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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » So 25.04.10 01:36

Ein Wunder, oder auch nur eine Frage von wenigen Zentimetern, dass dieser Fund nicht (vom Pflug) zerrissen und auf viele Meter verstreut wurde. Die Fundzusammenhänge wurden hier nicht zerstört, weil private Sondengänger unterwegs waren. Durch diese ist dieser Fund erst möglich geworden. Archäologen gehen im übrigen nicht über von durch Tiefpflug "verseuchte" Felder. Es dürfte klar sein, dass ohne diese Sondengänger der Fund niemals gemacht worden wäre.

Aber ich unterstelle tatsächlich den meisten Sonderngängern in England ein vorrangiges Interesse am materiellen Wert der gefundenen Münzen. Wie man auf ebay.co.uk doch unschwer erkennen kann, wird vieles, was aus dem Boden geholt wurde, dort vermarktet.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon cepasaccus » So 25.04.10 11:16

Ein Sondengaenger wird sicher nicht alles was er findet daheim einlagern. Wozu auch? Du verkaufst doch auch mal wieder Muenzen.

Als ich neulich mal im British Museum war war dort ein Hortfund ausgestellt. Es war eine Spendenbox aufgestellt. Und so wie viel andere habe auch ich dort meinen Obulus eingeworfen.

In UK sind uebrigens Muenzen mit einem Wert ab 500 GBP genehmigungspflichtig. Der Prozess scheint aber nicht besonders aufwendig zu sein.

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon areich » So 25.04.10 12:35

Ich sehe nicht, was daran so schlimm sein soll, daß Sondengänger gemeldete und mangels wissenschaftlichen Interesses zurückerhaltene Münzen bei Ebay verkaufen. Im Gegenteil, das ist doch gerade das Argument, was die Sammlerschaft anbringt: antike Münzen sind nicht per se zu schützendes Gut, was nur ins Museum gehört. Vorrangiges Interesse am monetären Wert ist doch Unsinn, das haben doch die Sondengänger hier schon zigmal gesagt: vom Sondengehen wird man nicht reich, da kann man lieber Überstunden machen.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » So 25.04.10 12:45

Meine Unterstellung am vorrangig materiellen Interesse der Sondengänger war auch nicht abwertend bzw. negativ gemeint; sorry, wenn das so rüberkam. Der eine spielt Lotto, der andere läuft mit der Sonde durch die Gegend, wobei die Chancen auf den grossen "Hauptgewinn" ja in etwa gleich liegen :wink:

Und persönlich finde ich es gut, dass viele Stücke dann bei ebay auftauchen. Da sind immer mal wieder schöne und sammelwürdige Stücke darunter, die oft unterpreisig weggehen. Gerade warte ich auf ein interessantes Münzlein "found in Norfolk" 8)
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon cepasaccus » So 25.04.10 13:52

Ne, ich glaube, dass es bei (fast?) jedem der britischen nicht einfach nur ein Lottospiel ist um reich zu werden. Es mag sicher bei vielen auch eine wichtige Rolle spielen etwas finanziell davon zu haben, moeglicherweise auch bei denen, die den obigen Hort gefunden haben. Aber wer das Schatzgefaess so vorsichtig ausgraebt und es dann dem BM zur Untersuchung gibt, der denk nicht nur ans Geld. Zumindest einige der britischen Sondengaenger interessieren sich nicht fuer Geld sondern fuehlen sich durch gesellschaftliche Anerkennung genug entlohnt und schenken ihre ausstellungswerten Funde den Museen.

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Do 29.04.10 12:56

Hollywood-Ausgrabungen - Archäologen schaufeln "Zehn Gebote" frei

Unter kalifornischen Dünen liegt ein altägyptischer Tempel vergraben - der nicht mal hundert Jahre alt ist. Der einstige Schauplatz des Stummfilmepos "Die Zehn Gebote" ist jetzt ein Fall für Archäologen: Sie bergen die gigantische, fragile Hollywood-Kulisse aus dem Sand. Und haben zu kämpfen.

Link -----> http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 12,00.html

Archäologe John Parker bei den ersten Ausgrabungen.jpg

Photo: Archäologe John Parker bei den ersten Ausgrabungen im kalifornischen Guadalupe: "Da schaute mich plötzlich das überlebensgroße Gesicht von Pharao Ramses II. direkt aus dem Boden heraus an"

Mein persönlicher Kommentar: Wenn man schon keine eigene, Jahrtausende alte Kultur ausgraben kann, schaufelt man eben in Hollywood. Der Film war übrigens auch damals schon typisch "amerikanisch", vollkommen unhistorisch und wie immer nur auf "show & action" bedacht. :lol:
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Amenoteph » Fr 30.04.10 08:22

Ich bin mal gespannt wann Zahi Hawass auf "Rückführung" drängt...
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Fr 30.04.10 09:01

Stimmt, ja, wenn er schon die Nofretete nicht bekommen kann, sollte man ihm das vielleicht mal als Ersatz anbieten! :angel:
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Mo 10.05.10 08:10

Americans helping archaeologists unearth Roman ruins in German

WIESBADEN, Germany — American history buffs are teaming up with German archaeologists to unearth remnants of an ancient Roman settlement before construction crews begin work on an Army housing project adjacent to Wiesbaden Army Airfield.
Members of the Hessen archaeology team are inviting Americans to join them through the end of June to finish their excavation and studies of the area before the start of a $133 million Army Corps of Engineers project.

http://www.stripes.com/article.asp?sect ... icle=69861

Mein Kommentar: Das mag verstehen, wer will. Sind wir jetzt schon zum Entwicklungsland verkommen? Ne "villa rustica" von den Amis ausgraben zu lassen! Eigentlich ging ich immer davon aus, dass auch ein "Army Airfield" in Wiesbaden zum deutschen Hoheitsgebiet gehört, aber so kann man sich irren. :roll:
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon emieg1 » Mo 10.05.10 08:36

Das sehe ich allerdings total positiv :D

Durch die vielen (ehrenamtlichen) amerikanischen Helfer kann die Fundstelle doch recht intensiv untersucht werden. Bei solchen Ausgrabungen sitzt den Archäologen ja auch immer die Zeit im Nacken. So ist es jedenfalls in den hiesigen Braunkohletagebaugebieten: Nach Ansicht der hiesigen Archäologen wird nur ca. 5 % ausgegraben! http://www.shortnews.de/id/398290/Braunkohle-Tagebau-in-NRW-behindert-archaeologische-Forschungen
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Pscipio » Mo 10.05.10 11:00

justusmagnus hat geschrieben:Das mag verstehen, wer will. Sind wir jetzt schon zum Entwicklungsland verkommen? Ne "villa rustica" von den Amis ausgraben zu lassen!

Da verstehe ich jetzt aber dich nicht :roll: Jetzt mal ehrlich: was kümmert es die villa rustica, ob sie ausschliesslich von deutschen oder in Zusammenarbeit mit amerikanischen Schaufeln freigelegt wird? Ich finde so eine Zusammenarbeit was Gutes, und ich habe manche Armeeeinheiten schon wesentlich Sinnloseres anstellen sehen, als Archäologen zu helfen. Ausserdem hat der ewige "Natiönli-Geist" (frei abgewandelt vom schweizerischen Begriff "Kantönli-Geist") auch in der Archäologie schon genug Unheil angerichtet. Ich dächte doch, dass man wenigstens auf dem Gebiet diesen idiotischen Nationalismus ein wenig überwunden hätte. Die Türken könnten ja auch die deutschen Archäologen aus Troja rauswerfen - soll das etwa das Ziel sein? Nein, das Ziel ist eine möglichst umfassende wissenschaftliche Ausgrabung. Und wenn die Amerikaner hier helfen können, wo liegt das Problem?
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Beitragvon areich » Mo 10.05.10 11:45

Ich glaube, das passt hier ganz gut.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Mo 10.05.10 12:38

Pscipio hat geschrieben:Ausserdem hat der ewige "Natiönli-Geist" (frei abgewandelt vom schweizerischen Begriff "Kantönli-Geist") auch in der Archäologie schon genug Unheil angerichtet. Ich dächte doch, dass man wenigstens auf dem Gebiet diesen idiotischen Nationalismus ein wenig überwunden hätte.

Zum Thema ""Natiönli-Geist" fällt mir als gebürtigem Alemannen, für den "schwiizertüütsch" nichts anderes ist, als ein "nieder- bzw. hochalemannischer Dialekt", doch ein Artikel ein, den ich erst kürzlich mit großem Vergnügen gelesen habe.

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/d ... 79399.html

Was die Amis beim Ausgraben des römischen Bauernhofes anbetrifft, so habe ich da auch garnichts dagegen. Wer den Artikel aufmerksam durchgelesen hat, konnte feststellen, dass die Amerikaner auf ausdrückliche Einladung deutscher Archäologen tätig werden. Eine insgesamt, wie ich finde, sehr gute Idee, schon aus PR-Gründen. Wer würde sich ansonsten um eine Nachricht über diesen Bauernhof kümmern. Also, noch mal zum Nachlesen. Ich gebe gerne zu, dass der alemannische (schwarze) Humor manchmal etwas schwer zu verstehen ist ! :lol: :lol: :lol:
mit freundlichem Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Pscipio » Mo 10.05.10 13:08

Zuerst echauffierst du dich, und dann soll es schwarzer Humor gewesen sein? Na ja, ich weiss nicht - liest sich nicht sehr humorvoll :wink: Du solltest daran denken, dass das hier ein öffentliches Forum ist, vor allem aber dass zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort ein Unterschied besteht.

Was den Schweizer Sprachenstreit* betrifft, so ist der für Aussenstehende nur schwer nachvollziehbar - als Deutscher kommentiert man das am besten gar nicht, will man nicht in Fettnäpfchen treten ;) Ausserdem ist da vieles konstruiert, wer wie ich an der Sprachgrenze zwischen Schweizerdeutsch und Französisch aufgewachsen hat, kann über solche Diskussionen nur schmunzeln. Man sollte das generell nicht zu ernst nehmen.

Gruss, Pscipio

* eigentlich sollte man da im Plural sprechen
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Mo 10.05.10 13:13

Pscipio hat geschrieben:Zuerst echauffierst du dich, und dann soll es schwarzer Humor gewesen sein? Na ja, ich weiss nicht.

Sell isch gwias! Und fürs öffentliche Forum: Selbiges ist ganz sicher! :lol: :wink:
mit freundlichem Gruß

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