PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon justus » Di 18.10.16 19:53

Befragung zum Thema »Berufsverband in der Archäologie«

Seit langem leiden viele im Fach unter prekären Beschäftigungsverhältnissen, unter problematischen Kettenverträgen und der unverhältnismäßigen Entlohnung ihrer guten Arbeit. Es leiden das nicht-staatliche Ausgrabungswesen sowie die Spezialisten - z. B. Zeichner, Anthropologen, Osteologen etc. - unter dem Fehlen breit akzeptierter Qualitätsstandards und eines dazugehörigen, wirksamen Kontrollwesens. Probleme, die andere Berufe mit Hilfe eines Berufsverbandes eigenständig regeln, anstatt nach staatlicher Hilfe oder Kontrolle zu rufen. Die Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) möchte sich ein Bild zu den Anliegen und Bedürfnissen der Kollegen zu diesem Thema machen und bittet alle Kollegen, sich an einer Online-Befragung zu beteiligen. 8O

http://www.archaeologie-online.de/magaz ... gie-40565/
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Iulia » Mi 19.10.16 12:45



Diese Nachricht unterstützt meine Vermutung, dass die Einführung der runden scheibchenförmigen Münzen unter dem ersten chinesischen Kaiser Ende des 3. Jh. v. Chr. von Form und Größe einer AE 18 her von hellenistischen Münzen inspiriert wurde. Zwar existierte schon Jahrhunderte zuvor in den einzelnen chinesischen Staaten Geld, aber in ganz anderen Formen (Gerätegeld usw.). Die praktischere Form des griechischen Geldes (in Scheibchenform besser stapel- und zählbar als die chinesischen Formen) wurde wahrscheinlich im Zuge der umfangreichen Maß- und Gewichtsreformen des ersten chinesischen Kaisers eingeführt. Und die Chinesen haben den praktischen Aspekt der Münze sogar noch verbessert, indem sie wie schon zuvor bei ihrem Gerätegeld mithilfe eines Loches durch die Münze größere Summen abzählen und auffädeln konnten. Dass nach der ungeheuren Expansion der griechischen Welt nach Asien unter Alexander Kontakte intensiviert und dann logischerweise kulturelle Einflussnahme möglich wurde, ist auch in vereinzelten zeitgenössischen schriftlichen Quellen belegt.
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Altamura2 » Mi 19.10.16 16:46

Iulia hat geschrieben:... dass die Einführung der runden scheibchenförmigen Münzen unter dem ersten chinesischen Kaiser Ende des 3. Jh. v. Chr. von Form und Größe einer AE 18 her von hellenistischen Münzen inspiriert wurde. ...

Kann sein, muss aber nicht. "Inspiriert" ist ja ein vielfältig deutbarer Begriff :wink: .

Zeugnisse griechischer Kultur werden sicher in der einen oder anderen Form bis nach China gedrungen sein, das mag ich gerne glauben.
Aber die Artikel oben tun ja so, als ob da ein Trupp griechischer Handwerker direkt die chinesischen Lehrlinge ausgebildet hätte. Und dafür bedarf es meiner Ansicht nach etwas stichhaltigerer Beweise als die gelieferten Möglichkeiten. Nicht alles, was möglich gewesen wäre, ist alleine deshalb auch zu Realität geworden :wink: .

Es gibt in der Kulturgeschichte auch Beispiele, dass sich Entwicklungen parallel, aber unabhängig voneinander quasi wiederholt haben. Beispielsweise haben die Maya eine Bilderschrift entwickelt, ohne dass sie die ägyptischen Hieroglyphen kannten.

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon ischbierra » Mi 19.10.16 18:31

Altamura2 hat geschrieben:
Es gibt in der Kulturgeschichte auch Beispiele, dass sich Entwicklungen parallel, aber unabhängig voneinander quasi wiederholt haben. Beispielsweise haben die Maya eine Bilderschrift entwickelt, ohne dass sie die ägyptischen Hieroglyphen kannten.

Das lass aber nicht Thor Heyerdahl hören. :wink:
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Altamura2 » Mi 19.10.16 18:59

ischbierra hat geschrieben:... Das lass aber nicht Thor Heyerdahl hören. ...

Ich glaube, der hört seit 14 Jahren nichts mehr, der hat das alles hinter sich (https://de.wikipedia.org/wiki/Thor_Heyerdahl) :wink: .

Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon chinamul » Mi 19.10.16 20:16

Die flache runde Metallscheibe ist zweifellos die ideale Form für ein Zahlungsmittel. Da wäre es doch geradezu ein Wunder, wenn nicht zwei hochentwickelte Kulturkreise im Laufe einer längeren Entwicklung im Zahlungsverkehr unabhängig voneinander beinahe zwangsläufig zu derselben optimalen Lösung gelangt wären. Bemerkenswert ist allerdings, daß die Chinesen ihr Kleingeld gegossen haben, während die Europäer es prägten. Die Chinesen versahen ihre Münzen praktisch von Anfang an mit Löchern, was zunächst tatsächlich den praktischen Grund gehabt haben mag, daß sie sich auf Schnüre fädeln und so leicht in ihrer Menge überblicken und transportieren ließen. Schon bald aber machte man die zunächst noch runden Löcher quadratisch und hatte damit mit jeder Münze ein Modell des chinesischen Kosmos in der Tasche, demzufolge der Himmel rund (die äußere Münzform), die Erde aber viereckig ist (das Quadratloch). Und es konnte dann auch nicht verwundern, daß die Münzen daraus ein gewisses spirituelles Eigenleben entwickelten und viele Amulette rund mit quadratischen Mittellöchern gestaltet wurden. Viele arme Chinesen, die sich den Erwerb eines richtigen Amuletts nicht leisten konnten, begnügten sich dann mit einer einfachen Geldmünze als Amulett, zumal die Münzen auch noch den Regierungsnamen des Himmelssohnes - des Kaisers also - trugen.

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Iulia » Mi 19.10.16 21:27

chinamul hat geschrieben:Die flache runde Metallscheibe ist zweifellos die ideale Form für ein Zahlungsmittel. Da wäre es doch geradezu ein Wunder, wenn nicht zwei hochentwickelte Kulturkreise im Laufe einer längeren Entwicklung im Zahlungsverkehr unabhängig voneinander beinahe zwangsläufig zu derselben optimalen Lösung gelangt wären.

So "zwangsläufig" einfach scheint die angeblich unabhängige weltweite Entwicklung zur idealen runden Scheibchenform der Münze ja wohl doch nicht gelaufen zu sein, siehe die Entwicklung von der punch-marked Barrenform in Indien zur quadratischen Münze in Indien, die unter griechischer Herrschaft sogar noch parallel zu der runden Münzform geprägt wurde. Zur gleichen Zeit stellte man in China das Geldwesen auf runde Münzen um. Die zeitliche Koinzidenz vom Auftauchen runder griechischer Münzen in Asien und der Umstellung des chinesischen Geldsystems auf runde Münzen im 3. Jh. v. Chr. scheint mir kein Zufall zu sein. Darum geht es mir: Entwicklungsstrukturen zu erkennen, selbstverständlich, auch wenn sie der politisch korrekten Meinung entgegen steht :wink: .
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Altamura2 » Mi 19.10.16 22:07

Iulia hat geschrieben:... auch wenn sie der politisch korrekten Meinung entgegen steht :wink: . ...

Das spricht jetzt aber irgendwie weder für noch gegen Deine These, oder :wink: ?

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob es denn in China (was immer man da unter "China" verstehen will) Funde hellenistischer Münzen gegeben hat 8O (so wie beispielsweise römische Münzen in Südindien).
Weiß man da was?

Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Perinawa » Do 20.10.16 12:48

Paten gesucht – für 1800 Jahre alte Schuhe

Keine Tempel oder Statuen - sondern Hunderte antike römische Schuhe fanden Archäologen im nordenglischen Kastell Vindolanda. Jetzt soll eine pfiffige Idee helfen, den Sensationsfund zu sichern

http://www.geo.de/wissen/15020-rtkl-archaeologie-paten-gesucht-fuer-1800-jahre-alte-schuhe
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon justus » Do 20.10.16 13:23

Mal wieder ein toller Fund in Vindolanda. Da haben die Tommies seinerzeit eine archäologische Goldgrube entdeckt. Hier sei nur an die sog. "Vindolanda tabslets" erinnert. Eine bemerkenswerte und übrigens auch äußerst amüsante Lektüre, diese römischen Briefe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vindolanda-Tafeln
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon chinamul » Do 20.10.16 14:22

noch # "Zwangsläufig":

Was die "Zwangsläufigkeit" bestimmter Entwicklungen angeht, so darf man bei deren Betrachtung natürlich auch den Faktor Zeit und die in manchen Kulturen überaus wirkungsvolle Macht der Tradition nicht vernachlässigen.
Ich folge bei meiner Beobachtung von Entwicklungen sowohl der belebten Natur als auch derjenigen Dinge, die der Mensch geschaffen hat und die m. E. deutlich gewisse Strebungen gemeinsam haben: Sie nähern sich alle einem Optimum an, wie schon Darwin mit seiner Formel vom Survival of the Fittest postulierte: Was sich als weniger geeignet erweist, wird eben nach und nach aussortiert. Ein solcher Selektionsprozeß dauert zwar manchmal etwas länger, was indessen nichts an der Feststellung der Zwangsläufigkeit des Entwicklungsverlaufes und seines schließlichen Ergebnisses ändert. Fast alle unter Wasser lebenden Wirbeltiere, sogar Wale und Delphine, die gar keine Fische sind, haben annähernd mehr oder weniger Fischform, weil sich die in Jahrmillionen als die für diesen Lebensraum günstigste Gestalt herauskristallisiert hat.
Der Mensch benutzt ähnliche Selektionsprinzipien, indem er etwa seine Autos mit Hilfe des Windkanals auf größtmögliche Windschlüpfrigkeit trimmt. Das Ergebnis sind erschreckend gleichförmige Autoklone, deren Tristesse die Liebe von Autofans für Oldtimer verständlich macht. Bei der belebten Natur sind es die unterschiedlichen und sich auch wandelnden Herausforderungen ihrer Umgebung an die Individuen, beim Menschenwerk ist es oft auch eine an die Dinge herangetragene verbindliche Formel (was Techniker bei der Vorbereitung eines Vorhabens zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer als "Pflichten- oder Lastenheft" bezeichnen), die das, was dann als Fortschritt bezeichnet wird, in eine bestimmte Richtung lenken.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel bietet in dieser Hinsicht die "Formel 1", der ständig neue Beschränkungen auferlegt werden, denen dann die armen Konstrukteure ihre Boliden immer neu anpassen müssen. Dabei ist das in meinen Augen absurde Ideal ein Geschoß auf vier Rädern, mit dem millionenschwere Schnösel schneller als die Konkurrenz im Kreis fahren können.

Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon justus » Do 20.10.16 16:57

chinamul hat geschrieben:noch # "Zwangsläufig":

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel bietet in dieser Hinsicht die "Formel 1", der ständig neue Beschränkungen auferlegt werden, denen dann die armen Konstrukteure ihre Boliden immer neu anpassen müssen. Dabei ist das in meinen Augen absurde Ideal ein Geschoß auf vier Rädern, mit dem millionenschwere Schnösel schneller als die Konkurrenz im Kreis fahren können.

Ich bin etwas überfordert, aber auf was bezieht sich dieser 'archäologische" Beitrag ? :wink:
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Homer J. Simpson » Do 20.10.16 17:21

Es ging um Münzen, die sich "zwangsläufig" in Richtung der idealen Form "runde Metallscheibe" entwickeln.
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon Perinawa » Do 20.10.16 17:28

Wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so gekommen wäre, sonst stände ja der Ausdruck "Rollender Rubel" relativ sinnfrei herum, nicht wahr... :angel:
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Re: PRESSESPIEGEL - Nur für archäologische Nachrichten

Beitragvon justus » Do 20.10.16 17:53

Ach so ... :oops:
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