese Siedlung hatte niemals den namen "Germania Magna". Der Begriff bezieht sich lediglich auf die Pläne des Augustus, eine neue Provinz gleichen Namens zu schaffen, was ja bekanntlich in Kalkriese abrupt beendet wurde. :roll:
mit freundlichem Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon pottina » Di 23.06.15 09:06

[quote="justus"]
Was hat das Entschädigungsfestsetzungsverfahren denn mit Hessen zu tun? Solch ein gerichtlicher Streit ist doch in jedem Bundesland möglich![/quote]

Hessen hatte damals kein Schatzregal!

In Hessen gab es schon öfter solche Streitereien die das Land dann auch verloren hat!

zB: ein fränkisches Gräberfeld

Aber mit andern Leuten Geld (Steuern) lässt sich gut prozessieren. Auch mit dem Hintergrund das private Rechtschutzversicherungen bei Klagen gegen Land/Staat nicht zahlen!

"Nun war es aber das Jahr 2009. Dem Grundstückseigner gehört nach damaligem Recht die Hälfte des Pferdekopfes. Doch wie viel ist der Kopf wert? "Von drei Millionen Euro war bereits die Rede; seither fordert der Grundstückseigentümer die Hälfte dieser Summe vom Land Hessen", sagt Paeschke. Kollege Hartmut Krämer fügt hinzu: "Natürlich ist das Land daran interessiert, den Wert des Kopfes gering zu halten, während der Grundstückseigner auf einen großen Wert pocht." Und genau darin sehen die beiden den Grund, warum der Pferdekopf bisher nicht ausgestellt wurde: Mit jeder Ausstellung steige der Wert des Kopfes."

Nachzulesen http://www.mittelhessen.de/lokales/regi ... 38033.html

Von 3Mio €! ist die Rede. Habe auch schon von 3,5 Mio € gelesen

"Natürlich ist das Land daran interessiert, den Wert des Kopfes gering zu halten"

In dem von dir gezeigtem Artikel wird geschrieben, dass der Kopf von der wissenschaftlichen Bedeutung her, mit der Himmelsscheibe gleich zu stellen ist.
Die Scheibe ist für 100000000 € versichert.
Wenn Hessen mal Eigentümer von dem Kopf ist, werden die den Wert sicherlich höher ansetzen als 3Mio.€

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » Di 23.06.15 10:10

Mal davon abgesehen, dass es gerade immer Hessen ist, das durch solche Aktionen unangenehm auffällt, wird der Allgemeinheit Kulturgut vorenthalten. Nach sechs Jahren Fundbergung, Restauration bzw. Konservierung beginnt jetzt ein vollkommen unnötiges Tauziehen, anstatt die längst überfällige Präsentation zu veranlassen. Da geht's in Italien schneller, und das muss schon was heissen... :drinking:
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Marc » Di 23.06.15 12:33

pottina hat geschrieben:
justus hat geschrieben:In dem von dir gezeigtem Artikel wird geschrieben, dass der Kopf von der wissenschaftlichen Bedeutung her, mit der Himmelsscheibe gleich zu stellen ist.
Die Scheibe ist für 100000000 € versichert.

Ich halte das für eine typische Presseübertreibung. Das es römische Reiterstandbilder gab wussten wir schon lange. Die Himmelsscheibe ist recht einmalig, und als sie gefunden wurde zweifelten deshalb viele daran ob es sowas überhaupt gab, weshalb sie eine Fälschung vermuteten. Der Pferdekopf ist sehr schön, ich werde ihn mir vielleicht in Zukunft selbst mal anschauen sobald er ausgestellt wird, aber die Himmelsscheibe als auch die Tatsache das wir eine Römerstadt bei Waldgirmes gefunden haben sind von der wissenschaftlichen Bedeutung weitaus wichtiger als der Kopf.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon areich » Di 23.06.15 14:12

Nur zur Info, das sind 100.000.000. €. Jetzt muss nicht jeder selbst die Nullen zählen. :D
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon beachcomber » Di 23.06.15 16:04

der nebrascheibe einen wert zu zumessen ist sowieso schwachsinn, da wirklich einzigartig! der pferdekopf dagegen ist ja nur ein bruchstück, und nicht soo bedeutend, ich glaube kaum, dass der mehr als die veranschlagten 3 000 000 wert sein kann!
grüsse
frank
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » Mi 24.06.15 14:56

Forscher der Newcastle University Digital Heritage haben in Fleissarbeit die Skulpturen rund um den Hadrianswall, die auf viele Museen etc. verteilt sind, gescannt.

Die Ergebnisse findet man nun hier: http://www.nu-digitalheritage.com/
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » So 28.06.15 14:23

Ist es nicht schön unser vereintes Europa ? 8O

Korruption in Rom: Knietief im Müll -----> http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 40296.html
mit freundlichem Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon raeticus » So 28.06.15 17:01

Antoninus 1,

Du schreibst:
Aus der Süddeutschen Zeitung vom 10.06.2015. Wirft das neue Kulturgütergesetz seine Schatten voraus?

Ein Auszug aus einem Interview mit dem in München sehr bekannten Kunsthändler Konrad Bernheimer. Konrad Bernheimer verkauft seine Burg (die viele Antiquitäten enthält) und schließt seine Kunstgalerie in München und geht damit nach London. Die Familie Bernheimer ist seit einigen Generationen in München im Kunsthandel tätig.
Ich habe das vage Gefühl, der wahre Grund für den Verkauf und Umzug ist nicht der, den Hr. Bernheimer nennt.


Die Süddeutsche ist in diesem Thema auf der Seite der Kulturgutschützer und schreibt nichts über den wahren Grund von Bernheimers Exit. Den nennt er aber klar in einem Interview, es ist das geplante Kulturgütergesetz. Hier sein Interview in der Welt am Sonntag:
http://www.welt.de/print/wams/kultur/ar ... gnung.html

Interessante Artikel auch hier:
http://www.welt.de/themen/monika-gruetters/

Auch im neuen Kulturmagazin BLAU gibt es einen informativen Artikel, "Warum Monika Grütters irrt", habe ich aber nicht online gefunden, nur als Printcopy.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » So 28.06.15 17:27

justus hat geschrieben:Ist es nicht schön unser vereintes Europa ? 8O

Korruption in Rom: Knietief im Müll -----> http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 40296.html


Aber wir sind doch Europäer! Wir müssen doch solidarisch sein!!! Sollen etwa die armen Mafiosi am Bettelstab nagen? Die gehören doch zur ehrwürdigen italienischen Kultur wie das griechische Bakschisch, oder sehe ich da jetzt etwa was falsch? Neinnein, aus Solidarität mit der Wiege unserer Zivilisation müssen wir doch jetzt alle ein paar Zentner römischen Müll übernehmen. Alles zu uns nach Deutschland! Wir retten die Welt!

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon raeticus » So 28.06.15 17:29

Kein Problem, der KulturMüll kann doch nur noch mit Italienischer Exportlizenz nach Deutschland...
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon antoninus1 » So 28.06.15 17:43

raeticus hat geschrieben:...
Die Süddeutsche ist in diesem Thema auf der Seite der Kulturgutschützer und schreibt nichts über den wahren Grund von Bernheimers Exit. Den nennt er aber klar in einem Interview, es ist das geplante Kulturgütergesetz. Hier sein Interview in der Welt am Sonntag:
http://www.welt.de/print/wams/kultur/ar ... gnung.html

Interessante Artikel auch hier:
http://www.welt.de/themen/monika-gruetters/

Auch im neuen Kulturmagazin BLAU gibt es einen informativen Artikel, "Warum Monika Grütters irrt", habe ich aber nicht online gefunden, nur als Printcopy.


Interessant!
Ich glaube, ich kündige mein Abo der Süddeutschen :evil:
Gruß,
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » So 28.06.15 18:06

Abgesehen davon, daß man die "Kulturgutschützer" zumindest in "" setzen sollte, ist die SZ ohnehin ein ärgerlich linkslastiges Besserwisserblatt.

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