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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon klausklage » Fr 06.01.12 15:32

Der Theudebert sah aber komisch aus 8O

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 06.01.12 15:54

Naja, die Münze hat einen Doppelschlag, wie's aussieht, es ist eine Imitation eines byzantinischen Porträts, und es war halt eine sehr kunstlose Zeit...

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon justus » Fr 06.01.12 18:55

Unbezahlbares römisches Mosaik von Dieben in Spanien vollkommen zerstört

mosaicburgos.jpg

Eine Seite des illegalen Handels mit geraubten Antiquitäten, die wir bisher nur aus den armen Ländern der sog. "Dritten Welt" kannten, nämlich die totale Zerstörung archäologischer Stätten durch das Herausschlagen oder Herausbrechen von antiken Wandmalereien, Mosaiken oder Fresken, scheint nun auch Europa erreicht zu haben, wie das neueste Beispiel aus Spanien zeigt.

Priceless Roman mosaic irreparably damaged by thieves in Burgos

A priceless IV Century Roman mosaic in Baños de Valderados, Burgos, has been irreparably damaged by thieves, who ripped out three separate sections, including one measuring almost 2.5 square metres, in a theft which was discovered on Wednesday.

The 66 square metre mosaic was only discovered in 1972 and depicts the Roman god Bacchus and was one of the best preserved Roman mosaics of the Iberian Peninsula. The local Mayor, Lorenzo Izcara, told El País that the thieves caused havoc and tremendous damage when they ‘barbarously’ chipped out the stolen sections, ‘probably with a chisel’.


Read more: http://www.typicallyspanish.com/news/pu ... 3201.shtml
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » Fr 06.01.12 19:36

Solche Leute gehören sich wirklich an wertvollen Körperteilen aufgehängt!

Was man auch fragen muß: Warum steht ein "Priceless Roman mosaic" irgendwo in der Pampa, wo irgendjemand mit schwerem Gerät anrücken und meterweise Mosaik klauen kann, und irgendwann Tage oder Wochen später entdeckt es jemand? Oder haben die Diebe mal wieder Freunde an mächtiger Stelle gehabt?

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Lemur » Sa 14.01.12 09:07

Homer J. Simpson hat geschrieben:Naja, die Münze hat einen Doppelschlag, wie's aussieht, es ist eine Imitation eines byzantinischen Porträts, und es war halt eine sehr kunstlose Zeit...

Homer

Rein numismatisch gesehen kann ich die Aussage noch stehenlassen,allgemeiner betrachtet ist die Lebzeit Theudeberts jedoch etwa deckungsgleich mit der Blüte des Tierstil I.
Ebenso erwähnenswert wäre zu dieser Periode die Flechtbandornamentik.
Kurz nach T.s Tod setzte man klassisch die Verschmelzung beider Stile zum Tierstil II an.
Da dieÜbergänge sehr fließend sind ist eine klare Zuordnung oft recht problematisch.

Jedenfalls ist diese Zeit alles Andere als kunstlos!
...das ganze Mee`volle`´öme`.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon nephrurus » Sa 14.01.12 11:20

auf den Münzen aber schon - leider finden sich dort weder die von dir erwähnten Tier-, noch die Flechtbandornamentik wieder...
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Homer J. Simpson » Sa 14.01.12 12:18

Okay, dann korrigieren wir meine etwas pointierte Aussage in diese Richtung, daß es numismatisch eine sehr kunstlose Zeit war. :)
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Peter43 » Sa 14.01.12 12:24

Es gibt leider Leute, die leugnen überhaupt, daß es Zeiten unterschiedlich hoher Kultur gibt.
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon chinamul » Sa 14.01.12 14:37

Das dürfte u. a. davon abhängen, wie man Kultur definiert. Wenn man dem Begriff mal auf den sprachgeschichtlichen Grund geht, ist zunächst festzustellen, daß er sich vom lateinischen Verb colere, colo, colui, cultum ableitet, das man je nach Kontext mit pflegen, bebauen, bestellen (Acker), verehren (Götter) übersetzen kann. Allen diesen Tätigkeiten ist gemeinsam, daß sie sich über einen gewissen, wenn nicht sogar längeren, Zeitraum erstrecken. Damit können sie sich dann auch zu dem entwickeln, was sich mit Tradition, Kult oder Ritus beschreiben ließe und durch entsprechenden Konsens einer Gesellschaft schließlich deren Identität ausmacht.
Kultur fällt also nicht vom Himmel, sondern gründet immer auf einem fortgesetzten bewußten Entwicklungsprozeß, der die unterschiedlichsten Aspekte menschlichen Zusammenlebens umfassen kann. Das beginnt mit dem Regeln des Umganges miteinander durch Gesetze und Tabus, betrifft aber auch die Fortentwicklung der Kunst durch immer wieder neue Schöpfungen, an denen sich im Laufe der Zeit ein kollektiver Geschmack herausbilden kann, und gilt nicht zuletzt auch für den eine ständige Pflege erfordernden Ackerbau.
Was nun die Kulturhöhe einer Gesellschaft angeht, so darf man deren Lebensbedingungen nicht außer Acht lassen. Erst wenn die dringendsten Grundbedürfnisse gestillt sind, besteht eine Chance, etwas wie Kultur zu entwickeln. Insofern ist es ungerecht, erste kulturelle Ansätze in einer Mangelgesellschaft zu vergleichen mit einem aus dem Vollen schöpfenden Kulturbetrieb in einem hochzivilisierten Gemeinwesen, das kaum leibliche Not kennt. Jedes echte menschliche Ringen um Kultur, egal auf welcher Stufe es sich abspielt, hat damit seine eigene Würde und entzieht sich allein schon dadurch jedem Vergleich.

Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon beachcomber » Sa 14.01.12 15:54

dem kann ich vollinhaltlich zustimmen! :)
im übrigen finde ich auch diese zeit (des frühen mittelalters) hat durchaus eine aesthetik der ich was abgewinnen kann!
ist zwar ein westgote, (und damit nochmal speziell) aber im prinzip die gleiche kunstauffassung wie bei der oben erwähnten münze
grüsse
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Peter43 » Sa 14.01.12 17:50

"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon beachcomber » Sa 14.01.12 17:55

Peter43 hat geschrieben:"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten." (Karl Kraus)

dieser bekannte spruch ist zwar witzig, aber genaugenommen eine frechheit! :)
wer entscheidet denn wo die sonne der kultur zu stehen hat? :wink:
grüsse
frank
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Altamura » Sa 14.01.12 17:59

beachcomber hat geschrieben:... wer entscheidet denn wo die sonne der kultur zu stehen hat? :wink: ...

Jochen natürlich, wer denn sonst? :wink:

Gruß

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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon Peter43 » Sa 14.01.12 18:23

Klar. Mach ich gerne!
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Re: PRESSESPIEGEL "Archäologie und Numismatik"

Beitragvon chinamul » Sa 14.01.12 20:01

Der Spruch des Karl Kraus klingt zwar ziemlich boshaft, trifft aber dennoch weitgehend zu, besonders in Zeiten wie dem Beginn des 20. Jahrhunderts und auch in unser heutigen Zeit. Beide scheinen mir von einer beklagenswerten kulturellen und moralischen Orientierungslosigkeit geprägt zu sein. Es zeigt sich m. E., daß günstige materielle Verhältnisse zwar das Entstehen von Kultur befördern können, das aber nicht notwendigerweise auch tun. Man muß den Kulturbegriff schon sehr weit fassen, um alle Erscheinungen im damaligen und heutigen "Kulturbetrieb" wirklich darunter subsumieren zu können. Waren es am Ende des 19. Jahrhunderts beispielsweise die flächendeckende Militarisierung auch der Zivilgesellschaft ("ham´se jedient?") oder auch die rückwärtsgewandte Kunst der sogenannten Malerfürsten (um nur zwei typische Zeiterscheinungen anzuführen), so ist heute etwa das "Regietheater" zu nennen, in dem selbstverliebte Theatermacher ihre Egotrips zelebrieren, oder der totale Niedergang des Privatfernsehens mit seinen Bohlens, Klums, Silbereisens, Dschungelcamps und exhibitionistischen Freakshows. Da steht die Kultursonne in der Tat bedenklich in Horizontnähe, und dann wirft sogar eine winzige Eintagsfliege wie eine Lena M.-L. tatsächlich für einige Augenblicke mal einen längeren Schatten.

Gruß

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